TE-exklusiv: Skandal um neue Gruppenvergewaltigung in Brandenburg

In Fürstenwalde sind zwei Schulmädchen offenbar von mindestens acht Jugendlichen sexuell missbraucht worden. Mutmaßliche Opfer und Täter gehen auf dieselbe Schule. Das Vorgehen des Bildungsministeriums ist dubios.

IMAGO / imagebroker
Symbolbild

Der Stadtpark von Fürstenwalde war am 8. April dieses Jahres wohl Tatort einer weiteren Gruppenvergewaltigung.

Bisher acht Verdächtigen wird vorgeworfen, irgendwo auf dem riesigen Areal zwischen Fürstenwalder Spree und der Bahnstrecke nach Berlin „sexuelle Handlungen gegen den Willen von zwei jugendlichen Mädchen begangen zu haben“.

Ein dringender Tatverdacht – der zum Beispiel auch eine Untersuchungshaft rechtfertigen könnte – habe sich bislang aber nicht ergeben, sagt Staatsanwalt Ingo Kechichian. Davon sprechen Juristen, wenn jemand mit großer Wahrscheinlichkeit der Täter ist. Bei Gruppenvergewaltigungen ist der dringende Tatverdacht fast immer schwierig: Wer hat wirklich mitgemacht, wer hat „nur“ zugeschaut?

Die Polizei hat bisher acht Verdächtige ermittelt. Es könnte aber auch noch mehr mutmaßliche Täter geben. Immer noch werden die beiden Mädchen sowie mögliche Zeugen befragt und sichergestellte Mobiltelefone ausgewertet. Da alle Beteiligten minderjährig sind, machen die Ermittler – wie in solchen Fällen üblich – keine weiteren Angaben.

Eine exklusive TE-Recherche hat ergeben, dass es sich bei fünf der Verdächtigen um Schüler der Juri-Gagarin-Oberschule Fürstenwalde handelt: drei Syrer im Alter von 14 bis 16 Jahren sowie zwei jeweils 15-jährige Russen. Mindestens eines der beiden Mädchen – also der mutmaßlichen Opfer – besucht dieselbe Schule.

Nach Bekanntwerden der Vorwürfe hat die Schulleitung die Verdächtigen zunächst vom weiteren Besuch der Schule suspendiert. Diese Maßnahme galt allerdings nur für die ersten fünf Schultage nach den Osterferien, also für die Zeit vom 13. bis 17. April. Seitdem dürfen die Verdächtigen die Schule wieder besuchen. Das hat das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg auf TE-Anfrage eingeräumt.

Sind die Mädchen nun also wieder täglich mit ihren mutmaßlichen Peinigern auf dem Schulhof konfrontiert?

Auf diese Frage wünscht sich wohl jeder ein klares „Nein“ als Antwort. Doch das Ministerium – das sowohl der Schule wie der Schulaufsicht des betroffenen Landkreises alle Medienkontakte aus der Hand genommen hat – weicht aus (Schreibfehler aus dem Original übernommen):

„Über Maßnahmen im weiteren Verfahren, auch um Begegnungen der Beteiligten im schulischen Zusammenhang zu unterbinden, ist das Schulamt mit Jugendamt, Polizei und weitere Stellen im Austausch.“

Die beiden Mädchen und ihre Eltern dürfte die Beschwichtigung, dass sich Beamte miteinander „im Austausch“ befinden, vermutlich eher wenig beruhigen.

Der bewusste Verzicht auf eine eindeutige Antwort schürt die Befürchtung, dass hier womöglich erneut eine Behörde die Interessen mutmaßlicher Täter für wichtiger befindet als die Interessen mutmaßlicher Opfer.

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Kommentare ( 6 )

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Mermaid
22 Minuten her

Schulmädchen? Im Ernst jetzt? Was halten Sie von Schülerinnen?
Sorry, aber sonst wird Ihr Artikel noch zum Schulmädchen-Report. Und damit zu einem weiteren Tritt in den Hintern der Opfer.

Budgie
33 Minuten her

Frau Göring Eckardt sprach: „Unser Land wird sich ändern, und zwar drastisch. Und ich freue mich darauf!“.

Ob das die Opfer auch sagen?

Ich hätte nichts dagegen wenn KGE und die anderen aus dem Club der grünen Teufelsbraten sich vor einem Schwurgericht wegen Verschwörung verantworten müssten. Wer mit potentiellen Hammermördern und anderen Gewalttätern paktiert, der gehört hinter Gitter, für sehr sehr lange Zeit.

Schwabenwilli
50 Minuten her

Als Eltern fällt einem für die Zukunft noch eine weitere Aufgabe zu, lassen sie ihr/e Mädchen keine Sekunde unbeaufsichtigt. Treffen sie die notwendigen Sicherheitsmaßnahmen und Utensilien.

Vertrauen Sie diesem Staat, seinen Politikern, seinen Behörden, seinen Medien nicht einen Millimeter über den Weg.

Schließen Sie sich mit anderen Eltern zusammen, gemeinsam kann man mehr Herausforderungen bewältigen.

Das da draußen ist der Dschungel mit vielen Gefahren und wilden Tieren.

yeager
51 Minuten her

„Unsere Gesellschaft wird weiter vielfältiger werden, das wird auch anstrengend, mitunter schmerzhaft sein. Unser Zusammenleben muss täglich neu ausgehandelt werden.“
Aus dem Strategiepapier „Masterplan zur Integration der Flüchtlinge“ vom 19.09.2015

Innere Unruhe
1 Stunde her

Bitte seien Sie präzise, wenn Sie von Russen schreiben. Russland ist ein Vielvölkerstaat. Auch Tschetschenen sind dem Pass nach russische Staatsangehörige.
Es gibt auch ethnische Ukrainer und Juden und ganz viele andere Ethnien mit russischer Staatsangehörigkeit.
Bloße Behauptung, es wären Russen, führt in diesem Fall zu evt. falschen Vorurteilen.

Dr. Rehmstack
34 Minuten her
Antworten an  Innere Unruhe

Gibt es richtige Vorurteile?