Trotz eines Monatseinkommens von 11.255 Euro wollen die 720 Mitglieder des Europäischen Parlaments eine Bonus-Zahlung für ihre Anwesenheit beim kommenden „Europatag" im Mai. Diese "Aktion Nimmersatt" wird das Image der EU-Parlamentarier nicht verbessern.
picture alliance/dpa | Philipp von Ditfurth
Nach internen Informationen aus dem EU-Parlament können Europaabgeordnete auch am Samstag, dem 9. Mai, eine sogenannte Anwesenheitspauschale von 359 Euro erhalten, wenn sie an Veranstaltungen zum Europatag teilnehmen – oder zumindest die Anwesenheitsliste unterschreiben. Diese Tagespauschale ist normalerweise nur für Arbeitstage vorgesehen, an denen Abgeordnete parlamentarische Aufgaben wahrnehmen, und üblicherweise nur an Werktagen.
Der franzöische Politiker Florian Philippot (Patrioten) schreibt dazu auf X: „Das ist ein Skandal: Die Mitglieder des Europäischen Parlaments haben beschlossen, sich selbst einen Anwesenheitsbonus von 359 € für ihre Teilnahme an den öffentlichen Veranstaltungen am Samstag, dem 9. Mai, dem Europatag, zu gewähren.“
Der Europatag erinnert an die Schuman-Erklärung von 1950, die als Grundstein der heutigen Europäischen Union gilt. Traditionell öffnen EU-Institutionen an diesem Datum ihre Türen für Besucher und organisieren Veranstaltungen in Brüssel, Luxemburg und Straßburg.
Bonus für eine Unterschrift?
Auslöser der Debatte ist eine E-Mail der französischen Europaabgeordneten Fabienne Keller, die innerhalb des Parlaments administrative und finanzielle Angelegenheiten betreut. Darin wurde den Parlaments-Kollegen erklärt, dass sie am 9. Mai die Möglichkeit hätten, sich in die Anwesenheitsliste einzutragen, um die Pauschale von 359 Euro zu erhalten.
Ein Parlamentarier kommentierte die Regelung mit den Worten: „Jean Monnet dreht sich im Grab um.“ Der Franzose gilt als einer der wichtigsten Väter Europas und als zentrale Figur bei der Gründung der Europäischen Union.
Zu der grundsätzlichen Frage, ob EU-Parlamentarier für den Besuch einer EU-Festveranstaltung noch extra kassieren sollen, kommt die Befürchtung, dass zahlreiche Abgeordnete lediglich ihre Unterschrift leisten könnten, ohne tatsächlich an Veranstaltungen teilzunehmen.
Auch innerhalb des Parlaments selbst gibt es dazu Zweifel. Ein Abgeordneter räumte ein, dass das System problematisch sei: „Es ist unglaublich einfach, das System auszunutzen und Geld zu kassieren, ohne wirklich etwas zu tun.“
Hohe Bezüge und Zulagen
Die Diskussion um die Europatag-Pauschale befeuert die grundsätzliche Debatte über die Bezüge der EU-Parlamentarier: Derzeit besteht das Europäische Parlament aus 720 Abgeordneten, die bei der Wahl 2024 aus den 27 Mitgliedstaaten gewählt wurden und mehr als 450 Millionen EU-Bürger repräsentieren. Jeder dieser Abgeordneten erhält ein monatliches Grundgehalt von 11.255 Euro brutto. Nach Abzügen für EU-Steuern und Sozialabgaben bleiben etwa 8.770 Euro netto übrig – wobei nationale Steuern je nach Herkunftsland zusätzlich anfallen können.
Hinzu kommen jedoch zahlreiche weitere Leistungen: Eine monatliche Kostenpauschale von 4.950 Euro für Büros und Verwaltung, die Tagespauschale von 359 Euro für parlamentarische Aktivitäten, sowie großzügige Reisekostenerstattungen und Personalbudgets für Mitarbeiter.
Diskussion über weitere Erhöhungen
Innerhalb des Parlaments wird derzeit sogar darüber beraten, die tägliche Pauschale von 359 Euro künftig an die Inflation anzupassen und möglicherweise zu erhöhen.
Offiziell verteidigt die Parlamentsverwaltung die Praxis. Ein Sprecher erklärte, die Zahlung am Europatag sei „Standardpraxis“. Treffen mit Bürgern seien schließlich ein integraler Bestandteil des parlamentarischen Mandats.
Doch genau hier setzt die Kritik an: Die Regelung ist ein Symbol für eine politische Klasse, die über ihre eigenen Privilegien entscheidet.
Der Streit um die 359-Euro-Pauschale am Europatag steht exemplarisch für ein grundlegendes Problem: die immer größer werdende Distanz zwischen europäischen Institutionen und den Steuerzahlern, die sie finanzieren.

Sie müssenangemeldet sein um einen Kommentar oder eine Antwort schreiben zu können
Bitte loggen Sie sich ein
War das nicht 1932 im Reichstag zu Berlin genauso?
Da wetterte Hitler gegen die Selbstbedienung der Abgeordneten während das Volk hungere. Aber historische Zusammenhänge waren noch nie die Stärke bestimmter Leute.
Zugegebenermaßen ist die Weltwirtschaftskrise nur sehr zögerlich angekommen. Aber das wird sich ändern. Merz in Berlin und Özdemir in Stuttgart wollen gemeinsam mit Paris und London durch immer höhere Schulden weiteres Wachstum erzeugen. Aber Rüstungsausgaben sind noch nicht einmal konsumptiv. Die Geräte die jetzt mit Sonderschulden gebaut und gekauft werden werden in 5 Jahren bereits veraltet sein.
Nicht nur das ist höchst problematisch für die Akzeptanz dieses Parlaments: EU-Abgeordnete müssen auch im Gegensatz zu Bundestagsabgeordneten ihre Nebeneinkünfte nicht auf Euro und Cent offenlegen und auch keine Angaben zu Kunden oder Klienten machen, wenn sie nebenher z. B . als selbstständige Berater arbeiten. Das birgt natürlich große Interessenkonflikte. Darüber hinaus werden Politiker, die in den nationalen Parlamenten in eine „schwierige“ Lage geraten sind, manchmal gerne vorübergehend im EU-Parlament „untergebracht“ und das noch üppig alimentiert, wie man sieht.
„Derzeit besteht das Europäische Parlament aus 720 Abgeordneten, die bei der Wahl 2024 aus den 27 Mitgliedstaaten gewählt wurden und mehr als 450 Millionen EU-Bürger repräsentieren.“
Von wenigen ausnahmen abgesehen repräsentieren die Abgeordneten sich selber. Kann genauso weg wie unsere vielen Parlamente. Die Völker dieser Welt können sich selbst repräsentieren, Politiker sind dazu nicht notwendig.
Diese Praxis, sich am Freitamorgen mit Hut, Mantel und Flugkoffer in die Anwesenheitsliste des Parlaments einzutragen, um die Sitzungspauuschale abzugreifen und dann heimzufliegen, wurde schon vor Jahren öffentlich gemacht und kritisiert. Hat sich daran etwas geändert? Ja, jetzt kann man das sogar an einigen Samstagen machen!
Wir dürfen das nicht falsch verstehen. Es geht hier ganz allein nur um
„UNSERE DEMOKRATIE“. Und diese ist man bereit, mit allen Mitteln, die der menschliche Raffgeist zur Verfügung stellt, zu verteidigen.
Kapiert das endlich mal, ihr Untertanen!
Naja, wir, das Volk, bekommen ja auch zusätzlich mehr: Mehr Steuern und Pflichtbeiträge, mehr CO2-Abgabe und mehr „Demokratieabgabe“, mehr höhere Preise durch mehr Euro-Entwertung, mehr Wohlstandsvernichtung, …
„Hinzu kommen jedoch zahlreiche weitere Leistungen: Eine monatliche Kostenpauschale von 4.950 Euro für Büros und Verwaltung, die Tagespauschale von 359 Euro für parlamentarische Aktivitäten, sowie großzügige Reisekostenerstattungen und Personalbudgets für Mitarbeiter.“
Und das ist noch nicht alles. Wegfall der Mehrwertsteuer bei Haushaltsgeräten, verbilligte Benzinkarten, und jeden Abend Schnittchen und Unterhaltungsprogramm in einer der vielen Landesvertretungen, für lau. Gehälter, die im Inland kaum zu erzielen wären, so kann eine Sekretärin mit Mittlerer Reife bei der EU soviel verdienen wie in D ein Oberstudiendirektor… es ist zum Schämen.
Um so mehr man den abgeschobenen korrupten Politiker der EU bezahlt, um so raffgieriger und habsüchtiger werden sie. Sie bekommen einfach den Hals nicht voll. Weg mit dieser EU. Dexit sofort. Die übergriffige EU schadet uns allen.
Samstag ist ein Werktag.
359€? Warum nicht gleich 1000€? Ist doch eine glatte Zahl…