In den Januartagen legt Gold schon um 17 Prozent zu und kommt erstmals über 5.000 Dollar je Feinunze. Die steile Kurve verrät viel über das Misstrauen der Märkte gegenüber den Fiat-Währungen – vor allem dem Dollar.
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Erwartet hatten diesen Tag viele Marktbeobachter – nur nicht, dass er so schnell kommen würde. Am Montag stieg der Goldpreis deutlich über die magische Marke von 5.000 Dollar je Feinunze. In der vergangenen Woche hob die Investmentbank Goldman Sachs ihre Prognose für die Unze des gelben Metalls auf 5.400 Dollar, allerdings als Preisziel für Ende 2026. Jetzt gerät diese Marke schon im Januar in Reichweite.
Die Analysten des Bankhauses begründeten ihre Annahme mit einer zunehmenden Konkurrenz zwischen Zentralbanken und privaten Investoren auf dem Goldmarkt. Mit anderen Worten: Die großen Marktteilnehmer kaufen sich das knappe Gut gegenseitig weg, und treiben so den Preis. China und andere Länder beschleunigen offenbar ihre schon seit längerem betriebene Politik, nach und nach auf Dollar lautende Anleihen in ihrem Bestand zu reduzieren, und dafür das Wertmetall aufzustocken.

Denn das Vertrauen der Finanzmärkte in die Stabilität des Dollars sinkt angesichts der praktisch ungebremsten Verschuldung des Landes. Ende 2025 stand die Staatsverschuldung der USA bei 37,64 Billionen Dollar, und betrug damit 124 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung. Zum Vergleich: 2005 lagen die US-Staatsschulden noch bei 12,96 Billionen. Zurzeit rast das Land auf die Marke von 130 Prozent der Wirtschaftsleistung zu. Die größte Wirtschaftsmacht der Welt zahlt derzeit 2,6 Milliarden Dollar Zinsen – pro Tag. Dazu kommt der Konflikt zwischen Präsident Donald Trump und dem aktuellen Zentralbank-Chef Jerome Powell. Trump wünscht eine Zinssenkung, und ein von ihm ausgewählter Powell-Nachfolger erfüllt ihm wahrscheinlich diesen Wunsch. Eine Zinssenkung wiederum dürfte den Dollar weiter schwächen; ein schwacher Greenback gehört zu den klassischen Treibern des Goldpreises. In dem noch nicht einmal beendeten Januar 2026 legte das Wertmetall in Dollar 18,9, in Euro 17 Prozent zu. Eine derart steile Kurve gab es in der Geschichte nur sehr selten.
Die kleine Schwester des Goldes – Silber – erreichte schon in der vergangenen Woche eine neue Rekordmarke: 100 Dollar je Unze. Hier treibt erstens die industrielle Nachfrage den Preis, da Silber als idealer Stromleiter in der Chipindustrie, der Elektronik und im Solaranlagenbau eine entscheidende Rolle spielt. China scheint sich eine strategische Reserve des Weißmetalls zuzulegen. In Ostasien zahlen Käufer einen höheren Preis pro Unze als im Westen. Am 14. Januar 2026 etwa lag der Silberpreis an der nach wie vor wichtigsten Warenbörse der Welt, der Comex in New York, noch bei 91 Dollar je Unze, in Shanghai erreichte er zur selben Zeit schon 101 Dollar. Neben der Industrie jagen auch alle Investoren den Preis nach oben, die auf einen weiteren Anstieg setzen und Silber – physisch oder als Future – mehr und mehr neben Gold als sicheren Hafen entdecken.

Bei Gold könnte es demnächst auch leichte Rücksetzer geben, die aber am Gesamttrend wenig ändern dürften. Denn sobald der Preis nachgibt, treten sofort Käufer auf den Plan, die bei dem aktuellen Preisniveau zögern, aber auch die Notwendigkeit erkennen, sich gegen die Risiken des Papiergeldes zu wappnen. Silber bleibt aller Wahrscheinlichkeit nach teuer, weil Knappheit herrscht: Auch 2026 deckt die weltweite Silberproduktion nicht den Bedarf in Industrie und Schmuckherstellung. Wer den Preisprognosen von TE 2024 und 2025 folgte und investierte, schnitt gut ab – und verbucht voraussichtlich auch in diesem Jahr einen soliden Gewinn.
Warum Gold und Silber steigt hat auch globalpolitische Gründe. Im täglichen Börsenwecker werden diese Hintergründe beleuchtet – etwa warum derzeit der Goldhandel in Hongkong die Preise treibt.


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In GB werden sie sich ärgern, denn Gordon Brown hat etliches Gold frühzeitig auf den Markt geworfen:
„In a move that is still referred to as the „Brown Bottom“, former Britain Prime Minister Gordon Brown sold 60% of Britain’s gold at $275 per oz betw 1999 to 2002.
400 tons of gold = 12,860,000 oz At $275 = $3.5 billion
At $5,000 = $64 billion today.
He announced it in parliament before he did it, making it even worse because the price of gold dropped immediately and stayed down until he finished selling, then launched in the following years.“ https://x.com/WallStreetMav/status/2014892262509990292
Ah, ein Prophet, Gold ein Rücksetzer!? Wo die Chinesen (Staat) wie Gold jeden Monat kaufen? Ich würde für den Kauf nicht abwarten, es geht nochmal 12 Monate oder mehr eher hoch – wegen dem Rechtsradikaen Trump: er ruiniert absichtlich den Dollar, um die Exportrate der US. Industrie zu stützen: Jobs für den Mittleren Westen über Billiglöhne in Billigwährung. Das macht die Hauptschuldner der USA, die Asiaten, nervös: Ausgleich Gold. Wann ein Zacken nach unten kommen kann, weiss niemand, also auch nicht dieses Blatt.
Die Frage ist, wer kauft zu diesen Preisen noch? Große, einflußreiche Investmentfonds, private Banken und Großinvestoren, „Staaten“ und deren „unabhängige“ Zentralbanken – vielleicht sogar auf Empfehlung Erstgenannter oder schon „Hinz und Kunz“?
Vor Kurzem stand Gold bei um die 3.000.00 Euro.
Und da stellte man sich eben diese Frage auch.
Und jetzt?
Das Problem ist, daß Hinz und Kunz das Bargeld meistens für den täglichen Bedarf benötigen. Also das Bargeld unterhalb von „zweimal Malle“ im Jahr.
Ein Bitcoin = 75000€
Ein 15 kg Silber Barren= 55000€
Wie beim „Rechts“staat gibt es inzwischen auch beim Investieren Parallelwelten.
Man hat sich dran gewöhnt völlig illusorische Preise für Krypto und Aktien und Häuser und Kunst etc zu akzeptieren, ist aber bei Edelmetallen immer noch in der alten Welt gefangen „wow, 20€ Anstieg am Tag“.
Edelmetalle sind im direkten Vergleich noch lächerlich billig, die Assetpreis Inflation die so viele Preise extrem aufgeblasen hat kommt erst gerade jetzt bei den Edelmetallen an.
Vielleicht sorgt ja inzwischen jemand auch für die Illusion steigender Kurse bei Aktien –
wenn IT-ler wie der CEO von Palantir schon behaupten, dass sie Wahlen fälschen können? https://x.com/VigilantFox/status/2012329950846542165
Über Edelmetalle wird viel erzählt. Nur kann man auch die nicht essen und wenn man sie „verflüssigen“ will, dann bekommt man dafür bestenfalls Bargeld. Die Gesamtmenge an Gold hat/wird sich allerdings nur marginal ändern, weshalb man auch hier eigentlich von einer Inflation sprechen müsste. Eben weil 5.000 € vor etlichen Jahren noch einen deutlich höheren Wert darstellten, als heute. Insofern freut man sich vielleicht über den heutigen Wert eines Krügerrand, den man achtlos in der Schublade liegen hatte. Aber der imaginäre Gegenwert war zu jeder Zeit eigentlich gleich. Und auch die Goldpreise unterliegen Schwankungen, während es sich gleichzeitig nicht verzinst.
US Amerikaner wohnen ja oft in Häusern aus Holz, mit Innenwänden aus Pappmaché o.ä.
Mancher Hauskäufer oder Erbe stellt dann beim Renovieren fest, dass vor Jahrzehnten einer seine Ersparnisse in so einer Innenwand versteckt hat.
Und da erkennt man dann den Unterschied zwischen Dollar und Gold. Wenn ein Jahresgehalt von 1920 in Dollar ist, kann man davon 1x zu MacDonalds heutzutage. Wenn aber damals von dem Geld ein Goldbarren gekauft und versteckt wurde, freut sich der Finder unvergleichlich mehr!
Das Wichtigste bei Gold und Silber: im Gegensatz zu Energie, Wirtschaft, Einwanderung, Sicherheitsfragen oder Euro können unsere Polit-Vollversager an Edelmetallen nicht viel kaputt machen (obwohl sie es ja per Mehrwertsteueranhebung beim Silber tapfer versucht haben!). Und bei anonym gekauften Edelmetallen können sie im Gegensatz zu Immobilien, Sparverträgen, Lebensversicherungen, Oldtimern usw. auch nicht ihre klebrigen, nimmersatten Finger ausstrecken. Das reicht schon, um Gold glänzen zu lassen :-))) Ansonsten werfe ich mal eine Frage in den Raum: die BRICS-Währung existiert ja bereits, wie ich neulich zufällig lesen konnte – wenn auch nicht als Geld für Normalbürger. Ob der Durchmarsch von Gold vielleicht… Mehr
Bei all den Jubelarien auf Edelmetalle sei noch einmal das Jahr 1980 in Erinnerung gerufen – und vor allem das, was dann folgte. „Dieses Mal ist alles anders“, gilt nicht umsonst als teuerster Satz am Finanzmarkt.
Wenn das Gold damals unter der Matratze liegen bleiben konnte ist doch gar nichts passiert? Und auch die Aktien haben sich lange erholt – wenn man sie nicht in Panik verkaufte?
Für mich sieht das aus wie ein Short Squeeze bei Silber. Langsam kommen wir in den interessanten Bereich. Man sieht heute schon einen sehr nervösen Handel mit entsprechenden Ausschlägen. Es ist noch nicht die Spitze, aber die Shortseller beginnen langsam sich einzudecken. Man darf nicht vergessen, dass viele Silberminen, bzw besonders Minen, bei denen Silber als Nebenprodukt anfällt, die Produktion oft im Voraus leerverkaufen, auch für mehrere Jahre. Wenn die Kurse fielen, haben sie oft diese Shorts mit Gewinn zurückgekauft. Jetzt allerdings laufen sie den Kursen hinterher und müssen zudem noch oft liefern, weil die Käufer, wie richtig bemerkt, das… Mehr
Wie immer ist das meine persönliche Meinung und stellt keinesfalls eine Aufforderung dar, sich irgendwie in diesem Metallen finanziell zu engagieren.
Faktisch haben Sie ja auch davon abgeraten 😉
> Denn das Vertrauen der Finanzmärkte in die Stabilität des Dollars sinkt angesichts der praktisch ungebremsten Verschuldung des Landes. Ende 2025 stand die Staatsverschuldung der USA bei 37,64 Billionen Dollar, und betrug damit 124 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung. Mittlerweile sogar 38,66 Billionen: U.S. National Debt Clock : Real Time Man sollte allerdings auch beachten: „Goldrausch: Der große „Regime Change“ geht weiter“ > „… Als Gold im Oktober erstmals die 4.000 Dollarmarke übersprungen hatte, berichtete TKP ebenfalls. Dabei ging es darum, dass ein solcher Hype am Goldmarkt historisch oft auch mit dem Ende politischer Epochen zusammenfällt oder diese zumindest vorhersagt. Demnach… Mehr
Es wäre so schön
Kleiner Fehler bei Dir: Die USA kennen keine Milliarden, d.h. es sind nicht 37,64 Billionen, sondern 37,64 Trilliarden. Nix für ungut.
Kleiner Fehler bei Dir. Im englischen Sprachraum steht seit langem Billion für Milliarde.
Wenn ich Billionen schreibe, meine ich Billionen, wie man hier Billionen meint, nicht in den USA. Etwas, worüber man hier nicht so gerne nachdenkt: „Der Schock von Davos für die EU und ihre Mitgliedsländer – Anti-Spiegel“ > „… Das ist es, das gegenwärtige Modell der Beziehungen zwischen Vasallen und Suzerän. Ein Vasall kann keinen einzigen Schritt frei tun. Doch Beziehung zwischen Vasall und Suzerän klingt sogar ein wenig romantisch, mit einem gewissen ritterlichen Flair. Der belgische Premierminister Bart de Wever nennt das gegenwärtige System der europäischen Unterordnung unter Amerika unverblümt „unglückliche Sklaverei“. …“ Trump und Vance kritisieren hin und wieder… Mehr
Die deutsche Milliarde ist im englischen billion und die deutsche Billiarde ist im englischen trillion.
„Der Untergang der EUdSSR und des Ami-Imperiums…“
Das erste fände auch ich bestechend schön, das zweite bilden Sie Sich lediglich in ihren antiamerikanischen feuchten Träumen ein.
Finanz- und Währungsökonomen, die die Kapitalströme und Zentralpankpositionen kurzfristig verfolgen, sagen, dass die Goldpreissteigerungen der letzten Monate nicht von Zentralbanken ausgelöst sind, dass es sich deshalb um private Nachfrage handeln muß. Die globale Verunsicherung ist riesig. Die gleichen Ökonomen prognostizieren auch eine weitere USD-Abwertung. Die Bestände an US-Staatsanleihen verlieren deshalb weiter an Wert gegenüber dem Euro, und wie oft gerechnet wird, gegenüber den G-7-Währungen. Der Stop-Loss-Gedanke würde deshalb dazu anregen, die Bestände an US-Staatsanleihen ausserhalb der USA, ca. $ 10 trillionen von ca. $ 38 trillionen Gesamtschulden, weiter zu reduzieren – was die Chinesen bereits in großem Stil getan haben.… Mehr
Das hat Larry Fink gesagt?
Die Zentralbanken kaufen Gold und drucken Papiergeld. Warum kauft die Institution Gold, die selber Geld aus dem Nichts erschaffen kann? Vertrauen die ihren eigenen bunten Scheinen nicht? Wahrscheinlich wird es so sein, und deswegen dürfte es nicht schlecht sein den Zentralbanken nach zu eifern. Beim Geld drucken geht das nicht, beim Gold kaufen schon.
Sagte Dr. Krall auch schon: „Wette niemals gegen die Zentralbank“. Wenn die kaufen, wie die Gestörten, wissen die was, was wir kleine Blödels (noch) nicht wissen… Also: Anhängen.
Sie haben hier das Prinzip nicht verstanden. Die Zentralbanken tauschen wertloses Papier gegen Edelmetalle. So bringt man das wertlose Papier unters Volk.
Machen Sie sich keine Sorgen, ich habe das Prinzip sehr gut verstanden.