Eine große Katastrophe der Wirtschaftsgeschichte – angerichtet durch Menschenhand

Manche Krisen schleichen leise und friedlich heran, ohne Kanonendonner, sie sind unheimlich und scheinbar ohne materielle Ursache; sie sind nur Zahlen, körperlose Bits und Bytes und sie richten doch Verheerungen an, vernichten Wohlstand und zerstören das Zusammenleben. Dabei war es absehbar.

Blick von der Deutschen Bank auf Frankfurt: Eine Bank schrumpft.

Dürre, Überschwemmungen, Vulkanausbrüche, Seuchen sind die großen Geißeln der Menschheit. Als ob es nicht reicht, hat sie Kriege erfunden. Manche Krisen schleichen leise und friedlich heran, ohne Kanonendonner, sie sind unheimlich und scheinbar ohne materielle Ursache; sie sind nur Zahlen, körperlose Bits und Bytes und sie richten doch Verheerungen an, vernichten Wohlstand und zerstören das Zusammenleben.

Globale Liquiditätskrise?
10 Jahre nach Lehman - Die Zeichen an der Wand ...
So eine unheimliche Krise fand ihren Höhepunkt im September 2008 mit dem Zusammenbruch der Bank Lehman Brothers. Kaum jemand kannte den Namen. Und doch – ein Jahr später – schätzte der Internationale Währungsfonds den durch die Finanzkrise ausgelösten Schaden auf rund 11,9 Billionen Dollar. Grob gerechnet ist das so, als ob das Dreifache der heutigen Wirtschaftsleistung Deutschlands einfach ausgelöscht worden wäre. In Deutschland brach die Wirtschaft um fünf Prozent ein; manche rechnen mit einem Schaden von 500 Milliarden Euro für Deutschland.

Solche Zahlen bilanzieren zerstörte Hoffnungen, den Schrecken, die Angst, die Nöte der Arbeitslosen, den einbrechenden Welthandel, Pleiten. Es ist eine der großen Katastrophen der Wirtschaftsgeschichte. Kein Naturschicksal, kein technisches Versagen, sondern von Menschen angerichtet. Wie konnte sie geschehen?

Gier und guter Wille

Am Anfang standen die vier modernen Apokalyptischen Reiter „Guter Wille“, „schamlose Gier“, „das haben wir so nicht gewollt“ und „das konnte doch keiner ahnen“. Mit gutem Willen versuchte die US-Regierung unter Bill Clinton, die lahmende US-Konjunktur anzuheizen – durch eine Niedrigzinspolitik und Hausbauprogramme insbesondere für sozial Benachteiligte und ethnische Minderheiten. Das Vorhaben traf auf ein Bankensystem, das dies als Chance zur privaten Bereicherung durch Erfüllung eines öffentlichen Auftrags ansah.

„25 Prozent Eigenkapitalrendite“ – diese spätere, schamlose Zielvorgabe des Chefs der Deutschen Bank wurde schnell zur Norm der praktizierten Bankbetriebslehre. Damit wurden Banken zu gigantischen Gewinnmaschinen; immer noch höhere Kredite wurden vergeben. Es war die Zeit der smarten Investmentbanker und ihrer Finanz-Alchemie, die es verstand, buchstäblich aus etwas Mörtel und Bauholz phantastischen Reichtum zu generieren. Auch Otto Normalverbraucher auf beiden Seiten des Atlantiks, auch deutsche Banken und deutsche Sparer waren fasziniert. Finanzkrisen sind das Werk Einzelner zu ihrem Vorteil; aber sie entfalten ihre Wucht erst durch die Übertragung ihres Gier-Virus auf Viele. Die Finanzkrise ist ein Menetekel für Folgen einer globalen Organisation der Verantwortungslosigkeit. In Frankfurt erklärte mir der Vorstandsvorsitzender einer riesigen, soliden  Hypothekenbank, die den Krach und unser Gespräch nicht lange überleben sollte, dass sein Geschäftsmodell todsicher sei. Billiges Geld teuer verliehen für prachtvolle Immobilienprojekte der USA. „Haben Sie die angeschaut?“, war meine Frage. Er lachte nur. „Dafür haben wir doch Rating-Systeme“. Er war die Verkörperung der Verantwortungslosigkeit: Heute geht es ihm gut, er lebt golden als Finanzmakler. Die Rating-Agenturen wurden als Teil des Systems von Tarnen & Täuschen enttarnt. Sie verdienten gut am abnicken, nicht am kontrollieren.

Glücksritter

Bank war lange etwas für Langweiler und Übervorsichtige. Das änderte sich im angelsächsischen Raum durch das Investmentbanking: Ziel der Glücksritter ist es, immer neue, waghalsige aber erfolgversprechende Geschäftsmodelle zu erfinden. In den USA wurden durch Übernahmen und Ausschlachten Traditionsunternehmen zu Gewinnmaschinen transformiert. Bald griffen Hedgefonds auch auf Deutschland über. Dort wurden unter der damaligen Bundesregierung Beteiligungsverkäufe steuerfrei gestellt. Das war der Ausverkauf der Deutschland AG und spülte Cash in die Kassen, das Anlage suchte. In den USA wiederum führte der Verweis auf deutsche Deregulierung dort zu einer Lockerung der bis dahin strikten Trennung in Geschäfts- und Investmentbanken.

So konnten Investmentbanken, in das Gewand der ehrwürdigen Kreditbanken schlüpfen und mit deren Eigenkapital die waghalsigen Geschäfte finanzieren. Die „Deutsche Bank“ wollte durch Übernahme der fixen Jungs mit den Hosenträgern zum World Player aufsteigen – und wurde in einem umgekehrten „Takeover“ Beute der Glücksritter, die als Gangs operierten, deren Beute in der Maximierung der eigenen Boni bestand. Mit der Übernahme der Banken durch eine Berufsgruppe, die die schamlose Gier zur Norm erhebt, wurden die Voraussetzungen für ein globales Schlamassel geschaffen. Und der ehrwürdige Beruf des Bankers geriet in Verruf – worunter die Ehrlichen bis heute leiden. Denn die Ehrlichen sind die Dummen. Immer.

Trügerische Mathematik

Nun ist es ja nicht so, dass Immobilienkredite und ihre Risiken etwas Neues wären. Also mussten neue Begründungen her – und die lieferte die Mathematik. Denn selbstverständlich war den kreditgebenden US-Banken klar, dass ihre Schuldner nur schwerlich mit ihren mageren Einkommen Zins und Tilgung würden bezahlen können. Oder dass Immobilien nicht auf lange Zeit jeden Tag teurer werden und sich derart selbstfinanzieren. Also wurden faule Kredite gebündelt, „verbrieft“ in der Fachsprache, und weiterverkauft.

Lesen Sie das Kleingedruckte!
Als der Schweizer Bankbeamte bei der Lehman-Pleite seine Unschuld verlor
Das muss man sich vorstellen wie ein Sack voller Nüsse: Die eine oder andere schlechte Nuss, der eine oder andere ausfallende Kredit, der nicht mehr zurückbezahlt werden kann, ändern nichts am Wert des gesamten Sacks mit vielen Nüssen. Also wurden von den Rating-Agenturen diese Säcke mit den Noten für beste Bonität, also höchster Kreditwürdigkeit, versehen. Solche „Triple-A-Ratings“ sind wertvoll. Sie werden von anderen Banken gerne gekauft; die Rating-Agenturen ersparen dem Käufer jegliche Prüfung – die Werthaltigkeit der Immobilien ebenso wie die Zahlungsfähigkeit der Schuldner.

Allerdings misstrauten viele Banken dieser Technik, mit der aus fragwürdigen Ansprüchen wertvolle Anlagepapiere wurden. Der Ausweg: Sie packten ihrerseits die Säcke mit den Nüssen in Container – dessen Wert ändert sich nicht, selbst wenn sogar der eine oder andere Sack komplett voller tauber Nüsse ist. Was mit Säcken und Containern voller Säcke geht, geht auch mit ganzen Schiffen, sogar Flotten.  Bis zu sechs derartige Verbriefungsstufen waren üblich, um aus dem immer gehaltloseren Brei noch ein paar neue AAA-Papiere herauszudestillieren. Das Beste daran: Für jede neue Verpackung kassierte man Honorare, Bearbeitungsgebühren und Provisionen. Die Rating-Agenturen setzten ihre Stempel drauf. Die Berechnungen stimmten. Geprüft wurde nichts. Kontrolle fand nur im Büro statt, nie vor Ort. Dafür fehlten die Reisegelder.

Geld aus Deutschland

Selbst die zynischsten Profis begannen irgendwann ein mulmiges Gefühl für diese sogenannten Subprime-Papiere zu empfinden. In dieser Situation kamen deutsche Banken ins Spiel. Bis 2008 wurden wohl mindestens 300, möglicherweise aber bis zu 500 Milliarden Euro in solche Papiere investiert. Sparkassen, die noch nie jenseits ihrer Stadtgrenzen investiert hatten, tummelten sich bei der Finanzierung von Bauprojekten in entlegenen amerikanischen Bundesstaaten. Landesbanken waren die großen Geldgeber, umso wichtiger, je mehr amerikanische Anleger begannen, die Gefahr zu erkennen. Das Wort vom „Silly German Money“ entstand. Vorne dabei war allerdings die Deutsche Bank – die sowohl bei der Herstellung der giftigen Papiere, der ständigen Umpackerei und beim Vertrieb an deutsche Kunden aktiv war.  Sie informierte über den Finanzminister über die drohende Pleite der Düsseldorfer IKB-Bank. Deshalb konnte die Deutsche überleben, wenn auch nur knapp.  Es ist kein freundliches Urteil, wenn man feststellt: Die US-Banken wussten, was sie taten – die meisten deutschen Banken allerdings waren schlicht zu dumm. Sie lernten erst in der Krise, was sie angerichtet hatten.

Die Pyramide kippt

Im Winter und Frühjahr 2008 begannen die Kontrollmechanismen der US-Behörden und US-Politik zu greifen. „Das haben wir so nicht gewollt“ wurde die neue Formel der Selbstrechtfertigung. Die Konstruktion der wundervollen Nuss-Papiere wurde hinterfragt. Die Zinsen stiegen – Immobilienkredite platzten, Rückzahlungen wurden eingestellt. Die Immobilienpreise änderten ihre Richtung – sie sanken! Damit wurden die wunderbaren Rechenmodelle der modernen Finanzalchemie wertlos. Denn sie waren davon ausgegangen, dass nur einzelne Kredite ihren Wert verlören – plötzlich waren alle Nüsse im Sack, in den Containern, auf den Frachtschiffen wertlos, taub: Das Schneeballsystem krachte zusammen – und mit ihm starben die Banken. Die Landesbank Sachsen musste gerettet werden, die bis dahin seriöse Mittelstandsbank IKB in Düsseldorf, die einst stolze WestLB. „Das haben wir nicht kommen sehen“ umschreibt die lächerlichen Versuche, die Abfolge der Ereignisse zu beschönigen – als ob sinkende Preise für Immobilien eine neue Erfindung gewesen seien. Der Ministerpräsident erklärte mir verzweifelt, dass regieren bedeutet, sich durch Bankbilanzen zu fressen. Alles anderes ist nur noch unwichtig. Das Geld der Bürger verschwand in den Landesbanken in unvorstellbaren Mengen.

Blind in den Abgrund

Es waren aber nicht nur die Banken, die blind auf den Abgrund zu rasten. In den Medien erschienen kaum Berichte. Eingelullt von den engen Kontakten zu den Anzeigenabteilungen wurde die Wirtschaftswelt weiter beschrieben wie ein bunter Kindergeburtstag. Im Sommer 2007 erschien die erste Titelgeschichte damals in der Wirtschaftswoche; Redaktion und Verlag waren von dieser Idee einer „Finanzkrise“ auf dem Titel nicht angetan. Es störte. Zusammenhänge, zumal wenn sie neu sind, erfordern Nachdenken. Sie rufen Gegnerschaft heraus. Trotzdem erschienen weitere Titelgeschichten, Aufmacher, Analysen, meine ersten Zusammenfassungen als Buch. Da erreichte mich ein Anruf aus dem Kanzleramt: Ob ich einen an der Waffel hätte? Wirtschaft läuft, Arbeitsplätze werden immer mehr, Steueraufkommen steigt – alles im grünen Bereich. Warum immer Finanzkrise? Gegen den Strom zu schreiben ist so schwer wie gegen ihn zu schwimmen. Und Recht haben schlimmer als das Gegenteil. Denn dann kam er doch, der große Krach. Der Bundeswirtschaftsminister erzählte mir voller Wut, dass er über einen Staatskredit über 10 Milliarden innerhalb weniger Stunden entscheiden mußte – per Handy aus Peru. Der Staat als Retter des Kapitalismus – davon hat Ludwig Erhard nicht geträumt. Langsam merkten es sogar die Medien. Auch sie haben sich von dem Vertrauensverlust seither nicht erholt. Seither haben die Linken in den Redaktionen die Oberhand – strenger Antikapitalismus als Versuch, die verlorene Ehre wieder zu gewinnen.

Vertrauen friert ein

Banken stellten untereinander den Zahlungsverkehr ein. Vor den Bankschaltern bildeten sich Schlangen. Die Bundesregierung sprach eine pauschale Garantie für alle Sparguthaben aus – ein psychologisch wichtiger Schritt. Plötzlich waren die bis dahin verachteten Politiker gefragt – als Retter der Banken. Die Wut der Politik stieg. Irgendwann weigerte sich die US-Regierung, Lehman-Brothers beizuspringen. Der Höhepunkt der Finanzkrise war erreicht. Im Kanzleramt eine informelle Gesprächsrunde des Finanzministers, der Kanzlerin und von 11 Chefredakteuren. Der Finanzminister immer noch selbstbewußt. So was wie Bankpleiten könne Deutschland nicht erschüttern – wegen seines soliden Sparkassensystems. Zu diesem Zeitpunkt kippten die Landesbanken mit jeweils Dutzenden von Milliarden aus den Taschen ihrer Eigner – den Sparkassen und Bundesländern.

Der Rest der Story ist düster: Gigantische Rettungspakete, Staatsgarantien, Konjunkturprogramme, Gesetze, Gipfeltreffen der G-20. Die Welt hat darüber sogar ein Stück zusammengefunden, denn nur mit globaler Kooperation war die Krise zu bewältigen. Das gibt sogar Anrecht auf Optimismus. Aber ist sie gerettet worden?

Ein Jahr Krise – und dann Griechenland

Deutschland lief ein Jahr im Krisenmodus. Schneller als erwartet ging es wieder aufwärts, die Stories über Pleiten und Rettungsaktionen wurden weniger. Im Dezember 2009 berichtete ein Kollege über neue, alarmierende Zahlen aus Griechenland. Ich wollte die Story nicht, nicht noch eine Finanzkrise! Wir haben sie gedruckt.

Wieder hatten Banken und Figuren wie George Soros Milliarden in Staatspapiere investiert, und deutsche Sparkassen auch. Der Steuerzahler zahlt jetzt dafür, und George Soros wendet viel Geld dafür auf zu erklären, dass Griechenland gerettet werden muss. Es ist ja sein Geld, sein Erfolg.

Im Februar erreichte mich der Anruf eines der höchsten Regierungsbeamten: Ob ich abschätzen könne, wie hoch der Finanzbedarf Griechenlands werden könnte. Ich sagte: „Fünf Milliarden Euro? Oder zehn?“ Die Antwort war ernüchternd: „Noch mal zehn halten wir politisch nicht mehr aus.“ Wir haben es ausgehalten, obwohl es vermutlich an die 100 geworden sind.

Aber ist das jetzt eine gute Nachricht, ihr Banker und Politiker?

Eine kürzere Fassung dieses Artikels erschien in der Zeitschrift „Das Parlament“.

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Bankenrettung ?

Freie Marktwirtschaft und so…

„Es ist eine der großen Katastrophen der Wirtschaftsgeschichte“. Das ist falsch!!! Eine Katastrophe ist ein folgenschweres Unglücksereignis. Die Ereignisse vom September 2008 waren nahezu generalstabsmässig geplant, wenn auch mit einer anderen Absicht. Das sozialistische Ziel, jedem Amerikaner ein eigenes Haus zu ermöglichen, war genauso edel wie dumm. Nicht Humanismus war die Triebfeder, sondern politisches Kalkül. Dazu kamen zwei Ereignisse: Bill Clinton unterschrieb den Gramm-Leach-Bliley Act (GLBA) und er unterband die Strafverfolgung von Bankern, die gegen den Glass-Steagall Act verstoßen hatten. Die Banker haben das als Zeichen gedeutet, dass sie noch freier sind, wenn sie nur Clintons politische Ziele unterstützen würden.… Mehr
Es gab halt schon immer und wird es auch immer geben, die Unterscheidung zwischen Banker und Bankier. Von Banken, die noch von Bankiers geführt werden, habe ich nicht gehört, dass diese in Schwierigkeiten geraten sind, durch die sogenannte Finanzkrise. Allein dieser Begriff zeigt mal wieder auf, dass er nicht den Kern der Sache trifft. Denn es war ausnahmslos auch eine politische Krise – also eine Finanz-Politische-Krise, da viele Regierungen aufgehört hatten, die politischen Rahmenbedingungen für die Finanzmärkte den Notwendigkeiten anzupassen. Stattdessen wurde dereguliert bis zum geht nicht mehr. Mit der Folge, was immer wieder und bei jedem anderen Thema in… Mehr

Übrigens: Michael Fleischhacker von Servus TV…eine Wohltat für den vom Deutschen Fernsehen geschundenen Konsumenten und seinen Links-versifften Moderatorinnen und Moderatoren, Beim ZDF ist sowieso das linke Auge blind. Da drückt man als Zuschauer eher beide Augen zu, oder gleich auf den Ausschaltknopf.
Und genehmigt sich dann ein Schluck aus der Dose mit dem bekannten Energy-Drink.
Herr Tichy in Bestform zu sehen und zu hören: …“mir reicht’s nämlich jetzt“…

********* Zur näheren Erklärung verweise ich auf die exzellenten Bücher zur Finanzkrise aus der Feder des untadeligen New Yorker „Rolling Stone“-Schreibers Matt Taibbi. Ein paar davon gibt’s auch auf deutsch – könnten mal irgendwo besprochen werden. Es herrscht um diese Bücher herum in Deutschland eine ganz auffallende Stille. In den USA hat es Taibbi bis in die New York Times und die Washington Post und in MSNBC geschafft, immerhin Und seine Bücher sind Bestseller. Auch der Intellectual Dark Web Star Joe Rogan (gibt eine empfehlenswerte Internet-Seite zum Intellectual Dark Web (IDW), die Eric Weinstein gemacht hat) hier gehts lang: Auch… Mehr

Und ein Trennbankensystem gibt es bis heute nicht

Herr Tichy , danke für diesen schon relativ detaillierten kritischen Rückblick. Die Erinnerung an diesen epochalen Crash verblaßt langsam. Besonders bei den Akteuren von damals, die Gier gewinnt immer mehr die Oberhand. Ein Beispiel ist das gewollte zerlegen von Thyssenkrupp. Die Denkweisen sind ge- blieben . Auf Phönix waren recht gute Beiträge zum „10-jährigen Jubiläum“ zu sehen. Der Grundsatz lautet nach wie vor „lieber im Geld baden, als in Erinner- ungen schwelgen“. Der nächste Crash wird schlimmer, denn das Pulver ist ver- schossen. In Anlehnung an ein Lied, denke ich es ist richtig zu sagen. 10 Jahre und kein bisschen… Mehr
Die größte Gefahr besteht da darin, dass die allermeisten Menschen keine Ahnung haben welche riesigen Geldmengen exisiteren, die mit der realen Wirtschafts nicht zu tun haben, diese aber jederzeit zerstören können. Als reale Wirtschaft werden dabei Waren und Dienstleistungen plus Aktien genommen, das „restliche Geld“ ist dann 50 bis 100 mal soviel (je nach Schätzung). Daraus folgt, dass die reale Wirtschaft nichts im Vergleich zu den Geldmengen ist, eine kleine Insel im Meer das großen Geldes. Dieses Geld wird aber von der Politik weder berücksichtigt noch eingehegt. Jede neue Finanzkrise wird durch das nicht reale Geld entstehen und man wird… Mehr

Auf Dauer nicht, aber die Herrscher über das nicht reale Geld können und werden den Zusammenbruch bis zum letzten hinaus zögern.

Wie Adolf und die Nazi Eliten nach Stalingrad, militärisch war der Krieg nicht mehr zu gewinnen, aber was sind Millionen zusätzliche Tote gegenüber ein paar Tage mehr im Leben des Führers?

Ich glaube, die Macht des Geldes ist nach wie vor ungebrochen. Wenn der Einzelne seinen Vorteil sieht, wird er ihn nutzen. Da sind ihm alle anderen furchtbar egal. Und: Das gilt sicherlich nicht nur für die Finanzwelt.

Das ist ja auch gut so, das nennt sich Kapitalismus und ist sehr erfolgreich, wenn mit einigen fundamentalen Regeln verbunden, die wichtigsten davon: volle Haftung für das eigene Handeln.

Im Bankensektor ist diese Haftung ausgehebelt (Systemrelevanz private Gewinne, öffentliche Verluste), das ist wie Evolution ohne Tod, der reinste Etiketten Schwindel.

Es wird immer Menschen geben, die jeden Morgen aufstehen und sich zuerst überlegen, wo sie einen Dummen finden, der für sie die Arbeit verrichtet. Sie werfen Nebelkerzen, verstehen die „hohe Kunst“ der Verpackung und sind ausgesprochene Verkaufstalente. Die eigentliche Aufgabe der Banken, nämlich Erspartes vielversprechenden Geschäftsideen zuzuführen, ist beim Wechsel vom Bankier zum Banker längst zur Nebensache geworden. So trifft die Gier der vielen nichtprofessionellen Anleger auf die Gier der ausgesprochen kreativen „Erfinder“ von Finanzprodukten, die sich insbesondere durch Intransparenz auszeichnen, daß selbst den meisten Bankangestellten im Verkaufsgespräch der Durchblick fehlt. Zudem wird das nahezu symbiotische Verhältnis zwischen Staat und… Mehr

@Manfred Gimmler
Es liegt mir fern, Banker zu verteidigen. Sie tragen ganz sicher ihren Teil zu Abstürzen des Finanzsektors bei, immer wieder. Für sie gilt aber auch der Spruch „ich kann allem widerstehen, nur der Versuchung nicht“. Politiker, die keine Ahnung von Finanzwirtschaft (und Realwirtschaft) haben, richten mindestens genauso viel Schaden an mit Gesetzen, deren Auswirkungen niemand in der Legislative versteht. Schlaue Füchse nutzen beabsichtigte und unbeabsichtigte Lücken aus, um sich ganz legal Vorteile zu beschaffen. Das kapitalistische System sieht das so vor. Auch die Korrekturen. Und allemal besser als Sozialismus wie in Venezuela…

Das Finanzministerium bezahlte der internationalen Anwaltskanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer 1,8 Millione Euro fuer die Formulierung beabsichtugter Luecken, die dann Gestz wurden.

https://www.focus.de/politik/deutschland/anwaelte-kassierten-1-8-millionen-euro-steinbruecks-finanzministerium-bezahlte-kanzlei-fuer-lobbyarbeit_aid_888645.html