Zu früh gefreut, hat schon manchen gereut

Hat Frau Roth ein Geschäftsmodell? Und wenn ja, wie sieht es aus?

Tristar Media/Getty Images

Vorgestern brachte MEEDIA eine längere Meldung über einen Streit um Meinungsfreiheit zwischen Roland Tichy und Claudia Roth. Illustriert war die Geschichte mit einem Foto der grünen Vizepräsidentin des Bundestages, das entweder 30 Jahre alt ist oder von einem halben Dutzend Photoshop-Experten bearbeitet wurde. Darunter stand der Satz: Roland Tichy scheitert mit Klage gegen Claudia Roth.

Das mag Frau Roth so empfunden haben, aber wie so vieles, was Frau Roth empfindet, entspricht es nicht ganz den Tatsachen. Tichy hat die erste Runde in einem Verfahren verloren, das sich noch eine Weile hinziehen wird. Man könnte auch sagen: Frau Roth hat in der ersten Runde die Nase vorne gehabt.

Zur Info: Vor dem LG Stuttgart ging es um eine Einstweilige Verfügung, die Tichy gegen Roth beantragt hatte, nachdem sie in einem Interview mit der Augsburger Allgemeinen u.a. behauptet hatte, man müsse die Stichwortgeber benennen, all diese neurechten Plattformen, deren Geschäftsmodell auf Hetze und Falschbehauptungen beruht – von Roland Tichy über Henryk M. Broder bis hin zu eindeutig rechtsradikalen Blogs.

Nach dem Verfügungsverfahren kommt die Hauptsache

Nächste Instanz
Verfahren gegen Claudia Roth geht weiter
Tichy wird gegen die Entscheidung des Stuttgarter Landgerichts in Berufung gehen. Und egal, wie das Oberlandesgericht entscheiden wird, wird es nach dem sogenannten „Verfügungsverfahren“ in der „Hauptsache“ weitergehen, wieder vor dem LG und dem OLG, wenn eine der beiden Parteien sich nicht geschlagen gibt und auf weitere Rechtsmittel verzichtet. Dann sieht man sich möglicherweise in Karlsruhe wieder.

Zu behaupten, Tichy sei mit seiner Klage gegen Roth „gescheitert“, ist also entweder wishful thinking oder ejaculatio praecox. Frau Roth muss es nicht wissen, sie ist ja von Beruf „Dramaturgin“, aber die Kollegen von MEEDIA sollten das Procedere in solchen Fällen kennen.

Es kommt noch etwas dazu. Eine Woche, nachdem das Interview in der Augsburger Allgemeinen erschienen war, druckte es der Konstanzer Südkurier nach, mit einer kleinen Änderung. Wer die Korrektur veranlasst hatte, Frau Roth oder ein Redakteur des Südkurier, ist nicht bekannt. Jedenfalls war der Satz mit dem „Geschäftsmodell“ weg. Irgendjemand muss bemerkt haben, dass Frau Roth ein wenig über das Ziel hinausgeschossen war.

Die Entscheidung des Stuttgarter Landgerichts im Verfügungsverfahren war zwar nur eine vorläufige, aber ganz nach dem Gusto von Frau Roth. Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, wenn ausgerechnet diejenigen mit dem Versuch scheitern, eine zulässige Meinungsäußerung gerichtlich verbieten zu lassen, die selbst mehr als einmal in der Kritik standen, die Grenzen der Sagbaren gezielt verschieben zu wollen. Wer lauthals austeilt, beim leisesten Widerspruch aber vor Gericht zieht, macht sich wenig glaubwürdig.

Hat Frau Roth ein Geschäftsmodell?

In der Sache Tichy ./. Roth
Claudia Roth pöbelt nicht. Sie lässt pöbeln
Jeder Mensch mit ein wenig Lebenserfahrug weiß, dass man den Tag nicht vor dem Abend bejubeln soll. Für Frau Roth ging es bis jetzt immer nur aufwärts, von Hoffmanns Comic Theater in Unna über das Europäische Parlament, wohin sie von den Grünen vorübergehend abgeschoben wurde, bis in das Präsidium des Bundestages. Da kann man/frau schon ein wenig übermütig werden. Auch der Weg nach Stalingrad war mit lauter Siegen gepflastert.

Womit wir bei der Frage aller Fragen wären: Hat Frau Roth ein Geschäftsmodell? Und wenn ja, wie sieht es aus?

Man muss zugeben, dass es ihr an Selbstbewusstsein nicht mangelt, nicht einmal in einem Zustand, der einen Mopedfahrer den Führerschein kosten würde. Dieses Selbstbewusstsein kommt ihr auch in Situationen zugute, die an Peinlichkeit nicht zu überbieten sind. Sie kann sie auch autoritär agieren, wenn es darum geht, die Geschäftsordnung des Bundestages flexibel zu praktizieren. Im Kampf gegen den Klimawandel nimmt sie jede Strapaze in Kauf. Und findet zwischendurch immer wieder Zeit, sich für diskriminierte Minderheiten einzusetzen. Wenn nötig, zieht sie sogar vor Gericht, um eine zulässige Meinungsäußerung gerichtlich verbieten zu lassen, obwohl sie es wenig glaubwürdig findet, wenn andere so etwas tun. Und wenn sie mal echte Fake News produziert, springt das Team Roth für sie ein.

So also sieht das Geschäftsmodell von Frau Roth aus. Es entspricht dem ptolemäischen Weltbild, wobei die Himmelskörper nicht um die Erde, sondern um Frau Roth kreisen. Eine echte Karrierefrau, die entsprechend dem Peter-Prinzip an der Stelle ihrer optimalen Inkompetenz angekommen ist.


Dieser Beitrag ist zuerst bei Achse des Guten erschienen.

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Kommentare ( 61 )

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61 Kommentare auf "Zu früh gefreut, hat schon manchen gereut"

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Herr Tichy, seien Sie nicht traurig, dass das Stuttgarter Landgericht eine „Hass und Hetze“-Äußerung nicht als Verleumdung, sondern als zulässige, nicht weiter zu begrün-dende Meinungsäußerung gewertet hat. Vielleicht können Sie eine scharfe, aber gerichtskompatible „Meinungsäußerung“ über Frau Roth in der SZ plazieren.

Tränen gelacht, (also nicht über das Foto).

Naja, eine Grüne eben….nichts im Hirn, aber große Klappe aus der nichts wie Mi.. rauskommt. Dramatische Auftritte, auch da fügt sie sich in die Reihen der o.g. ein, echauffieren können sie sich alle, egal ob der Toni, oder die Anna-Lena oder der Robert Lösungen hat keiner, da mangels Intelligenz die meisten der in der Partei ansässigen keine Plan haben, wie man die einen oder anderen Probleme angehen könnte (denn dazu müsste man auch Ursachenforschung betreiben). Was man u.a. am besten an der Anna-Lena sieht (Stromspeicherung im Netz oder Kobolde im Auto) Deshalb kämpft man lieber gegen Windmühlen (dazu die liebe… Mehr

Wenn ich Frau Roth sehe wird mir übel. Den Herren Tichy, Broder usw. wünsche ich viel Erfolg.

Net ärgern Hr. Broder. Ich hab es aufgegeben, mich politisch auch nur irgendwie öffentlich zu äußern. Ich wähle auch nicht mehr. Man wird, egal wie sachlich man gegen linksgrüne Standpunkte argumentiert, reflexartig in die rechtsextreme Ecke geprügelt. Dabei ist der linksgrünen SA nahezu jedes Mittel recht. Faschismus kommt vom lateinischen Fascia. Das heißt Bund bzw. Bündler, allerdings ohne jede politische Zuordnung. Wenn es heute Faschisten gibt, dann sind es die Grünlinken. Aber das waren sie immer schon. Anfänglich nannte man sie Bolschewiken, später Kommunisten, heute Öko- und Gutmenschfaschisten.

Und wenn Sie nicht wählen wird sich daran nichts ändern.

Liebster Wähler des Regimes ist, jenseits aller Lippenbekenntnisse, der Nichtwähler. Dessen Stimme hat linksgrün sicher.

Als Sohn eines sehr erfolgreichen, aber des öfteren auch leidgeprüften Rechtsanwalts, bewundere ich den Mut, in dieser Sache gegen die Meinungshoheit und Haltungselite im Deutschen Gerichtswesen anzutreten. Ich drücke trotzdem alle meine verfügbaren Daumen für Tichy, Broder & Verwandte im Geist!

Herr Tichy hat zwar recht, wird aber keins bekommen.

Entscheidend ist, was für eine Einstellung derjenige in Richterrobe hat. Paragraphen können so oder auch so ausgelegt werden. Mit Recht hat dies nichts zu tun. Auch in der Justiz gilt der Kadergehorsam und die Angepasstheit. Man will ja schließlich Karriere machen. Was man zusammen urteilt ist so und so völlig unerheblich da man unangreifbar ist. Meine eigenen, jahrzehntelangen Erfahrungen haben mich dies gelehrt und nicht nur die. Man erinnere sich nur mal an den Fall Mollath. Ist jemanden von diesen Leuten die ein derartiges Unrecht produziert hatten je etwas passiert, außer dass sie nach oben gefallen wären. Vom Richter, Gutachter,… Mehr

Entscheidenf ist letztendlich, daß Leute merken, was für ne Nullnummer die Roth ist.

Ob das Foto der Frau Roth nun 30 Jahre alt oder bearbeitet wurde spielt doch keine wesentliche Rolle, alle wissen doch wie schrecklich diese Frau aussieht.
Entscheidend ist, dass die Frau nichts im Kopf hat und als Bundestagsvizepräsidentin untauglich ist, weil sie nicht mal unser Grundgesetz kennt.
– Claudia Roth blamiert sich, und wird von Münchner Runde ignoriert – https://www.youtube.com/watch?v=ssiGP6rnLsc
Diese von ihrer Partei abgeschobene Grüne Roth ist eine große Schande für unser ganzes Land und gehört deshalb unverzüglich aus dem Amt entfernt..

die Frau ist nur ignorant und rechthaberisch. Sie müsste sofort des Amtes enthoben werden wegen Dummheit. Der Art. 16 a GG ist für jeden Klippschüler nachvollziehbar formuliert. Nicht so für C. Roth. Schlicht blamabel. Zum Text. Art. 16 a GG Abs. 1 Politisch Verfolgte genießen Asylrecht. Abs. 2 Auf Absatz 1 kann sich nicht berufen, wer aus einem Mitgliedstaat der Europäischen Gemeinschaften oder aus einem anderen Drittstaat einreist….Dies nachzuvollziehen ist Frau Roth leider nicht in der Lage. Dies als Bundestagsvizepräsidentin. Tja 1 oder 2 Semester Theatergedöns studiert und dann geschmissen. Das wars an Berufserfahrung und beruflicher Bildung. Gruselig. Solche Leute… Mehr

Mein Gott Claudia ! Angeblich schon damals bei Ton, Steine, Scherben hat sie ständig genervt. Rio Reiser ist zur Legende geworden. Und Claudia…? Frei nach Rio Reiser : “ Die Zeit vergeht und so vieles bleibt im Straßenstaub…“

Ton, Steine, Scherben fand ich immer ganz gut, mag die auch heute noch, Texte hin oder her. Die Roth als „Managerin“ hatte die Combo jedenfalls nicht verdient, das war gemein.
Bezeichnenderweise ist Reiser dann ja noch recht bekannt geworden, „König von Deutschland“ – als er die los war.
Wobei der ja bauartbedingt eher wenig Interesse an den Reizen der Dame gehabt haben wird.

Sehr empfehlenswert Rio’s letzte CD „Himmel und Hölle“. Da können Herbie und co. aber so was von einpacken. Poesie pur. Und der Mann ist schon seit über 20 Jahren tot. Er ist ein Klassiker, bis heute verkannt.

Frau Roth versucht durch Arroganz ihre Inkompetenz zu verbergen.