Tennis beim Stromausfall – Berlins Regierender Bürgermeister Wegner soll zweimal gelogen haben

Erst hat Kai Wegner sein Tennisspiel während des Stromausfalls verschwiegen, dann nach konkreten Nachfragen eingeräumt. Jetzt kommen aber Zweifel auf, ob auch diese neue Version eventuell nicht so ganz richtig sein soll.

picture alliance / Geisler-Fotopress | Bernd Elmenthaler/Geisler-Fotopr

Während zehntausende Berliner ohne Strom auskommen mussten, spielte der Regierende Bürgermeister Tennis. Laut Spiegel soll nun offenbar auch diese Darstellung nicht so ganz stimmen.

Anfang Januar erlebte Berlin einen Stromausfall historischen Ausmaßes. Rund 100.000 Berliner im Süden der Stadt waren tagelang betroffen. Es war der größte Blackout der Hauptstadt seit dem Zweiten Weltkrieg. Der Ausnahmezustand hielt mehrere Tage an, während die Bundesanwaltschaft Ermittlungen – die bis heute zu keinem konkreten Ergebnis führten – wegen eines mutmaßlich linksextremistischen Brandanschlags aufnahm.

Mitten in dieser Situation gerät nun ausgerechnet der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) wegen seines eigenen Verhaltens unter Druck.

Tennis statt Krisenstab

Bekannt war, dass Wegner am Vormittag des 3. Januar Tennis spielte. Das hatte er zunächst anders dargestellt. Laut seiner Darstellung hätte er sich am Vormittag intensiv mit dem Stromausfall beschäftigt. Erst später, auf konkrete Nachfragen, musste er einräumen, dass er zwischendurch Tennis gespielt habe, um, wie er es ausdrückte, „den Kopf freizukriegen“.

Allein diese Darstellung ließ Zweifel an der Prioritätensetzung des Berliner Regierungschefs aufkommen. Während tausende Haushalte ohne Strom waren und im Süden der Stadt Ausnahmezustand herrschte, fand der Regierende Bürgermeister, ein Tennismatch wäre die der Situation angemessene Beschäftigung.

Zweite Unstimmigkeit

Nun berichten Recherchen des Tagesspiegel über eine weitere Diskrepanz zwischen Wegners Darstellung und den tatsächlichen Abläufen. Wegner erklärte öffentlich, er habe sich am gesamten Tag in seinem Homeoffice im Berliner Ortsteil Kladow eingeschlossen und den Kriseneinsatz intensiv koordiniert. Dabei erwähnte er ausdrücklich Gespräche mit dem Bundeskanzleramt sowie dem Bundesinnenministerium.

Doch laut Unterlagen der Senatskanzlei, die nach einem Eilantrag vor dem Berliner Verwaltungsgericht freigegeben wurden, soll es vor seinem Tennismatch am Mittag keine solchen Kontakte zur Bundesregierung gegeben haben.

Den Dokumenten zufolge bestand Wegners Kommunikation am Vormittag lediglich aus einem kurzen Austausch per Textnachrichten mit der Berliner Innensenatorin Iris Spranger (SPD) sowie aus Kontakten zur Senatskanzlei und zu Teilen des Krisenstabs.

Die damalige Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) versuchte dem Bericht zufolge am Vormittag mehrfach, Wegner zu erreichen – zunächst ohne Erfolg. Sein Rückruf erfolgte demnach erst gegen 12.45 Uhr.

Vertrauen in der Krise

Damit steht der Vorwurf im Raum, dass der Regierende Bürgermeister nicht nur seinen Tennistermin zunächst verschleierte, sondern auch den Umfang seines Krisenmanagements als bedeutender darstellte, als er tatsächlich war.

Gerade in einer Situation, in der zehntausende Bürger von einem massiven Stromausfall betroffen sind, ist das kein unbedeutender Vorwurf. In Krisen ist politische Führung auch eine Frage der Glaubwürdigkeit. Wenn die Darstellung des eigenen Handelns nicht mit den dokumentierten Abläufen übereinstimmt, wirft das automatisch die Frage auf, wer denn eigentlich die Stadt regiert.

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Kommentare ( 2 )

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2 Comments
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November Man
1 Stunde her

Wegner gehört zur CDU, die gehört zur linken Kartellbande und sein Chef heißt Merz, Spitzname der Pinocchio. Deshalb ist höchst unwahrscheinlich, dass ein Berufslügner nur zweimal gelogen hat. 

Spyderco
1 Stunde her

,,Berlins Regierender Bürgermeister Wegner soll zweimal gelogen haben“

Für Unions-Verhältnisse ist das Anfänger-Niveau!🙈🤡🤣