Leitkultur: Nicht mehr vereinbar

Ein Gerichtsurteil zum fast tödlichen Ausgang der "Lösung" eines orientalischen Ehekonflikts als Anschauungsunterricht zum Thema Leitkultur.

Alle Parteien – außer der sogenannten Partei Die Linke – haben im Wahlkampf inzwischen das Thema „Sicherheit“ entdeckt. Welche Wählerbewegungen nach der wegen einer terrorwarnungsbedingten Absage der für die strukturschwache Eifelregion bedeutsamen Großveranstaltung „Rock am Ring“ zu erwarten sind, sei den – zu Pfingsten besonders gefragten – Meinungsforschern überlassen. Die Absage betrifft in gewisser Weise auch die im Wahlkampf gemiedene Debatte um die bundesrepublikanische Leitkultur.

Zur Erläuterung: Soeben wurden in Rheinland-Pfalz eine Reihe von Neubürgern aus aller Welt mit deutscher Staatsangehörigkeit ausgestattet, unter Intonation der Nationalhymne und potentieller Sangesbeteiligung der sprachkundigen Neudeutschen sowie der historisch-politischen Instruktion bezüglich der deutschen Geschichtslast und der daraus resultierenden historischen Verantwortung – der Deutschen oder der Bundesrepublik, je nachdem.

Was es heutzutage mit der Leitkultur auf sich hat, ist (laut FAZ v. 01.06.2017, S.9) dem Urteil des Landgerichts Hannover zu entnehmen, das einen aus türkischen Kurdengebieten 39jährigen Polsterer wegen Mordversuchs an seiner „früheren Partnerin“ zu vierzehn Jahren Haft verurteilt hat. Die Ursachen und Umstände des Mordversuchs sind an der Schnittstelle von Politik und Kultur, mithin im Begriffsfeld „Leitkultur“ zu finden. Das Paar hatte sich „bei einer Demonstration für die Belange der Kurden“ – also nicht gegen Fluglärm oder weiteren Autobahnbau am Oberrhein – in Straßburg kennengelernt. (Aus dem Bericht geht nicht hervor, ob es sich um jene Demonstration handelte, bei der die kurdischen Immigranten die Rheinbrücke von Straßburg nach Kehl blockierten.)

Der politische Kampf führte zum Ehebund in Deutschland, indes nach islamischem Recht, nicht vor dem deutschen Standesamt. Bald darauf missfiel dem islamisch verheirateten Gatten das von westlichen Werten geweckte Emanzipationsstreben – sie wollte „selbstbestimmt außer Haus gehen“ – seiner der anatolischen Heimat entrückten Frau. Es kam zum Streit um Unterhaltszahlungen und um die Rückerstattung der in Goldschmuck geleisteten Morgengabe im Wert von 20.400 Euro. Der orientalische Ehekonflikt mündete in die Aktion des Gatten, bei der die Frau „nur durch ein Wunder“ mit dem Leben davon kam. Eigentlich waren es zwei Wunder: Das Küchenmesser verfehlte knapp die Herzgegend der Frau, danach riss nach 208 Metern das Seil, mit dem sie der Gatte ans Auto gebunden und über die Straße geschleift hatte.

Die Frau überlebte. Es handelte sich mithin nur um einen Mordversuch. Außerdem zeigte sich der Migrant reumütig, so dass das Urteil auf 14 Jahren Haft lautete. Für das Publikum, welches sich noch immer für die Debatte um die bundesrepublikanische Leitkultur interessiert, sind diesbezüglich die Ausführungen des Richters aufschlussreich. Er erklärte, der Angeklagte habe ein Frauenbild, „das mit den Vorstellungen unserer Zeit nicht mehr vereinbar ist.

Warum ich mich mit diesem Kommentar unter die Autoren (und – innen) von „Tichys Einblick“ geselle: Wer in diesem unserem Lande noch den Mut hat, sich seines eigenen Verstandes ohne Anleitung eines anderen, sprich der „Leitmedien“, zu bedienen, gerät ins Visier der Hüter des linksgründeutschen Meinungs- und Moralmonopols.

Da will man doch dabei sein.

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Kommentare ( 39 )

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39 Comments
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Eysel
7 Jahre her

Ich reibe mir nur noch die Augen!
Erkenne dieses Land nicht mehr wieder.
Wenn ich beobachte wie – auch an diesem Fall sichtbar – unglaublich erfolgreich „der Marsch durch die Institutionen“ durchgeführt wurde. –

FräuleinBea
7 Jahre her

Wenn unsere politischen ‚Eliten‘ schon nicht in der Lage sind, in einem weitestgehend harmonisierten europäischen Weltbild, mit dem alle ursprünglichen Europäer im wesentlichen friedlich miteinander leben können, eine Art Leitkultur zu erkennen, sollten sie wenigstens benennen können, was in jedem Fall davon ausgeschlossen sein müsste. Dazu sollten unsere sogenannten Politiker in allererster Linie zunächst einmal den Koran lesen – Sure für Sure – und all jene Stellen markieren, die mit der europäischen Weltsicht nicht vereinbar sind. Das mag als eine ziemlich langwierige Aufgabe erscheinen, weil es wirklich einiges zu markieren gebe. Um die Sache abzukürzen, könnte man der Einfachheit halber… Mehr

Illusionslos
7 Jahre her

Gerade weil Frauen sich ihre Rechte so bitter erkämpft haben in Europa, muß alles dafür getan werden, damit sich so etwas hier nicht mehr etablieren darf. Eine Religion in der sich Frauen verhüllen müssen ( und nur die Frauen ) ist unerträglich und nur in Wüstenregionen gegen Sandstürme verständlich. Aber da verhüllen sich eben deswegen die Männer genauso. Ich fordere daher von der Politik die Religionsfreiheit nicht pauschal zu vergeben, sondern jede Religion auf die Verletzung von Menschenrechten genauestens zu überprüfen und Zuwiderhandlungen unter Strafe zu stellen, bzw. ein Verbot auszusprechen. Nur weil etwas vor 5000 Jahren mal üblich war,… Mehr

Michaela Gmeiner
7 Jahre her

Da sieht man DEUTLICH den Irrsinn unseres „Rechts“staates: Man gewährt denen Asyl, die zwar verfolgt und bedroht sind, holt sich damit aber islamische Gewalt und islamische Bräuche in ein Land, das der Herrschaft durch Religion eigentlich abgeschworen haben sollte. Je mehr ich über die Idee einer „Leitkultur“ nachdenke, desto mehr muß ich den Kopf schütteln. Eine Kultur im Sinne des Wortes wächst über Jahrhunderte hinweg langsam an. Ich glaube eine „deutsche“ Leitkultur gibt es in diesem Sinne gar nicht. Ich kenne eine bayerische, eine sächsische, eine hessische, etc. Wenn man dem Islam etwas entgegensetzen will, sollte man sich vielleicht auf… Mehr

Marcel Seiler
7 Jahre her

„Die eigentliche Debatte betrifft in Wirklichkeit nicht irgendwelche ‚Kulturen‘, sondern die Unvereinbarkeit der Freiheitlichen Grundordnung
mit der Clanordnung…“
Die Clanordnung *ist* Kultur. Nicht im Sinne von Hochkultur, als welche wir das Wort Kultur in Deutschland oft verstehen (Theater, Musik, Literatur), sondern Kultur im Sinne der Gesamtheit von gesellschaftlichen Normen, Regeln und üblichen Handlungsweisen und der dazugehörigen psychischen Dispositionen (hier also etwa: dem Rechtsgefühl).

Karl Walther
7 Jahre her

Warum so kompliziert, wenn es auch sehr praktisch funktioniert: Es gab Zeiten, da hätten zwei Kerle über Einsachtzig einen Clan-Führer, dessen Namen und aus- sehen sie mit Sicherheit gekannt hätten, zuhause einmal besucht, um freundliche mit ihm die Grenzen zu setzen. Vielleicht wären sie auch zweimal gekommen. Beim dritten Mal, wäre es ein „Überfall-Kommando“ geworden, dem Führer wären 5 Jahre Lagerhaft , alles ganz korrekt und rechtens, sicher gewesen. Niemand will, dass eine „OMON“ bereits beim ersten Mal alles platt macht, was zum Clan zählt. Der Clanführer sollte über soviel Wille zur Völkerverständigung heil froh sein. Dumme Menschen, wie die… Mehr

Marcel Börger
7 Jahre her

Willkommen

bei den Ungläubigen, den Ketzern, den Rechten, den Bösen, den Selbstdenkern, den Sektenaussteigern, den Merkelkritikern, den Islamkritikern, den Unkorrekten, den Konservativen und Liberalen, die sich doch tatsächlich noch trauen, über ihre Interessen nachzudenken und diese ohne Geistesvormund auszudrücken, die weder das Gruppengefühl noch die Nestwärme des Stuhlkreises als Lebenselexier brauchen, nicht Everybodys Darling sein müssen und auch prima damit leben können, wenn sich nicht alle einig sind oder werden, also bei den Konfliktbereiten, die den Konflikt zwar nicht suchen, ihn aber auch nicht scheuen, wenn es Sinn macht.

Willkommen!

Rizzo Chuenringe
7 Jahre her

„..mit den Vorstellungen unserer Zeit nicht mehr vereinbar..“

Gabs irgendwann mal eine Zeit in unseren Breiten, als es mit den zeitgeistigen Vorstellungen vereinbar war, Frauen abzustechen und am Wagen oder am Pferd angeseilt durch die Strassen zu schleifen, auf dass sie verrecken mögen? Ich behaupte mal ganz vorlaut: nö, gabs nie.

Ruhrler
7 Jahre her
Antworten an  Rizzo Chuenringe

Doch, es gab mal eine Zeit der Leibeigenschft inklusive „Recht der ersten Nacht“. Es gab auch mal eine Zeit als Frauen als angebliche Hexen gefoltert und anschließend ertränkt oder bei lebendigem Leibe verbrannt wurden. Es gab auch mal eine Zeit wo Rädern, Vierteilen, oder Pfählen in Europa verbreitet waren. Das ist auch zeitlich gesehen gar nicht so lange her. Der letzte Hexenprozess fand 1944 in Schottland statt, die letzte Hinrichtung in Deutschland 1793 in Posen. Der Kommentar des Richters stimmt also in allen Punkten: Dieses Vorgehen ist mit *unseren* Vorstellungen *in der heutigen* Zeit nicht vereinbar, für andere Kulturen gilt… Mehr

Rizzo Chuenringe
7 Jahre her
Antworten an  Ruhrler

1) Das „Recht der ersten Nacht“ ist eine Mär. Wenn es also vorkam, war es auch damals Unrecht. 2) Leibeigenschaft beinhaltete nicht das Recht, die Leibeigenen zu ermorden oder zu Tode zu schleifen. Wenn schon Gewalt, dann nach der Rechtsprechung durch den Grundherrn. Auch wenn das nicht unserem Verständnis von Rechtsstaat entspricht, so war es doch nicht pure Willkür wie bei Sklavenhaltern, wo Sklaven bloss auf der Stufe von Vieh stehen. 3) Hexenprozesse incl. Folter und Ermordung haben sich nicht gegen Frauen gerichtet, sondern gegen Hexerei. Betraf daher Männer genauso wie Frauen. Equal rights, genau betrachtet. Wie Sie richtig bemerken,… Mehr

Illusionslos
7 Jahre her
Antworten an  Rizzo Chuenringe

Auch wenn es nicht gefällt, es gab so etwas auch in DE im Mittelalter. Da hatte eine Frau fast keine Rechte. Sie konnte kein an ihr begangenes Unrecht einklagen, sie hatte einfach kein Klagerecht. Ein Mann konnte seine Frau vergewaltigen und schlagen und selbst wenn sie dabei starb, krähte oft kein Hahn danach. Eltern zwangen ihre Töchter zur Heirat und die Mädchen hatten keine Wahl, weil sie keinen Beruf haben durften und alleine nicht leben durften. Sie standen zeitlebens unter der Fuchtel des Vaters oder des Ehemannes. Ein Bauer, der seine Magd vergewaltigte wurde nicht etwa bestraft, nein , wenn… Mehr

ZurückzurVernunft
7 Jahre her

In Österreich gibt es folgende Leitkultur:

1. Werner Faymann, der in der Migrationskrise als einziger Europäischer Staatsmann ähnlich versagt hat wie Merkel, wurde nach ein paar Monaten in die Wüste geschickt.

2. Die beiden Zwergstaaten Österreich und Mazedonien haben vorgemacht, wie einfach europäischer Grenzschutz ist.

3. Im Oktober wird mit Sebastian Kurz ein intelligenter österreichischer Patriot und gleichzeitig weltoffener Europäer zum Bundeskanzler gewählt.

Und was macht der Deutsche Michel ?

Er wählt wieder Angela Merkel, die für dieses Desaster alleinverantwortlich ist.
Wer hierfür eine Erklärung hat, möchte bitte eine Antwort hinterlassen.

Reiner Arlt
7 Jahre her
Antworten an  ZurückzurVernunft

Hätte der ‚Führer‘ 1944 Wahlen abgehalten und den ‚Widerstand‘ als Partei zugelassen – ich wette, die Deutschen hätten den ‚Führer‘ wiedergewählt. Seiner Erfahrung wegen. Und weil man ja nicht weiss, was man von den Widerständlern zu erwarten hat.

(Die SPD ist aber bekanntlich kein ‚Widerstand‘. Ausserdem weiss man, was man von der schlimmes zu erwarten hat.)

ZurückzurVernunft
7 Jahre her
Antworten an  Reiner Arlt

Da haben Sie wohl recht.
Die Engländer wollten Hitler 1944 am Obersalzberg liquidieren (Unternehmen Foxley).
Es gab 2 Gründe, warum Sie den Plan nicht dutchführten:
1. Sie glaubten die Generäle ohne Butler wären gefährlichere Gegner.
2. Sie glaubten, dass Hitlers Tod bei den Deutschen verklärt worden wäre und das Durchhaltevermögen noch gesteigert worden wäre.

Luisa
7 Jahre her
Antworten an  ZurückzurVernunft

Ihr Austria in allen Ehren, aber haben Sie nicht Ungarn vergessen, die von allen Prügel einstecken mussten und noch müssen? Und wenn das stimmt, dass Kurz wie Marchon sich von dem Philantropen pampern lassen – dann ist das wohl der Weg des geringsten Widerstandes. Eloquenz und noch ein paar glatte Formeln helfen der EU nicht.
Und wenn unsere Michel wieder die Wurzel allen Übels wählen ………..

Schönen Abend. Genießen Sie die Natur.

ZurückzurVernunft
7 Jahre her
Antworten an  Luisa

Mit Ungarn haben Sie sicher Recht.

Heinz Stiller
7 Jahre her
Antworten an  ZurückzurVernunft

Osteuropa zeigt die ganz einfache Gleichung:
Wo es keine Muslime gibt, gibt es auch keinen islamistischen Terror. Unbequeme Erkenntnis, aber Fakt.

ZurückzurVernunft
7 Jahre her
Antworten an  Heinz Stiller

Bingo !
Man kann das gar nicht oft genug wiederholen !
Obwohl:
Unsere Politiker wollen das nicht verstehen oder zugeben.

Eulemann
7 Jahre her

Volltreffer: „Sich seines eigenen Verstandes ohne Anleitung eines anderen zu
bedienen“, nannte man Mündigkeit in der Ära der Aufklärung. Heute wäre das ein „Fortschritt“. Zur Zeit ist es noch schwer, über Tatsachen zu reden, die der Religion „Political Correctness“ widersprechen. Zweifel sollte wieder erlaubt sein an allen Predigten „Gut gegen Böse“. Von TE weiß ich, dass es sogar Klimazweifler gibt, die Klimaänderung seit 1000 Jahren nicht als Tatsache bestreiten, sondern als Klimareligion – vergleichbar mit dem Ablasshandel vor der Reformation.