Integration: Maizières Leitkultur-Thesen oder Kompetenz der Geholten?

Die Kombination aus Mittelschichtschrumpfung und qualifikationsarmer Zuwanderung überfordert das vergreisende Deutschland.

© Steffi Loos/Getty Images

Hochqualifizierte integrieren sich auch dann nicht mit Schulversagern, wenn sie Sprache, äußere Erscheinung, Religion und Wohnort mit ihnen teilen. So verbandeln sich türkische Universitätsabsolventen weder in Istanbul noch in Berlin mit Landsleuten, die nicht richtig schreiben und lesen können. Nur die 15 Prozent unter den Zuwanderern seit 2015, die auf Arbeitsmärkten vermittelbar sind, werden Anschluss finden. Für die Allgemeinbildung und Leistungsorientierung, die bei den Übrigen fehlen, kann man mit dem Innenminister Wünsche formulieren. Für ihre Umsetzung in die Tat jedoch kennt niemand erfolgversprechende Wege.

Die Könner unter den Einheimischen ersehnen mit bildungsfernen Fremden weder Eheanbahnungen noch Urlaubsreisen oder Kindergeburtstage. Die bisherigen Mega-Milliarden für das Anbahnen solcher Integration verpuffen wirkungslos.

Hauptstadt-Gipfel mit Migranten-Funktionären und selbst stetig revidierte Integrationsgesetze sind Ausdruck der Größe des Problems, aber keine Schritte zu seiner Lösung. Würde die Regierung einen Gipfel für das engere Zusammenrücken von deutschen Exzellenzstudenten und nicht ebenso alteingesessenen Sonderschülern einberufen, würde die verdutzte Republik den Aberwitz all dieser Vorhaben umgehend erfassen.

Selbst bei unterschiedlicher Sprache, Pigmentierung und Religion finden Menschen zueinander, wenn sie etwas können und zusammen lernen und arbeiten. Zwischen ihnen umhereilende Sozialarbeiter würden dabei nur stören.

Schulversager dagegen integrieren sich fast niemals mit ihresgleichen aus fremden Kulturen. Gerne aber kompensieren beide ihre „Kleinheit“ mit der „Größe“ vermeintlicher Idealzeiten. Einheimische mögen sich mit einem Großdeutschen Reich brüsten, Türken mit siegreichen Sultanen und Araber mit triumphierenden Kalifen. Diese Idole taugen hervorragend als Brandbeschleuniger für Konflikte in den einschlägigen Vierteln und Banlieues. Die wecken dann Begehrlichkeiten für weitere Integrations-Milliarden.

Von Gunnar Heinsohn
Weltlage 2017: Demografie und Kompetenz
Integration gelingt nur, wenn sie nicht gepredigt werden muss, weil die Neubürger – unter welcher Gottheit und Hautfarbe auch immer – mit der Kompetenz für lebenslanges Lernen kommen. Solche Migranten verfallen auf das für ihr Fortkommen passende Verhalten von ganz alleine. Menschen ihres Könnens werden wegen steigender Anforderungen allerdings weltweit knapper und sind aufgrund zu geringer Geburtenraten in allen OECD-Staaten heiß begehrt. In dieser Staatengruppe stehen Länder wie Deutschland und Österreich mit anschwellenden Integrationsindustrien im Wettbewerb mit Nationen vor allem im Angloraum und Ostasien, die sich auf die Wettbewerbsfähigkeit ihrer Wirtschaft konzentrieren.

Drängen weitere Bildungsferne nach, verlieren die für sie Zahlenden den Mut und streben in Kompetenzfestungen, die Pässe nur an Asse vergeben. Die Leistungsprofile Deutschlands oder Österreichs lassen auch deshalb dramatisch nach. Im mathematischen Schülervergleich 2015 (TIMSS) landen deutsche Viertklässler, die 2007 immerhin den 12. und 2011 noch den 16. Platz erreichten, abgeschlagen auf Platz 24. Der Anteil der Besten, die später die Innovationen bringen, liegt bei nur noch 5,3 Prozent (gegen 50,1 % für Singapur, 32,2 % in Japan oder 16,6 % für England). Österreich endete schon 2011 auf Platz 23 und tritt 2015 nicht einmal mehr an. Die Kombination aus Mittelschichtschrumpfung und qualifikationsarmer Zuwanderung überfordert das vergreisende Deutschland; denn die Hilflosen und doch immer menschenwürdig zu Bezahlenden nimmt niemand sonst, während die jetzt noch für sie Sorgenden Konkurrenznationen stärker machen und auch dort ihren Nachwuchs aufziehen.

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Und dabei geht es bei der Integration nicht einmal allein um Bildungsferne. Es geht um eine Vielzahl von Eigenschaften, die eine Gruppe ausmachen. Gruppen definieren sich über tatsächliche oder gelegentlich sogar imaginäre Eigenschaften – essentiell dabei ist einfach, dass ein „Wir-Gefühl“ entsteht. Ohne Wir-Gefühl kein auskömmlicher Umgang miteinander, wenig grundsätzliche Empathie für andere Gruppenmitglieder, keine Solidarität. Die Einstellung zu zentralen Aspekten der Welt und des Zusammenlebens müssen nicht gleich sein – aber kompatibel. Entsteht in einer Gruppe eine zu grosse innere Diversität, die sich in gegensätzlichen Lebensentwürfen ausdrückt, ent-solidarisiert sie sich und zerfällt. Ein Grundkonsens, ob man das Leitkultur nennt… Mehr

Genau, alte! Berliner Regel
Weniger ist oft mehr
oder
„hamse dees nich ooch nen bischen kleener?“

Wäre die geschilderte Aussicht nicht so bedrückend, könnte man Prof. Heinson nur gratulieren zu einem Artikel höchster sprachlicher Prägnanz und Inhaltsdichte. Was hier in wenigen Zeilen in angemessen radikaler Konzentration auf das Wesentliche steht, kann von der verantwortlichen Politik und ihren medialen Unterstützern nicht einmal im Umfang hunderter Bücher abgestritten werden. Wer wissen will, was kommt, was kommen muss, braucht tatsächlich nur diesen Artikel zu lesen. Wer immer noch diejenigen Parteien wählt, welche diesen Kurs in die Konkurrenzunfähigkeit und den inneren Unfrieden Deutschlands weiterführen, verschließt die Augen vor dem Thema. So treffend kann man allerdings gar nicht schreiben, als daß… Mehr
Die Zuwanderer von 2015 sind jung – Stecken wir sie noch mal 5 Jahre in die Schule. Die Kinder der Zuwanderer haben wir auch in unserem Schulsystem – bilden wir sie aus. Es kommen keine Millionen gutausgebildete Fachkräfte, die optimalerweise noch mit DIN und HGB vertraut sind, die müssen wir selbst ausbilden. Die Syrer können zumindest rechnen und lesen, da kann man drauf aufbauen. Ob wir unser Schulsystem jetzt zusätzlich an Ostasien anpassen müssen, damit 50% der Viertklässler so gut sind, dass sie später Innovationen bringen (höhöhö) ist eine andere Frage. In Japan lernen Fünfjährige für Aufnahmeprüfungen an Grundschulen (und… Mehr
Witzig, witzig … Bildungsferne ausbilden, die keinen Sinn für Schulbildung haben, da der Koran der Anfang und das Ende der Weisheit ist, wo alles drin gesagt ist, was man wissen muss. Lesen und schreiben können, reicht nicht. Deutsch ist eine schwere Sprache und völlig anders als arabisch aufgebaut. Falls diese Menschen, und man vergesse nicht, mehrheitlich Unterschichten, je richtiges Deutsch lernen, müsste man ihnen noch Arbeitsmoral, Pünktlichkeit und Durchhaltevermögen beibringen. Wie lange soll das dauern? Sie müssten also mit – sagen wir mal 20 – 10 Jahre mindestens (!) Schuldbildung erhalten, da sind sie 30, wenn es gut geht. Danach… Mehr
Was ist das denn für eine Argumentation? Ist das Rassismus? Auf jeden Fall Ahnungslosigkeit. Wieso sollte ein 20jähriger Syrer „mindestens (!) 10 Schule“ nachholen müssen? Weil er auf dem geistigen Stand eines 6jährigen Deutschen ist? Ist das was sie denken? Alle Syrer, die ich kennengelernt habe, waren mindestens 10 Jahre in einer Schule und beherrschen aus der Schule das lateinische Alphabet. Pünktlichkeit wird Ihnen in Deutschland sicherlich anerzogen und Durchhaltevermögen hat jemand, der zu Fuß aus der Türkei gekommen ist sicher. In 10 Jahren habe ich noch keinen Muslim kennengelernt, der auch nur einmal gebetet hat während der Arbeitszeit. Zigarettenpausen… Mehr

Viel Erfolg!

Das Problem ist, daß die Mehrheit mit der politischen Klasse nur noch vom Status Quo her denkt und nicht in der Lage ist, verantwortliche und realistische Perspektiven für die Zukunft zu entwickeln. Es wird auf Sicht gefahren, das einzieg Prinzip, was zu erkennen ist. Die 5,3% als die Besten, die die Innovation bringen sollen, sind wirklich besorgniserregend. Das ist der Unterschied zu Japan, bei dem immer nivelliert wird, es hätte auch Probleme mit Geburtenschwäche und Überalterung. Es kann den Anteil der Hoch-Qualifizierten doch einigermaßen halten und seine Kompetenz bewahren. Es müssen doch Faktoren für diesen Prozess auszumachen sein, die über… Mehr
Nach den vielen Lügen der Bundesregierung während der Massenmigration 2015/16/17 ist die Integration gleichzeitig die größte der Lügen und eine große und sehr teure Luftnummer. Die Bundesregierung ließ etwa eine Million Migranten illegal ins Land einreisen und will sie nun auch noch integrieren. Dabei wird völlig übersehen, dass eine Zwangsbeglückung nicht funktionieren wird. Nur die wenigen Migranten, die den unbedingten Willen haben, schnell deutsch zu lernen und sich hundertprozentig in die Gesellschaft einzupassen, werden es schaffen. Den meisten der Eingereisten fehlen dazu jedwede Voraussetzungen. Selbst Herr Weise musste, als er den Chefsessel des BAMF räumte, zugeben, dass die Migranten unser… Mehr

Er war es, der den Begriff „Leitkultur“ vor Jahren geprägt und zur Diskussion gestellt hat:
http://www.bassamtibi.de/?page_id=1099
Jetzt wird er von maas!geblichen Politikern nicht einmal mehr dazu befragt.
Auch seine warnenden Worte verhallen ungehört.

Ich hoffe das Heinsohn Berater einer zukünftigen Bundesregierung wird.

Genauso geht es mir. Traditionell (familiär geprägt) ehemals SPD, später Grün, zuletzt sogar die Linke. Ich habe auch die vielzitierten Bauchschmerzen bei der Wahl, aber ich sehe keine andere Möglichkeit mehr, diesem Selbstzerstörungswahn eines in einem kollektiven Irrsinn verfallenen Landes einen Riegel vorzuschieben. Mein Mann genauso – gleiche Bauchschmerzen (ehemals aktives Parteimitglied der Grünen), aber jetzt wahrscheinlich Kreuz bei der AfD. Es scheint nicht mehr anders zu gehen, und ich erlebe auch in meinem Bekanntenkreis, dass immer mehr von ihrer üblichen Gesinnungslinie abdriften. Ich betone, dass es sich dabei um vorwiegend Alt-68er handelt, die fast lebenslang links oder grün waren… Mehr

Unterschreibe ich!

Wie ein altes Sprichwort ebend zu recht sagt:“ Gleich und Gleich gesellt sich gern.“ Mann denkt sich in dieser Zeit doch immer öfter wieviel wahres doch in alten Sprichwörtern steckt.So auch in diesem z.B.:“ Was Hänschen nicht lernt,lernt Hans nimmer mehr.“ Oder:“ Sag mir mit wem du gehst dann sag ich dir wer du bist.“ Davon gibt es noch unendlich viele.

Der Wahn ist kurz, die Reu ist lang.

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