Offiziell besucht Wüst die Türkei zum 65. Jahrestag des Anwerbeabkommens. Tatsächlich braucht der Ministerpräsident mit Kanzlerambitionen Erdoğans Wahlkampfhilfe: 900.000 Einwohner Nordrhein-Westfalens haben türkische Wurzeln. Doch sollte die CDU Wüst zum Kanzler machen, gäbe es die CDU in Ostdeutschland nicht mehr.
IMAGO / Anadolu Agency
Wie gern hätte Hendrik Wüst in den Zeitungen, aus denen er vermutlich seine „Ideen“ nimmt, aus der Süddeutschen, der ZEIT, der taz und dem RND, gelesen: Bundeskanzler Hendrik Wüst aufgebrochen zum Staatsbesuch in der Türkei. Nun ist Wüst zwar nur der Ministerpräsident Wüst, der in der Türkei weilte, aber der wurde von Präsident Erdoğan so empfangen, als wenn er der Bundeskanzler wäre. In der Tat imitiert der Besuch Wüsts den Besuch des derzeitigen Bundeskanzlers in der Türkei vor einem Jahr pedantisch genau.
Damals war es der Antrittsbesuch des Bundeskanzlers Friedrich Merz bei Recep Tayyip Erdoğan, nun ist es Wüst, der vom statusbewussten Erdoğan wie ein Präsident oder Bundeskanzler empfangen wird, obwohl er nur Ministerpräsident ist. Das deutet darauf hin, dass Erdoğan in Wüst seinen Mann für Deutschland sieht und, wenn man sich an Wüsts Bemerkungen über die AfD und ein AfD-Verbot in der letzten Zeit erinnert, könnte man spotten, dass Wüst Erdoğans eigentümliche Vorstellungen von Demokratie interessant vorkommen könnten.
Auf der einen Seite würde Wüst gern Bundeskanzler werden, doch auf der anderen Seite finden im Frühjahr 2027 Landtagswahlen in NRW statt – und die CDU verliert zusehends im größten Bundesland Deutschlands an Boden. In der jüngsten Forsa-Umfrage vor einer Woche hat die CDU verglichen mit der Landtagswahl 6,7 Prozentpunkte eingebüßt, würde statt 35,7 Prozent der Wähler nur noch 29,0 Prozent der Wähler erreichen, während die AfD, die 2022 knapp in den Landtag rutschte, nun bei 22 Prozent steht und einen Zuwachs von 16,6 Punkten verzeichnen kann. Grüne haben leicht -0,2 Punkte, die SPD kräftig mit -12,7 Prozentpunkten Stimmen verloren. Zugelegt hat außerdem die Linke, die mit 8 Prozent in den Landtag einzöge. Da Erdoğans Wort in deutschtürkischen Kreisen etwas gilt, hofft Wüst auf eine kräftige Unterstützung durch Erdoğan, denn in NRW leben ca. 900.000 Menschen mit türkischen Wurzeln.
So gern Wüst Merz beerben würde, weiß er nur zu gut, dass man den Verrat, aber nicht den Verräter liebt, und dass der Königsmörder selten König wird. So führt, wenn nicht außergewöhnliche Umstände in der CDU einen Ruf nach Wüst, dem Retter, anschwellen lassen, der Weg zum Bundeskanzleramt nur über eine gewonnene Wahl. Natürlich interessiert sich Strippenzieher Erdoğan für den Ausgang der Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und vor allem Berlin – auch mit Blick auf NRW.
Den offiziellen Anlass für den Wüst-Besuch in der Türkei spendierte ein Pseudojubiläum, nämlich der 65. Jahrestag des Anwerbeabkommens mit der Türkei. 50 Jahre, 60 Jahre, besser noch 70 Jahre und 75 Jahre waren bisher Jubiläumsdaten von Strahlkraft, krumme 65 Jahre eher ein Notjubiläum, aber es ist eine alte Weisheit, Jubiläen feiert man, wenn man sie braucht.
Wüst erweiterte jedenfalls unser aller Horizont, als er im Garten der deutschen Botschaft in Ankara sagte: „Eine Million Menschen mit türkischen Wurzeln leben bei uns. Vor 65 Jahren gab es das Anwerbeabkommen. Es ist untrennbar verbunden mit dem Wiederaufbau Deutschlands.“ Politisch inzwischen ja, historisch nicht.
Bei seinem Besuch auf den Brettern dessen früheren DDR-Kabaretts die Distel sprach sich Wüst schon fast wie Erdoğan nicht nur für einen speziellen Umgang mit der Opposition aus, sondern mokierte sich auch im Kolonialherren-Stil über die Leute in Halle-Neustadt. Sollte die CDU Wüst zum Kanzler machen, gäbe es die CDU in Ostdeutschland nicht mehr, denn ein Mann, der im Gegensatz zu vielen Deutschen keine Zivilcourage für die Demokratie aufbrachte, sondern sich in der Abschaffung der Demokratie durch Parteienverbote engagiert, ist in Ostdeutschland nicht vermittelbar.
Da der 3. Oktober naht, erinnerte nun auch Wüst an die Friedliche Revolution und den Fall der Mauer, als er die eigentlich Verantwortlichen dafür lobte, nämlich die türkischstämmigen Westberliner, die, als die Ostberliner nach der berühmten Äußerung von Günter Schabowski auf der Pressekonferenz den Grenzübertritt erzwangen, die Mauer allein durch ihre „Gastfreundschaft“ zum Einsturz brachten. Den türkischstämmigen Deutschen haben wir nicht nur das Wirtschaftswunder, sondern auch den Fall der Mauer zu verdanken. Neudeutsche Geschichtsklitterung à la CDU.
Das ist kein Zufall, kein Versprecher Wüsts, von dem man den Eindruck gewinnt, dass er Ostdeutschland verachtet, denn neu ist der Ansatz der Ausbürgerung der Ostdeutschen nicht. Bereits am 3. Oktober 2015 benannte präzise die damalige ZEIT-Autorin Özlem Topcu den Punkt ihres Beleidigtseins, als sie den Ostdeutschen vorwarf: „Nur leider habt Ihr uns vergessen bei Eurer schönen Einheit. Ihr habt uns nicht gemeint und uns wieder zu Ausländern gemacht. Dabei waren wir schon längst Wessis. Länger als Ihr.“ Frau Topcu irrte, die Ostdeutschen wollten nicht „Wessi“ werden, sondern in Freiheit in einem wiedervereinigten Deutschland leben.
Nun hat Hendrik Wüst bei seinem Kotau in Ankara Topcus Kritik angenommen. Die Ostdeutschen sind für ihn anscheinend die „Ausländer“, die Einwanderer, übrigens die einzigen „Einwanderer“, denen man vorwirft, dass sie sich nicht assimilieren.
Die Ostdeutschen haben bereits zweimal Hab und Gut verloren, das erste Mal nach dem II. Weltkrieg, statt Marshall-Plan die Operation Aktion Ossawakim, in deren Verlauf Betriebe demontiert und in die Sowjetunion verbracht wurden und 2500 Fachkräfte, Wissenschaftler, Ingenieure und Techniker mit ihren Familienmitgliedern, also insgesamt 4000 Menschen, Männer, Frauen und Kinder zur Zwangsarbeit verschleppt worden waren, das zweite Mal nach der Friedlichen Revolution, in der sie für Freiheit und Demokratie einen hohen Preis zahlten, und nun droht ihn das dritte Mal der Verlust von dem, was sie sich seit 1990 aufgebaut haben, und zwar durch einen Mann wie Wüst, der nur zu genau zeigt, was die CDU ist, die Blockpartei von Rotrotgrün.




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Ekelhaft, nicht wahr? Und warum machen diese Leute das? Weil ihnen das Schicksal des Staatsvolkes, der berühmten „Bürger“, im aktuellen Kampf um Pfründe und Privilegien nicht nur am A….. vorbeigeht, sondern ihnen mit seinem lästigen Pochen auf demokratischen Rechten und auf Freiheit regelrecht im Wege steht bei ihren eigenmächtigen Plänen. Moralisch gesehen ist es definitiv der klassische Verrat: Jemand nimmt Schaden, Verletzung, sogar Tod anderer in Kauf, um Schaden von sich selbst abzuwenden bzw. sich auf amoralische, auch kriminelle Weise besser zu stellen. Dabei missbraucht dieser Jemand seine Macht, die in einer demokratischen Staatsform nur auf Zeit verliehen ist. Deshalb… Mehr
Ach guck einer das Titelbild an! Es ist wie bei Angela, der 1/4 vor 12ten. Jeden, den der Sultan nicht ausstehen kann und verachtet, stellt er für das Pressefoto zwischen seine Präsidentenflagge und die türkische Nationalflagge. Wenn die Dame aus dem „Ursulinen Stift Brüssel“ daherkommt, setzt er sie an den Katzentisch. Kommt ein Kaliber, wie Sherrif Donald aus USA, dann wagt er sich nicht, gegen das Protokoll zu verstoßen.
Also „Klein Hendrik“, pack deine Sachen und hau wieder ab nach hause!
Ein weiterer vaterlandsloser Geselle…
Es gäbe für die Union wohl nichts Schlimmeres als Hendrik Wüst als Nachfolger für Friedrich Pinnochio Merz.
Für die AFD wäre dies eine gewaltige Steilauflage, denn Wüst steht in NRW für wirtschaftlichen Niedergang, Ghetto-Stadtbild und Islamisierung. Also das Gegenteil von dem, was die Union repräsentieren müsste, um auf ihrem rasanten Abwärtsweg in die Bedeutungslosigkeit abzukoppeln.
Der Kniefall vor Erdogan zeigt bereits, welche Wähler die Union besonders im Fokus hat. Sie ist eine weitere Linkspartei, die Folgen sind in Berlin inzwischen sichtbar. Für den konservativen Typus in Deutschland, der dieses Land trägt, gibt es faktisch nurmehr die AFD.
Migränepolitik vom Feinsten. Den Nazis hat das gefallen, Islam im Nationalsozialismus – Für Führer und Prophet.
Schade, dass da die AfD nicht mitzieht, wo sie doch gesichert … .
„Die Ostdeutschen haben bereits zweimal Hab und Gut verloren, das erste Mal nach dem II. Weltkrieg[…]“ „Die HEUTIGEN Ostdeutschen“ bitte! Die Ostdeutschen, die nach dem II. WK TATSÄCHLICH alles verloren haben, waren die anderen, WIRKLICHEN Ostdeutschen, von jenseits von Oder und Neisse! Da war der Verlust so total, dass diese Ostdeutschen neben ihrem Hab und Gut auch gleich ihre Heimat und letztlich auch ihre Existenz und Identität als Ostdeutsche verloren haben. Letztlich haben sie ja sogar (so wie das ganze alte Ostdeutschland) ihren Platz im kollektiven historischen Gedächtnis verloren – so, als hätten sie und ihre Heimat nie existiert! Totaleren… Mehr
„Das beste Argument gegen die Demokratie ist ein fünfminütiges Gespräch mit dem Durchschnittswähler.“ Winston Churchill
Vielleicht kann Wüst nicht gestoppt werden, dazu ist in seinem Land der Wohlstand wahrscheinlich noch zu hoch. Aber jeder trägt seine Schuld und irgendwann (sagen verschiedene Religionen) wird er oder seine Nachkommen einen Preis dafür zahlen müssen.
Vielleicht ist da etwas dran. In meiner Familie war es in der 3. Generation soweit.
Jeder halbwegs intelligente Ostdeutsche dürfte niemals eine BRD Partei wählen. Die haben und von Anfang an nur betrogen.
Hat Erdogan wirklich die Macht, seinen Landsleuten den LGBTQ+ – Kanzler Wüst zu verkaufen?
Man sollte meinen, wenigstens die Muslimbrüder-Fraktion würde an ihren moralischen Grundsätzen festhalten.