Die Vita von Friedrich Merz im Vergleich

Vor einigen Tagen bei Maybrit Illner im ZDF. Es geht um die Stärken und Schwächen der Kandidaten für den CDU-Vorsitz. Zu Friedrich Merz heißt es in einem mit dramatischer „Star Wars“-Musik untermalten Einspielfilm, sein größter Nachteil sei seine Tätigkeit bei Blackrock. Denn: „Der Vermögensverwalter Blackrock ist für viele eine Art Todesstern der Globalisierung. Und Merz ist der deutsche Aufsichtsratschef.“

John MacDougall/AFP/Getty Images

Man kann schon jetzt voraussagen, dass die Tätigkeit von Merz als Aufsichtsrat vieler Unternehmen im Mittelpunkt der Kampagne seiner politischen Gegner stehen wird – von den Linksgrünen innerhalb und außerhalb der Union. Während sich rechte Verschwörungstheoretiker an seiner Tätigkeit als Vorstand der „Atlantik-Brücke“ stoßen, machen ihm linke Politiker und Medien zum Vorwurf, dass er für die „Hochfinanz“ arbeite. Schon „Finanz“ klingt ja für diese Leute (die selbst meist keine Finanzen haben) so bedrohlich wie „Neoliberalismus“ oder „Turbokapitalismus“, aber „Hochfinanz“ klingt so ähnlich wie „hochkriminell“.

Der Kandidat Friedrich Merz
Zur Vita von Friedrich Merz: Er studierte Rechtswissenschaften, schloss das erste und zweite Staatsexamen ab, arbeitete danach als Richter und in international renommierten Anwaltskanzleien. Heute ist er im Aufsichtsrat mehrerer Unternehmen, u.a. der deutschen Ableger des weltweit führenden Vermögensverwalters Blackrock und der HSBC, einer der zehn größten Banken der Welt. Schon die Größe der Unternehmen gilt den Merz-Kritikern als Argument gegen ihn. Hätte er es nur bis zum Abteilungsleiter einer Kreissparkasse gebracht, würde das noch als halbwegs ehrbarer Beruf gelten. Ein abgeschlossenes Studium, die Tätigkeit in einem ehrbaren Beruf, wirtschaftlicher Erfolg und Spitzenpositionen in der Wirtschaft gelten dem linksgrünen Zeitgeist als „No-Go“ für ein hohes politisches Amt. Wie sieht es aber mit den Helden der Linksgrünen und deren Vita aus? Ein Vergleich mit Merz ist interessant:

SPD: Die Vita von Nahles, Schulz, Kühnert

METZGERS ORDNUNGSRUF 35-2018
Friedrich Merz: Hoffnungsträger oder Lobbyist?
Die SPD-Vorsitzende Andrea Nahles studierte 20 Semester Germanistik und Politik, bevor sie dann endlich doch noch ihren Magister mit einer Arbeit über „Serien-Liebesromane“ machte. Eine Doktorarbeit in Literaturwissenschaften hat sie zwar begonnen, aber nie beendet. Ihr Vorgänger im Parteiamt, Martin Schulz, hatte die Schule vor dem Abitur abgebrochen, dann aber immerhin eine Ausbildung als Buchhändler absolviert.

Oder nehmen wir Kevin Kühnert, den Shootingstar der Sozialdemokraten. Manche Genossen fordern sogar schon öffentlich, ihn zum neuen Parteivorsitzenden zu machen. Kühnert schrieb sich an der FU Berlin in Publizistik und Kommunikationswissenschaft ein, verließ die Uni allerdings ohne Abschluss. Später versuchte er es noch einmal und nahm ein Studium an einer Fernuniversität auf, diesmal in Soziologe und Politik, aber brachte es wiederum nicht zu einem Abschluss. Die linke taz erregte sich darüber, wenn das überhaupt thematisiert wurde: „Das Bildungsbürgertum urteilt also, ein abgeschlossenes Studium sei Voraussetzung für die Politik. Die Elite soll unter sich bleiben, Privilegien will schließlich keiner teilen.“

In der Tat: Dass jemand sein Studium abbricht, muss kein Fehler sein. Es gibt unter den Milliardären nicht wenige berühmte Studienabbrecher wie Steve Jobs oder Bill Gates, die allerdings ihr Studium abbrachen, um dann eine erfolgreiche Unternehmerkarriere zu starten. Bei linken Politikern folgt auf den Studienabbruch jedoch niemals eine Karriere in der Wirtschaft.

Grüne: Die Vita von Özdemir, Roth und Habeck

Erobert die CDU die Partei von Merkel zurück?
Kandidaten-Roulette
Cem Özdemir, der zehn Jahre lang Bundesvorsitzender der Grünen war, machte nach der Mittleren Reife eine Ausbildung zum Erzieher. Anschließend erwarb er die Fachhochschulreife an einer Fachoberschule und studierte danach an der Fachhochschule Sozialpädagogik. Heute fühlt sich der gelernte Erzieher berufen, die deutsche Automobilindustrie über angebliche strategische Fehler zu belehren und möchte den Vorständen dieser weltweit erfolgreichen Unternehmen gerne vorschreiben, was sie produzieren sollten.

Özdemirs Vorgängerin im Amt der Grünen-Vorsitzenden, Claudia Roth, begann ein Studium in Theaterwissenschaft, Germanistik und Geschichte, das sie nach zwei Semestern abbrach. Danach arbeitete sie kurze Zeit als Dramaturgie-Assistentin an einem Theater und später als Managerin der linksextremen Band Ton Steine Scherben (bekannte Songtexte: „Macht kaputt, was euch kaputt macht“; „Und hau den ersten Bullen, die da auftauchen ihre Köppe ein“).

Dagegen nimmt sich die Vita des heutigen Grünen-Vorsitzenden Robert Habeck achtbar aus, immerhin wurde er mit einer Arbeit über „literarische Ästhetizität“ zum Doktor der Philosophie promoviert, während seine Co-Vorsitzende, Annalena Baerbock ihre vor einem Jahrzehnt begonnene Doktorarbeit immer noch nicht vollendet hat. Habeck hat seinen Doktor ordentlich gemacht, was man nicht von allen Politikern behaupten kann.

CDU/CSU: Minister mit gefälschten Doktortiteln

Kandidaten für morgen und von gestern
Merkel: Ein Abschied, der keiner ist
Die ehemalige Bundesministerin für Bildung und Forschung (!) im Kabinett von Angela Merkel, Annette Schavan (CDU), musste ihren Doktortitel zurückgeben. In einem Gutachten hieß es: „Eine leitende Täuschungsabsicht ist nicht nur angesichts der allgemeinen Muster des Gesamtbildes, sondern auch aufgrund der spezifischen Merkmale einer signifikanten Mehrzahl von Befundstellen zu konstatieren.“

Auch der ehemalige Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) im Kabinett Merkels musste seinen Doktortitel zurückgeben, weil er sich den Titel mit einem Plagiat erschlichen hatte. Seine Nachfolgerin Ursula von der Leyen (CDU), die zwar als Verteidigungsministerin komplett versagte, von Merkel jedoch für ihre bedingungslose Untergebenheit sogar ein zweites Mal mit einem Ministerposten belohnt wurde, entkam dem nur knapp. 2015 wurden Vorwürfe dokumentiert, wonach 43,5 Prozent der untersuchten Seiten ihrer Dissertation Plagiate seien. Schließlich leitete nach einer Vorprüfung die Medizinische Hochschule Hannover eine förmliche Untersuchung ein. Der Senat entschied im März 2016, dass von der Leyen ihren Doktorgrad behalten darf, da es sich um einen minderschweren Fall handele. Die Hochschuluntersuchungskommission stellte fest, dass „nur“ 20 Prozent der Arbeit fehlerhaft seien.

Alle Fragen offen
Vorhang auf für Friedrich Merz
Ich finde: Im Vergleich zu fast allen führenden Politikern von SPD und Grünen und im Vergleich zu vielen Politikern der CDU hat Friedrich Merz eine hervorragende Vita, auf die er stolz sein kann. Man mag bei ihm vieles gut finden und manches auch zu Recht kritisieren – aber die Kritik, dass er ein finsterer Anführer auf dem „Todesstern der Globalisierung“ sei, ist absurd.

Dennoch ist zu befürchten, dass diese Kritik verfängt, auch in weiten Teilen der von vergrünten und sozialdemokratisierten Merkel-CDU. Selbst diejenigen, die die Kritik nicht teilen, werden sich die Frage stellen, ob man angesichts der zu erwartenden antikapitalistischen Kampagne gegen Merz mit ihm Wahlen gewinnen kann. Das sagt allerdings mehr über den geistigen Zustand unserer Republik als über den Politiker Friedrich Merz.


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Kommentare ( 51 )

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Erstaunlich, wie viele Kommentatoren – selbst hier – bei Merz so viel „Negatives“ entdecken. Immer besteht es im Kern aus mehr oder weniger eingestandener oder verdeckter Abneigung von Allem was mit „Geld“ auch nur irgendwie zu tun hat. – Ich sehe in dieser Abneigung einer (Neid-)Gesellschaft der es noch nie so gut ging wie heute einen UNGEHEUREN Schaden den über Jahrzehnte bewusst lanciertes „sozialistisches Gedankengut“ hinterlassen hat. Einen Schaden den ich zusammenfasse in dem Satz: Wenn einer Geld hat vermutet man weit eher dass er es „irgendwie unredlich“ erworben hat, als dass man vermutet dass er es „verdient“ hat. –… Mehr

Genau so ist es!
Link-grünes Gedankengut („Gefühl/Meinung dominiert Realität“) Schwarz-weiß-Denken, Kategorisierung in „Gut-Schlecht“ ist unglaublich T I E F ins kollektive Bewußtsein unglaublich vieler Menschen eingesickert. Hat sich dort breit gemacht. –
Diese Sorte Gedankengut fördert, provoziert geradezu „einfache Emotionen“ aus unaufgeklärten Zeiten. Den „swing-back“ in voraufgeklärte Zeiten. Nicht zuletzt die Überforderung so vieler Menschen durch die zunehmenden Komplexitäten dieser Welt. –

was muß ich da lesen HSBC Bank….das paßt ja wie die Faust aufs Auge meiner Vorurteile, großgeworden durch den (gewaltsamen) Opiumhandel, inkl. Taiping Aufstand auch rezent im Verruf die größte Geldwaschanlage des Planeten zu sein….wobei es nicht um Schwarzarbeitgeld geht, sondern um Drogen und die OK.
Wir erinnern uns, Afghanistan, Kosovo, war da nicht etwas….
Atlantikbrücke mag Verschwörung sein, Big Money, Big Oil, Big Drugs, Deep State, ist eine an US Universitäten gelehrte und beforschte Tatsache, auch ein Gang ins jeweilige Bahnhofsviertel mag reichen, noch nie (seit dem Verbot) war das Zeug so billig, das Geschäft so groß….

Macht er den Egon Krenz, oder darf ich noch auf ein Wende in Deutschland hoffen?

Werter Autor , ich verstehe nicht warum sie hier Haeme ueber Cem Oezdemir ausschuetten. Er hat, Wie die ausfuehren eine ordentliche berufsausbildung. Er passt daher nicht in ihre reihe Von abbrechern und losern. Bzgl ihrer kritik an seiner ansprache Der automobil industrie faellt mir nur ein: Man muss kein huhn sein um ein faules ei zu erkennen. …ich bin kein Autor und erkenne den fehler in ihrem Artikel 😂

„…aber die Kritik, dass er ein finsterer Anführer auf dem „Todesstern der Globalisierung“ sei, ist absurd.“ Diese Kritik ist nicht nur absurd, sondern zuvorderst schizophren. Einerseits wollen die Linksgrünen über die Zwischenstation EU mit der UNO die Eine-Welt-Ordnung errichten, weshalb ihr Weltbild von Roland Springer auch als liberal-global eingeordnet wird (https://www.tichyseinblick.de/meinungen/die-gesellschaftliche-und-politische-polarisierung-des-landes-erfasst-zunehmend-die-bundeslaender/). Andererseits richtet sich ihr Hass gegen alle Unternehmen und die damit verbundenen Personen, die erfolgreich global agieren und die damit einhergehenden Vorteile nutzen. Diese Widersprüchlichkeit hat ihre Ursache darin, dass die im linksgrünen Spektrum handelnden Personen, wie im Artikel beschrieben, ganz überwiegend individuell erfolglose Akteure (= Loser) sind. Nie… Mehr

Der Euro muß auf Biegen und Brechen halten. Wir wollen doch nicht die US-Renten (Black Rock) auf’s Spiel setzen, oder?

Es ist ja nun mal so, daß der normale deutsche Steuerzahler und zukünftige Renter hier alt aussieht. Zumal im europäischen Vergleich. Obwohl die anderen europäischen Länder nicht so Leistungsfähig sind. Völlig absurd.

Klar hätte ein gemeiner Deutscher mehrheitlich auf Aktien setzen können. Doch das ist zu kurz gefasst. Hier gab es diese Kultur schlicht nicht. Somit bleibt es hätte hätte Fahrradkette. Die normalen Deutschen wurden mit der Euro Politik enteignet.

Warum hat der „deutsche Sparer“ nicht auf Aktien gesetzt?
Weil „link-grüne antikapitalistische Schwätzer“ es ihm als „riskant“ ausgeredet haben.
Warum glaubt der deutsche Fan der „solidarischen Rentenversicherung“ den Quatsch der ihm suggeriert wird? Weil er „link-grün beschwatzt“ wurde!
– Gefühl vor Realität! –
Programmierte Ahnungslosigkeit!
– D A S Machtinstrument! –
Und WIEDER Gustave le Bon!!!

Was ist der Unterschied zwischen einer Politik von Trump und Merz…ganz einfach…Trump kann FREI handeln und Merz handelt im Auftrag von Dritten. Trump ist in seinen Entscheidungen und damit in seiner Wegstrecke FREI und Merz war ist und bleibt eine Marionette des System…der Globalisten!

So eine Vita wird man eher in der SPD nicht finden? Aber Schmidtchen hat Volkswirtschaft studiert und war bestimmt nicht dumm. Da gibt es einige in der SPD, die ihr Licht und ihren Sachverstand nicht unter den Scheffel stellen müssen. SCHRÖDER… Wahrschenlich bin ich ein politisches Schaf, aber ich erwarte, dass Friedich Merz sein internationales Know How für 1. die Bundesrepublik, dann 2. Europa und dann 3. international einsetzt, worunter dann auch die Interessen der USA fallen. Herr Laschet ist bestimmt guten Willens, Frau AKK eine nette Person. Jens Spahn hat vor allem Zukunft, vielleicht als Aussenminister, auch alle anderen… Mehr
Naja ich glaube denen bleibt nix anderes übrig wie Merz als CDU Chef zu machen, und viele Alte CDU Garden sprechen sich ja auch dafür aus, Schäuble, Öttinger usw. sowie der Wirtschaftsflügel. Weil Jens Spahn ? Mag keiner hat auch in der Bevölkerung kein Rückhalt. AKK ?? Die steht für weiter so mit minimalen Änderungen, und eine Frau als CDU Cheffin/Kanzlerin kann bis auf einige Frauen, die das befürworten keiner mehr sehen. Merz kommt jetzt völlig unbelastet von dem ganzen Politikklüngel der letzten 10 Jahre, die ganzen Linken CDU Spinner haben ja schon regelrecht Panik vor Merz, und ich glaube… Mehr

Ja, wie er sich im Amt positionieren würde ist völlig offen. Wählt man ihn, kauft man die Katze im Sack.