„Kopf freikriegen“ beim Blackout: Kai Wegner spielt Tennis in Berliner Stromterrorkrise

Blackout im Berliner Südwesten nach linksextremem Anschlag, tausende ohne Strom und Wärme – und Kai Wegner setzt sich erstmal zum Tennisspielen ab. Statt im Krisenstab steht er auf dem Platz – zum „Kopf freikriegen“. Ein Regierender Bürgermeister, der in größter Not seiner Bürger abtaucht, hat sein Amt verspielt.

picture alliance / dts-Agentur

Der Regierende Bürgermeister weiß, seine Prioritäten zu setzen, und gibt Rätsel auf, mehr noch – je mehr Rätsel gelöst werden, umso größer wird das eigentliche Rätsel: Wer ist Kai Wegner und was treibt ihn an? Jedenfalls wurde er am Sonntag, den 4. Januar gleich mit doppeltem Krisenmanagement konfrontiert, erstens, den durch einen grün- und linksextremen Terroranschlag auf die Energieinfrastruktur ausgelösten Blackout der Stromversorgung von Berlins Südwesten, und zweitens in eigener Sache. Um 6 Uhr am Samstagmorgen, den 3. Januar, wurden mehrere Stromleitungen an einer Kabelbrücke über den Teltowkanal in Brand gesetzt.

Dadurch wurde die Strom- und Wärmeversorgung von 45.000 Haushalten und 2200 Unternehmen in den Stadtteilen Dahlem, Lichterfelde, Nikolassee, Schlachtensee, Wannsee und Zehlendorf zerstört. Nach eigenen Angaben erfuhr die Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey kurz nach 6 Uhr von dem Anschlag, Kai Wegner, der Regierende Bürgermeister erst kurz nach 8 Uhr. Woher? Aus den Nachrichten?, möchte man fast spöttisch fragen, denn bei dieser Seltsamkeit blieb es nicht. In der Öffentlichkeit stellte sich immer vehementer, immer dringender, immer lauter die Frage: Wo ist der Regierende Bürgermeister?

Auf Nachfrage erklärte der Pressesprecher des Senats Ginsburg, dass der Krisenstab seit 19.30 Uhr tage und Herr Wegner stets in Berlin war und im „ständigen Austausch mit den zuständigen Stellen“. Zum ersten Mal trat Wegner am Sonntag, einen Tag später, in der Öffentlichkeit auf. Vollmundig behauptete er, dass er in seinem Büro in seiner Wohnung gearbeitet, sich einen Überblick verschafft und mit allen wichtigen Leuten telefoniert habe.

„Ich habe mich weder gelangweilt noch die Füße hochgelegt, sondern ich war den ganzen Tag am Telefon und habe versucht, zu koordinieren und mich bestmöglich zu informieren“, so Wegner. Er habe sich „zu Hause in seinem Büro eingeschlossen, im wahrsten Sinne“. Wie absurd ist diese Erklärung?! Der Mann ist kein Einzelkämpfer, er hat Mitarbeiter, eine Senatsverwaltung und im Roten Rathaus andere Kommunikationsmöglichkeiten als zuhause, er muss öffentlich führen und ein Beispiel geben. In einer Krise wie dieser, nach einem Anschlag wie diesem hat der Regierende Bürgermeister im Krisenstab und vor Ort zu sein. Er hat den Menschen ein Zeichen zu geben.

Wie hart Wegners Arbeit für Berlin am 3. Januar war, hat jetzt der RBB enthüllt. Zu einer Zeit, in der Mitarbeiter des THW, Feuerwehrleute und Polizisten, Rettungssanitäter und Ärzte sich aufopferten, spielte Wegner nach rbb-Informationen „am Mittag Tennis in einer Anlage an der Berliner Stadtgrenze“. „Die Senatskanzlei“, so der RBB, „bestätigte die Information auf rbb-Nachfrage. Wegner habe zwischen 13 und 14 Uhr Tennis gespielt, sei aber stets erreichbar gewesen.“

Was hat Kai Wegner an seinem freien Samstag, am 3. Januar noch alles getan? Was wir ihm glauben ist, dass er nicht die Füße hochgelegt hat, das geht beim Tennis auch nicht. Das ist dann aber schon alles, was wir ihm noch glauben.

Kai Wegner hat in der Krise versagt, wie sehr, das werden wir in den nächsten Tagen erfahren. Vorerst wissen wir, dass, als die Stadt einen Krisenmanager brauchte, sie einen Tennisspieler hatte.

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Kommentare ( 155 )

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verifizierer
4 Stunden her

Es gibt vielfältige Gründe für einen Rücktritt Wegners. Bei allen Kritikpunkten empfand ich allerdings drei zu überzogen: Erst wurde er kritisiert weil er nicht sofort medienwirksam vor die Kameras gesprungen ist. Als Bürgermeister wäre für mich die Planung im Hintergrund erst einmal wichtiger. Dann wurde er kritisiert weil er medienwirksam vor den Kameras auftauchte. (Auch wenn der Auftritt am Feldbett der 95 jährigen Dame in der kalten Turnhalle organisatorisch mehr als unglücklich von seinen Beratern eingestielt wurde) Wenn Herr Wegner selber erzählt, das er in den Tagen zwischendurch 1 Stunde Tennis gespielt hat um den Kopf frei zu bekommen sehe… Mehr

Mausi
6 Stunden her

Der Chef von BP stoperte, weil er segelte und den Ölaustritt angesichts der Größe des Golfs von Amerika die Auswirkungen für klein hielt.
Der RBB klärt auch nur das auf, was den Flügeln der Brandmauerpartei links der CDU hilft.

Kalmus
10 Stunden her

Schade, daß man die Zeichen, die Wegener setzen wollte, mißversteht. Was gibt es Sinnvolleres, als sich zu bewegen, wenn es kalt wird? Er wollte mit gutem, hilfreichen Beispiel vorangehen – und wird mit Dreck beworfen. Pfui.

Waehler 21
11 Stunden her

Das muss mal psychologisch abgeklärt werden. Neben völliger Kaltschnäuzigkeit kommt auch eine dissoziative Störung in Betracht.
Den Kopf in den Sand stecken, kennen wir von einem Vogeltier. Es ist ein Verhalten, Ängste, Überforderungen durch Verdrängung zu überblenden.

Alle, die ihn stützen, weil ihre Jobs an dem Mann hängen, riskieren eine totale Katastrophe bei einer wirklichen, schwerwiegenden Ausgangslage.

Wollt ihr die TOTALE KATASTROPHE? Dann macht weiter so!

Anmerkung: Sollte die Worte „total“ und/ oder katastrophal, Katastrophe aus juristischen Gründen nicht mehr im Zusammenhang mit Politikern verwendet werden dürfen, wäre ich mit einer Streichung einverstanden.

Last edited 11 Stunden her by Waehler 21
Rainer Schweitzer
7 Stunden her
Antworten an  Waehler 21

Ist „total“ nicht auch irgenwie so ein Nazi-Wort? So wie „Autobahn“ oder „Kartoffelkäfer“? Haben die Staatsanwaltschaften Bamberg, Göttingen, Berlin oder wo auch immer schon einen Einschüchterungstrupp von der Polizei zu Ihnen geschickt? Oder die SPD/die Grünen ihre Schlägertrupps von der „Antifa“? Oder das berliner Zentrum für politischen Terror ihren Lautsprecherwagen?

reconquistadenuevo
12 Stunden her

Wegners „Tennisageschichte erinnert mich an die Mallorca-Affäre“ um den ehemaligen Verteidigungsminister Rudolf Scharping im Jahr 2001.
Dieser hatte er sich unter anderem für die Zeitschrift „Bunte“ mit seiner Lebensgefährtin Kristina Gräfin Pilati-Borggreve planschend im Swimmingpool auf Mallorca fotografieren lassen, während gleichzeitig die Bundeswehr unmittelbar vor einem Einsatz in Mazedonien stand.

Juergen P. Schneider
12 Stunden her

Der Berliner Versager ist die Symbolfigur einer vollkommen abgehobenen links-grünen Politkaste, die jeden Bezug zu ihrer eigentlichen Aufgabe verloren hat und glaubt, dass das eigene Amt nur zur persönlichen Bereicherung und für einen angenehmen Lebensstil dient. Er ist einer der vielen substanzlosen Wichtigtuer und Nichtskönner, die so typisch für die politische Klasse in unserem Land geworden sind.

K.Behrens
12 Stunden her

Das war das dritte Attentat großen Ausmaßes. Der Brand an der Kabelbrücke wurde um 6.13 Uhr am Samstagmorgen gemeldet. Mit Zähneputzen ist man spätestens um 8:00 Uhr im Amtszimmer der Senatskanzlei, einbestellt ist bereits der gesamte Krisenstab. Ganz sicher hockt man nicht im Wohnzimmer/Homeoffice und gibt im Nachklang noch wehleidige Statements ab. Die Tennis-Nummer mit seiner Freundin toppt nur das absolute Versagen Wegners. Was gibt es da noch zu diskutieren, außer sofortiger Rücktritt?

Thors Hammer
12 Stunden her

Das Ahrtal-Desaster, bei dem die zuständigen Politiker als Totalversager auftraten, fand eine 1zu1 Kopie in Berlin.
Kriminell.

Privat
13 Stunden her

Wegner von der CDU spielte Tennis, während 45000 Einwohner der Stadt frieren.
Wegner schloss sich einen ganzen Tag in seinem Büro ein anstatt sich um die Bürger zu kümmern. Die CDU hatte damals mit Wegner das schlechteste von allem angeboten.
Ich wusste es immer – ein Typ, der zu gerne bei Schwulenparaden in der ersten Reihe mitläuft, der mit einem merkwürdigen Gesichtsausdruck eine bunte Fahne schwenkt, der ist als Bürgermeister völlig ungeeignet. Einfach peinlich.

Michaelis
13 Stunden her

Wegner tanzt auf Schwulenpartys (Vorbild Wowereit), macht seine Geliebte zur Senatorin, und optimiert beim „partnerschaftlichen“ Tennismatch sein seelisches Wohlbefinden, anstatt sich um die Opfer des linksextremistischen Anschlags zu kümmern. So sieht der neue, der moderne Typus des CDU-Politikers aus.

Last edited 13 Stunden her by Michaelis
Privat
9 Stunden her
Antworten an  Michaelis

Unbrauchbar diese CDU/CSU und auch der Rest der Systembande