Kleine Vorschau auf Merkels vermutlich letzte Amtszeit

Ob Merkel bis zum Ende der neuen Amtszeit durchhält (was es den Unionsparteien noch schwerer machen würde) oder nicht: die Positionskämpfe um ihre Nachfolge beginnen jetzt. Ambitionierte Vasallen werden ihre Loyalität blitzartig überdenken.

Merkel mag ihren „Wahlsieg“ mit Verlust feiern, wie sie will. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wird es ihre letzte Amtszeit sein. Ab Montag ist sie ein Auslaufmodell. Eine gelähmte Ente. Ein alter Diesel, der die Grenzwerte verfehlt. Der Einstieg in den Ausstieg aus der Demokratieverbrennungstechnik ist geschafft.

I.

Ob Merkel wie versprochen bis zum Ende der Amtszeit durchhält (was es den Unionsparteien noch schwerer machen würde) oder nicht: die Positionskämpfe um ihre Nachfolge beginnen jetzt. Ambitionierte Vasallen werden ihre Loyalität blitzartig überdenken. Die nützt ihnen bald nichts mehr – im Gegenteil. Nach bisherigem Stand werden sich die Ministerpräsidenten Laschet (NRW), Kramp-Karrenbauer (Saar), Günther (Schleswig-Holstein) positionieren, ebenso Frau von der Leyen, Frau Klöckner, Herr Spahn. Sie und/oder andere haben höchstens zweieinhalb Jahre Zeit, sich der Union und dem Land für neue Zeiten zu empfehlen.

II.

Wer auch immer mit Frau Merkel koaliert, weiß von der Endlichkeit ihrer Kanzlerschaft. Mit ihr untergehen ist keine Option. Wer sich noch immer oder schon wieder einwickeln lässt von der asymmetrischen Demobilisierung, weiß, was ihm blüht. Er wird das Schicksal der Westerwelle-FDP oder der Schulz-SPD erfahren. Die Lindner-FDP sollte den Fehler nicht wiederholen und lieber in der Opposition bleiben. Denn ein zweites Comeback wird es für die Liberalen nicht geben. Die Schulz-SPD wird bei Koalitionsverhandlungen Hard-Ball spielen und sich zieren bis zuletzt. Und Merkel wird um ihres lieben Friedens willen nachgeben.

III.

Umso größer der Ärger mit Koalitionspartner CSU. Die CSU wird übermorgen den Wahlkampf zur Bayerischen Landtagswahl 2018 eröffnen. Ihre absolute Mehrheit kann sie nur verteidigen, wenn sie in Berlin gegen Merkel opponiert. Diesmal gibt es kein zurück. Denn die absolute Mehrheit in Bayern ist der CSU allemal wichtiger als Frieden in der Hauptstadt.

IV.

Jamaika? Die FDP könnte sich darauf nur einlassen, wenn sie aus der Wahl deutlich stärker herauskommt als die Grünen. Aber sie sollte besser die Finger davon lassen. FDP und Grün passen nicht zusammen. Sie sind ideologisch weiter auseinander als Linke und AfD. Die Grünen würde es zudem in eine Zerreißprobe zwischen den Flügeln stürzen. Merkels Vorteil wäre: Sie könnte die Kindergartentante geben, eine ihrer Lieblingsrollen. Kinder, benehmt euch! Die Selbstblockade dieser Koalition wäre Merkel egal. Sie will keine politischen Lösungen, sondern Ruhe.

V.

Ich traue Lindner zu, dass er lieber in die Opposition geht. Es winkt ihm nicht weniger als der Aufstieg der Liberalen zu einer großen bürgerlichen Partei der Mitte. Eine große Koalition der Wahlverlierer wird das wahrscheinlichere Ergebnis unerquicklicher Koalitionsverhandlungen sein. Sollte die SPD dazu nicht bereit sein, wird sie sich in der Opposition erneuern. Dann hat Schulz ausgespielt. Es wird die neue Frauschaft antreten, Nahles, Schwesig, Dreyer.

VI.

Der Unterschied zwischen GroKo und Jamaika wäre ungefähr der zwischen Koma und Wachkoma. Tolle Wahl. Wenn es rechnerisch Sinn machte, würde ich Rot-Rot-Grün empfehlen. Es wäre schmerzhaft, aber wenigstens die Wiederbelebung der bürgerlichen Mitte. Eine Art Elektroschock. Wenn dieses Land Glück hat, scheitern die Koalitionsverhandlungen. Dann wird Frau Merkel eine Minderheitsregierung führen und sich von Fall zu Fall Mehrheiten zusammen suchen. Wie bei der Ehe für Alle. Geht doch. Baldige Neuwahlen ohne sie sind dann aber unausweichlich.


Wolfgang Herles ist Schriftsteller und (TV-) Journalist, er schrieb mehrere Romane und zahlreiche politische Sachbücher, zuletzt Die Gefallsüchtigen in dem er das Quotendiktat der öffentlich-rechtlichen Medien und den Populismus der Politik attackiert. Sie erhalten es in unserem Shop: www.tichyseinblick.shop

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Zyniker. Schon immer gewesen.

Die „Ureinwohner“ waren die „Hottentotten“ oder Khoi-San.
Sowohl die Weißen als auch die „Bantu“ sind ungefähr zur gleichen Zeit um 1650 eingewandert. Die einen übers Meer von Süden, die anderen über Land von Norden.

Vor ein paar Tagen lief der Film „Schande“ mit John Malkovich im TV. Er spielt im Südafrika nach der Apartheid.
Seine Filmtochter, eine weiße, lesbische, feministische, tierschützende, grüne Ökofarmerin wird von drei schwarzen Jugendlichen vergewaltigt, erwartet von denen ein Kind und sucht sich am Ende des Films einen schwarzen Beschützer, dem sie ihre Farm schenkt und dem sie dann komplett ausgeliefert ist.
Es wundert mich, dass so ein Film überhaupt produziert und ausgestrahlt wird.

Die CSU wird sicher keine absolute Mehrheit mehr in Bayern bekommen. Bürgerliche Wähler werden zur AfD und zu den Freien Wählern gehen. Vielleicht gehen sogar welche zur FDP, damit sie über 5 % kommt und mit der CSU koalieren kann.

Ja, das einzigst spannende an der neuen Regierung Merkel dürfte sein, wer (und wann) es in der CDU als erstes wagt, das Messer gegen sie zu wetzen.

Und wen Merkel dann noch mal wegbeißen kann, bevor das politische Haifischbecken sie endgültig entsorgt.

Ich sage immer öfter, dass wir dem traurigen Selbstmord Europas zusehen. Und wenn wir Pech haben, neben finanziellen Aderlass auch noch persönlich bereichert werden.
Im Alter bis sechs Jahren haben wir noch Ca. 50% Deutsche. Danke, ihr arroganten Leugner, für diese Katastrophe.

Ich denke, das Problem sind nicht „Frauen“, d. h. der Umstand, dass Frauen generell ungeeignet seien, sondern die „Frauenkarte“, die in der Politik so viel zählt. Die „Frauenkarte“ erhebt allein das weibliche Geschlecht zur ‚Qualifikation‘ und nicht etwa fachliche Eignung. Daher so auffällig viele schlechte Politikerinnen. Das müsste aber gar nicht so sein. Alice Weidel etwa hat erhebliche fachliche und rhetorische Kompetenzen. – Ja, das ist eine Ausnahme, allerdings auch bei Männern.

In prosaischer Kürze: auch von mir.

„Der Unterschied zwischen GroKo und Jamaika wäre ungefähr der zwischen Koma und Wachkoma.“

Merkel, denke ich, würde, da es für schwarz-gelb nicht reichen wird, eine Jamaika bevorzugen, beide ließen sich von ihr hervorragend gegeneinander aus spielen, sie wäre die Gewinnerin. Bei einer großen Koalition dagegen müsste sie ständig vor den roten Partisanen in Deckung gehen. Das wäre eher eine große Konfrontation.

Und nun zur Märchenstunde. Berlin, 2018. Der Vorsitzende der FDP und deren künftiger Kanzlerkandidat Christian Lindner hat die erst 2017 eingegangene bürgerliche Regierungskoalition in seltener Standhaftigkeit zu seinen vor der Wahl 2017 geäußerten Einstellung verlassen. Nachdem die Kanzlerin ihre Unterlegenheit im Misstrauensvotum anerkennen musste wirft Lindner seinen Hut in den Ring als freiheitlich-demokratischer Kanzlerkandidat „aller Deutschen (sic)“. Die Massenhafte Zustimmung zu seiner Politik, die sowohl der SPD, als auch der AfD und den Linken massenhaft Parteimitglieder und Zustimmung kostete, lässt den künftigen Kanzlerkandidaten vor politischer Kraft kaum noch gehen. Sollte das sich lange schon anbahnende Debakel der alten Volksparteien SPD… Mehr
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