In San Francisco wurde Ladendiebstahl entkriminalisiert – die Polizei schaut zu

Wenn in San Francisco ein Ladendiebstahl stattfindet, greift die Polizei häufig nicht mehr ein, sie schaut nur noch zu. Das hat System und ist politisch gewollt. Einzelhandelsketten reagieren friedlich: Sie schließen einfach betroffene Filialen, wenn die Diebstähle überhand nehmen.

Screenshot Twitter

Im Internet kursierte vor kurzem ein bemerkenswertes Video aus San Francisco. Ein Dieb mit Fahrrad packte mitten in einer Filiale der Apothekenkette Walgreens unter den Augen von Mitarbeitern und Sicherheitspersonal seelenruhig einen Sack voll mit Ladengütern aus den Regalen und fuhr dann größtenteils ungestört davon (der Sicherheitsmann machte nichts weiter als einen halbherzigen Versuch, dem Mann den Sack mit Diebesgut abzunehmen – und er filmte das Ereignis:

Die Szene erscheint surreal – ist aber ein San Francisco keineswegs ein Einzelfall. Das Ganze ist nämlich symptomatisch für die neue Innenpolitik in Kalifornien. Wie konnte es dazu kommen?

Bereits 2014 wurden in Kalifornien Ladendiebstähle im Wert von unter 950 US-Dollar von einem Verbrechen zu einer bloßen Ordnungswidrigkeit heruntergestuft. Seitdem schossen die Diebstahl-Zahlen in die Höhe. Es geht aber nicht um nur um die Rechtslage, sondern auch um die tatsächliche Durchsetzung. In den USA werden lokale Staatsanwälte direkt vom Volk gewählt – San Francisco ist eine Hochburg der Linken. Hier kommen Leute wie Chesa Boudin ins Spiel, der Staatsanwalt von San Francisco.

Boudin ist 1980 als Kind von zwei Mitgliedern der linksradikalen Terrororganisation „Weather Underground“ zur Welt gekommen. Weather Underground verübte mehrfach Bombenanschläge auf die US-Regierung, u.a. das Kapitol und das Pentagon in Washington D.C. Nachdem seine Eltern verhaftet wurden, wurde Boudin von anderen Mitgliedern der Gruppe aufgezogen. Zu der gehörte auch Bill Ayers, der seiner Haft nur wegen Ermittlungsfehlern entging. Heute setzt Boudin sich für die Freilassung seines Vaters ein, der wegen Mord eine lebenslange Haftstrafe verbüßt. Nach einem Studium in Oxford arbeitete Boudin außerdem für niemand geringeren als den sozialistischen Machthaber Venezuelas, Hugo Chavez, als Übersetzer.

Die Chancen stehen ziemlich gut
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2019 wurde er dann als Distriktstaatsanwalt für San Francisco gewählt. Er trat mit dem Versprechen „decarceration“ an, also weniger Kriminelle zu inhaftieren und lehnt die Zusammenarbeit mit der US-Einwanderungsbehörde ICE für die Abschiebung Illegaler Einwanderer ab. Er änderte als eine seiner ersten Amtshandlungen in San Francisco die Kautionspraxis: Festgenommene Straftäter werden nun auch ohne Kaution zurück auf die Straße entlassen. Verfahren landen mit ihm kaum vor Gericht: Von mehr als 6.000 Fällen hat er nur rund 20 vor Gericht weiterverfolgt. Das ist ein Zehntel dessen, was sein ebenfalls linker Vorgänger vor Gericht brachte. Wiederholungstäter laufen dank Boudin frei auf der Straße herum. Einer von ihnen überfuhr etwa zwei Frauen – nachdem Boudins Staatsanwaltschaft sich geweigert hatte, Anklage wegen Drogen- und Verkehrsvergehen zu erheben.

Aber zurück zum Ladendiebstahl: Dass Sicherheitspersonal nur noch zuschaut und filmt statt einzugreifen, ist inzwischen Standardvorgehen in San Francisco. Denn in der Vergangenheit kam es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Mitarbeitern und Dieben. Außerdem fürchtet das Unternehmen wahrscheinlich auch Klagen und Rassismusvorwürfe, sollte ein Mitarbeiter Gewalt gegen Diebe anwenden. Stattdessen wird nur noch dokumentiert. Die Ware in den Filialen ist gegen Diebstahl versichert – nimmt der Diebstahl Überhand, sodass die Filiale unprofitabel ist, wird sie einfach geschlossen. Und genau das passiert nun immer öfter. Bereits 17 Filialen hat Walgreens in San Francisco geschlossen und nennt die Stadt „eines der Epizentren der organisierten Einzelhandelskriminalität.“ Diebe in der Stadt kennen auch keine Scham, die Ware einfach unweit des Tatorts weiterzuverkaufen – in einem Fall nur vier Blocks entfernt vom bestohlenen Laden. Stadtrat Ahsha Safaí beschreibt es gegenüber der New York Times so: „Die Hälfte von Walgreens war auf dem Bürgersteig. Ich mache keine Witze […] So etwas habe ich in dieser Stadt noch nie gesehen.“

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Kommentare ( 135 )

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Ceterum censeo Berolinem esse delendam
1 Monat her

Unglaublicher Bericht! Ganz ehrlich: Wer hätte so etwas in einem Land der westlichen Welt jemals für möglich gehalten? So enden Zivilisationen.

Und klar ist: Heute in San Francisco – morgen in Berlin.

Endlich Frei
1 Monat her

Das erleben wir doch Tag für Tag: Beim Identitätsbetrug auf dem Sozialamt: Jeder schaut zu und lässt geschehen.

Liese Bunte
1 Monat her

Ich finde auch dass die Einkaufsketten es richtig machne, Laden zu bevor man kein Gewinn nach Steuern mehr erzielen kann. Die Konsequenzen sind stets dass was die Menschen in den Jahren gewählt, akzeptiert, vorangetrieben oder sogar ausgenutzt haben. Es trifft dann weniger Menschen die völlig unschuldig daran sind , als Menschen die irgendwie eine Mitschuld tragen.

Britsch
1 Monat her
Antworten an  Liese Bunte

Es sollte Allen klar sein, ist es aber anscheinend nicht, alles was da gestohlen wirdhaben erst einmal ehrliche Kunden /Käufer zu bezahlen. Diebstähle das Gestohlene muß ja bezahlt werden. Als Nächstes, wenn ein Laden geschlossen wird bedeutet das, daß ehemalige Kunden eventuell wweitere Wege zum Einkaufen haben und nicht nur daduirch der Einkauf teuerer kopmmt sondern auch durch Wegfall von Angebot. Aber nicht nur reguläre Kunden werden in andere Läden wechseln sondern auch die Diebstähle werden sich dannm dorthin verlagern und wieder werden Läden als Konsquenz geschlossen werden. Immer Mehr die Ihre einkäufe ordentlich bezahlen werden sich wohl auch fragen,… Mehr

GNaB
1 Monat her

Und so liebe Kinder, jetzt machen wir mal ein Gedankenspiel und ersetzen den Laden, in dem Waren liegen, die je nach Lesart a) auf den Bäumen wachsen (FFF-Generation), b) Volkseigentum sein sollten (rote und grüne Kommunisten), c) die einer grauen Masse wie einem Konzern gehören (Wohl noch die vernünftigen Bürger) oder d) die versichert sind bzw. von kaufenden mitbezahlt werden (der Ladenbesitzer), gegen etwas Richtiges: euere Wohnung oder Häuschen, wenn ihr mal 2 Wochen im Urlaub weilt. Ob man sich in Kalifornien dann den Weg zum eigenen Kühlschrank wieder freischiessen darf, entzieht sich meiner Kenntnis. Was sich aber nicht meiner… Mehr

Bernd W.
1 Monat her

Wer braucht denn auch Läden vor Ort, kann man doch alles im Netz kaufen; Das ist eh‘ von den Big Playern so vorgesehen.
Und in den freiwerdenden Räumlichkeiten kann man prima immer weitere Neubürger unterbringen. Das ist eh‘ von der handelnden Politik so vorgesehen.
Läuft bei den Amis, wird auch bei uns bald schon laufen.

DW
1 Monat her

Eigentlich ist es doch ganz einfach. Wer Linksradikale wählt, bekommt linksradikale „Politik“. Also bekommen die Wähler das, was sie haben wollen. Wird es ihnen dann zuviel, ziehen sie dahin, wo noch keine Linksradikalen an der Macht sind. Dort angekommen, wählen sie wiederum………. siehe oben.

Riffelblech
1 Monat her

Genau das Gleiche wird bei uns auch passieren und passiert schon lange .
Aber bitte , die Menschen sind doch selber schuld überbordende Kriminalität ihr Leben bestimmt .
Sie wählen doch genau die Befürworter einer solchen Nichtvorgehensweise und haben dabei noch ein moralisches Überlegenheitsgefühl .
Wie bescheuert muß man sein um solchen Blödsinn mit zu unterstützen und sich dabei noch in die Linksgrüne Fraktion einzuordnen.

Manfred_Hbg
1 Monat her

Öhm, na ja: man könnte dies ja zum Beispiel auch als eine Art von Renten- oder Arbeitslosengeld erhöhung sehen weil die jeweiligen Bezieher zukünftig kein Geld für Lebensmittel oder Kleidung ausgeben müssen. Sie müßten nur darauf achten, dass der Warenwert auf deren Einkaufszettel nicht über 950$ kommt.

Mal gucken wie lange es wohl dauert, bis es in den USA die erste (linke)Stadt oder (linken)Bundesstaat ohne Geschäfte und Einkaufsmöglichkeiten gibt weil alle Läden wegen diese Diebstähle zugemacht haben.

Dieter
1 Monat her

es läuft in SF gerade eine Klage gegen Staples auf Schadensersatz. Was ist geschehen: eine Ladendiebin wurde von einem Mitarbeiter angesprochen, worauf hin sie die Flucht ergriff. Dabei rannte sie eine Kundin über den Haufen, diese brach sich die Hüfte. Eindeutig Schuld ist der Mitarbeiter, welcher die Diebin ansprach und dadurch die Verletzung der Kundin verursachte (…) Mittlerweile gibt es in vielen großen US Unternehmen die „No-aggression-policy“, die besagt: bloß nicht eingreifen! positives: die Polizei hat im Bereich Seatte bei einer konzertierten Aktion 52 Shoplifters festgenommen, die das ganze Bandenmäßig betrieben haben. mal sehen, wie die Richter reagieren. In Baltimore… Mehr

Last edited 1 Monat her by Dieter
Juergen P. Schneider
1 Monat her

Wenn genug Läden geschlossen wurden, werden sich die betroffenen Bürger mit Sicherheit überlegen, wen sie als nächsten Bezirksstaatsanwalt wählen. Der derzeitige Amtsinhaber hat halt geliefert, was bestellt wurde. Es gibt nichts Neues unter der Sonne. Die dümmsten Kälber wählen Ihre Schlächter selber.