Sprache ist verräterisch – Islamdebatte im rot-grün-woken Universum

Der Begriff „antimuslimischer Rassismus“ soll jedwede Islamkritik im Keim ersticken. Wer über islamische Kalifatsforderungen, Judenhass, Frauenverachtung und Gewalt spricht, soll darüber moralisch disqualifiziert werden, während das Land unter tatkräftiger Mithilfe von Linken (inkl. Union) umgebaut wird. Ein Beitrag von Alfred Schlicht.

Ein Lieblingsbegriff in der Welt der ideologischen Islamophilie ist der „antimuslimische Rassismus“. Er ist schon deshalb problematisch, weil es eine ‚muslimische Rasse‘ bekanntermaßen nicht gibt. Doch machen diejenigen, die gerne den Vorwurf des antiislamischen Rassismus oder der Islamophobie erheben, gerne geltend, dass Islamkritiker die Kultur des Islam oder islamischer Ethnien mit eben den Methoden und Konzepten attackieren, die kennzeichnend für Rassisten sind. Auch dies ist unzutreffend, denn Rassisten bewerten andere Rassen, von der Höherwertigkeit der eigenen Rasse ausgehend, als minderwertig.

Dies mag auf einige wenige Ideologen des rechten Spektrums, etwa die ‚Identitären‘ zutreffen. Islamkritiker jedoch begründen ihre Vorbehalte gegen den Islam ganz überwiegend mit entsprechenden Gewalttaten von Muslimen wie der Terrornacht von Paris am 13. November 2015 oder den Anschlägen von Attentätern aus muslimischen Ländern auf Weihnachtsmärkte (zum Beispiel  Berlin, Magdeburg, Straßburg). Sie sind also durchaus faktisch legitimiert. Deshalb bezeichnet die Berliner Integrationsbeauftragte Güner Balci den ‚antimuslimischen Rassismus’ zutreffend als „Kampfbegriff“.

Balci findet deutliche Worte: „Wer heute von antimuslimischem Rassismus spricht, will den grassierenden Antisemitismus relativieren und den Islamismus.“ Auch der angesehene Sozialwissenschaftler Armin Pfahl-Traughber warnt davor, den Terminus „Islamophobie“ als „Kampfbegriff“ zu instrumentalisieren. Denn mit dieser Bezeichnung sollen Kritik an islamischer „Frauendiskriminierung, Homosexuellenhass und Judenfeindschaft“ entwertet oder diskreditiert werden. Daran ändern auch all die (pseudo-)wissenschaftlichen Publikationen nichts, durch die eine gesamtgesellschaftlich verbreitete ‚Islamophobie’ herbeigeschrieben werden soll.

Wer sich solcher problematischer Begriffe nicht bedienen will, findet andere sprachliche Möglichkeiten, der Islamkritik zu begegnen. So befand Altkanzlerin Merkel Thilo Sarrazins Buch „Deutschland schafft sich ab“ als „nicht hilfreich“ – eine bewährte Floskel, um Aussagen zurückzuweisen, die man schlechterdings nicht als ‚falsch‘ bezeichnen kann. Man darf sich also fragen, für wen oder wofür das besagte Buch nicht hilfreich ist. In der Tat ist es kaum hilfreich für die von Merkel inszenierte Willkommenspolitik und den Zustrom zahlreicher Migranten.

Aus rot-grün-wokem Milieu wird Migrations- oder Islamkritikern gerne vorgeworfen, zu ‚spalten’, ‚den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu gefährden‘ und ‚Hass und Hetze‘ zu verbreiten oder ‚auszugrenzen‘. Hier wird Täter-Opfer-Umkehr betrieben. „Eine dichotome Konfiguration zwischen Sie und Wir“ (Imad Mustafa) liegt beispielsweise vor, wenn schon vor über 10 Jahren das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen über 30 Prozent der türkischen Jugendlichen „Deutschfeindlichkeit“ bescheinigte. Wer Transparente trägt ‚Europe is the Cancer, Islam is the Answer‘ gefährdet den gesellschaftlichen Zusammenhalt, wer unsere auf Grundwerten beruhende europäischen demokratischen Rechtsstaaten als ‚Wertediktatur‘ verunglimpft, verbreitet ‚Hass und Hetze‘, wer bei öffentlichen Demonstrationen bei uns einen islamischen Staat fordert, der spaltet – nicht diejenigen, die derartige Auftritte von Muslimen kritisieren. Diejenigen, die Parallelgesellschaften mit einer eigenen Paralleljustiz schaffen, grenzen aus, spalten und gefährden den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Sogenannte „Islamfeindlichkeit bedroht unsere Demokratie“ wurde bei einem ‚Fachgespräch‘ der Grünen im Sommer 2025 formuliert. Vielmehr wird unsere Demokratie bedroht von Muslimen, die ganz offen ein Kalifat bei uns fordern – also eine Staatsform, die mit unserem demokratischen Rechtsstaat nicht kompatibel ist. Wer die Gebote des Islam über unsere Gesetze stellt, gefährdet unser Gesellschaftsmodell.

Zum sprachlichen Instrumentarium der Islamophilen gehört auch, evidente und klar zutage liegende Tatsachen einfach zu bestreiten und wegzuschwafeln. Wer etwa vor Clan-Kriminalität warnt, „fantasiert eine Bedrohung herbei“. Diejenigen, die gegen kriminelle arabische Großfamilien vorgehen, „tragen eine Mitverantwortung für rassistische Morde wie in Hanau“. Das Problem ‚Clankriminalität‘ werde aufgeblasen und sei letztlich ein Ergebnis von Rassismus. Wenn gewisse Stadtteile als Problembezirke gesehen werden, würden „Räume der Ausgrenzung“ geschaffen, die zur „Abwertung und Ausgrenzung von … Gruppen wie Migranten oder Geflüchteten“ dienten. Wenn auf Zwangsehen, Ehrenmorde oder sexuelle Gewalt verwiesen wird, sollen „Frauen und Muslime gegeneinander ausgespielt werden“. Wer konstatiert, dass Muslime anstreben könnten, die Länder Europas zu übernehmen, wird den Verschwörungstheoretikern zugeordnet, obwohl Anjem Choudari, ein prominenter Vertreter des politischen Islam in Großbritannien, dieses Ziel sehr eindeutig und sachlich formuliert hat. Auch das Transparent „das Kalifat ist die Lösung“, mit welchem Organisationen wie ‚muslim interaktiv‘ oder ‚Generation Islam‘ in den letzten Jahren wiederholt aufgetreten sind, fordert eindeutig die Errichtung eines islamischen Staates.

Den zahlreichen muslimischen Gewalttaten, die durchaus nicht nur auf einige wenige spektakuläre Terrorakte reduziert werden können, sondern in unterschiedlichsten kriminellen Kontexten inzwischen tagtäglich vorkommen, hat man zunächst in Kreisen der Migrations- und Islamapologeten vor allem ein dröhnendes Schweigen entgegengesetzt. Was immer auch an muslimischen Exzessen geschah – kaum eine Äußerung aus dem linken Spektrum, die über unvermeidliche und unverbindliche Bedauernsäußerungen hinausgegangen wäre, außer der Warnung vor einem Generalverdacht gegen Muslime. Doch die Faktenlage ist so erdrückend geworden, dass auch in rot-grün-woken Kreisen die Einsicht sich zu verbreiten beginnt, es werde angesichts dramatisch sinkender Wählerzahlen nötig, der Realität Tribut zu zollen.

Mit allen verfügbaren Mitteln versucht man, die hohe Kriminalität muslimischer Migranten zu relativieren und als verständlich darzustellen. Die Gewalterfahrungen, die muslimische Zuwanderer vor und auf ihrer Flucht gemacht haben, werden angeführt. Kamen tamilische und ukrainische Flüchtlinge nicht auch aus (Bürger-)Kriegsgebieten? Die mangelnde Vertrautheit mit den Verhältnissen des Gastlandes und die Schwierigkeiten eines Integrationsprozesses werden gerne angeführt. Gerade die Clankriminalität zeigt, dass auch in der zweiten und dritten Generation die Neigung zu Kriminalität hoch bleibt.

Anlässlich der Demonstrationen der vergangenen Jahre, bei denen beispielsweise ein Kalifat gefordert wurde, wies die damalige Staatsministerin und jetzige Bundesministerin Alabali-Radovan dankenswerterweise darauf hin, dass zahlreiche Teilnehmer ebenfalls bereits in zweiter oder dritter Generation bei uns sind, offenbar ohne wirklich angekommen zu sein. Bezeichnend ist der Fall eines eben eigebürgerten Syrers, der am Tag nach Erhalt des deutschen Passes im Internet Hamas feierte (November 2025). Gern wird das Argument genannt, vor allem Armut sei ein Grund für hohe Kriminalität. Sind die weniger kriminellen süd- und ostasiatischen Flüchtlinge weniger arm als die nahöstlichen? Wie passen die Bilder von der Konfiszierung von Luxusautos und teuren Immobilien durch die Behörden zum Mythos des ‚armen‘ muslimischen Migranten?

Es gibt Bemühungen, die kriminellen Neigungen nichtmuslimischer ethnischer und kultureller Gruppen zu betonen. Um den Anteil muslimischer Täter nicht allzu hoch erscheinen zu lassen, wehrt man sich vehement gegen die Erfassung des Anteils der Menschen mit nahöstlich-islamischen Wurzeln unter den deutschen Straftätern. Und die peinliche Frage des einschlägig bekannten ARD-Moderators Klamroth, ob es sich bei den Tätern nicht um australische Austauschschüler handeln könne, ist noch in Erinnerung.

Wichtig im Diskurs ist die Unterscheidung zwischen (bösem) Islamismus und (gutem) Islam. Die Unterscheidung zwischen beiden und die Kriterien, wer im Islam die Autorität habe zu entscheiden, was authentisch islamisch ist und was nicht, haben wir nie erfahren.

Aus gutem Grund: Denn der hoch angesehene Islamwissenschaftler Tilman Nagel hat schon vor Jahren sehr deutlich gezeigt, dass es eine solche Unterscheidung und eine Instanz, die zwischen guten Muslimen und bösen Muslimen, echtem und falschem Islam, entscheidet, nicht gibt. Wir müssen uns einstweilen damit begnügen, dass viele muslimische Terroristen ihre Taten islamisch begründen und dass der Koran (also Gott) den Muslimen eine Distanz zu uns Christen und Juden befiehlt.

In gewohnter Realitätsverweigerung lehrt uns der Islamogauchisme: „Was häufig im Gewand angeblich legitimer Islamkritik daherkommt, ist in seinem Kern antimuslimisch konnotiert.“ Uns geht es um die „Aufrechterhaltung einer hegemonialen Ordnung …, die Muslim:innen und deren Zugehörigkeit zu Deutschland einer Konditionalität unterwirft, die sich an von der Dominanzgesellschaft aufgestellten Kriterien messen lassen muss …“ (Imad Mustafa). Dies ist durchaus zutreffend – aber eben eine Binsenwahrheit, denn auch ich muss mich, wenn ich in Kroatien, den USA oder Singapur leben möchte, einer derartigen Konditionalität unterwerfen, die den Kriterien des Gastlandes entspricht.

Deshalb wäre es wohl sinnvoll, dass diejenigen, die sich hier einer Wertediktatur unterworfen fühlen, sich ein Gastland suchen, dessen Rahmenbedingungen für die Errichtung eines Kalifats eher geeignet scheinen.


Dr. Alfred Schlicht ist u.a. Autor des Buches ‚Gehört der Islam zu Deutschland?‘, das bei Orell-Fuessli erschienen ist.


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3 Finnen
32 Minuten her

Wann gelingt es endlich „alternativen Medien“ den UNSINN eines „Islamismus“ zu beerdigen? Dieser Artikel ist gerade mal auf 10% der Strecke angekommen. Ist es Angst, Duckmäuserei oder Ignoranz?