Die SPD verliert weiter

Die SPD gibt in einer aktuellen Erhebung neuerlich nach: Sie fällt auf 16 Prozent zurück. Dabei sind die Schönbohm-Affäre von Nancy Faeser und die Cum-Ex-Affäre von Olaf Scholz noch nicht einmal ausgestanden.

IMAGO / IlluPics

Die Stimmung in Deutschland richtet sich immer mehr gegen die Sozialdemokraten. Zu diesem Ergebnis kommt das Meinungsforschungsinstitut Forsa, dessen Geschäftsführer Manfred Güllner bekanntlich selbst SPD-Mitglied ist. Das Institut hat die Daten in der Zeit zwischen dem 29. August und 4. September gesammelt, befragt wurden rund 2.500 Personen.

In der Erhebung für die Sender RTL und n-tv verliert die Kanzlerpartei nochmals einen Prozentpunkt im Vergleich zur Vorwoche. Sie kommt nur noch auf 16 Prozent. Das ist der schlechteste von Forsa gemessene Wert für die SPD seit August 2021. Die Union kann einen Prozentpunkt hinzugewinnen und erreicht in dieser Woche 27 Prozent. Die Werte für AfD (21 Prozent), Grüne (14 Prozent), FDP (7 Prozent), Linke (4 Prozent) und Sonstige (11 Prozent) verändern sich nicht.

Fall Schönbohm
Faeser auf der Flucht
Für die SPD könnte es ein Menetekel sein, angesichts der bevorstehenden Landtagswahlen in Bayern und Hessen. Mit dem Wahlkampf in Hessen verbunden ist auch der Name Nancy Faeser. Die Bundesinnenministerin findet sich in einem handfesten Skandal um den ehemaligen Spitzenbeamten Arne Schönbohm. Faeser hatte Schönbohm wegen falscher Anschuldigungen ausspionieren lassen. Zusätzlich belastet die Innenministerin die anhaltende Migrationskrise: Offenbar bewertet die Sozialdemokratin illegale Grenzübertritte als Kavaliersdelikt.

Auch für Kanzler Olaf Scholz sind die letzten Tage unangenehm gewesen. Zuerst tauchten neue Hinweise auf, die den Bundeskanzler in der Cum-Ex-Affäre neuerlich belasten – obwohl man bei den Sozialdemokraten gehofft hatte, dass dieses Thema erledigt sei. Zusätzlich plant die Union den Gang nach Karlsruhe, weil die Ampel-Koalition einen Untersuchungsausschuss auf Bundesebene vereitelt hatte, um Scholz zu schützen. Nach Wochen steht der Kanzler damit wieder wegen einer möglichen Verwicklung in den Milliardenbetrug der Warburg-Bank in den Schlagzeilen.

Wie tief die SPD gestürzt ist, zeigt sich auch bei der Kanzlerpräferenz. Nach Wochen hat es Friedrich Merz (CDU) tatsächlich geschafft, mit Scholz gleichzuziehen: Wenn die Wähler zwischen beiden als Regierungschef entscheiden könnten, erhielten sie jeweils 22 Prozent. Das Votum gilt jedoch mit einer Einschränkung. Denn angesichts der niedrigen SPD-Werte kann Scholz dies fast als Erfolg verbuchen. Der Union sollte es dagegen zu denken geben, dass offenbar selbst bei diesem Duell einige Christdemokraten von der Fahne gehen würden. Von der Schwäche der Ampel profitiert weiterhin eher die AfD denn die Union.

+++ Abstimmung geschlossen +++

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Kommentare ( 54 )

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Eberhard
10 Monate her

Immerhin würde eine Mehrheit von über 55 % nicht den Parteienblock mit der Brandmauer wählen. Es sind dieses die Wähler der AfD c.21 %, sonstige Wähler c. 11 % und Nichtwähler laut Bundestagswahl c.23 %. Kann eine Demokratie so einfach auf eine direkte Mitwirkung einer Mehrheit verzichten? Immer wenn nur Minderheiten die Regierungspolitik bestimmen, heute besonders die Grünen, geht es abwärts mit der Anspruchserfüllung für die Mehrheit. Als Erstes wird die Wirtschaft ruiniert, Wohlstandsverlust und Sozialabbau und eine Kette weiterer negativer Folgen sind das Endresultat. Will die Mehrheit das?

Kristina
10 Monate her

Schlimm sind die 14% für die Grünen. Das ganze negative Ausmaß der grünen Politik muss erst bei der grünen Wählerschaft vermehrt ankommen. Ein großer Teil lebt bequem und satt in seiner Blase. Man ist überzeugter Grünenwähler, lebt aber nicht nach grünen Vorstellungen. Von all dem, was Grüne den Leuten gerne aufzwingen wollen, halten sie sich bisher erfolgreich fern. Ein Bestimmtes Klientel wird man nicht erreichen, aber wenn z.B. Mami und Papi nicht mehr die nette 2-Zimmer-Wohnung mit Balkon in einer angesagten Großstadt finanzieren können, während die Sprösslinge durch die Straßen ziehen und offene Grenzen so wie keine Abschiebungen fordern, sich… Mehr

CW
10 Monate her

„Die Union kann einen Prozentpunkt hinzugewinnen und erreicht in dieser Woche 27 Prozent.“
Es gibt keine „Union“ nur CDU und CSU, dies sind zwei verschiedene Parteien, also müssen auch die Prozente getrennt asugewiesen werden, dann steht die CDU vielleicht nicht an erster Stelle!?

Index
10 Monate her

Scholz-SPD bei 16%?
Dieser Typ kann da ja echt noch von Glück reden!
Bin mal gespannt, was uns diese üble Katastrophentruppe im nächsten Bundestagswahlkampf für einen krummen Plakatmüll auftischen wird …

schwarzseher
10 Monate her

Das ist kein Grund zur Freude. Was die SPD verliert, gewinnen die GRÜNEN.

Hegauhenne
10 Monate her

Aber dem Aiwanger geht`s gut! 15% in Bayern und die Gelben raus.

Rene 1962
10 Monate her
Antworten an  Hegauhenne

15 % für die Freien Wähler ist nicht schön. Aber 4 % für die FDP ist hervorragend.

November Man
10 Monate her

Die Grünen müssen raus aus dem Bundestag. Egal wie, egal was es kostet. Das ist immer noch billiger wie wenn die Grünen weiter mitreden dürfen. Nur dann normalisiert sich die Lage in Deutschland wieder. Dann kann die AfD anfangen die schweren Schäden, welche die Roten und Grünen in unserem Land hinterlassen haben aufzuräumen.

Bonzo der Grosse
10 Monate her

Unter aber nur unter der Prämisse, dass die Wähler denken CDU/CSU und die FW seien konservative Parteien, wir alle wissen, dass zumindest bei den Erstgenannten dies spätestens seit Merkel/Söder nicht mehr der Fall ist. Der Wähler wäre gut beraten, sich nochmals über die wahren Ziele der Parteien ein Bild zu machen, bevor er sein Kreuzchen bei „Pseudokonservativen“ setzt.

Babylon
10 Monate her

Die „große Transformation“ braucht die „große Koalition“. Schaun wir mal, ob in den Scholz´schen „Deutschlandpakt“ die Grünen mit einbezogen werden oder nicht. Gegenwärtig schießen Merz/Söder heftig gegen die grüne Partei, was sich je nach Lage allerdings auch wieder schlagartig ändern kann. Ich tippe eher auf schwarz/rot/gelb, sollte Merz und nicht Wüst Kandidat der Union werden Aus diesem Grund nennt Scholz seine Koalitionsidee auch Deutschlandpakt dann mit der SPD als nachgeordnetem Partner hinter/zwischen schwarz und gelb als Wurmfortsatz.

November Man
10 Monate her

Die Antisemitismus-Flugblatt-Affäre um Bayerns Vize-Ministerpräsidenten Hubert Aiwanger hat seiner Partei, den Freien Wählern, offenbar genutzt: Laut einer Umfrage im Auftrag der „Bild“ hat die Partei um vier Prozentpunkte zugelegt und liegt nun bei 15 Prozent.