KAS holt Alena Buyx als Fellow – mitten in deren Plagiatsaffäre

Die Konrad-Adenauer-Stiftung der CDU holt Alena Buyx als Fellow und adelt sie zur Demokratiedeuterin – während in Münster massive Plagiatsvorwürfe gegen ihre Dissertation geprüft werden. Ausgerechnet die hoch umstrittene Ethikratschefin der Corona-Jahre, Symbol für staatliche Repression, soll anderen Orientierung geben? Das ist Verhöhnung.

IMAGO

Die Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) präsentiert Alena Buyx als neue Fellow für ein Jahr. Die Medizinethikerin und frühere Vorsitzende des Deutschen Ethikrats soll die Stiftungsarbeit „in den kommenden Monaten um wertvolle Perspektiven“ bereichern, wie KAS-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer erklärt.

Das Plagiat als demokratisches Grundprinzip?

Buyx selbst setzt den Ton hoch: „die Stärkung demokratischer Grundprinzipien“ sei eine der wichtigsten Aufgaben der Gegenwart. Die Stiftung, so Buyx, leiste im In- und Ausland einen Beitrag zu „Demokratie und Meinungsvielfalt“. KAS betont ihre akademische Rolle an der TU München, ihre Gremienerfahrung und ihre Zeit im Ethikrat: Mitglied von 2016 bis 2024, Vorsitzende von 2020 bis 2024. Außerdem nennt die Stiftung ihre Mitgliedschaft im Wissenschaftsrat seit 2025 sowie den Verdienstorden der Bundesrepublik.

Nur: Während KAS sie als „herausragende Persönlichkeit“ aufbaut, läuft parallel eine Affäre, die genau an der Stelle trifft, an der öffentliche Autorität am empfindlichsten ist. Die Universität Münster prüft massive Plagiatsvorwürfe gegen Buyx’ Dissertation. Auslöser sind Ergebnisse der Untersuchungen des Kommunikationswissenschaftlers und Plagiatsgutachters Stefan Weber, der von „mindestens 73 auffälligen Stellen“ spricht. Buyx weist die Anschuldigungen entschieden zurück und erklärt, sie habe die Angelegenheit ihren Anwälten übergeben. Für ein offizielles Prüfverfahren der Universität Münster kündigt sie an, „vollumfänglich“ Auskünfte zu erteilen. Man darf gespannt sein.

Der Vorgang ist mehr als eine akademische Randnotiz: Wer als Ethikerin öffentlich Normen, Regeln und Verantwortung verhandelt, lebt von Glaubwürdigkeit. Die bei Buyx seit ihrem Verhalten und ihren Aussagen in der Corona-Zeit eigentlich eh bereits im Keller ist.

Ethik als Debatten-Bremsklotz

In den Corona-Jahren stand Buyx nicht für Abwägung und Ausgleich, sondern für die moralische totalitäre Abriegelung der Debatte: harte Eingriffe wurden ethisch aufgeladen, Kritiker ins Abseits geschoben. Als der Ethikrat im Dezember 2021 sogar eine Ausweitung der gesetzlichen Impfpflicht empfahl, blieb von Zurückhaltung nichts übrig. Bis heute wirkt das wie ein Lehrstück darüber, wie ein Gremium, das unabhängig beraten soll, am Ende die politische Linie absichert.

Und dann ist da noch der Punkt, der sofort greifbar ist: In veröffentlichten Mails aus dem Jahr 2020 sucht Buyx den direkten Draht zu Jens Spahn und bittet um ein persönliches Gespräch über dessen „Wünsche und Ideen“ für die Arbeit des Ethikrats, ausdrücklich in einer „Findungsphase“. Ein unabhängiger Ethikrat ist aber kein Beirat des Ministers. Wer sich in einer Ausnahmesituation als moralische Instanz inszeniert, darf sich politisch nicht andienen und einspuren.

Später tauchte zudem ein weiteres Papier auf, das Buyx in eine Rolle rückt, die die Kritik an ihr weiter befeuert: Sie sollte eine wissenschaftliche Begründung für strengere Maßnahmen liefern und stellte in Aussicht, notfalls selbst einen Text zu formulieren. Für viele passt das ins Gesamtbild dieser Jahre: Ethik nicht als Korrektiv, sondern als Verstärker einer Politik, die Grundrechte zeitweise mit den Füßen trat.

Und jetzt stellt sich also eben diese Alena Buyx hin und will sich „die Stärkung demokratischer Grundprinzipien“ als „eine der wichtigsten gegenwärtigen Aufgaben“ auf ihre zerfledderte Fahne auf Halbmast schreiben. Es ist der blanke Hohn. Nun mit Transfer auf die KAS.

3sat führt sie weiterhin als Moderatorin des „NANO Talk“, den sie im Wechsel mit der Journalistin Stefanie Rohde donnerstags moderiert. Der Sender beschreibt sie als jemanden, der ethische Fragen verständlich in die Öffentlichkeit tragen kann. Auch das erwies sich bereits, wie zuvor erwähnt, wegen Buyx‘ exponierter Rolle während der Corona-Zeit, als ein fettes Eigentor des Senders und der Öffentlich-Rechtlichen.

Die KAS kann natürlich versuchen zu verkaufen, sie habe eine profilierte Fachfrau gewonnen. Das stimmt sogar, wenn man lediglich Lebenslauf und Netzwerke in die Bewertung einbezieht.

Wenn eine Person zugleich in solchen Kreisen noch als moralische Instanz gilt, in der Bevölkerung aber deutlich beschädigt ist und nun unter Plagiatsverdacht steht, wäre Zurückhaltung an dieser Stelle Pflicht. Erst recht für Institutionen, die sich „Demokratie und Meinungsvielfalt“ auf die Fahnen schreiben. Wenn man denn tatsächlich noch eine renommierte Institution ist. Aber auch da gibt es ernste Zweifel. Spötter vermuten, dass nur zusammenkommt, was zusammengehört. Wer beschädigt da wen?

Am Ende bleibt eine Frage hängen, die die Konrad-Adenauer-Stiftung sich selbst beantworten muss: Warum ausgerechnet jetzt dieses Signal? Wer Glaubwürdigkeit noch als Kapital verwalten will, sollte nicht so wirken, als reiche ein gut formulierter Anspruch auf „demokratische Grundprinzipien“, während die Basis der eigenen Autorität offiziell geprüft wird.

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Kommentare ( 26 )

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MeHere
1 Stunde her

Die Belohnung für ihre JA-Sagerei während CV19 und anderer Schweinereien – unterrichtet ETHIK an der TU München -> totale Farce, ausserdem hat das NULL Anforderngen an Könne und Wissen, ein nixnutziges Laberfach
„Auszeichnungen für Regimetreue (?)
Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland, Verdienstkreuz am Bande (2024)Bayerischer Verdienstorden (2023) durch Södi den GroßartigenHeinz-Maier-Leibnitz-Medaille der Technischen Universität München (2021) Deutscher Nationalpreis (2021)Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaft Leopoldina (2020)Komischerweise alles während oder nach CV19; als Nutznießerin
Fazit: Die UNION kann und darf man nicht mehr wählen … völlig korr@@@ und in der BLASE lebend

Kontra
1 Stunde her

Diese Person ist als eine der übelsten Erscheinungen aus der Corona Zeit in Erinnerung geblieben! Das sie jetzt bei der CDU Unterschlupf findet passt zusammen.

rainer erich
20 Minuten her

Soviel zur CDU, die die Roten und die Grünen zur Räson bringen soll. Viel Erfolg. Was KA dazu gesagt hätte, wissen wir nicht. Begeistert wäre er aber wohl eher nicht.

Michaelis
24 Minuten her

Von Frauen für Frauen usw. Dass die Kramp-Karrenbauer jetzt diesen KAS-Haufen führt, war mir neu. Ich vermute, dass die punktgenau jetzt die Büchse engagiert, wo deren Diss problematisiert wird. Für mich ist diese KAS eh eine üble Institution mit extrem-ideologischer Schlagseite.

Sohn
40 Minuten her

Da in diesen Zeiten Werte wie Wahrheit, Klarheit und Aufrichtigkeit nicht mehr zählen, ist ihre Berufung nur folgerichtig.
Zudem hat sie in ihrem Statement „die Stärkung demokratischer Grundprinzipien“ ein kleines Wort vergessen, daß aber immer mitschwingt: „Unserer“. Mit „die Stärkung Unserer demokratischer Grundprinzipien“ macht es dann Sinn.
Wir können uns also darauf einrichten, daß die Repressionen und Desorientierungen nahtlos weitergehen.

MartinKienzle
45 Minuten her

Echauffierung ist keineswegs angebracht: Der in dem vorliegenden Artikel genannte Sachverhalt bestätigt erneut, dass die alliierte Nichtregierungsorganisation BRD (https://www.youtube.com/watch?v=UPJu7t5E9Mg), sprich das Besatzerkonstrukt (https://www.youtube.com/watch?v=hIu80oSC728 ab Minute 3:25), verkommen ist!

Last edited 36 Minuten her by MartinKienzle
Haeretiker
46 Minuten her

Ich finde das so toll.
Je schneller das Karussel sich dreht, desto schneller fliegt die Bude auseinander.

Marcel Seiler
49 Minuten her

Ich weiß von Frau Buyx nur, dass sie sehr auf ihre Attraktivität achtet und dass sie in der Covid-Frage mit großer Eloquenz auf der falschen, der regierungstreuen Seite war. Ihre Karriere verdankt sie vermutlich der genialen Kombination altmodischer weiblicher Attraktivität und modernen Feminismusses. Ich vertraue ihr eher nicht.

Die Plagiatsfrage halte ich für aufgebauscht, herbeigeredet von Leuten, die sie nicht leiden können und froh sind in der Überzeugung, hier endlich einmal etwas Handfestes gegen sie in der Hand zu haben.

Für die Adenauer-Stiftung mag sie attraktiv sein, weil sie Schönheit, langweiligste konservativste Regierungstreue und aufregenden feministischen Aufbruch verbindet. Irre.

Last edited 42 Minuten her by Marcel Seiler
flo
52 Minuten her

Mal unabhängig von Frau Buyx: Die KAS ist nach meiner persönlichen Einschätzung schon länger nicht mehr so ganz gesellschaftspolitisch klar bürgerlich-konservativ orientiert. Na ja, vielleicht täusche ich mich in der Gesamtschau. Zumindest hat die KAS auch viele moderne linke Themen für sich entdeckt wie Verschwörungstheorien („Die Alarmierten – Was Verschwörungstheorien anrichten“), Hate Speech, Fake News, Desinformation, Rechtspopulismus. Von der KAS-Website: „Unsere Demokratie ist an einem Kipp-Punkt“. Politikforscher Peter R. Neumann warnt vor dem Vormarsch des Rechtspopulismus und seinen Folgen für die Demokratie“. „Der Aufstieg der Rechtspopulisten in den vergangenen 15 Jahren ist wirklich dramatisch. Laut einem Überblick der Zeitschrift ‚The Economist‘… Mehr

Kraichgau
55 Minuten her

Merkel’s System vergisst die Ihren eben nicht,erst die Saarlaendische Prinzessin als Chefin der KAS,jetzt diese Allzweckwaffe dazu 🙂

AlNamrood
59 Minuten her

Es gibt eine eigene Kaste in diesem Land die ausschließlich weich fällt.

Werner Meier
1 Stunde her

Ihren ethischen Standard offenbarte Buyx in einer der übelsten Hassreden seit Gründung der Bundesrepublik.

https://x.com/terran_liberty/status/1812074438000513216

Das Verwaltungsgericht Köln hat mittlerweile klargestellt, was von linkem Hass und linker Hetze dieser Art zu halten ist.

Die Stärkung demokratischer Grundprinzipien ist angesichts grundgesetzwidriger Bestrebungen linker Parteien und Exponenten bis zum Verfassungsschutz tatsächlich eine der wichtigsten Aufgaben der Gegenwart. Einen ersten Schritt hat das Verwaltungsgericht Köln gemacht. Die KAS hat sich für das Gegenteil entschieden und eine Demokratieverächterin zur Demokratiedeuterin ernannt.