Das Statistische Bundesamt meldet für September eine Inflationsrate von voraussichtlich 3,3 Prozent, getrieben von steigenden Energiepreisen. Schon folgt die nächste Teuerung: Ab Januar kostet das Deutschlandticket 66,80 Euro. Der neue Preisindex soll für jährliche Anpassungen sorgen.
IMAGO / Hanno Bode
Der nächste Preissprung beim Deutschlandticket ist offiziell beschlossen. Ab dem 1. Januar 2027 kostet das bundesweit gültige Abonnement für den Nah- und Regionalverkehr 66,80 Euro im Monat. Der sogenannte Koordinierungsrat, dem unter anderem Vertreter der Landesverkehrsministerien und der Verkehrsunternehmen angehören, legte den neuen Preis am Mittwoch fest. Die Summe war bereits kurz zuvor inoffiziell bekannt geworden.
Gegenüber dem derzeitigen Monatspreis von 63 Euro steigt der Preis um 3,80 Euro – ein Plus von gut sechs Prozent. Zum ersten Mal kommt dabei jener Preisindex zur Anwendung, den die Verkehrsministerkonferenz bei ihrer Frühjahrstagung im März in Lindau einstimmig beschlossen hatte.
Wie sehr die Kosten inzwischen steigen, zeigen auch die am selben Tag veröffentlichten Inflationszahlen. Nach einer ersten Schätzung des Statistischen Bundesamtes lag die Inflationsrate im September bei 3,3 Prozent. Gegenüber August verteuerten sich Waren und Dienstleistungen um 0,6 Prozent. Besonders stark stiegen die Energiepreise: Sie lagen 14,9 Prozent über dem Vorjahresniveau.
Die Zahlen erklären nicht unmittelbar den neuen Ticketpreis, zeigen aber das Umfeld, in dem der vereinbarte Kostenindex greift. Steigende Personal-, Energie- und Betriebskosten werden künftig über die jährliche Neuberechnung an die Fahrgäste weitergegeben.
In die Berechnung fließen Personal-, Energie- und „allgemeine Kosten“ ein. Diese Faktoren werden nach Angaben des Koordinierungsrates detailliert gewichtet und anhand einer Formel zu einem bestimmten Stichtag erfasst. Künftig soll der Index jedes Jahr herangezogen werden, um den Preis des Deutschlandtickets neu festzulegen. Aus dem einst als besonders günstiges Angebot beworbenen Fahrschein wird damit ein dauerhaftes Abonnement mit eingebautem Erhöhungsmechanismus.
Auch die Sonderformen des Tickets werden teurer. Das Deutschlandticket als Jobticket soll 2027 monatlich 63,46 Euro kosten, das Semesterticket 40,08 Euro.
Eingeführt wurde das Deutschlandticket im Jahr 2023 als dauerhafter Nachfolger des 9-Euro-Tickets aus dem Sommer 2022. Damals betrug der Preis zunächst 49 Euro im Monat. 2025 stieg er auf 58 Euro, seit Januar 2026 werden 63 Euro fällig. Mit dem neuen Preis von 66,80 Euro hat sich das Ticket innerhalb von vier Jahren um 17,80 Euro oder mehr als 36 Prozent verteuert.
Dabei zahlen nicht nur die Abonnenten. Bund und Länder stellen jährlich insgesamt drei Milliarden Euro aus ihren Haushalten bereit, um Verluste der Verkehrsunternehmen auszugleichen. Auf Grundlage der bisherigen Vereinbarungen ist das Deutschlandticket mindestens bis 2030 gesichert.
Der Name bleibt also erhalten, doch der ursprüngliche Preisvorteil schmilzt Jahr für Jahr. Rund 14,5 Millionen Menschen nutzen das Deutschlandticket derzeit. Sie müssen sich künftig nicht nur auf höhere Preise einstellen, sondern auf eine jährliche Neuberechnung nach einer Formel, die steigende Kosten zuverlässig an die Fahrgäste weiterreicht.


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Anpassungen an Preisindizes sind grundsätzlich sinnvoll. Warum aber so selektiv? Warum werden beispielsweise nicht die Freibeträge der Erbschaftssteuer regelmäßig angepasst? Seit 2007 ist dieser unter Eheleuten 500.000 €. Würde man an den Verbraucherpreisindex anpassen, wären das bis 2025 ca. 40 %. Der Freibterag wäre heute also mindestens 700.000 € Würde man an den Hauspreisindex anpassen, was bei Immobilienvererbung relevant wäre, wären es 86 % und damit ein Freibetrag von 932.000 €. Würde man die Diätenerhöhungen der Bundestagsabgeordneten als Referenz nehmen, wären das 69 %, und damit ein Freibetrag von 844.000 €. Sollte die Inflation in naher Zukunft massiv ansteigen, würde… Mehr
Die Bahn meide ich, wie eine ansteckende, nässende und juckende Hautkrankheit. Es gibt kaum ein „Unternehmen“ (schlußendlich ist es immer noch ein Staatskonzern), das so stellvertretend für den Zerfall unseres Landes steht, wie die Bahn. Vielleicht noch VW – aber auch deren überteuerte Minderqualitätskutschen werden von mir ignoriert.
Spielt ja keine Rolle. Die Politprominenz trifft es ja nicht. Da ist für den Transport ja vorgesorgt. Auf Kosten der Untertanen versteht sich. Im Flugbetrieb kann man ja wieder Busines fliegen und in der Bahn geht es ja auch konfortabel weiter wenn nicht der Fahrdienst in Anspruch genommen wird.