Clan-Randale zu Ostern: Wenn Großfamilien den Rechtsstaat herausfordern

In Leverkusen endet eine Osterfeier in Randale und Polizei-Großeinsatz. Der Vorfall steht für ein größeres Problem: Kriminelle Clans lehnen die deutsche Rechtsordnung ab. Statt konsequenter Gegenwehr plant die CDU nun die Beweislastumkehr für alle Bürger – und bemäntelt so ihr Versagen bei der Migration.

picture alliance/dpa | Jan Ohmen

So lässt sich auch Ostern feiern. In der Nacht zum Montag hatten sich 120 Angehörige des örtlich bekannten Goman-Clans in einer Shisha-Bar in Leverkusen-Opladen versammelt, um zusammen zu feiern. Aber die Feier eskalierte rasch, und das in mehrere Richtungen: Erst kamen Beschwerden der Anwohner über die Lärmbelästigung. Als die Polizei dann gegen elf Uhr abends zum zweiten Mal in die Shisha-Bar in der Uhlandstraße ausrücken musste und die Feier beenden wollte, gab es Gegenwehr gegen die Kräfte. Flaschen, Gläser und Stühle, auch die Fäuste flogen in Richtung der Beamten. Drei von ihnen mussten medizinisch versorgt werden, zwei davon im Krankenhaus.

Anscheinend hatten die Clan-Mitglieder aber auch untereinander Streit. Am Ende waren 150 Polizisten in 50 Einsatzfahrzeugen – teils aus Köln kommend – nötig, um die Lage unter Kontrolle zu bringen. Der Einsatzbereich wurde mit Flatterband abgesperrt. Drei Männer, teils blutverschmiert, wurden mit Handschellen arretiert. Zwei junge Frauen (17 und 35 Jahre) und ein 26-Jähriger wurden vorübergehend auf die Wache gebracht. Die Personalien von 40 Personen wurden aufgenommen. Letztlich blieb es bei einer wirklichen Festnahme: Ein 25-Jähriger soll dem Haftrichter vorgeführt werden. Um halb sieben am Ostermontagsmorgen war der Einsatz zu Ende.

Und wer sich nun über die Verbindung Clans und Ostern wundert: Die Goman-Familie stammt ursprünglich aus Polen und hat einen Roma-Hintergrund als fahrendes Volk. Die Familienmitglieder reisten wohl in den 50er-Jahren über Ostdeutschland in den Westen aus und wurden später vor allem in Leverkusen sesshaft. Clanchef und innerfamiliärer Friedensrichter war lange Zeit Adam Goman, der um 1980 auch als Schlagersänger „Andy Morro“ auftrat und 2021 starb. Seitdem gilt Michael Goman, alias „Don Mikkel“, als Familienoberhaupt. 2019 wurde er wegen Betrugs in 21 Fällen zu acht Jahren Haft verurteilt, offenbar hat er sich für Dienstleistungen bezahlen lassen, die er nicht erbrachte. Das soll eines der kriminellen Geschäftsmodelle der Familie sein. Vor allem in Ostdeutschland bieten sie demnach Haus- und Gartenarbeiten an.

Daneben befasst sich der Clan mit Geldwäsche, Ladendiebstählen, der Inverkehrbringung von Falschgeld und besonders prominent mit sogenannten Schockanrufen, durch die hilflosen Rentnern Geld aus der Tasche gezogen werden soll. Auch das Erschleichen von Leistungen gehört zum Bild.

Allein in NRW sind 118 kriminelle Clans bekannt

Der Goman-Clan fehlt derweil in der „brandneuen“ Statistik, die die Bundesregierung in diesem Januar vorlegte – gestützt auf Zahlen aus dem Jahr 2024 und eigentlich nur widerwillig, weil die AfD-Fraktion danach gefragt hatte. In Folge dieser Antwort wird nun kolportiert – etwa im Focus und bei Nius –, dass es in Deutschland nur 36 kriminelle Clans gebe, was aber nicht stimmen kann. Allein in NRW sind laut Innenminister Herbert Reul 118 kriminelle Familienclans bekannt.

Wieviele Mitglieder die von ihr genannten Clans haben, weiß die Bundesregierung nicht, auch nicht, wie oft dieselben mit der Polizei zusammenstoßen, wie häufig sie Zeugen oder Richter bedrohen, nicht, wie viele Waffen die Clanmitglieder besitzen, und nicht, wie viele von ihnen ausreisepflichtig sind. Diese versammelte Liste des Unwissens zeigt, wie sehr der angeblich geführte Kampf gegen die Clankriminalität noch in den Kinderschuhen steckt. Geschätzt wird eine Zahl von 500.000 Clan-Mitgliedern. Diese Zahl stammt aber nicht von der Bundesregierung.

Und während Grüne und andere Linke den Begriff gern ganz abschaffen wollen, beharrt das Innenministerium darauf: „Ein Clan ist eine informelle soziale Organisation, die durch ein gemeinsames Abstammungsverständnis ihrer Angehörigen bestimmt ist. Die Clanzugehörigkeit stellt dabei eine verbindende, die Tatbegehung fördernde oder die Aufklärung der Tat hindernde Komponente dar, wobei die eigenen Normen und Werte über die in Deutschland geltende Rechtsordnung gestellt werden können.“ Können, und oft auch werden: Clankriminelle lehnen den deutschen Staat offen ab, was im übrigen auch jeder einzelne Krankenhaus-Auflauf zeigt.

Oft im Wach- und Sicherheitsdienst tätig

Nach der, wie gesagt, eng umgrenzten Zählung der Bundesregierung sind 13 Clans arabischstämmig, elf gehören zur Gruppe der Mhallamiye (einer arabisch-sprechende Volksgruppe, die meist aus der Türkei, dem Libanon oder aus Syrien nach Deutschland kam). Neun Clans haben rein türkische Wurzeln, zwei sind kurdisch geprägt, ein Clan stammt vom West-Balkan. Die Zahlen stammen aus der Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Frage der AfD-Fraktion.

Die Roma-Gomans aus Polen fehlen, weil die AfD-Fraktion nicht ausdrücklich nach Clans aus Polen fragte. In NRW dominieren noch immer die Clans aus dem türkisch-arabischen Milieu. Es gab zuletzt angeblich weniger Straftaten und „Tumulte“ (Innenminister Reul), dafür aber mehr Verdächtige, die registriert wurden. Die Datengrundlage dürfte leicht zu manipulieren sein bei einem derart volatilen Objekt. Denn Clankriminalität ist kein klar umrissener Bereich wie die Organisierte Kriminalität. Die Kriminalität der Clans setzt sich aus vielen verschiedenen Straftaten zusammen, die vor allem durch die prinzipielle Weigerung ganzer Familienverbände, die staatliche Autorität anzuerkennen, brisant werden. Massenschlägereien mit Gewalt gegen die Ordnungskräfte sind nur das äußere Zeichen dieser Einstellung.

In Leverkusen war zuletzt der arabische Al-Zein-Clan aufgefallen, dem nach jahrelangem Tauziehen endlich die Villa in Rheinnähe entzogen werden konnte. Trotz der fürstlichen Residenz bezogen viele Familienmitglieder staatliche Unterstützung. Auch die Goman-Großfamilie besitzt eine Villa, vor der lange Luxuswagen standen. Einige davon wurden 2018 bei einer Razzia beschlagnahmt.

In Bielefeld ist ein Clan mit türkisch-jesidischer Herkunft (aktiv vor allem im Drogenhandel) von Interesse. In Gütersloh steht derzeit ein Clan wegen Betrugs und Hehlerei mit Miele-Geräten vor Gericht. In Hagen und Umgebung geht es oft um den arabisch-kurdischen Omeirat-Clan, dem man mit Razzien zuleiberückt.

Man muss die Liste noch verlängern. In Berlin, aber auch anderswo, gibt es inzwischen laut Berichten neben arabische Clans auch afrikanische Banden und eine Tschetschenen-Mafia, die sich derzeit ein Stück vom großen Kuchen sichern will. Die Gewalt zwischen den Gruppen eskaliert oft in lauen Sommernächten. Dabei können dann auch unbeteiligte Passanten leicht in die Schusslinie geraten. Faustrecht statt Recht des Staates. Da ist es besonders alarmierend, dass Clanmitglieder oft in der Wach- und Sicherheitsbranche tätig sind.

Mehr als eine Gefahr: Das Messer in der Tasche und die Beweislastumkehr

Clan-Experte und Islamwissenschaftler Ralph Ghadban meint: „Clan-Kriminalität ist kein reines Polizeiproblem, sondern in erster Linie ein Integrationsproblem.“ Man kann auch schlicht vom Problem Zuwanderung sprechen, wo die Zugewanderten offensichtlich gar keine Integration wünschen. Es zeigt sich: Das Reden über Clankriminalität ist nur der Tarnbegriff der Unionsparteien, um ihre Hauptmitschuld an der illegalen Migration zu bemänteln.

Gefährlich kann das Phänomen indes auch für die Rechtsordnung insgesamt werden. In NRW wollen CDU und Grüne die Beweislastumkehr einführen, weil man der Clans angeblich anders nicht Herr wird: „Wer über nennenswerte Vermögenswerte verfügt, aber keine legale Herkunft plausibel darlegen kann, muss mit deren Einziehung rechnen“, lautet der Antragstext der beiden Regierungskoalitionen laut Kölner Stadt-Anzeiger. Diese Regelung müsste offenbar am Ende für alle Bürger gelten. Sie wäre ein Schritt weiter zum gläsernen Bürger.

Zuletzt hat die Kriminalität von Syrern stark zugenommen, insbesondere bei den Rohheitsdelikten wie Körperverletzung, Raub und Nötigung. Im NRW-Lagebild Clankriminalität 2024 stellen die Syrer bereits die zweitstärkste Gruppe. Zu beachten ist dabei, dass die Syrer grundsätzlich in „Clans“ oder „Stämmen“ organisiert sind. Aber kriminell werden sie auch mit Angehörigen anderer Nationalitäten. Innenminister Reul störte sich insonderheit am „Männlichkeitsgehabe“ der jungen Syrer, die abends „mit der Clique“ rausgehen und dabei das Messer „wie selbstverständlich in der Bauchtasche“ dabei haben. Langfristig könnte das Schwergewicht von den „Libanesen“ (in Wahrheit oft aus der Türkei stammende Araber) auf die Syrer übergehen.

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Kommentare ( 6 )

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PaulKehl
36 Minuten her

Was dem Bürger als „syrischer Clan“ verkauft wird, sind oftmals Glücksritter aus dem Magreb, ohne Dokumente eingereist und mit arabisch-sprachiger Bürgergeld-Propaganda des Auswärtigen Amtes. – Die Party in Opladen war doch gelungen. Massenschlägerei, sogar Frauen verhaftet und Luxusschlitten in zweiter Spur geparkt. Wer ruft denn da um 22.03 h wg. Lärm die Ordnungshüter.

Raul Gutmann
52 Minuten her

Der Autor und ehrenwerte Sohn Heraklits beliebt zu scherzen:

Wenn Großfamilien den Rechtsstaat herausfordern…

Das hiesige dysfunktionale Staatswesen hat nicht nur seine (Schutz)Funktion für seine Steuerzahler verloren, sondern wird nur noch so lange existieren, wie die Feigheit seiner Wähler.

Tin
56 Minuten her

„Gefährlich kann das Phänomen indes auch für die Rechtsordnung insgesamt werden. In NRW wollen CDU und Grüne die Beweislastumkehr einführen, weil man der Clans angeblich anders nicht Herr wird: „Wer über nennenswerte Vermögenswerte verfügt, aber keine legale Herkunft plausibel darlegen kann, muss mit deren Einziehung rechnen“, lautet der Antragstext der beiden Regierungskoalitionen laut Kölner Stadt-Anzeiger. Diese Regelung müsste offenbar am Ende für alle Bürger gelten. Sie wäre ein Schritt weiter zum gläsernen Bürger.“ – Interessant. Man lässt gewähren um alle zum Schluss zu „beglücken“.

Jan Frisch
58 Minuten her

„Wer sich an die Gesetze nicht halten mag, muss die Gegend verlassen, wo sie gelten.“
Diese Bundesregierung verstößt also nicht einfach nur gegen geltendes Recht, indem sie diese kriminellen Vereinigungen nicht abschiebt, sie beleidigt den deutschen Dichterfürsten. Pfui Teufel!

Haba Orwell
1 Stunde her

> Und wer sich nun über die Verbindung Clans und Ostern wundert: Die Goman-Familie stammt ursprünglich aus Polen und hat einen Roma-Hintergrund als fahrendes Volk. Damit hat es diesmal gar nichts mit Muslimen zu tun. Was ist aber die politische Empfehlung – Katholiken rauswerfen? Die Freizügigkeit innerhalb der EUdSSR beenden? > Innenminister Reul störte sich insonderheit am „Männlichkeitsgehabe“ der jungen Syrer, die abends „mit der Clique“ rausgehen und dabei das Messer „wie selbstverständlich in der Bauchtasche“ dabei haben. Würde der Westen nicht Syrien für geopolitische Spielchen destabilisieren, könnte man sie leichter zurück schicken, Männlichkeit in Damascus zu beweisen. Wenn gewisser… Mehr

Last edited 55 Minuten her by Haba Orwell
Teiresias
1 Stunde her

Wiederholen sich die Indianerkriege des 19. Jahrhunderts?
Die Kolonialisten wollen die Gebräuche der Eingeborenen abschaffen.
Im Idealfall sollen wir wöhl eingehegt in Reservaten den Lebensunterhalt der Kolonialherren erwirtschaften.