Abstimmung per Leitung

Im vergangenen Jahr wurden nur 97 Kilometer Stromautobahnen gebaut – je nach Angaben sollten es aber schon mindestens 1000 km insgesamt sein. Wenn im kommenden Jahr auch das Atomkraftwerk Grafenrheinfeld vom Netz gehen, muss droht in Süddeutschland ein Stromloch. Der Ausbau stockt, weil in Bayern die Bürger in großer Zahl gegen die Monstertrassen und den damit verbundenen drohenden Gesundheitsschäden demonstrieren oder auch nur dagegen sind, dass riesige Masten und breite Schneisen durch Feld, Flur, Wald und Siedlungen geschlagen werden.

Sind das nur bockige Bürger, die gegen jede Veränderung sind? Es gibt auch eine andere Interpretation. Es ist eine Abstimmung gegen die Energiewende, die längst  eine massive Belastung für Mensch und Natur ist. Eine demokratische Abstimmung über die Energiewende hat es ja nie gegeben. Sie wurde obrigkeitsstaatlich verfügt und von einer „Ethikkommission“ gerechtfertigt, die einseitig zusammengesetzt war und daher auch zum erwünschten Ergebnis kam. Aber so eine Interpretation darf nicht sein. Stromtrassen, die Zerstörung letzter naturnaher Räume mit Windrädern, großflächiger Anbau von Mais in Monokulturen, und Nahrungsmittel, die in den Vergasungstank der sogenannten „Biogasanlagen“ vernichtet werden – das sind die Folgen einer kurzfristigen, unüberlegten und populistischen Politik.
Auch im neuesten Energiewende-Reparaturgesetz der Bundesregierung – keine Verbesserung. Als Erfolg wird gefeiert, dass die Preise nicht mehr ganz so schnell ansteigen sollen. Mittlerweile kostet die Energiewende jeden Bürger 200 € im Jahr – die Zerstörung der Natur ist dabei noch nicht eingerechnet, auch nicht der Bau der stockenden Monstertrassen. Und in diesen Tagen erhöhen die städtischen Verkehrsbetriebe die Fahrkartenpreise – wegen des teuren Stroms.
Ungefähr 1.000 € also für eine vierköpfige Familie im Jahr, Tendenz steigend. Aber schlimmer noch: Das sind nur Geldbeträge. Gegen die eigentlichen Kosten demonstrieren jetzt immer mehr Menschen an den Trassen, die unmittelbar Betroffenen. Allerdings – weitgehend ohne öffentliche Resonanz. Was nicht ins Bild der grünen Ideologien paßt, wird ausgeblendet. Auch wenn es unübersehbar ist. Das ist wirklich ein Kunststück.

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