Das Oktoberfest soll 2022 stattfinden

Zweimal ist das Oktoberfest coronabedingt abgesagt worden. Nun hat Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) verkündet, dass es in diesem Jahr stattfinden soll – und dabei den Ministerpräsidenten schwer kritisiert.

IMAGO / aal.photo
Münchens OB Dieter Reiter bestätigt das Oktoberfest 2022, 29.04.2022

Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter sagt Ja zur „Wiesn“. Auf einer nicht nur in München mit Spannung erwarteten Pressekonferenz gab Reiter am Freitag bekannt, dass das Oktoberfest, das größte Volksfest in Deutschland und Europa, nach zwei coronabedingten Absagen in diesem Jahr stattfinden soll. Die Lage sei nicht mehr die, die ihn im Winter dazu veranlasste, an einem Stattfinden der Wiesn 2022 zu zweifeln, berichtet der Merkur von der Pressekonferenz. Reiter machte deutlich, dass er diese Entscheidung ohne große Freude treffe.

Weder der Bund noch der Freistaat Bayern hätten Regelungen erlassen, die eine Zugangsbeschränkung durch die Stadt zum Volksfest 2022 rechtfertigten. Die Lage sei schwierig, wenn einerseits der bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) vor einem Oktoberfest ohne Zugangsbeschränkungen warnt, während der Ministerpräsident sich ohne Abstand und Maske auf anderen Volksfesten zeige. „Man kann – so wie in Bayern geschehen – das „Team Vorsicht“ auch auflösen und daraus ein „Team Volksfest-Hopping“ machen“, sagte Reiter laut Merkur.

Auch die Lage in der Ukraine erwähnte Reiter. Er könne sich angesichts dessen keine fröhliche Volksfeststimmung in München vorstellen. Da aber niemand wisse, wie die Lage im Herbst sei, könne das keine Rechtfertigung sein, das Volksfest schon jetzt abzusagen. Er wolle nicht der sein, der moralisierend den Zeigefinder hebe, wenn andere die Wiesn trotz Krieg besuchen wollten, berichtet der Merkur.

Eine andere Frage dürfte sein, wer sich überhaupt noch einen Maßkrug Bier auf der Wiesn wird leisten können. Schon vor dem Anziehen der Inflation war der Anstieg der Bierpreise in den Festzelten (2019 zwischen 11 und 12 Euro!) immer wieder ein Aufreger-Thema. In diesem Jahr dürfte das in besonderer Weise gelten.

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