Sabotage-Angriff auf Privatflugzeug von Merz: Anja Windl droht Haft

Die Staatsanwaltschaft Arnsberg hat Anklage gegen drei Klima-Aktivisten erhoben, die im Januar 2026 versucht haben sollen, das Privatflugzeug von Kanzler Friedrich Merz zu beschädigen. Auch der bekannten Klima-Extremistin Anja Windl droht eine Haftstrafe.

Klima-Aktivistin Anja Windl (30) vor Gericht. IMAGO / Smith
Klima-Aktivistin Anja Windl (30) vor Gericht.

Nach Angaben der Justiz zerschnitten die Klima-Aktivsten – eine 1997 geborene Frau aus Laberweinting in Bayern, ein 2002 geborener Mann aus Berlin und ein 1969 geborener Mann aus Pellworm – Zaun am Gelände des Flugplatzes Arnsberg-Menden. Dort stellte sie die Polizei, als sie eben den Hangar aufbrechen wollten, in dem die Maschine von Friedrich Merz abgestellt ist. Die Ermittlungen übernahm der Staatsschutz. Eine Polizeistreife war zuvor auf ein verdächtiges Fahrzeug aufmerksam geworden; der Fahrer wurde dem linksaktivistischen Spektrum zugeordnet, er hatte sich nach einem nahen Flugplatz erkundigt, woraufhin die Beamten sofort das Gelände kontrollierten.

Unter den Festgenommenen: die deutsche Klimaaktivistin Anja Windl (30): Sie gilt als zentrale Figur der radikalen Klimaprotest-Szene, insbesondere in Österreich, wo sie von Boulevard-Medien den Spitznamen „Klima-Shakira“ bekam – aufgrund ihres markanten Haarschnitts. Windl war bis 2022 bei Fridays for Future aktiv und schloss sich dann der Letzten Generation Österreich an, die bis zu ihrer Auflösung im August 2024 Straßenblockaden und Klebeaktionen durchführte. Mehrfach wurde sie festgenommen, im Mai 2026 verurteilte sie das Wiener Landesgericht nicht rechtskräftig zu acht Monaten bedingter Haft wegen Sachbeschädigung und schwerer Sachbeschädigung: Ihr und Mitstreitern wurde vorgeworfen, sich mit sogenannten „Mumienhänden“ (Sand und Superkleber) unter anderem auf der Südautobahn (A2) festgeklebt zu haben. Im Juli 2026 folgte am Landesgericht Klagenfurt eine weitere bedingte Haftstrafe von vier Monaten wegen Aufforderung zu strafbaren Handlungen: Sie hatte ein Video einer Sachbeschädigung an der ÖVP-Zentrale in der Wiener Innenstadt auf Instagram mit dem Aufruf „bitte nachahmen“ veröffentlicht – Windl hat die Fassade der Parteizentrale mit Hundekot beschmiert.

Flughafen-Klebeaktion Letzte Generation
Klima-Aktivisten verurteilt: 30 Jahre am Existenzminimum
Nach der versuchten Sabotage-Aktion in Arnsberg bekannte sich die Gruppe Widerstands-Kollektiv – eine Nachfolgeorganisation der Letzten Generation – zu der Tat. Ziel sei gewesen, das Flugzeug mit pinker Farbe zu beschmieren und langfristig stillzulegen, um gegen klimaschädliche Privatflüge zu protestieren. Als symbolische Geste hatten die Aktivisten auch ein Fahrrad als „klimafreundliches Fortbewegungsmittel für den Kanzler“ mit dabei sowie ein Banner mit der Aufschrift „Mobilität für alle statt für Überreiche!“. Anja Windl erklärte laut der Gruppe: „Wir handeln hier aus Notwehr. Die Klimakatastrophe eskaliert und gleichzeitig fliegt Friedrich Merz mit seinem eigenen Flugzeug durch die Gegend.“

Die Letzte Generation selbst entstand im Dezember 2021 in Deutschland aus Kreisen von Extinction Rebellion und einem vorangegangenen Hungerstreik: Gründer waren unter anderem Henning Jeschke, Lea Bonasera und Melanie Guttmann. Die Gruppe setzte auf zivilen Ungehorsam mit Straßenblockaden, Festkleben und Aktionen gegen Infrastruktur.

1.200 tatverdächtige Klima-Aktivisten

Laut Lagebildern des Bundeskriminalamtes werden der Gruppierung seit 2022 Hunderte Straftaten zugeordnet – frühe Berichte nannten 580 Delikte mit 740 polizeilich auffälligen Personen, später stieg die Zahl auf 1.200 an. Allein in Berlin liefen Tausende Verfahren, überwiegend wegen Nötigung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und Sachbeschädigung. In München und anderswo gab es Ermittlungen wegen des Verdachts der Bildung einer kriminellen Vereinigung. Die österreichische Sektion löste sich 2024 auf, die deutsche Szene nannte sich in „Neue Generation“ oder in das „Widerstands-Kollektiv“ um, das weiterhin auf Aktionen gegen „Symbole des Reichtums“ setzt.

Anja Windl hat bereits österreichische Verurteilungen: acht Monate bedingt wegen Sachbeschädigung sowie Klebeaktionen und vier Monate bedingt aufgrund der Aufforderung zur Sachbeschädigung. Weitere Vorstrafen – auch ausländische – können nun bei einem kommenden Prozess strafschärfend berücksichtigt werden. Deshalb ist bei Windl eher mit einer höheren Strafe zu rechnen als bei einem Ersttäter.

Die Aktion am Flugplatz Arnsberg-Menden wird von der Staatsanwaltschaft Arnsberg als Hausfriedensbruch (§ 123 StGB) und (versuchte) Sachbeschädigung (§ 303 StGB) verfolgt. Den Tatverdächtigen drohen damit Freiheitsstrafen bis zu zwei Jahren und hohe Geldbußen.

Anzeige

Unterstützung
oder €

Kommentare ( 0 )

Liebe Leser!

Wir sind dankbar für Ihre Kommentare und schätzen Ihre aktive Beteiligung sehr. Ihre Zuschriften können auch als eigene Beiträge auf der Site erscheinen oder in unserer Monatszeitschrift „Tichys Einblick“.
Bitte entwerten Sie Ihre Argumente nicht durch Unterstellungen, Verunglimpfungen oder inakzeptable Worte und Links. Solche Texte schalten wir nicht frei. Ihre Kommentare werden moderiert, da die juristische Verantwortung bei TE liegt. Bitte verstehen Sie, dass die Moderation zwischen Mitternacht und morgens Pause macht und es, je nach Aufkommen, zu zeitlichen Verzögerungen kommen kann. Vielen Dank für Ihr Verständnis. Hinweis

0 Comments
Inline Feedbacks
Alle Kommentare ansehen