Deutschland stoppte nach Tschernobyl seine Reaktorentwicklung. China entwickelt die deutscher Technik nun erfolgreich weiter. Jetzt testet es eine Heliumturbine, die einst in Jülich entwickelt worden war – allerdings in einem deutlich größeren Maßstab. Von Dipl.-Ing. Wolfgang Kempkens
IMAGO / Hans Blossey
Vor rund 60 Jahren hatten Physiker und Reaktortechniker in der damaligen Kernforschungsanlage Jülich (KFA) eine geniale Idee. Sie wollten bei der Nutzung der Energie eines Hochtemperaturreaktors, einer Entwicklung der KFA, die gleich nebenan realisiert worden war („Kugelhaufenreaktor“) einen kompletten Prozessschritt einsparen, um die Investitionen zu senken und um den Wirkungsgrad deutlich zu erhöhen. Bis weit in die 80er Jahre hinein arbeiteten sie an der Umsetzung. Dann passierte der Unfall im damals sowjetischen Kernkraftwerk Tschernobyl und die Reaktorentwicklung in Deutschland wurde abrupt gestoppt.
Jetzt hat China die Technik wiederbelebt. Vor drei Jahren schon gingen dort zwei Kugelhaufenreaktoren nach Jülicher Vorbild in Betrieb. Jetzt haben die dortigen Forscher auch das Sparmodell der KFA aufgegriffen und mit dem Probebetrieb einer kleinen Heliumturbine (2,2 Megawatt/MW) begonnen. Eine größere Version soll die Wärmeenergie künftiger chinesischer Kugelhaufenreaktoren in elektrische Energie umwandeln.
Hochtemperaturreaktoren dieser Art werden mit dem Edelgas Helium „gekühlt“. Dieser ein bisschen irritierende Begriff besagt, dass Helium die Wärme aus dem Reaktorkern entfernt, die durch die Spaltung von Uranatomkernen entsteht. Dadurch wird der Kern tatsächlich gekühlt sodass er nicht ständig heißer wird, was für die Sicherheit wichtig ist. Der Abtransport der Wärme ist allerdings wirtschaftlich interessant, weil sie zur Stromerzeugung genutzt werden kann.
In den ersten beiden Reaktoren dieser Art, die in Deutschland gebaut wurden und mittlerweile längst Geschichte sind, heizte das Helium in einem Wärmetauscher Wasser auf, sodass es sich in Dampf verwandelte, der einen Turbogenerator zur Stromerzeugung antrieb. Genauso geschieht es jetzt auch in China. Die Idee aus Jülich, die jetzt in China aufgegriffen worden ist, sieht vor, das heiße Helium direkt in einen Spezial-Turbogenerator zu leiten. Der Umweg über den Dampf, der Energie kostet, soll entfallen.
Die weltweit erste Heliumturbine der Megawattklasse – in Jülich war damals eine 300-Kilowatt-Turbine als Vorstufe für eine 300-Megawatt-Anlage getestet worden – hat CNNC Huaxing gebaut. CNNC Huaxing ist eine Tochtergesellschaft der China National Nuclear Corporation. Die ersten Tests waren erfolgreich. Das wertvolle Heliumgas – der Anteil dieses Edelgases in der Luft liegt bei äußerst mageren 0,000524 Volumenprozent – wird dabei in einem geschlossenen Kreislauf gefahren, damit nichts davon verlorengeht. So soll es auch beim angestrebten Einsatz in Kernkraftwerken geschehen.
„Die erfolgreichen Tests bedeuten für China einen entscheidenden Schritt vorwärts auf dem Gebiet der Kernkraftanlagen für gasgekühlte Mikroreaktoren und markieren den Übergang von der theoretischen Verifizierung zur technischen Demonstration“, so die CNNC. Die geplante Turbine für den kommerziellen Einsatz in künftigen chinesischen Kugelhaufenreaktoren soll eine Leistung von 120 Megawatt haben, also leicht über der der Reaktoren liegen, die auf 105 Megawatt kommen.
Das technische Know-how in China basiert, was die Hochtemperaturreaktoren angeht, auf den Entwicklungen in der KFA Jülich. Sie wurde von Wissenschaftlern des Institute of Nuclear and New Energy Technology der Tsinghua University in Peking auf den neuesten Stand gebracht. Dabei wurden auch zahlreiche Kinderkrankheiten beseitigt, die das Jülicher Original hatte, die auch dem ersten großen Kernkraftwerk dieser Art, dem THTR 300 in Hamm-Uentrop, zum Opfer fiel, weil es an Geld und Geduld fehlte, sie zu beseitigen.



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Ich glaube, mit graphitmoderierten Kernreaktoren hat man in Tschernobyl keine besonders positiven Erfahrungen gemacht.
Ist ne völlig andere Technik.
Mir fällt noch der Transrapid ein. Geburtsort: BRD, Verwirklicht: China
Herr Kempkes, vielen Dank für Ihren interessanten Beitrag. Frau Dr. Weidel erwähnte in ihrer Bundestagsrede (9.9.26) auch diese Reaktoren in China.
Wie ist der Stand des Demonstrationsreaktors von Dual Fluid in Ruanda?
„Proudly Designed and Engineered in Germany“ (Berlin. Nun Sitz in Kanada!)
War da nicht der Fischer von den Grünen Umweltmini in Hessen die diesen ganzen Schwachsinn zu verantworten hatten? Die Grünen haben mit ihrer verquasten Ideologie Deutschland schwersten Schaden zugefügt. Lieber betonieren sie kubikmeterweise Waldboden mit Stahlbeton zu.und verpesten die ganze Umwelt mit äußerst schädlichen Kunststoffabrieb.der Rotorblätter. Ein Großteil der grünen haben nur ein Interesse…“wie komme ich ohne große Anstrengung an möglichst viel Steuerknete.“…Von solcher Spezies haben wir viel zu viele in Deutschland.
D i e schaffen das. Wir nicht. Trittin Merkel Scholz Merz Söder Aiwanger und die FDP wollten es so. Jetzt haben wir dann eben nichts mehr drauf. Das ist die Folge von 28 Jahren Energiewende ins Nichts. Die politische Zerstörung geht auch weiter voran. Deutschland braucht eine sichere und bezahlbare Energieversorgung. Die ist durch alle Politiker Parteien Regierungen und die EU Kommission seit 1998 systematisch zertrümmer worden. Und jetzt ist Deutschland eben am A. Die Zerstörer sind weiterhin an der Macht in Brüssel, in Berlin und in Bayern auch. Söder und Aiwanger haben Isar 2 und Gundremmingen C stillgelegt. Diese… Mehr
China ist auch bei Fusionsreaktoren weltweit führend. Der chinesische Fusionsreaktor EAST (Experimental Advanced Superconducting Tokamak) hat im Ende Dezember 2021 einen Weltrekord aufgestellt, indem er ein extrem heißes Plasma über 1056 Sekunden – also rund 17 Minuten und 36 Sekunden – aufrechterhielt. Die wichtigsten Details zum Rekord Temperatur: Das Plasma erreichte während des Laufs rund 70 Millionen Grad Celsius – mehr als vierfach so heiß wie der Kern der Sonne (ca. 15 Millionen Grad Celsius). Standort: Der Tokamak-Reaktor befindet sich am Institut für Plasmaphysik der Chinesischen Akademie der Wissenschaften (ASIPP) in Hefei, China. Bedeutung: Das Experiment bewies, dass ein supraleitendes… Mehr
Werter Herr Kempkens,
wie hat man das Grafit-Problem (Staub, Brennbarkeit) in den Griff bekommen? Und setzt China nun gasbetriebene Turbinen ein, oder ist Helium doch nur das Kühlmittel und sind Primär- und Sekundärkreislauf immer noch getrennt.
Ist das alles nur ein Zwischenschritt und der Flüssigsalzreaktor die Zukunft?
Die Magnetschwebebahn wurde ja auch in Deutschland entwickelt.
Haben die Grünen ja alles kaputt gemacht.
Das Credo des grünen tiefenverdummten Fußvolkes: Zurück zum Eselskarren…
Das Wissen der grünen Hinterzimmereliten:
Ist zwar alles Quatsch – aber Hauptsache, wir kommen damit an die Macht.
Aber es waren nie die Grünen allein und in den Achtziger Jahren schon gar nicht. Verantwortlich waren immer die Typen von der CDU/CSU und der SPD. Aber denen ist leider nie etwas geschehen, weil Politiker ja keine Verantwortung tragen — deshalb können sie ja verantwortungslos agieren. Oder fällt jemandem hier ein Politiker außer dem rumänischen Diktator ein, den in den letzten 50 Jahren an die Wand gestellt und füsiliert worden ist? Eben.
Zitat: „Die Magnetschwebebahn wurde ja auch in Deutschland entwickelt.“
> Wobei ich hier am denken bin, dass China weit mehr an „schöne Dinge“ als wie nur die Magnetschwebebahn von Deutschland erhalten hat -….egal ob dann aus deutscher Verblödung den Chinesen gegeben oder ob von den Chinesen -auf welcher Art und Weise auch immer- geklaut.
……und aus lauter Dank stopfen wir dämlichen Deutschen China dann auch noch Millionen Steuergeld zwecks deren Entwicklung in der Allerwertesten.
Herzlichen Glückwunsch! Während die Chinesen derweil Geschwindigkeitsrekorde mit ihrer fortentwickelten Magnetschwebetechnik brechen und sich damit einen Markt für zukünftigen landgebundenen „Ersatzflugverkehr“ sichert, liefert Deutschland weiter gute Ideen. So das „Transport System Bögl“ (gleichfalls Magnetschwebetechnk) „https://de.wikipedia.org/wiki/Transport_System_Bögl“ an dem sich das chinesischen Unternehmen Chengdu Xinzhu Road & Bridge Machinery Co. Ltd. weitsichtig Vermarktung und Produktion gesichert hat.
Zitat: „an dem sich das chinesischen Unternehmen Chengdu Xinzhu Road & Bridge Machinery Co. Ltd. weitsichtig Vermarktung und Produktion gesichert hat.“ > Mal abgesehen davon, dass die Firma nun schon seit 16 Jahren am entwickeln und testen(und staatliche Entwicklunkshilfe? am kassieren) ist, so ist es dann doch auch ziemlich bemerkenswert, daß diese Firma schon halbwegs an den Chinesen verkauft ist bevor sie überhaupt richtig in Gange gekommen ist. Wobei ich aber auch mit Blick auf die Schwebebahn sagen muß, dass ich auch so meine Zweifel habe, dass sich diese Technik auch noch in den Städten nachträglich -zum Teil neben Bus… Mehr
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