Der Ökonom Clemens Fuest hat angesichts der sich verschärfenden Regierungskrise seine Forderung nach Wirtschaftsreformen bekräftigt. Notfalls sollten Neuwahlen den Reformstau auflösen, so der Ökonom. Von einer Abwicklung der Transformationsagenda ist allerdings nach wie vor keine Rede.
IMAGO / Sven Simon
Ifo-Chef Clemens Fuest ist sichtbar unzufrieden mit dem Zustand der deutschen Politik. Im Wochentakt folgen seine medialen Interventionen. Forderungen, die viele angesichts des überdehnten Staatshaushalts, der katastrophalen Lage der Wirtschaft und des Verfalls der politischen Kultur in Berlin zweifellos teilen. Allein die Staatsschuldenkrise ist beängstigend: Sollte das Duo Merz-Klingbeil seinen Haushaltsplan erfüllen, wächst der deutsche Schuldenberg bis 2030 um mindestens 800 Milliarden Euro. Kalkuliert man die bis dahin zusätzlich anfallenden Zahlungsverpflichtungen aus der Sozialversicherung und die Folgen der anhaltenden Rezession mit ein, wird die deutsche Staatsverschuldung auf mindestens 90 Prozent des Bruttoinlandsprodukts emporschießen und sich der allgemeinen Schuldenlage in der EU annähern.
Fuest hat völlig recht: Der Staat ist überdehnt, die Abgabenlast muss dringend gesenkt werden. Im Gespräch mit der Neuen Osnabrücker Zeitung wurde der Ökonom ähnlich deutlich wie schon vor wenigen Wochen im ZDF-„heute journal“, als er klarstellte, dass die Regierungspraxis des Duos Merz-Klingbeil geradewegs auf einen Schuldeneisberg zusteuere, sollte sich strukturell an der Sedierungsstrategie mit der Sozialgießkanne nichts mehr ändern.
Wir drehen uns im Kreis eines fest definierten, unfruchtbaren Scheindiskurses: Reformideen dienen dem Zweck, das bestehende politische Design der grünen Ökonomie durch medienwirksame Umverteilungsmaßnahmen zu stabilisieren. Es ist ernüchternd, mitzuerleben, wie opportunistisch Gewerkschaftsfunktionäre und Wirtschaftsvertreter auf den Zug der grünen Transformation ins Nichts aufgesprungen sind. Arbeitnehmerinteressen spielen längst keine Rolle mehr, auch dass die Wirtschaft Jahr für Jahr zwischen 60 und 100 Milliarden Euro an Netto-Direktinvestitionen vom Standort abzieht und desinvestiert, fällt nicht mehr ins Gewicht.
Freiheit der Akademie? Ein schöner Traum. Ihr Schweigen über den ökonomischen Niedergang Deutschlands ist die eigentliche ethische Sünde. Eine wahre Elite würde den Bürger als wahre Brandmauer vor ideologischer Übergriffigkeit des Parteienstaates schirmen.
Unter den gegebenen medienpolitischen Verhältnissen fällt es äußerst schwer, die Erzählungen abzuschwächen, die das gegenwärtige Machtmodell des Klimakomplexes stabilisieren. Grundsätzlich zählte es zu den Pflichten öffentlich bezahlter Ökonomen wie Clemens Fuest, die Bürger regelmäßig über die Kanäle in Kenntnis zu setzen, in die die produktive Leistung der Ökonomie tatsächlich umgelenkt wird und in wessen Taschen sie schließlich versickert. Dazu zählen sowohl die Milliarden, die im Abnutzungskrieg im Donbass auf ethisch äußerst zweifelhafte Weise verschwinden, ebenso wie die vom Ökonomenkollegen Lars Feld auf etwa 321 Milliarden Euro geschätzten jährlichen Subventionen, die inzwischen sieben Prozent der gesamtwirtschaftlichen Leistung zerstören.
Die Rhetorik müsste sich generell ändern. Eine Sprachrevolution der Verteidiger der Freiheit müsste Schärfe erzeugen, um komplexe Sachverhalte klarer zu konturieren. Vor allen Dingen der Klimakomplex verdiente eine völlig andere öffentliche Debatte als eine vom Mainstream inzestuös aufgezogene Monokultur. Solange emotionales Geschwurbel die Tatsache verdeckt, dass die europäische Klimapolitik in erster Linie als staatlicher Extraktionsmechanismus strukturiert wurde, ist nichts gewonnen.
Man sollte sich über eine Sache im Klaren sein: Mit der Industrie verhält es sich wie mit kultureller Identität. Einmal verloren, lässt sie sich, wenn überhaupt, über sehr lange Zeiträume hinweg nicht wiederherstellen. Insofern bilden sowohl die Degrowth-Ideologie des rot-grünen Mainstreams als auch die Politik der offenen Grenzen die beiden Klammern desselben globalistischen Machtkonstrukts. Es ist eine der hinterhältigsten Strategien der Macht, die nun langsam aber sicher wie Sand in einer Sanduhr in das Bewusstsein der Bevölkerung rieselt.
Selbst der Ausbau des öffentlichen Dienstes als eine Art Auffangbecken für die Hunderttausenden, die ihre Jobs verlieren, wird den Eindruck nicht mehr lange zerstreuen können, dass die deutsche Wirtschaft seit 2019 an Produktivität einbüßt und die Millionen Zugewanderten den Pro-Kopf-Ertrag durch massive Umverteilungsprozesse kontinuierlich reduzieren. Allein der Migrationseffekt, der sich über einen verstopften Immobilienmarkt, steigende Mieten und Häuserpreise in den Lebenshaltungskosten der ärmeren Haushalte und der Mittelschicht entlädt, ist ein eigenes, wohltemperiertes Verarmungsprogramm. Dass die offizielle Teuerungsrate derzeit bei rund drei Prozent liege, so die Angaben des Statistischen Bundesamtes, sollte nach einem flüchtigen Gang durch einen deutschen Supermarkt eher der Welt der Märchen zugeordnet werden.
Es wird immer deutlicher, dass Massenmigration und grüne Transformation in erster Linie eines bewirken: die kalte Enteignung der bürgerlichen Mitte. Historisch interessierte Leser wird es nicht überraschen, dass diese Enteignung mit einer zunehmend aggressiven Repression der freien Meinungsäußerung einhergeht. Digitale Identität zur Kontrolle öffentlicher Diskurse sowie die Einführung eines digitalen Kontrollgelds zur Eindämmung der Kapitalflucht sind die verbleibenden Optionen des Machtkartells jenseits der Brandmauer.
Auch Ökonomen haben (noch) das Recht und die Pflicht, diese destruktiven Tendenzen als Folgen des wirtschaftlichen Verfalls zu diskutieren.




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Toller Vorschlag mit den Neuwahlen. Dann erreicht die AfD 29 Prozent. Und die Blockparteien CDU/CSU, SPD und Grünfaschisten 48 Prozent und damit wieder genug für eine neue Koalition der Deutschlandzerstörer. Nur dass dann auch noch die ungebildeten Dummbolzen der Klimareligion erneut mit auf der Regierungsbank hocken und die Schussfahrt in den Bankrott beschleunigt wird.
Nein, Danke. Ich will, dass die Schwachmatenregierung Merz/Klingbeil/Bas das Ding komplett bis 2029 durchzieht. Dann wird Deutschland so runtergewirtschaftet und abgerockt sein, dass die Union in der verdienten Versenkung verschwindet und die AfD die absolute Mehrheit bekommt. Nur aus Ruinen kann in diesem Land Neues entstehen.
Fuest ist Teil des Problems bzw. des Monopolapparates, die dieses Problem verursacht hat. Seine Kritik ist systemimmanent. Nach wie vor offen bleibt, was eine Minderheitsregierung oder Neuwahlen bringen sollen, solange sich die Ausrichtung der Union nicht geändert hat. Neuwahlen würden für viele CDU-Abgeordneten den Verlust ihres Pöstchens bedeuten. Andererseits, je länger das hinausgeschoben wird, desto mehr Stimmen verliert die Union. Da der linke Block unverändert bleibt, könnte dieser sogar auf RRG spekulieren. Eine völlig verfahrene Situation.
Warum wird ein Lehrer in der BRD Beamter , in anderen Ländern der EU aber nicht ?! Wir haben zu wenige Facharbeiter , wir haben aber zuviele Beamte ! Wenn wir das nicht ändern können , dann liegt es an den Wählern ! Nur wer staatswichtige Aufgaben übernimmt , der sollte Beamter werden !
Was sollen die Neuwahlen dann ändern? Ich meine die ganze Clique will doch nur weiter das gleiche machen und wenn schon dann kosmetische Veränderungen am Rande. Für echte Veränderungen braucht AfD (oder wer auch immer für die Reformen gewählt worden ist) mehr als 50% und zwar deutlich mehr, weil man auch evtl die Verfassung zurück setzen sollte, da wo die grünen Mafia sie beschädigt hat. Die Richterschaft muss man auch sanieren: alle diese Richter die die Leute mit den Durchsuchungen und Strafen für böse Tweets drangsalieren, müssen mindestens bestraft werden oder entlassen. Das kann nicht sein, dass man um Redefreiheit… Mehr
„Notfalls sollten Neuwahlen den Reformstau auflösen, so der Ökonom.“
Was für eine Dummbeutelei, welches realistische Wahlergebnis löst denn den Reformstau auf?
Ich verstehe Herrn Fuest nicht: Was ändert eine Neuwahl denn? Solange die völlig undemokratische „Brandmauer“ steht ist es völlig irrelevant, wie der Bundestag sich zusammen setzt, denn alles unter 50% AfD bedeutet nur ein „weitermerkeln“ mit anderen Mehrheiten.
Oh ha, da muss man dem Herrn Kolbe ausnahmsweise mal weitestgehend zustimmen. Wenn er nun noch den gedanklichen Sprung zurück zu einer funktionierenden Marktwirtschaft schafft, in der die Leistungsbilanz ausgeglichen ist, die Privaten sparen, die Unternehmen sich verschulden und der Staat lediglich etwaige Schwankungen ausgleicht, dann wird das noch was mit der Wirtschaftspolitikberichterstattung bei TE.
Es gibt zwei heilige Kühe im wirtschaftspolitischen Diskurs Deutschlands: die Massenmigration in unsere Sozialsysteme sowie die „Energiewende“.
Beides vorsätzlich angestiftete, autodestruktive Entwicklungen , die nicht einmal thematisiert , geschweige denn als Korrektur bedürftig (wäre aber eh zu spät) benannt werden dürfen.
Warum?
Die dritte heilige Kuh sind die Beamten-Privilegien.
Dort darf auch nie gespart werden.
Was sollen Neuwahlen bewirken?
Solange es der linksgrünen Resterampe zu einer Mehrheit reicht ändern Neuwahlen genau nichts, ganz im Gegenteil. Wenn die Grünen neben schwarz und rot auch noch dabei sind wird es noch schlimmer als es jetzt schon ist.
Fuest ist Teil des Problems nicht der Lösung – ich frage mich immer was sein Vorgänger Sinn von ihm hält?
Mich erinnert das an buschkowski und sein ziehkind!