Künstliche Intelligenz und Wachstum der deutschen Wirtschaft sind zwei Aspekte, die aktuell nicht zusammenpassen wollen. Doch eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft sieht Chancen. Dafür brauche es aber grundlegende Reformen, heißt es aus der Wirtschaft.
IMAGO / STL
Die großen Erfindungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) sind nicht aus Deutschland gekommen. Das mache nichts, sagt nun eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) aus, über die das Handelsblatt exklusiv berichtet hat. Demnach habe der deutsche Tech-Standort trotzdem das Potenzial, an der KI mit zu verdienen. Die heimischen Unternehmen könnten mit den Anwendungen und in der Entwicklung von Endprodukten Geld verdienen. Davon hänge der Wohlstand des gesamten Standorts ab.
Der Interessenverband „Die Jungen Unternehmer“ sieht durch die Nutzung der Künstlichen Intelligenz eine Chance, die Bruttowertschöpfung um 440 Milliarden Euro bis zum Jahr 2034 zu steigern. Allerdings benötige es dafür entsprechende Reformen, um der Expansion im KI-Bereich den Weg freizumachen. „Ohne entsprechende Voraussetzungen verpassen wir die Wachstumschancen durch KI“, sagt Thomas Hoppe, Bundesvorsitzender der Jungen Unternehmer. Bislang hinke Deutschland „wie ein verträumter Erstklässler im 1000-Meter-Lauf der globalen Entwicklung hinterher“.
Hoppe kritisiert einen „übertriebenen Regulierungseifer und zu viel Bürokratie“. Damit lege sich Deutschland gravierende Hindernisse geradezu selbst in den Weg. Die Jungen Unternehmer haben einen Katalog an Vorschlägen vorgelegt, wie die Wachstumschancen zu realisieren seien. Diese können allerdings nicht allein in Berlin umgesetzt werden, sondern müssten auch mit der EU abgesprochen werden.
Als ersten Punkt nennen die Jungen Unternehmer eine Reform des Datenschutzes. So seien die „Datenschutz-Grundverordnung“ (DSGVO) und das Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) „aus der Zeit gefallen“. Deutschland folge einer Politik der Datensparsamkeit. Das hemme aber die Entwicklung im Bereich der Künstlichen Intelligenz. Stattdessen fordern die Jungen Unternehmer das Prinzip der Datensouveränität. Ihnen schwebt eine zentrale Aufsicht vor, um eine effektive wie nachvollziehbare Kontrolle zu ermöglichen. Bisher sorgen 16 Datenschutzbeauftragte der Länder für ein Labyrinth an Regeln und Gesetzen.
Außerdem fordern die Jungen Unternehmer in Deutschland von der EU mehr Zurückhaltung. Im internationalen Vergleich reguliere diese „viel zu stark und würgt dadurch Innovationen ab“. Statt einheitliche, enge Regeln, die einen „horizontalen Regulierungsansatz“ bedeuteten, in dem die EU „mit Kanonen auf Spatzen“ schieße, solle deren Kontrollapparate behutsam vorgehen und die Bedürfnisse der einzelnen Sektoren berücksichtigen.
Auch brauche es künftig einen EU-Datenmarkt. „Die europäischen Unternehmen sitzen auf Datenschätzen, die sie noch zu wenig wirtschaftlich verwerten und teilen. Um das zu ändern, brauchen wir positive Anreize des Datenteilens und vereinfachte Rechtsbedingungen der Datenverarbeitung (Datenschutz)“, teilen die Jungen Unternehmer mit. Statt den geplanten Weg des Zwangs einzuschlagen – etwa mit dem Data Act die Datenteilungspflicht – benötigte die deutsche Wirtschaft eine solide Rechtsordnung des Dateneigentums: „KI braucht Daten als Treibstoff für die Trainingsprozesse.“

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Interne Frage an die TE-Redaktion für zukünftige Artikel: Was war der Grund für den recht spontanen Besuch Kanzler Merz‘ in Washington? Oder ist „Antritt“ zutreffender?
Geplant war die Zusammenkunft wohl ebenso kaum wie es in den Gesprächen nicht um den Iran gegangen sein dürfte…
Worum also dann? Die AfD?
Es gibt etwas, das ist viel effizienter als Künstliche Intelligenz, nämlich die Schwarmintelligenz.
Nehmen wir z.B. Migranten aus Süd-Sudan. Die migrieren nach Deutschland. Die anderen Migranten aus Süd-Sudan migrieren aufgrund ihrer Schwarmintelligenz auch nach Deutschland, denn offensichtlich funktioniert das ja.
Bei den Bienen gibt es auch sowas ähnliches.
Ähm… Schön wäre es schon.
Doch da die hierzulande lebenden Menschen mehrheitlich außerstande sind, die Wirklichkeit auch nur annähernd zu erkennen – insbesondere auch Dank der hiesigen Medien, ist Optimismus alles andere als angebracht.
Die Reformen können natürlich mit dem bisherigen Politpersonal nicht umgesetzt werden. Wäre es anders, gäbe es keinen Reformbedarf. Wer Reformen fordert, darf damit nicht Halt machen, sondern muß zwangsläufig Köpfe fordern. Aber woher soll neues Personal kommen? Eben. Deutschland ist abgehängt und wird den Rückstand nie wieder aufholen. Keine Chance mit dem Altpersonal.
Na, wenn den Jungen Unternehmern eine zentrale KI- Aufsicht vorschwebt, dann wird das bestimmt unbürokratisch und ohne umfassende Regulatorik kommen. Und die EU wird sich zurückhalten … klar doch.
Wissen die nicht wo sie leben?