Der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom ist ein erklärter Freund der EU-Politik. Sein Kalifornien erscheint als Zwilling klimasozialistischer Fantasien des Brüsseler Zentralkörpers. Das macht ihn zum natürlichen Verbündeten einen zensuraffinen Bundeskanzlers Friedrich Merz.
IMAGO / dts Nachrichtenagentur
Die Vereinigten Staaten sind ein kulturell tief gespaltenes Land. Zugespitzt ließe sich sagen: Die woken, selbsternannt progressiven, sozialistisch geprägten Küstenregionen prallen mit erheblichem Ressentimentpotenzial auf die traditionell geformte, noch immer christlich fundierte und bürgerliche Welt der weiten Binnenräume Nordamerikas. Eine weitere kulturelle Bruchlinie wird sichtbar, richtet man den Blick auf den urbanen Geist kulturell bindungsschwacher Milieus im Kontrast zum stabilen Fundament ländlicher Räume.
Der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom von den Democrats ist bekennender Klimakämpfer mit deutlich sozialpolitischer Prägung. Diese Beobachtung macht Newsom, den Gouverneur Kaliforniens mit seiner ausgeprägt progressiven Grundierung, zum natürlichen Verbündeten einer korrespondierenden Politik des europäischen Ökosozialismus.
So erscheint es folgerichtig, dass auch der deutsche Bundeskanzler nach einem rhetorischen Aufeinandertreffen mit US-Außenminister Marco Rubio die Nähe Newsoms suchte, um sich der schwindenden Bestätigung des eigenen politischen Kurses zu versichern. Für Merz wird es angesichts des ökonomischen Fiaskos, der wachsenden Staatsverschuldung und der imminenten Gaskrise immer enger. Und bald stehen die Landtagswahlen an – da ist jeder Pressetermin, der nicht zur Enttarnung des politischen Holzweges führt, auf den der Kanzler sein Land geführt hat, höchst willkommen.
Rubio hatte zuvor auf der Munich Security Conference in klaren Worten das europäische Dilemma umrissen: Überforderung durch unkontrollierte Massenmigration, eine aus seiner Sicht geradezu groteske Fixierung auf unsinnige Klimapolitik sowie eine Abkehr von jenen Grundwerten, die den Westen einst stark gemacht hätten – schlanker Staat, individuelle Freiheit und marktwirtschaftliche Orientierung. Deutliche Worte gegenüber Vertretern der gegenwärtigen Europäischen Union, die sich auf einem Kreuzzug gegen das traditionelle Europa wähnen.
Newsom soll es nun richten. Dass sich Friedrich Merz demonstrativ am Folgetag mit dem Politiker aus Amerikas Westen zusammensetzte, wurde in Washington aufmerksam registriert. Richard Grenell, Sondergesandter des US-Präsidenten in diplomatischen Angelegenheiten, sprach in diesem Zusammenhang von der womöglich größten Entgleisung von Merz bislang – für Grenell eine Brüskierung der Trump-Administration, für europäische Medien hingegen das Signal, dass die Bundesregierung unter Merz einen Kanal zur demokratisch geprägten Politik in den USA pflegt, beinahe eine Art Paralleldiplomatie.
Darin offenbart sich eine strategische Hoffnung: In Brüssel, Berlin und Paris spielt man ganz offensichtlich auf Zeit und setzt darauf, dass auch eine zweite Amtsperiode von Donald Trump letztlich nur eine zwischenzeitliche Unterbrechung eines umfassenden gesellschaftlichen Umbaus darstelle – ein Umbau mit Kollateralschäden zwar, aber am Ende doch noch erfolgreich zu bewältigen. Man vertraut auf den Erfolg des Aufbaus der eigenen Kriegsindustrie und des verzögerten Erfolgs der grünen Transformation.
Durchhalten lautet die Devise. Ein ökosozialistischer Transformationsprozess zum Aufbau eines politischen Kontrollkörpers kann nur gelingen, wenn USA und Europa eng kooperieren, Regulierungsmechanismen und Zensurpolitik gemeinsam in die Tat umsetzen und die Net-Zero-Politik, wie in Kalifornien praktiziert, ohne starke politische Gegenspieler durchsetzen. Andernfalls beschleunigt sich die Kapitalflucht und das sozialistische Projekt versandet in der wirtschaftlichen Katastrophe, wie wir sie nun in Deutschland erleben.
Dass sich Friedrich Merz in dem kurzen Gespräch mit Gavin Newsom pressewirksam in Szene setzte, deutet darauf hin, dass in Berlin die Wahrscheinlichkeit als hoch eingeschätzt wird, Newsom könne 2028 demokratischer Präsidentschaftskandidat werden. Und selbstverständlich, so die Lesart, würden die Europäer bei den anstehenden Midterm-Wahlen im November, bei denen ein erheblicher Teil der Kongresssitze neu vergeben wird, erneut alles daransetzen, ihren Beitrag zur Stärkung der Opposition von Donald Trump zu leisten.
Wie bereits 2016 und 2020 unterstützten auch 2024 sogenannte Aktivisten der Labour-Partei von Englands Premierminister Keir Starmer die demokratische Kandidatin Kamala Harris bei den Präsidentschaftswahlen, was zu erheblichen Konflikten zwischen Donald Trump und London führte.
„Wahlintervention“ – so lautet die euphemistische Umschreibung des Vorwurfs aus den USA. Die EU-Kommission betreibt derweil ein solches Vorgehen nahezu wie eine sportliche Disziplin. Der Kern der Anschuldigung: Die Europäer hätten nicht nur jenseits des Atlantiks interveniert, sondern auch in der eigenen Heimat in mindestens acht nationale Wahlkämpfe eingegriffen.
In einem 160-seitigen Bericht des US-Repräsentantenhauses vom Februar heißt es, die EU habe in zahlreichen Fällen konservative und populistische Inhalte zu Migration, Geschlechterpolitik oder Covid-Impfungen zensiert und damit Wahlausgänge zugunsten linker Gruppierungen beeinflusst. Zwar weist die Europäische Union diese Vorwürfe entschieden zurück. Doch was im Rahmen des Digital Services Act an Eingriffen in den digitalen Diskurs in den vergangenen Jahren tatsächlich versucht wurde, geht womöglich weit über das hinaus, was die USA den Europäern in ihrem Bericht konkret nachgewiesen haben.
Dies entspricht klassischer EU-Politik und deckt sich mit Newsoms Vorstellungen eines machtvoll ausgestatteten Staatsapparates, der Kritik an der von ihm etablierten Obdachlosenindustrie ebenso wie an seiner zerstörerischen Klimapolitik wirksam unterbinden soll. Newsom – der ideale Partner von Friedrich Merz und Deutschland jenseits des Atlantiks?
Für Berlin repräsentiert Newsom das „andere Amerika“, gewissermaßen Europa in den USA, einen Brückenkopf, der wie eine strategische Basis zur Unterminierung der Trump-Regierung funktionieren könnte. Diese beendete erst vor wenigen Wochen mit einem Federstrich ihre bisherige Klimapolitik. Europa steht nun mit seiner Net-Zero-Emissionsstrategie weitgehend allein und sieht sich einem anhaltenden Kapitalabfluss ausgesetzt. Investitionen fließen zunehmend in andere Weltregionen, während die Europäische Union als überregulierter Hochkostenstandort an Attraktivität verliert.
Die EU und Kalifornien – und Ähnliches gelte auch für den nördlichen Nachbarn der Vereinigten Staaten, Kanada – halten unbeirrt Kurs in ihrem Bestreben, zentrale Sektoren wie den Energiesektor stärker unter staatliche Kontrolle zu bringen und über den CO₂-Handel Konsumenten wie Produzenten gleichermaßen in ein verbindliches Regulierungsregime zu zwingen.
Die Ähnlichkeiten zwischen Kalifornien und der EU sind in der Tat verblüffend. Neben der Fixierung auf klimapolitische Repression treibt auch Gavin Newsom Unternehmer und Vermögende mit immer höheren Abgaben aus Kalifornien in attraktivere Standorte wie Florida oder Texas.
Sowohl in Brüssel als auch in Sacramento weigert man sich angesichts dieses Exodus beharrlich, auch nur ein Jota dieses ideologischen Crashkurses zu verändern.
Merz wiederum nutzte, so die Darstellung, zum Brückenbau und zur Stabilisierung seiner Partnerschaft mit Newsom den rhetorischen Spin der NATO: Sie sei ein gemeinsamer Wettbewerbsvorteil, man sei auf gegenseitiges Vertrauen angewiesen – und Newsom sei genau der Richtige, um dieses Vertrauen zu gewährleisten. Trotzig fügte Merz auf Kritik aus Washington hinzu, er suche sich seine Gesprächspartner nach eigenem Interesse aus und entscheide autonom, wen er treffe und wen nicht.
Er wolle einen Neustart mit den USA wagen, so Merz – eine Formulierung, die aus Sicht seiner Kritiker zusätzliches Salz in offene Wunden streute. Dies alles ist bemerkenswert für einen Politiker, der Regierungsverantwortung für ein Land trägt, das sich in der schwersten Wirtschaftskrise seiner jüngeren Geschichte befindet und dessen strukturelle Probleme er mit seiner Politik weiter verschärft.
Dies zeige sich insbesondere in der Klimapolitik: Merz hält unbeirrt am CO₂-Handel fest, ebenso am Lieferkettengesetz, am kostspieligen Austausch fossiler Heizsysteme durch Wärmepumpen sowie am Verbrenner-Aus. Merz betreibt zur Zerstreuung der Kritik eine andauernde performative Medienpolitik, indem er die Öffentlichkeit mit rhetorischen Placebos wie dem angeblichen Bürokratieabbau oder Grenzkontrollen über seine eigentlichen Intentionen hinwegtäusche.
Diese Intentionen deuten auf eine Zukunft, in der Brüssel, ein von ihm erhoffter US-Präsident Newsom und eine gestärkte NATO gemeinsam als klimasozialistische Machtblöcke die geopolitischen Spielregeln bestimmen könnten. Gleichzeitig droht damit das Ende der letzten Hoffnungen auf ein Europa als kulturelle Wiege des zivilisatorischen Fortschritts.




Sie müssenangemeldet sein um einen Kommentar oder eine Antwort schreiben zu können
Bitte loggen Sie sich ein
Das demonstrative Gespräch mit Newsom war ein offener Affront gegen Rubio, der Europa die Hand reichen wollte.
Mit seinem infantilen Auftritt, seiner Trotzrede und seiner Verbrüderung mit Newsom, hat Merz für Deutschland und Europa den Maximalschaden angerichtet.
Nach dem Auftritt von Merz in München haben in Moskau die Korken geknallt.
Divide et impera!
Das Teilen lässt Putin von Merz erledigen.
Da sitzt der Kasperle Merz, bläst sich selbstgefällig auf und versteht nichts von dem, was in der Wirklichkeit so abgeht. Er hätte es selbst dann nicht verstanden, wenn Rubio ihm den Inhalt seiner Rede fein püriert, als Schwedentrunk druckbetankt eingeflößt hätte. Da brennt kein Licht, da kommt nix an. Zwei Untergangspropheten, die die stumme Masse, die hinter der Mauer der Erkenntnis steht mit in den Abgrund reißt. Rubio/Vance und Trump sind Rufer in der Wüste. Nach der Rede von Rubio war die deutsche Politik so begeistert von den Worten, dass Sie die Oase vor sich sahen. In Wirklichkeit wird sich… Mehr
Herrenmännchen unter sich.
Erinnert ein wenig an MOMOs „Graue Herren“.
Der nächste Dem-Präsidentschaftskandidat Newsom wurde Merz von der ebenfalls in München anwesenden Hillu Clinton aufgedrückt. Von selbst hätten Merz und seine Entourage nie diese Idee gehabt. Sie hätte ja Interesse an Politik und Diplomatie erfordert. Im BK-Amt undenkbar. Merzens herzliches Gespräch mit Newcom stellt für diesen einen Todeskuß dar. Das nehmen die amerikanischen Wähler schon wahr. Merz ist wie das Kind mit der dicken Brille und dem orangefarbenen Pullunder, mit dem in der Schule keiner spielen wollte.
Zweimal haben sie sich ja schon verzockt und keine Telefonnummer nach dem Wahlsieg der Republikaner gehabt. Jetzt macht man einfach noch mal drei Jahre auf stur, dann wird das schon. Wenn sie sich da mal nicht wieder vertun.
Deutschland und Kalifornien haben eine große Sache gemein. Beide ziehen magisch Berufskriminelle an. Weil in beiden Gemarkungen die Kriminellen besser behandelt werden als die Opfer. Und nicht nur das, die Kriminellen bekommen von der Politik und der Justiz beider Länder Türen geöffnet die seit menschengedenken diesen Leuten immer verschlossen waren. In Deutschland wie in Kalifornien zählt ein Menschenleben nichts mehr. Im Schulterschluß mit den Verbrechern hat die Politik jeden zum Vogelfreien erklärt der sich für die Gesellschaft einsetzt.
In Kalifornien reparieren und renovieren sehr viel Hausbesitzer ihre Immobilien nicht mehr, weil sonst die ohnehin schon hohe Grundsteuer ins Unermeßliche steigt. Überall dort, wo linke, woke Kommunisten das Sagen haben, wird es für den Mittelstand teuer bis unbezahlbar.
In Kalifornien wählen sie die Democrats.
Friedrich Merz und Gavin Newsom
Zwei demokratisch gewählte Politiker, die ihren Wählern nur Nachteile bescheren.
»Die Demokratie ist die Verfallsform des Staates.« – Friedrich Nietzsche
Ist das hier nicht auch so eine Art von
Stellvertreterkrieg? Manchmal kommt
Apropos Siko in München und Newsom – heute im Bösen Medium: „Wie Alex Soros auf der Siko in München den US-Wahlkampf 2028 vorbereitete“ > „… Auf der Münchner Sicherheitskonferenz informierte sich der Sohn und Erbe des Soros-Imperiums, Alexander Soros, über seine vielversprechendste Investition für die nächste US-Präsidentschaftskandidatur: den aktuellen Gouverneur von Kalifornien, Gavin Newsom. … Die Open Society Foundations der Familie Soros sind der größte Geldgeber der demokratischen Partei. Über ihren Democracy PAC spendeten sie im Jahr 2022 128 Millionen Dollar und im Jahr 2024 67,5 Millionen Dollar an demokratische Kandidaten, zusätzlich zu Spenden an linke Staatsanwälte und kleinere liberale… Mehr