Friedrich Merz will, dass die Christdemokraten in nächster Zeit schweigen. Vor den Wahlen keine unpopulären Vorschläge mehr machen. Daran will sich Familienministerin Karin Prien auch halten – doch ein Dutzend Sätze später fordert sie ein Internetverbot für Kleinkinder.
picture alliance / Metodi Popow | M. Popow
Familienministerin Karin Prien (CDU) hat zusammen mit Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) die Dunkelfeldstudie „LeSuBia“ vorgestellt. Die bietet unter anderem Zahlen zu Gewalt unter Paaren. Ein offenbar bedeutendes Problem: Denn laut der Studie hat fast die Hälfte aller Frauen bereits psychische Gewalt in Beziehungen erlebt, bei Männern waren es immerhin 40 Prozent. Körperliche Gewalt haben 18 Prozent der Frauen in Beziehungen erfahren, 14 Prozent waren es bei den Männern.
Die Dunkelfeldstudie war notwendig, da die polizeiliche Statistik nur bedingt etwas über das Phänomen aussagt. Denn laut „LeSuBia“ wird nicht einmal jede 20. Tat angezeigt. Trotz der deutlichen Zahlen macht die Studie vergleichsweise nur kleine Schlagzeilen. Weil die daraus abgeleiteten Forderungen moderat sind. Nun könnte die Politik die Polizei auffordern, ein angenehmeres Klima in den Wachen zu schaffen, um Opfern die Anzeige zu erleichtern. Grundsätzlich dürfte da kaum einer etwas dagegen haben.
Die Dunkelfeldstudie zur häuslichen Gewalt zeigt, dass sich Politik also durchaus ernsthaft mit einem bedeutenden Thema beschäftigen kann, ohne in Aktionismus auszubrechen. Ohne dieses Thema als Vorwand für Anliegen zu missbrauchen, die ohnehin auf der eigenen, ideologisch geprägten Agenda stehen. Das mag an der Präsenz Dobrindts liegen. In der Regierung Friedrich Merz (CDU) ohnehin die löbliche Ausnahme. Das kann aber auch an dem Schweigegelübde liegen, das der Kanzler über seine Partei verhängt hat. Sie soll die Wähler in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz nicht weiter mit Pöbeleien belästigen, die Deutschen sollten mehr arbeiten oder mit Forderungen, sie sollten trotz höherer Kassenbeiträge künftig alleine für den Zahnersatz bezahlen.
Prien ist härter von Merz’ Schweigegelübde betroffen als Dobrindt. Sie gehört zu den Wählerschrecken des Kanzlers. Etwa indem sie vorprescht, Jugendlichen die sozialen Netzwerke zu deren eigenen Schutz verbieten zu wollen. Und bei der Gelegenheit dann gleich Erwachsene mit zwingt, ihre Schritte im Internet zu dokumentieren – damit die nächste Razzia leichter fällt, falls wieder jemand im Netz über die Regierung gespottet hat.
Doch eine Nachfrage reicht, um die dünne Fassade der Prienschen Sprachregelung umzupusten: „Ich persönlich kann mir das sehr gut vorstellen, dass wir bis zu einem bestimmten Alter auch zu Verboten kommen.“ Und dann bestätigt die Familienministerin die erste, oberste und best bewiesene Regel der politischen PR: Laber nicht! Denn umso mehr du laberst, desto mehr reitest du dich selbst in die Grütze rein.
Anfangs weicht Prien noch einer Frage nach dem Alter aus, ab welchem sie Soziale Netzwerke verbieten will: „Na, da werde ich mich jetzt nicht festlegen“. Doch, doch, die Ministerin hat schon im Sinne, was Merz übers Schweigen gesagt hat. Aber wie ein gut dressierter Hund kann sie nicht anders, als über das Stöckchen zu springen, das ihr der Reporter da hinhält: „Digitale Geräte haben bei Kleinkindern gar nichts zu suchen. Auf lange Sicht brauchen Kinder in dem Alter gar keine Endgeräte.“ Hättest Du geschwiegen, wärst Du ein Philosoph geblieben. Doch Prien fordert hier tatsächlich – trotz Schweigegelübde – ein komplettes Internetverbot für Kinder. Von „Ich lege mich nicht fest“ zur Verbotspolitik in einem Dutzend dahin geplapperter Sätze.
Merz will, dass seine Parteifreunde schweigen. Zumindest, bis die Wahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz (8. und 22. März) vorbei sind. Angesichts von politischem Personal wie Karin Prien ein nachvollziehbarer Wunsch. Allein: Die Ideologie bricht aus grün-schwarzen Merkel-Schülerinnen wie Karin Prien durch. Sie ist zwar dazu bereit, diese aus taktischen Gründen zurückzuhalten – aber sie ist dazu nicht in der Lage. Vielleicht sollte der Kanzler sie nur noch mit Dobrindt an ihrer Seite in die Öffentlichkeit schicken.



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Tja, der Friederich, der Friederich – hatte leider überhaupt kein gutes Händchen bei der Auswahl seines Küchenpersonals.
Drum wehe,wehe, wehe, … wenn ich auf das Ende sehe…😊 😇 🙃
Noch so eine Politikerinnendarstellerin, die zeigt, dass sie überflüssig ist.
Nebenher ist sie ja noch Bundesbildungsministerin, der Job, der sich in der gebetsmühlenartig abgeleierten Aussage „Bildung ist Ländersache“ erschöpft.
Die Indoktrination von Kindern in Kitas und Schulen halte ich für wesentlich gefährlicher als Kids die YouTube gucken oder im Internet surfen. Letzteres kann man als Eltern noch steuern, Schulen und Kitas hingegen nicht.
Manchmal denke ich bei all dem Unsinn, den unsere Star-Politiker fabrizieren: könnt ihr nicht einfach mal die Fre**e halten? Nur ein einziges Mal?
Wenn ich das Wort Partei“freunde“ lese, muss ich immer lachen.
Ich schlage vor, Merz nimmt sein gesamtes Kabinett mit auf Reisen, aber bitte weit weg und ohne Rückflugticket. Schweigen können sie auch unter südlicher Sonne, egal wo. Ich bin sicher, niemand merkt, dass sie weg sind, und alle beten, dass sie dort bleiben, zusammen mit dem Herrscher über das Schweigegelübde. Keiner von denen wird hier wirklich gebraucht. Ein Kanzler, der Probleme schon nicht lösen will, ist schon eine Katastrophe für das Land im Elend der schwarzrotgrünen Polit-Bankrotteure. Einer, der sie auch nicht mehr ansprechen oder diskutieren will, ja schon gar nicht vor Wahlen. Geradezu die einzige Garantie gegen neue Lügen,… Mehr
Übergriffig, anmaßend, stets totalitäre, radikale Attitüde.
Warum hasst diese Frau die Deutschen so sehr? Besonders Familien und Kinder? Sie soll gefälligst die Pfoten von ihnen lassen!
Es gäbe unendlich viele Gebiete, wo sie sich nützlich machen könnte – z.B. die katastrophalen Auswirkungen der kriminellen CDU-Einwanderungspolitik in unseren Schulen.
Und es zeigt sich auch wieder, dass wir mit den politischen Parteien ein riesiges Problem in unserem Land haben: Die Partei-Aparatschiks glauben, sie wären sowas wie absolutistische Herrscher, ein neuer feudaler Adel, der nach belieben über die Bürger wie Untertanen verfügen kann.
Das muss vollständig beendet werden.
Noch dieses Jahr kungelt die selbsternannte Politelite den nächsten Bundespräsidenten aus. Angeblich soll es „endlich“ eine Frau werden. Als ob Merkel und von der Leyen nicht schon des Elends genug sind. Die Prien ist als Kandidatin der CDU im Rennen, heißt es! Es ist nur noch deprimierend!
Besser wäre es zu überlegen, manchen (oder eher vielen) das Kinderkriegen generell zu verbieten, da die weder in der Lage sind, für sich selbst zu sorgen, noch Kinder zu erziehen.
Ist es nicht rührend, wie besorgt unsere Politik um unsere Kinder und ihren Schutz ist, das zeigt doch deutlich das Selbstbestimmungsgesetz, das zeigen die Drag – Queen – Vorlese-Besuche schon im Kindergarten ebenso wie die sonstigen Frühsexualisierungsversuche in Schulen und Kindergärten durch einschlägige Richtlinien für den Unterricht. Und jetzt Frau Prien! Zensur und Verbote scheinen doch allenthalben eine große Anziehungskraft auf unsere Politikerkaste zu haben, es muss doch endlich gelingen, unliebsame Meinungen zu beseitigen und aufmüpfige, selber denkende Bürger ebenso zu sanktionieren wie die frechen unabhängigen Medien und Plattformen, die immer wieder Probleme machen, weil immer mehr Menschen anfangen, sich… Mehr