Die Pflege müsse reformiert werden. Das fordern christ- und sozialdemokratische Regierungen schon lange – ohne aber zu liefern. Entsprechend steigen die Kosten für Heim-Bewohner rasant an.
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Die Pflege-„Kommission“ war der erste der vielen Merz-Arbeitskreise, der ein Ergebnis vorgelegt hat. Doch eben dieses „Ergebnis“ war so dünn, dass der Kanzler seine Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) verpflichtet hat nachzulegen. Denn die Not in der Pflege ist an allen Ecken groß: Warkens Vorgänger Karl Lauterbach (SPD) hat den Beitrag für Arbeitnehmer gleich mehrfach erhöht, die Heime erleben eine Pleitewelle – und die Betroffenen steigende Kosten.
Und der Anstieg der Kosten nimmt unter Warken genauso rasant Fahrt auf wie zuvor unter Lauterbach. Im Monat zahlen Bewohner in ihrem ersten Jahr im Heim monatlich durchschnittlich 3245 Euro an Eigenanteilen. Das sind 261 Euro mehr als im Vorjahr – also ein Anstieg von neun Prozent, ein Vielfaches über der Inflationsrate. Die Zahlen hat der Verband der Ersatzkassen veröffentlicht, zu dem unter anderem die Barmer und die Techniker Krankenkasse gehören.
Elsner weist auf weitere Kostentreiber hin, die zu erkennen es keines Arbeitskreises bedarf, keiner Kommission, keines Runden Tisches, Task Force, Gipfel und so weiter: Die Heime müssen Investitionen und Ausbildungskosten selbst tragen, obwohl das Sachen der Länder sei, wie Elsner erklärt. Die Länder entlasten damit ihre Haushalte und lassen sich damit Spielraum für Lieblingsprojekte offen. Doch den Bewohnern der Heime bürden die Länder auf diese Weise laut Elsner 640 Euro zusätzliche monatliche Kosten auf, die vermeidbar wären.
Der Arbeitgeberverband Pflege weist darauf hin, dass es unter christ- und sozialdemokratischen Regierungen zu einer Krise in allen Bereichen der Pflege gekommen ist: „Politik und Kassen haben die Altenpflege in eine Doppelkrise getrieben“, sagt Verbandspräsident Thomas Greiner. Die Kosten explodierten, gleichzeitig komme es aber auch zu Versorgungsengpässen. Da Unternehmen und Angestellte immer höhere Abgaben zahlen müssten, stiegen in der Folge auch die Kosten für die Pflegebedürftigen.
Greiner verweist auf die Bürokratie-Wut der Politik gegenüber der Pflege: „Mit jeder neuen Regulierung steigen die Kosten, ohne die Versorgung zu verbessern.“ Da der Bedarf an Pflege aber insgesamt wachse, sei entsprechend mit noch deutlich höheren Kosten zu rechnen. Entsprechend mahnt der Anbieter-Verband eine echte Reform an. Ein Arbeitskreis, „Kommission“ genannt, der am Ende zu mehr Prävention rät, ist nett – aber wirkungslos.


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Tja, geliefert, wie gewählt. Denkt daran bei der nächsten Wahl.
Wir stehen zur Zeit genau vor diesem Dilemma. Die Mutter ist in weit fortgeschrittenem Alzheimer-Stadium. Die häusliche Pflege stößt empfindlich an ihre Grenzen. Unsere Mutter wird aufgrund ihrer Unberechenbarkeit zur Unsicherheitsgefahr, sie benötigt eine „24h-Pflege“. Die wir nach nunmehr 4 Jahren nervlich kaum noch leisten können. Der Pflegegrad 4 (von 5) deckt monatliche Kosten von rund 1.900,- Euro. Die tatsächlichen Kosten für ein Pflegeheim je Monat bewegen sich allerdings zwischen 3.800,- und 5.000,- Euro (je nach Heim). Die Rente der Mutter beträgt 1.200,- Euro – der Graben zur Gesamt-Bezahlbarkeit eines Pflegeheimes ist immens hoch. Sozialhilfe springt für die Lücke ein.… Mehr
Die Vorstellung, einsam in eine Heim zu Tode gepflegt und verwaltet zu werden, ist ein Horror. Eine funktionierende Familie ist ein Ausweg, aber in Deutschland ist eine häusliche Pflege nur schwer zu bewältigen. Wer etwas Vermögen hat, dem bieten sich andere Möglichkeiten. Wir haben unsren Lebensmittelpunkt nach Ostasien verlegt. Das Haus ist altersgerecht, mit Lift, etwas ausserhalb einer Metropole mit guten Ärzten und Krankenhäusern. Hier findet Altenpflege in der Familie statt, Heime gibt es nicht. Wohlhabende Familien beschäftigen qualifiziere Caregiver und ein Mädchen vom Lande, fertig ist eine professionelle 7*24 Stunden Pflege. Das kostet 400-500 € pro Monat, man muss… Mehr
Der Eigenanteil meiner Mutter betrug bis Ende 2025 3601 € je Monat. Zum 1.1.2026 gab es eine Erhöhung um 10,17%. Unser Eigenanteil beträgt damit jetzt 4004 € im Monat.
Meine Mutter hat Kinder grossgezogen und ist arbeiten gegangen. Sie hat also für Staat und Gesellschaft etwas geleistet. Und für wenn hat der Staat heute Geld?
„Als ‚Hauptkostentreiber‘ nennen die Ersatzkassen die ‚gestiegenen Pflegepersonalkosten‘. Die Politik habe Lohnsteigerungen befohlen.“
Ja natürlich, was denn auch sonst??!! Es geht nur um die Kohle der „Fachkräfte“ und deren „Wohlbefinden“, und das berappen die „Versicherten“ und die hilflosen Alten und Kranken – eine unfassbar SKANDALÖSE Situation!!! Nicht zuletzt kassiert auch noch der Fiskus von den massiven Lohnsteigerungen!!!
Das Ende des eigenen Lebens ist in aller Regel die teuerste Phase des Lebens. Das gilt sowohl für medizinische Behandlungen als auch für diejenigen, die länger leben und „nur“ einer Pflege bedürfen, für die Pflegezeit. Für diese teuerste Zeit des Lebens kann man nur auf zwei Arten vorsorgen: entweder durch eine starke und zuverlässige Familie. Das bedingt notwendigerweise allerdings eine entsprechende Zahl von Kindern. Und eine halbwegs intakte Familie die räumlich nicht weit entfernt wohnt. Wer einen solchen Luxus nicht hat, dem bleibt nur noch die zweite Möglichkeit: die finanzielle Vorsorge. Und da führt wohl bei den allermeisten Menschen kein… Mehr
Es bleibt auch noch eine dritte Möglichkeit. Ich werde einen Teufel tun und von meinem Gehalt noch mehr Versicherung bezahlen, noch werde ich meinem Kind zumuten, für schlechte Pflege und ein Leben, dass ich gewiss nicht mehr leben WILL, auch noch abdrücken zu müssen. Bis dahin lasse ich mir was einfallen.
Naja…. Nichtgeben ist auch nicht wegnehmen…
Aber auf das Nichtgeben von Bürgergeld an die Asylanten müssen wir lange warten.
Vielleicht ist mir da was entgangen, denn ich kenne eigentlich nur zwei Arten der Kostenbewältigung und die erste ist das Privatvermögen des Heimbewohners, daß zur Kostenbewältigung beitragen kann und deshalb bleiben ja auch viele in ihren Häusern um das Erbe zu bewahren und andere haben viel zu wenig Rente und gehen deshalb auch nicht unter und bekommen auch einen Platz im Heim, was dann aufgestockt wird um einen Ausgleich zu schaffen und alle sind zufrieden oder unzufrieden, wenn man dabei Haus und Hof verliert.
Da, wo wirklich soziale Hilfe gefragt ist, werden die Leute im Stich gelassen. Hauptsache, junge Leute können schmarotzen, was das Zeug hält.
Von den vielen Betrügern, die sich über dieses kaputte System Beträge ergaunern (besonders in Berlin), über die jeder hart arbeitende Bürger nur träumen kann, will ich gar nicht erst anfangen…
Ich kenne Invest-Pauschalen von 20-30 Euro pro Tag, investiert wird aber nur in wenigen Einrichtungen.
Ich sehe Ausbildungskosten bei den Heimkosten und beider Pflegekasse, warum müssen wir diese zahlen?
Und dann, 66,66 Mrd. wurden 2024 in die Pflegekasse eingezahlt, die Personal/Verwaltungskosten werde neuerdings verschleiert, da wurde sich Fürstlich bedient und um geschöpft, wer arbeitet für welche Kasse und der Beitragszahler kann die Softwareentwicklung doch auch noch bezahlen?
Es wird Zeit, vorm BVerfG zu klagen, das sind keine öffentlichen Kassen.