Nach dem Bruch der Koalition zwischen SPD und BSW lehnt der Brandenburger Landtag Neuwahlen ab: SPD und CDU retten Woidke im Amt, der Wähler bleibt Statist. Brandenburg wirkt weniger wie ein Bundesland als wie eine SPD-Holding mit wechselnden Beisitzern.
picture alliance/dpa | Soeren Stache
In Brandenburg platzte die Koalition zwischen SPD und BSW. Keine Sensation, sondern erwartbar – und es wurde auch erwartet. Seit Wieder-Gründung des Landes im Jahr 1990 wird das Bundesland von der SPD regiert. Einmal als Alleinregierung 1994 bis 1999, davor mit Grünen und FDP, dann mit der CDU, dann mit der Partei Die Linke. Besonders apart mit den Grünen und der kuschelnden CDU zusammen, schließlich mit dem BSW.
Man kann nicht sagen, ob Woidke lieber mit dem BSW oder mit der CDU regiert, es dürfte ihm schlichtweg egal sein, denn in Brandenburg regiert die SPD, wer mitspielen will und mitspielen kann aufgrund der Wahlergebnisse, spielt eigentlich keine Rolle. Möglich, dass Woidke nach der letzten Wahl mit der braven CDU, statt dem etwas chaotischen BSW regiert hätte, aber es fehlte eben eine Stimme, eine einzige Stimme. Hinzu kam, dass der Spitzenmann des BSW ursprünglich Woidkes Genosse war, was sollte da schon schiefgehen. Schief ging es dennoch, denn nicht alle BSW-Abgeordnete waren dafür ins Parlament gekommen, um Woidkes freundliche Abnicker zu geben. Doch da Crumbach aus dem BSW austrat, nicht ohne kräftig gegen Partei und Sarah Wagenknecht nachzutreten, hat Woidke jetzt die fehlende Stimme, um die Koalition mit der CDU einzugehen.
Dass es so oder so ähnlich kommen würde, daran zweifelte niemand, die Frage lautete nur, wann. Dementsprechend verhielt sich die CDU auch im Brandenburger Landtag pflegeleicht, ließ Opposition Opposition sein und wartete auf ihre Stunde. Die ist nun gekommen. Nun ist also die CDU dran. Die nächste Partei dieselbe Regierung.
Der Vorsitzende der SPD-Fraktion, Björn Lüttmann, der uns die Plattitüde nicht erspart, das, was die SPD will, als Volkes Wille zu verkaufen, langweilte sich und die Öffentlichkeit mit dem Statement: „Was die Menschen aber nicht wollen, ist monatelanger Streit in einer Fraktion, der dazu führt, dass man seine Arbeit im Landtag vernachlässigt und die Stabilität der Regierungsarbeit gefährdet.“ Die Stabilität der Regierungsarbeit ist aber nichts anderes als die Stabilität der Regierung, die Stabilität des Erhalts der Posten und Pöstchen. Man könnte ja statt in der Glaskugel mit rosarotem Dampf Volkes Wille erraten zu wollen, einfach Volkes Willen erfragen. Und das unternimmt man in einer Demokratie, indem man den Souverän, indem man das Volk fragt – nämlich in Wahlen. Aber es scheint in letzter Zeit bei Brandmauerpolitikern eine panische Furcht vor der „Bevölkerung“, die „infiltriert“ sein könnte durch kritische Medien, wie CDU-Vorstand Günther gerade kundtat, entstanden sein. Deshalb möchte Günther, der nicht als Privatperson, sondern als CDU-Mitglied, als Mitglied des Vorstandes der CDU und als Ministerpräsident des Landes Schleswig-Holstein bei Lanz das Verbot einer politischen Partei, nämlich der größten Oppositionspartei im deutschen Bundestag und die Zensur und das Verbot kritischer Medien.
Dr. Hans-Christoph Berndt, Fraktionsvorsitzender der AfD im Brandenburger Landtag, hielt dem entgegen: „Wenn drei Abgeordnete dieses BSW verlassen und sich zwei der SPD anschließen, dann ist das Missachtung des Wählerwillens zugunsten eigener Ambitionen.“ Der Fraktionsvorsitzende des BSW, Niels-Olaf Lüders, hielt Lüttmanns Behauptung, dass mit dem BSW keine stabile Regierungsarbeit zu machen sei, entgegen: „Es ist die Unwahrheit, wenn heute behauptet wird, die BSW-Fraktion sei wegen internen Streits nicht regierungsfähig und deswegen müsse man die Koalition beenden.“ Im Gegenteil: „Weil wir im besten Sinne ein unbequemer Koalitionspartner waren und zunehmend geworden sind, wurde im November gezielt auf infame Weise ein Streit vom Zaun gebrochen.“
Dass Dietmar Woidke Neuwahlen nicht für sinnvoll hält, muss man nicht erklären, dass Redmanns CDU Neuwahlen wie der Teufel das Weihwasser fürchtet, verwundert nicht, wenn man bedenkt, dass der von Redmann zu verantwortende Absturz der CDU in der Wählergunst nur ein Zwischenstopp gewesen sein dürfte. Warum sollte man auch über kalte Wahlkampfstände touren, wo man bequem alles in warmen Hinterzimmern aushandeln kann? In Brandenburg regiert nun mal seit 1990 die SPD.
Dementsprechend wurde der Antrag der AfD in der Sondersitzung des Landtags zur Auflösung des Landtages mit den Stimmen der SPD und der CDU abgelehnt. BSW und AfD, die für die Auflösung des Landtages stimmten, erreichten nicht die erforderliche 2/3 Mehrheit. Respekt darf man den Abgeordneten des BSW zollen, denn es ist höchst fraglich, ob sie in Neuwahlen ihre Mandate hätten verteidigen können.
Bleibt nur festzustellen, in Brandenburg regiert die SPD. Und wie auch im Bund ist die CDU in Brandenburg der Dackel der SPD.

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Je länger man sich mit der Nichtregierungsorganisation BRD beschäftigt (https://www.youtube.com/watch?v=UPJu7t5E9Mg), desto klarer erkannt man ihr kafkaeskes Schauspiel: Sogenannte „Volksvertreter“ wie des BRD-Bundeslands Brandenburg, die suggerieren, unsere Interessen zu vertreten, wenngleich sie sie insofern geflissentlich ignorieren (siehe unter anderem die ehemalige BRD-Bundeskanzlerin „Angela Merkel“: „Es gibt keinerlei Rechtfertigung, dass sich kleine Gruppen aus unserer Gesellschaft anmaßen zu definieren, wer das Volk ist. Das Volk ist jeder, der in diesem Lande lebt.“ https://www.welt.de/politik/deutschland/article162407512/Angela-Merkel-Das-Volk-ist-jeder-der-in-diesem-Lande-lebt.html — der ehemalige BRD-Vizekanzler Habeck: „Es gibt kein Volk, und es gibt deswegen auch keinen Verrat am Volk.“ https://www.sueddeutsche.de/politik/parteien-es-gibt-kein-volk-habeck-wehrt-sich-gegen-angriffe-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-180508-99-223101), dass, jene, an ihre sogenannten „Posten“ klammernd, ihre Zerstörung unserer… Mehr
Der Bruch einer Koalition im Parlament wird weniger durch persönliche Animositäten verursacht, sondern dadurch, dass sich eine Partei nicht mehr in der Lage sieht, den Willen ihrer Wähler durchzusetzen.
Daher sollte im Grundgesetz verankert sein, dass jeder Koalitionsbruch obligatorisch und zeitnah zu Neuwahlen führen muss.
So läuft es halt unter einer Minderheitsregierung. Warum sollte sich die SPD davor scheuen? Aus irgendeiner der Brandmauerparteien wird sie die Stimmen für ihre Vorhaben schon bekommen.
Wenn man wissen wollen würde was das „Volk“ will , braucht man nur die beiden Ergebnisse der CDU und der AfD zusammen zu rechnen!
Leider ist die CDU heute nur noch dem Namen nach die CDU wie wir sie mal kannten , deswegen ist es ja so aussichtslos.
Eigentlich reicht für diese Partei nur noch das“ U“.
Von „christlich“ oder „demokratisch“ ist da nicht mehr die Spur vorhanden.
„Leuchtende“ Beispiele sind vdL, , Nieselwetter und ähnliche Vögel.
Nach der Wahl bilden sich Regierungen (durch Koalitionen). Diese können, wenn ein Partner instabil ist brechen. Ob sich die Notwendigkeit von Neuwahlen ergibt hängt ausschließlich daran, ob sich etwas neues bildet. Wenn das der Fall ist, ist diese neue Koalition genauso legitimiert wie die vorige. Denn der Bürger wählt nicht Koalitionen, sondern Parteien und/oder Parlamentarier. Was diese tun ist für die Legislatur nicht festgeschrieben, die Freiheit des Mandats ist auch grundgesetzlich geschützt. D.h. ein Wechsel der Partei, Fraktion ist erlaubt und keineswegs sanktioniert. Das natürlich diejenigen, die meinen, einen Vorteil von Neuwahlen zu haben, nach diesen zu rufen, ist so… Mehr
Vorwärts immer, rückwärts nimmer.
Teckel sind ja wieder richtige Modehunde geworden.
Was aber wohl mehr mit einer Kaiser-Wilhelm-Affinität zu tun hat.
Überhaupt sind die Sympathien für eine Monarchie in Deutschland größer als man vermuten würde.
Irgendwie steckt die Erinnerung an Deutschlands erfolgreichste Zeit um die Jahrhundertwende noch tief in der Seele der Deutschen, wenn auch bei vielen mehr oder weniger unbewußt.
Auf Seite 43 der von der CDU/CSU-SPD-Bundesregierung 2017 herausgegebenen „Smart City Charta“ heißt es wortwörtlich:
„Da wir genau wissen, was Leute tun und möchten, gibt es weniger Bedarf an Wahlen, Mehrheitsfindungen oder Abstimmungen.
Verhaltensbezogene Daten können Demokratie als das gesellschaftliche Feedbacksystem ersetzen.“
M.E. wird seitdem permanent daran gearbeitet, dieses Ziel zu erreichen …
Das ist doch auch die Meinung der gewählten BVG-Richterin Ann-Katrin Kaufhold. Wahlen abschaffen, da man ja genau weis, was das Volk braucht. Und die Macht macht man unter sich aus. Heißt wohl auch: Macht auf Lebenszeit, Opposition überflüssig. Das erinner mich eigentlich nur an Nordkorea. Und das dass ein Ort des Wohlstand und der Freiheit für das Volk ist, habe ich noch nicht gehört.
Das BSW-Chaos in Brandenburg wird für diese Gruppierung insgesamt deutliche Auswirkungen bei den nächsten Landtagswahlen haben, wahrscheinlich besonders im benachbarten Berlin.
Die handverlesenen Mitglieder des Vereins haben fast überall lediglich kleine und teils merkwürdige Episoden mit mäßigem Erfolg vorgeführt. Sei’s drum.
Die CDU hat ja momentan echt einen Lauf:
– Unser Tennis spielender Kai
– Zensur- Günther
– in Brandenburg jetzt Kellner für die SPD
Wollten die nicht die AFD halbieren oder doch sich selber?…
Unfassbar!
Klar blockieren die Neuwahlen. Jedenfalls so lange, bis man im Hintergrund ein Netzwerk für eine solide Wahlfälschung gesponnen hat. Keinesfalls dürfen ja gesichert Rechtsextreme in Regierungsämter gewählt werden. Deshalb gebietet das Grundgesetz geradezu die Manipulation einer Wahl zugunsten Parteien, die „unsere Demokratie“ verteidigen. Ach, ich schwurbel wieder. 😉