Deutschland und Österreich: Die Flüchtlingspolitik zeigt historische Konfliktlinien auf

Das Habsburger Vielvölkerreich sehen die meisten Historiker als frühes Modell europäischer Einheit. Gescheitert ist es am Mangel an Demokratie und Nationalismus. Hört, hört! Wenn die Europäische Union heute in die Krise fährt, dann doch genau deshalb: wegen eines Mangels an Demokratie und des Aufkeimens längst überwunden geglaubter Nationalismen.

KuK

Angela Merkels Beharren auf einer europäischen Lösung der Flüchtlingsfrage führte bisher nicht zum Erfolg. In Berlin wird nach Schuldigen gesucht. Die Zeigefinger deuten vor allem auf Wien. Österreich, im Herbst noch Partner der deutschen Willkommenskultur, hat Obergrenzen eingeführt. Die von Österreich initiierte Schließung der Balkanroute überfordert Griechenland und das ganze Flüchtlingselend kulminiert am mazedonischen Grenzzaun.

Fällt die Alpenrepublik Deutschland in den Rücken? Aus Angst vor den eigenen Rechts-populisten? Oder einfach, weil eben in Österreich der Balkan beginnt – und es mit der Verlässlichkeit dort nicht weit her sein kann?  Eine neue Dolchstoßlegende entsteht. Und aus der Tiefe der Geschichte steigen Sumpfgase auf.

Ein Zusammengehörigkeitsgefühl, älter als die EU

Zunächst fällt auf, dass die am Grenzregime der Balkanroute beteiligten Staaten, auch wenn sie nicht der EU angehören, gemeinsam handeln. Offenbar existiert im historischen Unterbewusstsein ein Zusammengehörigkeitsgefühl, das älter ist als die EU. Auf dem Gebiet der Habsburgischen K. u. K. Monarchie, die vom heutigen Polen über Tschechien, Ungarn bis weit in den Süden des Balkans herrschte, agiert Österreich federführend. Man mag das für eine Parodie der historischen Vormacht halten – aber sie schafft Fakten – wenn auch vermutlich nicht auf Dauer.

Die im fernen Berlin gehegte Erwartung, die Türkei möge das Problem lösen, hält man in lange vom osmanischen Reich bedrohten Regionen für leichtgläubig. Und der blutige Zerfall Jugoslawiens mit seinen ethnischen Säuberungen lässt verstehen, weshalb dort ein Rückstau von einigen hunderttausend muslimischen Flüchtlingen für untragbar und gefährlich gehalten wird.

Merkels Gegner im eigenen Lager, vor allem die bayerische CSU, vertreten die Ansicht, Österreich habe mit seiner Obergrenze auch Deutschland entlastet. Die Zahl der Migranten gehe seither spürbar zurück. Auch wer diese Ansicht nicht teilt, kann sich der Tatsache nicht verschließen, dass von München aus gesehen Wien näher liegt als Berlin. Dies ist nicht allein in Kilometern zu messen.

Starke Regionen statt ein Bürokratie-Moloch

Starke, identitätsstiftende Regionen sind ja im Sinne Europas. Bis vor nicht langer Zeit hat man es in Europa für eine gute Idee gehalten, dass die Nationalstaaten an Kraft und Bedeutung verlieren, die grenzüberschreitenden Regionen dagegen gewinnen. Die Alpenregion, die auch das italienische Südtirol einschließt, ist ein Musterbeispiel dieser Vision und durchaus lebensfähiger als der bürokratische Moloch Brüssel.

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Die österreichisch-bayerische Waffenbrüderschaft ist im übrigen älter als der deutsche Nationalstaat. Zum letzten Mal durften Österreicher und Bayern – auch Sachsen – 1866 auf Preußen schießen. Die Niederlage von Königgrätz ist eine Urkatastrophe der deutschen Geschichte. Mit Blut und Eisen zwang Bismarck im Dienste der militärisch überlegenen Großmacht Preußen das Deutsche Reich zusammen. Ein kleindeutsches Reich, weil Österreich ausgesperrt wurde. Preußen wollte die hegemoniale Führerschaft mit Österreich nicht teilen. Bis dahin war Österreich nicht weniger deutsch gewesen als andere deutschsprachige Länder. Im Deutschen Reich entfaltete sich jener Nationalismus, der Europa in zwei Weltkriege führte.

Seit Bismarck entwickelten sich Österreich und Deutschland auseinander und verdrängten zugleich die Ursachen der folgenden Katastrophen. Auf österreichischer Seite gipfelt der Selbstbetrug – zugespitzt ausgedrückt – etwa darin, Hitler für einen Deutschen, Beethoven dagegen für einen Österreicher halten zu wollen.

Weniger Nationalstaat und kein Zentralstaat

Das Habsburger Vielvölkerreich, davon sind die meisten Historiker überzeugt, war ein frühes Modell europäischer Einheit. Gescheitert ist es an einem Mangel an Demokratie und am Nationalismus. Hört, hört! Wenn die Europäische Union heute in die Krise fährt, dann doch genau deshalb: wegen eines Mangels an Demokratie und des Aufkeimens längst überwunden geglaubter Nationalismen.

Deutscher Hochmut ist nicht angebracht. Anders als Berlin, war Wien schon immer ein Völkergemisch. Österreichs Erfahrungen mit starken Minderheiten verschiedener  Religionen und Ethnien sind älter und intensiver. In Sachen Weltoffenheit muss sich Österreich wahrlich nicht verstecken. Die Doppelmonarchie war multikulturell.

Europa darf nicht nach der Pfeife einer Hegemonialmacht tanzen. Auch diese Lektion hat die ehemalige Großmacht Österreich beizeiten lernen müssen. Was Helmut Kohl noch wusste, ist, dass Europa nur zusammen halten kann, wenn die Großen den Kleinen nichts aufzwingen. Schon gar nicht unter der Maßgabe moralischer Überlegenheit.

Daran wird Berlin nun erinnert, wenn Österreich und die Staaten des alten Kakanien Deutschland vermeintlich in den Rücken fallen.

Der Text lief gekürzt heute morgen im Deutschlandradio Kultur.

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Kommentare {23}

  1. Sehr geehrter Herr Herrles!
    Ihre Grundaussagen teile ich durchaus, jedoch gibt Ihre
    Darstellung “Mit Blut und Eisen zwang Bismarck im Dienste der
    militärisch überlegenen Großmacht Preußen das Deutsche Reich
    zusammen …” ein falsches Bild von den Strategien Bismarcks, die
    man ja aus den authentischen Quellen zur Reichsgründung
    entnehmen kann!
    Offenbar haben viele Deutsche immer noch ein gestörtes Verhältnis
    zu Bismarck. Beweis: Die Medien haben Bismarcks 200. Geburtstag
    (am 1.4.2015) verschwiegen und niemand – auch kein Historiker –
    hat das moniert! Das könnte in unseren Nachbarstaaten wohl kaum
    passieren.

  2. GEDANKENSPLITTER:
    Ich verehre Stefan Zweig und liebe das immer und immer wieder gelesene Buch “Die Welt von Gestern”…
    …Erinnerungen eines Europäers…
    Ein Grüner Landesvater (Katholik) betet für seine Kanzlerin…
    Ich selbst bete nun für Österreich und die tapferen Balkanländer…
    …die Türken stehen zum wiederholten Male vor Wien…

  3. Geehrter Herr Herles,

    Österreich-Ungarn ist nicht an Nationalismen gescheitert, sondern am Krieg. Ich bin (hoffe nicht allein) der Meinung, dass alle Staatenbünde an Schwierigkeiten scheitern werden, solange Teile der Bevölkerung eigenständig überleben werden können. Beziehungsweise schlussfolgern, dass sie alleine besser dran wären. Außer diese werden mit Gewalt zusammengehalten. Ein besseres und älteres Beispiel sehe ich im Heiligen Römischen Reich der Deutschen Nation. Der Mangel an Zusammengehörigkeitsgefühl machte den Staat schwach und handlungsunfähig.

    Nach Jugoslawien ist ein unangenehmer Fachausdruck entstanden: Balkanisierung. Die Folgen haben Sie im Artikel angesprochen. Der Grund war eine Einmischung von außen, der die Bemühung der Serben und weiter Völkerschaften den Staat zusammenzuhalten untergrub.

    Wie gesagt, Österreich-Ungarn zerfiel an den Schwierigkeiten des Krieges. Österreicher und Tschechen haben aus vorbeifahrenden Zügen auf einmal auf einander geschossen (Zitat). Den Österreichern wurde die Schuld am Leid gegeben (plus aktuelle militärische Schwäche) und so zerfiel das Reich. Weil jede Völkerschaft (stärkeres Zusammengehörigkeitsgefühl) dachte wohl besser dran zu sein.

    Deutschland zerfiel nicht. Bismarck hat also gute Arbeit geleistet. Ob die Bewegung der 1848/1849 eine wichtige Rolle bei der Wertefindung spielte?

    Ein Zerfallsprozess ist heute ebenfalls in der EU (Katalonien, Schottland) und Deutschland (Sachsen, bzw. der böse Osten) zu beobachten. Wohl erst im Anfangsstadium. Es sind nicht die bösen Nationalismen, es ist das fehlende Zusammengehörigkeitsgefühl. Verantwortlichkeit für einander. Jeder ist auf sein eigenes Wohl bedacht. Die schuldigen sind die anderen. Wäre es nicht zu einem Umdenken in der Politik gekommen, dann hätten wir Probleme mit Sachsen und vielleicht auch mit Bayern mit Manipulationen und staatlicher Gewalt aus der Welt schaffen müssten. Beide starke und eigenständige Länder. Den 30 Jährigen Krieg kennen Sie bestimmt. Nur wäre es nicht so brutal geworden.

    Es ist wie bei einer Schlacht, wenn die Armee unterliegt, rettet sich jeder wie er kann und sperrt sich im eigenen Haus (Stadt) ein. Auch bei Spartanern :)

    Ein gutes lebendiges Beispiel für einen multikulturellen Staat ist Russland. USA ist ein Land, das fremde Kulturen ausgerottet hat und eine Geldkultur erschaffen hat. Eine junge Nation mit wenig Zusammenhalt. Bei jedem Krieg, werden die Volksgemeinschaften im Lande verfolgt. Krieg gegen Japan (Leute wurden in Lagern eingesperrt), während des Irakkrieges sind mir ebenfalls Verfolgungen bekannt. Ob es bei jedem Krieg geschieht, dass Amerikaner vom eigenen Staat als Staatsfeinde betrachtet werden? Schön ist es nicht.

    Ich sprach Russland an. Ihnen sind sicherlich die multikulturellen Völkerschaften in Russland bekannt. Die, die unabhängig wurden, waren stark genug sich für unabhängig zu erklären. Inguschen, Tschuktschen und weitere schwächere Völkerschaften, die ebenfalls über ihre kulturell begründete Nationalität verfügen werden es nicht können. Der ewig unruhige Kaukasus ist ebenfalls ein Beispiel. Doch wenn diese Regionen unabhängig werden, dann wird der Krieg nie aufhören. Es ist kulturell bedingt.

    Nationalismen sind etwas, was ein gemeinsames Zusammengehörigkeitsgefühl und Verantwortung für Einander wiederspiegelt. Ist wie bei Fans bei einer Fußballmannschaft. Besseres wurde leider noch nicht erfunden. Religion hat es nicht geschafft. Konsum wird es auch nicht schaffen.

    Eine Lösung wäre die europäische Nationalität, aber bis dahin ist noch ein sehr langer Weg. Wie gesagt Bismarck hat es irgendwie geschafft. Hitler hat es ausgenutzt und beschmutzt. Aber wir haben noch Napoleon, Franco, Salazar, Mussolini, Lenin, Stalin, Mao, Pol Pot…. War Karl der Große kein Schlächter?

  4. Das Beste an diesem Artikel ist die schöne Karte mit den verschiedenen Ethnien der KuK-Monarchie. Offenbar wollte sich Hr. Herles bei seiner “Geschichtsbetrachtung” bei den Eliten anbiedern indem er Bismarck den grössten deutschen Staatsmann komplementiert. Gehört er zu den “Gefallsüchtigen”?Die Auffassung Bismarck habe die Ursachen für die Weltkriege (oder vielmehr den 30-Jährigen Krieg gegen Deutschland im 2o Jh.) gelegt indem er den schwachen Vielvölkerstaat nicht in das Deutsche Reich aufnehmen wollte ist grundfalsch. Schliesslich war es Bismarck der mit dem Rücksicherungsvertrag von 1887 zwischen dem Reich und Russland einen Weltkrieg verhindert hätte. Das nun dieser unsägliche Kaiser Wilhelm II den Vertrag 1890 umgehend wieder kündigte konnte er, nachdem er seine ehrenvolle Entlassungsurkunde erhalten hatte, nicht mehr verhindern. So führten schliesslich die ethnischen Spannungen im Vielvölkerstaat zusammen mit dem Fatalismus der Mächtigen Europas zur verhängnisvollen sogenannter “Urkatastrophe” des 20. Jh. durch jene die von Freimaurern gesteuerten VSA die europäischen Monarchien in ihrer Hegemonie ablösen konnten.

  5. Vielen Dank für diesen fundierten Artikel. Es zeigt sich immer mehr, daß die Geschichtsvergessenheit, die in den vergangenen zwanzig, dreißig Jahren immer mehr und bewußt ausgeweitet wurde, zu durchaus existenzbedrohenden Szenarien führen kann. Wie sagte doch einmal der kürzlich verstorbene Kanzler Schmidt? Geschichte, Geschichte und nochmals Geschichte. Bis zur Reformation in Umrissen, ab dieser genau und ab der Aufklärung auswendig. Für bedeutende Entscheidungsträger sind diese Kenntnisse jedenfalls unabdingbar. Was, dieses Thema betreffend, derzeit an den Schulen abgeht, spottet ohnehin jeder Beschreibung. Meine drei Kinder konnten entsprechendes Hintergrundwissen und Zusammenhänge nur zuhause erlernen. Wie kann es auch anders sein? Die Lehrer, größtenteils selbst durch die Vertreter der “Frankfurter Schule” geimpft, pflegen zu nicht geringen Teilen eher Ideologische Sichtweisen anstatt den Blick auf Erkenntnis und Einsicht zu legen. Deshalb, mehr von solchen Artikeln! Eine Anmerkung noch. Ob sich allerdings nur im Deutsch Reich und Österreich jener Nationalismus entfaltete, der zum Ausbruch der beiden Weltkatastrophen führt, möchte ich bezweifeln.

  6. Und ich fürchte, dass an Stelle der beschimpften Nationalstaaten einer Elitendemokratie a la Coudenhove-Kalergie das Wort geredet wird. Das fände ich schlimmer als die heute doch weitgehend entschärften europäischen Nationalstaaten, deren “Nationalismus” doch Gott sei Dank nur noch als eine Art Folklore existiert die dennoch eine gewisse Identifikationskraft darstellt. Und die muss doch nicht ausschließlich im Bösen zu sehen sein, kann doch, sozusagen dialektisch aufgehoben, sich ihrer positiven, humanen Traditionen besinnen und diese, auch zur Völkerverständigung pflegen. Wie gerne sieht sich der Deutsche die italienische oder französische Kunst und Kultur an, erfreut sich an dem Guten und Schönen, sieht darin gemeinsame, geistesverwandte Wurzeln. Genau so vice versa. Nee, Herr Herles, kann sein, ich habe Sie missverstanden, aber ich habe mich etwas geärgert, weil, nun gut, ist egal, Sie verstehen schon. Und, keine Angst, ich glaube, dass ausgerechnet hier in diesem Blog Keiner negative nationale Töne anschlägt: so sind “die hier” nicht. Deshalb ärgert eine Diskussion a la Kipping und Konsorten nur.

  7. Es wird klar (oder sollte), dass Nationalstaaten keine willkürlichen Erfindungen sind. Nationalstaaten reflektieren ethnische Identifikation (“Typisch Franzose/Pole/Deutscher/Brite”) und es ist müßig, nachzufragen, woran im Einzelnen das festzumachen sei: es ist einfach so, wie es ist. Selbst “Zugereiste” nehmen, wenn sie einzeln kommen und sich dort, wo sie sich niederlassen, heimisch fühlen, diese Identitätsstrukturen gerne an, rechnen sich als dazugehörig (siehe US-Amerikaner, selbst in China-Town). Identifikation geht mit Diskriminierung einher. Und wer nicht diskriminieren will oder kann, hat sich selbst damit einen Intelligenzdefekt bescheinigt. Es geht hier, überflüssig zu erwähnen, nicht um Herabsetzung; es geht schlicht um Unterscheidung. Aber:
    “Im Deutschen Reich entfaltete sich jener Nationalismus, der Europa in zwei Weltkriege führte” Mithin war also nur das Deutsche Reich nationalistisch, das Streben der Slowaken, der Tschechen und der Ungarn, die Sokoln-Bewegung, das also gab es überhaupt nicht, aha. Und Serbien mit seinen ur-nationalistischen Anwandlungen, gestützt auf eine Blut-und-Boden-Ideologie mit seinen slawischen Brüdern in Russland: ein Sprengsatz, der von Frankreich gegen das Deutsche Reich eher plump als diplomatisch geschickt eingesetzt, das muss wohl auch alles Einbildung gewesen sein, na sowas! Wie schön, dass wenigstens die Serben heutzutage noch an ihren Gavrilo Princip denken und ihm ein Denkmal setzen und von sich und ihrer Rolle bei der Entstehung des 1. WK behaupten, sie hätten die europäische Zivilisation gerettet, diese Unschuldsengel. Wollen wir uns auch über die Rolle der englischen Diplomaten den Deutschen gegenüber unterhalten, wenn es um die höflichst gestellte Frage nach der Berücksichtigung bei der Verteilung gewisser Kolonien ging?
    Lieber Autor, mit Verlaub, glauben Sie wirklich, dass Ihre Rezipienten auf der sprichwörtlichen historischen Worschtesuppe hergeschwommen sind?
    Messen Sie doch bitte nicht den Begriff des Nationalstaates in seiner Entstehung mit seiner gesitteten Bedeutung, die er heute genießt. Das wäre das Gleiche, als würden Sie niemals einen steinigen Untergrund betreten wollen: der war ja mal vor Jahrmillionen glutflüssig!

  8. Herr Herles,
    danke für die Darstellung ihrer Ansichten. Ich bin ja weitgehend bei Ihnen. Nur hier ist Widerspruch fällig:
    “Im Deutschen Reich entfaltete sich jener Nationalismus, der Europa in zwei Weltkriege führte.”
    Nein, dem ist nicht so. Heute, 100 Jahre nach der “Urkatastrophe” Europas, kann man aus der Historikerzunft der alten Feindstaaten Deutschland fast einhellig ein Lied hören: “Die Deutschen waren nicht schuld!” Nur warum nehmen wir Schuld auf uns, die nicht unsere ist? So ne Art Schuldsüchtigkeit?
    100 Jahre nach den Ereignissen erfolgt die Rehabilitierung. Nicht durch die staatlich finanzierten Agit-Prop-Clowns unserer Staatshistoriker, sondern eben durch Ausländer. Wer dazu schon alles hätte wissen wollen, hätte nur die “Iswolski-Papiere”, amtliche Ausgabe, Übersetzung aus dem Russischen, Auswärtiges Amt 1923, lesen müssen (stehen in meiner Bibliothek).
    Denn Genosse Linin hatte nach Gelingen seines Putsches in St. Petersburg zur völligen Diskreditierung seines Klassenfeindes die Geheimarchive des Zaren geöffnet. Da wurde ab November 1917 in der “Iskra” Stück um Stück das ganze Material zur Vorbereitung und Herbeiführung des “großen Krieges” gegen die ahnungslosen Mittelmächte ausgebreitet.

    Ähnliche Beweisführung könnte ich auch zu Ursachen, Herbeiführung WK II. liefern. Nur ich bin dadurch gehindert, dass jeder, der den Behauptungen der Staatspropaganda der Bananenrepublik Deutschland widerspricht, mindestens 3 Jahre nach § 130 StGB bekommt.
    Solange also hier keine Forschungs- und Redefreiheit besteht, muß ich schweigen. Hilfsweise, Herr Herles, ein Stichwort: “Operation Grosa”.

  9. Im Unterschied zu Regierung Kohl ist die Regierung Merkel durch Unzuverlaesslichkeit und Doppelzuengigkeit gekennzeichnet! Frau Merkels Statement “Es kann nicht sein dass irgendetwas geschlossen wird” zeigt ihr kindliches Gemuet! Sie benimmt sich wie ein verzogenes und boeses Kind und ist fuer Europa nicht tragbar!

    Frau Merkels Belehrungen und Drohungen sind fuer unsere souveraene Partner und Nachbarn inakzeptabel. Sicherlich ist Verstaendigung, besonderes wenn es um gemeinsame Interessen geht, innerhalb einer “Kakanien-Connection” einfacher und schneller schon wegen der historisch gewachsenen Erfahrungen und Beziehungen. Unter meinen Urgrosseltern gab es drei Muttersprachen, deutsch, italienisch und serbo-kroatisch. Alle diese Laender kaempfen heute ums Ueberleben und hoffen auf bessere Zeiten. Sie muessen noch viel erreichen. Fuer Spinnereien und Gesinnungsethik einer protestantischen Kanzlerin aus MacPom haben sie weder Zeit noch Verstaendnis. Wenn Frau Merkel heute redet kann man denken, ihr schwebt vor auch Ost- und Suedosteuropaeer zu ” Integrieren” ohne es zu fragen “Wollt ihr das?”

    Herr Herles erwaehnt mit recht Mangel an Demokratie und Nationalismus, damals und heute. Nationalismus ist nur eine Folge des Mangels an Demokratie und Freiheit. Dafuer ist diese Regierung schuldig! Wir sollen “Kakanien-Connection” vorbehaltlos unterstuetzen.

  10. Auch in Bezug auf Integration muss sich Österreich Ungarn nicht verstecken.
    Wenn stimmt, was auf Wikipedia steht, gab es eine eigene rein muslimische Truppeneinheit, die “Bosniaken” (Artikel “Bosnisch-hercegovinische Infanterie”), denen ein eigener Marsch gewidmet wurde (“Die Bosniaken kommen”) und die sich “im 14er/18er Feldzug” durch besondere Tapferkeit hervorgetan haben.