Kretschmann, der Heli und das Weltklima

»Klimapolitik verteilt das Weltvermögen neu«, hat der unselige Ökonom Ottmar Edenkofer vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung schon vor Jahren gesagt.

JOSH EDELSON/AFP/Getty Images

Der Mann ist gut: mit dem Hubschrauber ins Naturschutzgebiet fliegen und dort wandern! Das hat Stil. Jetzt kommt heraus, dass Baden-Württembergs Ministerpräsident Kretschmann sich im Juni dieses Jahres mit dem Hubschrauber von Rheinfelden bei Basel ins schöne Bad Wurzacher Ried fliegen ließ. Dorthin hatte ihn der Bürgermeister von Bad Wurzach eingeladen. Der »MP« sollte sich die Pläne für einen neuen Aussichtsturm ansehen und ein wenig wandern.

Größenwahn oder nur peinlich?
Der alte Maoist und der Mercedes
Kretschmann, der schon mal über einen großen Mercedes als unkommode Staatskarosse mault, fliegt 47 Minuten und verbraucht dabei 260 Liter Kerosin. Das ist fast wie DIESEL! Nur um Pläne für einen neuen Aussichtsturm anzuschauen und ein wenig im Naturschutzgebiet umherzuwandeln! Das Staatsministerium erklärte Kretschmanns Öko-Fußabdruck-Fauxpas mit Zeitnot: »Aufgrund des engen Terminkalenders des Ministerpräsidenten wäre der Termin in Bad Wurzach an diesem Tag bei Nutzung anderer Verkehrsmittel nicht möglich gewesen.«

So soll er eine Tonne CO2 erzeugt haben. Das hat zwar jetzt die SPD ausgerechnet. Vielleicht hatte er keine Lust auf das arge Herumgeholpere über oberschwäbische Schlaglochstraßen. Immerhin ließ er dabei nicht seine gepanzerte Dienstlimousine parallel fahren, um sie vor Ort zur Verfügung zu haben, wie er das einst auf einem Hubschrauberflug von Stuttgart nach Lübeck gebracht hatte. Jetzt tut die SPD ganz empört darüber, dass Ministerpräsident Kretschmann geflogen ist.

Die Schweizer wiederum empören sich schon seit langem über die SPD-Frau Rita Schwarzelühr-Sutter. Die rote Rita bekämpft vehement den Züricher Flughafen. Dort brandet immer wieder ein jahrzehntelang gepflegter Streit um die startenden und landenden Flüge vom Flughafen Kloten auf. Die müssen über den südlichen Schwarzwald kurven. Dort in Lauchringen am Hochrhein nahe der Landesgrenze zur Schweiz wohnt Schwarzelühr-Sutter und stört sich am Fluglärm.

Sie schimpft fast so laut gegen den »Fluglärm« der schon ziemlich hoch fliegenden Flugzeuge, dass sie ihn fast übertönt. Und doch – oh Wunder – gehört sie zu den eifrigsten Flugbenutzern. Sie fliegt seit 2005, als sie in den Deutschen Bundestag gewählt wurde, regelmäßig von Zürich »zum Politisieren«, wie die bz aus Basel einst schrieb, nach Berlin. Dort kämpft sie dann wacker im Bundesverkehrsministerium gegen Diesel, Fluglärm und all die Übel der modernen Welt.

Messungen von Schrottwert
Klimagipfel - Bonn, Fidschi und der Meeresspiegel
Der obergrüne »Heli-Cem« macht auch immer wieder vor, wie man den Fußabdruck verhunzt. Özdemir landete einst auf dem Stuttgarter Flughafen Echterdingen und musste schnell in die Stadt. Das Problem kennt jeder Autofahrer in der Schwabenmetropole: Das wird nix. Zu viele von grünen Verkehrsplanern mit Freude erzeugte Staus. Heli-Cem ließ sich mit dem Hubschrauber die kurze Strecke in die Stadt fliegen und zerstörte die CO2 Bilanz.

So wird das nix mit dem »Staatsziel« CO2 einsparen. Das verhindern gekonnt auch die Teilnehmer des Klimagipfels derzeit in Kattowitz. In Polen landeten mehr als 30.000 Funktionäre aus aller Welt, um das Klima und ihre Staatsbilanzen zu retten. Motto: »Ihr seid dran Schuld, dass wir absaufen, also Kohle her!« Wie sie das auch schon im vergangenen Jahr in Bonn beim letzten Klimagipfel riefen. Offizielle Zahlen, wieviel CO2 dieser Klimatralala verursacht, gibt es wohlweislich nicht. Die Erde ächzt jedenfalls unter den vielen Klimagipfeln.

António Guterres rief in Kattowitz die fast 200 Teilnehmerstaaten dazu auf, sich ambitiösere Klimaziele zu setzen. «Sogar während wir Zeugen von vernichtenden Klimafolgen werden, die Verwüstungen rund um die Welt verursachen, tun wir noch immer nicht genug.» Der Mann ist immerhin UNO-Generalsektär, redet aber wie ein mittelalterlicher Ablassprediger nach dem Motto: »Und siehe, die Erde wird untergehen …. wenn nicht Kohle her!«

Sonne oder Mensch
Was ist auf der Sonne los? 
Jetzt haben »wir« so schön auf der netten Sause in Paris beschlossen, dass die Erde sich nur noch um höchstens zwei Grad erwärmen darf. Die lässt sich davon aber immer noch nicht beeindrucken und weiß noch nicht, ob sie sich erwärmen oder doch lieber abkühlen soll. Jetzt sollen in Kattowitz »Spielregeln für das Erreichen der Ziele« festgelegt werden, wie es immer wieder penetrant heißt. Viele neue Aufgaben für viele unnütze NGOs warten, die wiederum mit Lust um die Welt fliegen können.

Das kostet viel Geld. Ab dem Jahr 2020 sollen 100 Milliarden Dollar für »Projekte zur Bekämpfung des Klimawandels« lockergemacht werden – in jedem Jahr. Die Bundesregierung hat schon mal 1,5 Milliarden Euro in die Schatulle versprochen. Da werden eine Menge Leute in den tausenden von NGOs fett, zum Ausgleich müssen eben noch mehr Rentner an die Abfallkörbe auf der Suche nach Verwertbarem.

»Klimapolitik verteilt das Weltvermögen neu«, wie das der unselige Ökonom Ottmar Edenkofer vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung schon vor Jahren gesagt hat. Da müssen wir Deutschland loben. Das hat den klimaneutralsten Flughafen. Von Berlin-Brandenburg fliegen keine Flugzeuge in die Welt. So geht »Weltklima retten«.


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Kommentare ( 108 )

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Bei den roten Khmer wurde die eigen Bevölkerung Opfer eines intelektuellen Wahn . Bei uns wird die Bevölkerung ebenfalls mindestens materielles Opfer eines ökologischen Wahns ,der nur einer kleinen ,erlesenen Gruppe von Hypermoralisten ihre Selbstbestätigung verleiht . Denn wer glaubt allen Ernstes ,das nur 1/1000 Grad weniger die Erde sich erwärmt ,nur weil 30T Klimatouristen mal wieder nach Kattowice gepilgert sind . Wer glaubt den Grünen Heilspredigern nur noch ein Wort ,wenn sie wegen ihrer Windradanbetung ,die einen Wirkungsgrad von unter 10 % der angegebenen Leistung haben,ganze Naturschutzgebiete abholzen lassen ,aber in Hambacher den Larry raushängen lassen . Klimarettung- Klimarettung… Mehr

Man kann kaum glauben, dass fast 20% in Deutschland so dumm sein sollen, dass sie solchen Betrügern noch die Absolution bei der Wahl geben.

Ich glaube der Frauenanteil bei den Wählern der Grünen ist sehr hoch 😉

Donald Trump hat das einzig richtige gemacht, er ist aus dem Pariser Klimaabkommen ausgestiegen. Die Klimakonferenzen mit anschließender Umverteilung der Gelder an die NGO’s, kosten ihn zu viel und haben keine Erfolge gebracht. Der Stickoxidausstoß hat sich stetig vermehrt. Die Autokonzerne vergasen seit Jahrzehnten ihre Kunden, die Müllindustrie hat das Meer als Mülldeponie entdeckt und die Böden verseuchen Monsanto und Co. Vergleichbar mit dem Atommüll in D, wurden die Gewinne eingefahren und die entstandenen Schäden übernimmt der Steuerzahler. China und Indien dürften ihre Emissionen weiter steigern. Den Amerikaner befiehlt man die eigenendie Kohleminen zu schließen und den Deutschen ist es… Mehr
Ach, immer dieselbe Leier… Ja, es ist mit der grünen Ersatzreligion wie mit allen Ideologien/Religionen und deren Hohepriestern. Wein saufen und v.a. Wasser predigen, damit genug Wein für die Priester übrig ist. Bigotterie gehört halt auch dazu, genauso wie blinde, dumme Fanatiker als Ausführungsgehilfen und die Massen des „der kleinen Mannes“ als Melkkuh. Wir hatten mal eine Sternstunde namens Aufklärung. Die Idee der „Herrschaft der ratio“. Infragestelltung des Herrschaftsanspruches rein aufgrund Herkunft/Gruppengehörigkeit. Und Eindämmung der weltlichen Macht der Kirchen. Und was ist seitem passiert: Ständig neue Ersatzreligionen wurden erfunden. Sozialismus, Marxismus, Leninismus, Faschismus, Nationalsozialismus, Feminismus, Genderimus, Eurokratismus, Klimanationalismus etc. Mir… Mehr
Zitat: Der Mann [Guterres] ist immerhin UNO-Generalsektär, redet aber wie ein mittelalterlicher Ablassprediger nach dem Motto: »Und siehe, die Erde wird untergehen …. wenn nicht Kohle her!« Die Akteure haben sich seit dem Mittelalter geändert, aber das Credo beim Spiel mit der Angst ist das gleiche geblieben: “Wenn das Geld im Kasten klingt, die Seele in den Himmel springt.” Da kämpft auch die Kanzlerin Merkel in vorderster Front mit. Dabei hatte doch gerade sie ihre Einstellung zur Angst bereits im September 2015 auf einer Podiumsdiskussion in Bern kundgetan, nachdem folgende Frage an sie gerichtet worden war: „Wie wollen Sie Europa… Mehr
Ach ja, die am lautesten schreien: „Haltet den Dieb“. Legendär ist auch der Mallorca Flug von Herrn Gabriel, damals Umweltminister. Schlappe 50.000 Euro kostete der Mallorca Flug 2007. Gabriel flog damals am 8. August 2007 die 1660 Kilometer aus seinem Urlaubsort Mallorca nach Berlin. Am selben Tag flog er mit der Challenger von Hannover wieder zurück nach Mallorca (1530 Kilometer) – wieder allein. 44,66 Tonnen Kohlendioxid sollen dabei entstanden sein. Äußerst interessant, was auch Herr Pöpsel vom Focus in der Ausgabe 49/18 ausgerechnet hat: SPD und Güne wollen das Grundeinkommen (angedacht sind 800 Euro) einführen. Wie dies finanziert werden soll,… Mehr
Tja, … den wievielten Dienstwagen hat der Herr MP jetzt in seiner noch relativ kurzen Amtszeit erhalten …? Auch oder gerade als Grüner sollte man wissen, dass die Ökobilanz eines Fahrzeuges umso besser ist je länger es genutzt wird. Auch muss es sicherlich kein solcher Bolide sein, nur weil ein eingebautes „Trockenrasierermotörchen“ die Kiste ein paar Meter elektrisch durch die Gegend schleppen kann. Eine teilhybride B-Klasse wäre da sicherlich hilfreicher – kommt Ende 2019 und die gibt es dann sicherlich auch in Grün. Das passte auch ein 2 m Mann hinein. Im Übrigen findet die Arbeit am Schreibtisch und auf… Mehr

lieber Herr Douglas, jetzt müssten Sie noch bitte einen Kommentar dazu schreiben:
gestern Abend bei Markus Lanz war K. prompt eingeladen und prompt – was für ein glücklicher Zufall – wurde er zu seinem Heli-Abenteuer befragt. Und wie K. dann frech und dreist erklärte, dass er viele Termine habe, das war schon sehr gekonnt. Als hätte der normale Bürger nicht so viele Termine….. aber der Bürger soll nach dem Willen der Politiker nicht fliegen sondern arbeiten.
Meine Hoffnung ist, dass Ihnen zu der neuerlichen Frechheit etwas einfällt….

Dabei hat er wahrscheinlich mehr als 1 Liter Sprit pro km verbraucht.
https://goo.gl/YMV7yj

Der Herr K. wie alle Grünen Funktionsträger sowie deren Anhänger sind die nützlichen Idioten der Industrie. Warum wohl schweigen die Industriebosse – läuft doch alles nach Plan. Die PR-Leute haben mal wieder ganze Arbeit geleistet, genau wie beim Ozonloch. Man sollte immer im Hinterkopf haben, daß (professionelle!) Propaganda nicht von einem Herrn Goebbels erfunden wurde und auch nicht mit ihm gestorben ist!