Noch immer kursieren Fantasieprognosen, die der deutschen Wirtschaft für dieses Jahr Wachstum attestieren. Tatsächlich schrumpft die Privatwirtschaft schneller, als es sich selbst die Degrowth-Fantasten vorgestellt hätten. Im internationalen Wettbewerbsranking zeigen sich die Folgen der Katastrophenpolitik.
picture alliance / dts-Agentur | dts Nachrichtenagentur GmbH
Ewig grüßt das Murmeltier und kündet Quartal für Quartal vom selben jämmerlichen Schauspiel: Deutsche Wirtschaftsinstitute publizieren Fantasieprognosen zum Wirtschaftswachstum der Bundesrepublik, bloß um sie kurz darauf angesichts der verheerenden Wirtschaftslage drastisch nach unten zu korrigieren.
Staatsnah, keynesianisch und etatistisch dem Zeitgeist treu ergeben folgt die Ökonomenzunft – vom DIW über das ifo-Institut bis hin zu den Kammern und Verbänden – der von der Politik vorgegebenen Linie. Keine Kritik an der zerstörerischen Klimapolitik, kein kritisches Wort zur Armutsmigration, die die deutschen Sozialkassen wie ein gigantisches Senkblei in die Tiefe zieht. Genauso wie beim fiskalischen Fiasko des Ukraine-Kriegs bleiben diese sogenannten Ökonomen in ihrer oberflächlichen Analyse der Ursachen des deutschen Abstiegs die zentralen Antworten schuldig.
Im moralistischen Höhenflug einer von der Klimaattitüde beseelten Ökonomenschar sind die Proponenten des Ökosozialismus immer höher in die Masten des längst leckgeschlagenen Schiffes Deutschland gestiegen. Man hält noch immer Ausschau nach dem rettenden Land. Rettendes Land bedeutet im Falle Deutschlands: den ersehnten Wachstumsschub durch das gigantische Schuldenprogramm auszulösen, mit dem der Bundeskanzler die kommenden Generationen deutscher Steuerzahler in Ketten gelegt hat.
Jenseits der politischen Fantasiewelt einer zentral geplanten Transformation stinkt die Realität wie ein vermodernder Sumpf zum Himmel: Auf kümmerliche 0,5 Prozent schmolz die Konjunkturprognose des Bundeswirtschaftsministeriums für das laufende Jahr zusammen. Dieser statistische Effekt eines Mini-Wachstums ist nur möglich, weil der Staat mit immer größeren Kreditprogrammen versucht, die sich leerenden Industriekapazitäten mit Rüstungsgütern auszulasten. Gleichzeitig päppeln gigantische Sozialprogramme, Transferleistungen sowie der Aufbau von Bürokratie und öffentlichem Dienst die Berechnung des Bruttoinlandsprodukts künstlich auf.
Die Privatwirtschaft, jener Bereich der Ökonomie, in dem Güter und Dienstleistungen bereitgestellt werden, die von uns tatsächlich nachgefragt werden, geht im Umkehrschluss immer stärker in die Knie. Bei einer Staatsquote von über 50 Prozent und einer Neuverschuldung des Staates von etwa 4,5 Prozent im laufenden Jahr dürfte die Privatwirtschaft also um drei, am Ende wohl eher um vier Prozent schrumpfen. Aktuelle Zahlen aus der Industrie bestätigen diese Entwicklung: Das Auftragsvolumen schrumpft weiter. Produktion am Standort Deutschland ist schlichtweg zu teuer, überreguliert und nicht mehr wettbewerbsfähig. Das wurde zwar bereits zigtausendmal in Medien außerhalb der Blase des ÖRR diskutiert, hat sich aber noch immer nicht im Bewusstsein der Gesellschaft verankert. Andernfalls nähmen die Dinge längst eine andere Richtung.
Im Jahr 2014 befand sich der deutsche Standort im Vergleich zu anderen Ländern auf einem souveränen sechsten Rang. Seither ist er um 17 Plätze auf den 23. Rang durchgereicht worden. Deutschland, einst leistungsfähiger europäischer Anker mit industrieller Hochkompetenz, ist nicht nur zum kranken Mann Europas geworden. Mit seiner Energiepolitik, dem Migrationschaos und der arroganten und sturen Haltung seiner politischen und wirtschaftlichen Eliten ist das Land zu einem der abschreckendsten Beispiele, zu einem toxischen Wirtschaftsstandort schlechthin mutiert, von dem das Kapital Reißaus nimmt. Die Nettoinvestitionsquote sank bereits zum Jahreswechsel in den negativen Bereich ab. Die Wirtschaft fährt auf Verschleiß. Während Politik, Medien und NGO-Sektor alles dafür geben (Steuergeld und Schulden), ihre grüne Günstlingswirtschaft am Leben zu erhalten, garniert durch den Shooting Star der deutschen Ökonomie: die Rüstungsindustrie.
Hier offenbart sich der ökonomische Analphabetismus unserer Zeit. Für Politiker vom Schlage des Bundeskanzlers oder seines Finanzministers Lars Klingbeil ist die Ökonomie ein eindimensionaler Handlungsraum, in dem ein politischer Befehl genügt, um Finanzierung, Produktion und den anschließenden Konsumprozess auszulösen. Die reale, hochkomplexe Marktstruktur, die nur dezentral und über Preissignale funktioniert, wird auf ein politisches Steuerungsmodell reduziert.
Was überhört wird, ist dramatisch: Die Arbeitsproduktivität, eine fundamentale ökonomische Kernziffer, ist in ihrer Entwicklung genauso zum Erliegen gekommen wie die Investitionen der Privatwirtschaft, die nicht mehr ausreichen, um den Kapitalbestand zu erneuern und auszubauen. In den USA beispielsweise stieg die Arbeitsproduktivität in den zurückliegenden 30 Jahren um über 60 Prozent an, während sie in Deutschland nur um etwa 35 Prozent zulegte. Zuletzt wies diese Ziffer in Deutschland sogar auf eine leichte Erosion hin.
Es tröstet nur wenig, dass Deutschland bei diesem Befund nicht der einzige europäische Staat ist, der an Wettbewerbsfähigkeit einbüßt. Brüderlich geht es beim Abstieg zu: Deutschland, Frankreich, Italien oder Spanien – im Grunde lässt sich der Euroclub als Einheit betrachten, als ein homogener Club der Loser. Denn hier herrscht tatsächlich Konvergenz: Überall in der EU wächst nur noch der Staatsapparat, während sich die Privatwirtschaft zurückzieht.
Wie lange dieses Schauspiel noch andauert, ist unklar – und spielt letztlich keine Rolle mehr. Während Ursula von der Leyen, Friedrich Merz, Emmanuel Macron und ihre Mitstreiter am Aufbau des europäischen EU-Superstaates werkeln, machen andere – vornehmlich in China, den USA, aber auch zunehmend in Südamerika – das Rennen.
Dort rollt nach den Wahlen in Chile, Peru und jüngst auch in Kolumbien weiterhin eine konservative Welle durch den Kontinent. Südamerika scheint den Weg zur Marktwirtschaft gewählt zu haben – die Uhr tickt damit immer lauter gegen die EU.




Sie müssenangemeldet sein um einen Kommentar oder eine Antwort schreiben zu können
Bitte loggen Sie sich ein
Jedenfalls sind wir beim Niedergang ganz vorne mit dabei! Wählt weiter Rot-Grün und wir bleiben an der Spitze!
Alles richtig, aber es vergisst einen wesentlichen Punkt: die Masse der Wähler WILL das so, sie will ihren Neid, ihre Flucht ins Private, ihre Klimareligion, ihre Flucht in den Sport anderer Leute will, vor allem: sie wollen zu den Guten gehören und keine bösen Rechten sein. Und dann stürzen sie halt in den Abgrund.
Deutschland muss weiter de-industrialisieren, denn nur so lassen sich die Grundsätze der Klimaneutralität und des Öko-sozialistichen Weltbildes verwirklichen. Die breite Mehrheit hat es so gewählt und so gewollt…
„Genauso wie beim fiskalischen Fiasko des Ukraine-Kriegs „ Seit der Militärexperte Kolbe nicht mehr vom „längst verlorenen Krieg in der Ukraine“ faseln kann, kommt er mit diesem Schmarrn. Die Vermögenswerte deutscher Investoren in Russland und der Ukraine, die enteignet oder zerstört wurden, sind ihm nicht mal einen Nebensatz wert. Von Reputationsschäden die entstehen, wenn man räuberischen Barbaren mit Wattebällchen gegenüber tritt hat er auch noch nie gehört. Und die Diktatur der Weltentnazifizierer, die locker 40% des Budgets für Rüstung ausgibt, hat natürlich nur friedliche Absichten. 15 Kriege angefangen in hundert Jahren, schwamm drüber. Es gibt wahrlich viel zu kritisieren an den… Mehr
Na freilich lässt sich mit einem Rucksack voller bleiernder CO2-Vorschriften keinen Wettlauf mehr gewinnen. Das ist das Ergebnis, dass sich Deutschland sein Geschäftsmodell – den Automobilbau – auf EU-Ebene sanktionieren lie, dem auch noch freudig beipflichtete bzw. das Ganze durch irrsinnige Zusatzbestimmungen „pushte“. Was ich nicht verstehe: 18 der 27 EU-Staaten sind Netto-Empfänger, die kürzlich eine Verdoppelung des EU-Etats vorschlugen. Einsamer Spitzenreiter der Nettozahler ist Deutschland mit schon jetzt ca. doppelt so großer Zahlung wie Frankreich auf Platz-2. Wieso erklärt kein deutscher Politiker den EU-Kollegen, dass der „Erfolg“ der Deindustrialisierung der deutschen Kernwirtschaft leider zwangsläufig mit einem starken Abbau der… Mehr
Wie soll man es dem Herrn Kolbe noch erklären, damit er es irgendwann vielleicht doch noch versteht. Merkantilismus funktioniert nicht ewig, dann schlägt das Pendel mit Schwung zurück. Nun ist aua. Und warum steigt denn die Produktivität seit 30 Jahren bestenfalls schleppend? Da müsste ein Volkswirt doch Ideen haben? Lohndumping wäre eine spontane Idee im Gegensatz zu den USA, wo die Löhne kräftig zugelegt haben. Das führt zu mehr Nachfrage. Und die zu Investitionen in Maschinen und Ausrüstung. Produktivität=Substitution von Arbeitskraft durch Kapital. Aber dafür braucht es eben Nachfrage, sonst nützt das beste Angebot nix.
Die Mehrheit weiss das nicht.
Weil sie sich aus Medien informieren, die ein Paar warme Tage im Sommer direkt als Klimakatastrophe framen, statt über Wettbewerbsfähigkeit oder Insolvenzwelle zu informieren.
Völlig irre, wie das bischen Wetter gerade skandalisiert wird!
Desinformation wirkt immer noch.
.
Die „positive“ Null muss stehen! Solche Prognosen sind politisch bestellt und haben mit der Realität nichts zu tun. Auch die DDR in ihrer Endzeit hatte bestimmt noch wirtschaftliches Wachstum zu verzeichnen, auch wenn alle wussten, dass das Spiel ohne Devisen (D-Mark) aus dem Westen, schon vorher zu Ende gegangen wäre:
Milliardenkredit für den Feind: Der Aufsehen erregende Strauß-Deal mit der DDR | BR24 | BR.de
Deutschalnd wird aber niemand künstlich am Leben erhalten, im Gegenteil.
Der Fahrtwind des freien Falls könnte von manchen bildungsfernen Politikern natürlich leicht als der Wind des beschleunigten Wachstums verwechselt werden. Sollten wir es ihnen nachsehen? Ich meine nein. Es kann nicht angehen, daß Deutschland von Ignoranten und Phantasten in Rekordtempo zugrunde gerichtet wird. Allerhöchste Zeit für einen Politwechsel, der bereits in Sicht ist. Wir sollten nicht zulassen, daß er erneut verhindert wird.
> Brüderlich geht es beim Abstieg zu: Deutschland, Frankreich, Italien oder Spanien – im Grunde lässt sich der Euroclub als Einheit betrachten, als ein homogener Club der Loser. Im Grunde auch Kleinbritannien: >>>Wäre der Öxit wie der Brexit?<<< > „… Weder die Konservativen, noch die danach regierende Labour-Partei konnten sich zu einem entschlossenen Vorgehen gegen die illegale Migration durchringen und die Konservativen haben noch vor dem Vollzug des Brexits einen bewussten Verrat am Brexit vollzogen: sie haben das EU-Recht, das mit dem Brexit weggefallen wäre, im Bausch und Bogen in britisches Recht übergeführt. Damit entfiel der Bürokratie-Abbau und die britische… Mehr
„Im Jahr 2014 befand sich der deutsche Standort im Vergleich zu anderen Ländern auf einem souveränen sechsten Rang. Seither ist er um 17 Plätze auf den 23. Rang durchgereicht worden“
Da konnte Merkel aber noch ziemlich lange von der offendichtlich großen Substanz zehren.
Sicher ist mit ihr wurde der Abstieg eingeleitet, die Ampel mit Scholz hat nochmal Gas gegeben und Merz ist kein Führer aus der Krise.
Panikmache. Innovative Geschäftsmodelle wie die So Done GmbH gründen ganz bewusst in Deutschland, weil der Standort unschlagbare Vorteile bietet. Wäre das nicht so gäbe es solche Neugründungen hierzulande gar nicht.
Fuer Genderberatungsstellen und Klimawandelangst-Therapeuten gibt es auch gute Aussichten, das stimmt schon…
> Und substanzielle Kritik am politischen Crashkurs wird von Staatsakteuren im Energiewende-Rausch sowie durch Panikpropaganda vor dem unmittelbar bevorstehenden Einmarsch der Russen mit dem medienpolitischen Megafon übertönt.
Könnte es sein, dass die Russen sogar ein paar Dinge geregelt hätten? Leider haben sie keine Lust, sich mit dem Michelismus rumzuplagen. Dann muss man beten, dass der Michel plötzliche Erleuchtung bekommt.
Die Russen hätten so einige Dinge geregelt. Als erstes alle erschossen/vergiftet die gehässige Kommentare bei TE veröffentlichen. Als zweites Leute wie Herrn Kolbe nach Sibirien verfrachtet, damit nicht länger am Rüstungsbudget rumkritisiert wird.