Wenn der Wirt den Ton angibt …

Gegen Ausgrenzung zu Weihnachten wehrt sich Peter Hahne besonders. "In Gottes Namen: Ich möchte praktizieren, was ich singe: „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit; es kommt der Herr der Herrlichkeit…..!“ Tragen wir das Licht auf die Straßen und in die Herzen!"

IMAGO / Eibner

Endlich! Endlich sagt es mal jemand! Riesige Balkenüberschrift in der Berliner Morgenpost: „Dir ist bewußt, dass du sterben kannst.“ Doch es ist kein Bischof, der Gesundheitsfanatiker und Impfbeschwörer auf den Teppich der Realität holt. Es ist kein Theologe, der die Lebensprioritäten mit dem „Todespsalm“ 90 gerade rückt: „Herr, lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen…“

Nein, während Kirchen Todesangst schüren, die Lebensrettung in einem Pieks sehen und ihre Dome zu Impfzentren pervertieren (gotteslästerliches Motto der EKD: „Impfe deinen Nächsten wie dich selbst“), sagt dies ausgerechnet der Kämpfer gegen die Gipfelkreuze, der „im tibetischen Sinne an die Wiedergeburt glaubt“: Reinhold Messner. Er beschreibt mit diesem Satz das Risiko beim … Bergsteigen. Ein Risiko, das wie selbstverständlich zum Leben gehört. Christen haben das wohl vergessen.

Bei der ZDF-Gala „Ein Herz für Kinder“ sitze ich am Spendentelefon neben Schwester Raphaela von den Missionsbenediktinerinnen in Tansania. Die Ärztin sagt mir fassungslos:  „Was ist aus dem christlich-jüdischen Europa geworden, dass man jetzt panische Angst vor dem Sterben hat?“ Der Taxifahrer, der mich zurück nach Hause bringt, meint: „Ich bin Muslim, lese dennoch voller Zustimmung ihre Bücher. Sagen Sie mir bitte, warum ausgerechnet Sie Christen plötzlich solche Angst vor dem Tod haben? Wie passt das zu Ihrem Glauben?“

Ja, das ist die traurige Realität ausgerechnet im Advent: Wir besingen (soweit das überhaupt noch in kirchlicher Todespanik erlaubt ist) das Leben, das durch Jesus Christus in Bethlehem auf die Welt kam: „Hört’s, das Leben ist erschienen und ein ewiges Versühnen …“ Doch Christen schwelgen in Todespanik und sind zu unversöhnlichen Ausgrenzern geworden: „Gottesdienst nur für Geimpfte und Genesene.“ Und das ausgerechnet zu Weihnachten!

Die Bild-Zeitung brachte zum 1. Advent als Titelbild die Krippe. Darüber wie ein Heiligenschein der Postmoderne die Worte: „Geimpft, genesen, getestet.“ Genau der Ort, der offen war für die unterste Schublade der Gesellschaft, die Hirten, und die Creme der Wissenschaft, die drei Weisen, ist nun Sperrzone. Man klammert sich an das Leben, als müsse es ewig so weitergehen. Und zwar auf Erden, nicht im Himmel.

Der Tod ist nun auch bei Christen verdrängt. Das war bisher Exklusiv-Merkmal für „Heiden.“ Was für ein Bankrott der Botschaft von Bethlehem! Denn die lautet, aufgezeichnet von dem Arzt (sic!) Lukas: „Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird: denn euch ist heute der Heiland geboren!“

Die große Vision des Propheten Jesaja ist in der Corona-chaotischen Säkularisations-Pandemie wie weggeblasen: „Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht; und über denen, die da wohnen im finstern Lande, scheint es hell.“ Mit dieser Hoffnung haben sich Juden und Christen in Kriegen und Katastrophen, in Krankheit und Not getröstet. Daran haben sie sich in den Todeszellen der Konzentrationslager und am Heiligen Abend in der Hölle von Stalingrad geklammert. Licht und Leben! Leben über den Tod hinaus.

Nicht nur die böse EU wollte Weihnachten aus Rassismus-Gründen abschaffen. Nein, die Christen selbst zerstören kleingläubig das große Glaubensfest. Die Grundsubstanz unseres Glaubens wird für das Linsengericht einer Impfung verhökert. Statt Zeichen zu setzen: ALLE sind geladen, die mühselig und beladen sind. Das Haus Gottes ist für ALLE geöffnet. Komisch, gerade die Ausgrenzer schwärmen doch sonst immer in den höchsten Tönen von einer „Kirche für alle“ und einer „Kirche von unten.“ Jetzt lassen sie sich spießbürgerlich-rückwärtsgewandt von den Herrschenden willfährig instrumentalisieren.

Weihnachten ist das Fest der Liebe und der Familie, heißt es doch so schön. Selbst in Bombennächten, Pest und Cholera galt das als ehernes Gesetz. Darauf macht ausgerechnet BILD aufmerksam, wo Kirchen und deren Hofmedien mehr staats- als gottgläubig schweigen. Kommentator Ralf Schuler setzt das Wort „Seelsorger“ bewusst in Anführungsstriche. Wahre Sorge um die Seele ist nicht vom Impfstatus abhängig. Und: Wetten, dass ohne Kirchensteuern die Gotteshäuser sperrangelweit offen wären?! Allein der Kollekte wegen.

Doch jetzt ist ausgerechnet an Weihnachten Familie passé und die Liebe dem ausgrenzenden Hass gewichen. Es ist auch das Fest der Kinder, die wir gerade gnadenlos einsperren und hinter Masken psychisch und physisch verelenden lassen. Nicht der Engel von Bethlehem, der herzlose Wirt gibt 2021 den Ton an: „Es ist kein Platz in der Herberge, ab in den Stall!“

Gegen dieses Weihnachten wehre ich mich. In Gottes Namen: Ich möchte praktizieren, was ich singe: „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit; es kommt der Herr der Herrlichkeit…..!“ Tragen wir das Licht auf die Straßen und in die Herzen!


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Kommentare ( 65 )

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Michael Matthias Alexander
6 Monate her

Welche Ironie, die Evangelischen Kirche in Essen positioniert sich gemeinsam mit Sozialisten, Kommunisten und Antifa gegen „Spaziergänger“ und Impfkritiker.

https://essq.de/index.php/2022/01/20/wir-wollen-der-grossen-schweigenden-solidarischen-mehrheit-eine-stimme-geben/

Endlich Frei
7 Monate her

Soll doch jeder machen, was er will. Aber bitte mit Einverständnis bei der Triage, dass der Geimpfte dann auch – mit Verweis auf die wissenschaftliche Mehrheitsmeinung – Vorrang hat. Und schon kommt jeder zu seinem Recht: Die einen wissen, wofür sie es machen, die anderen wissen, wofür sie es nicht tun. Ich bin geboostert und spaziere unaufgeregt durch alle Massen. Gleichzeitig beobachte ich, dass sich „Diversität“ auch in wissenschaftlichen Fragen immer mehr durchsetzt und alle politischen oder religiösen Rufe nach mehr Impfung bei bestimmten Gruppen schlicht verhallen. Ich leite daraus ab, dass im Notfall insgesamt keine Volksräson mehr herstellbar sein… Mehr

NickiNeuland
7 Monate her

Ja, Angst vor dem Tod haben die reichlich. Vor allem die ehemaligen Lohnsklaven, die es endlich bis zur Rente geschafft haben. Ein ganzes Leben lang gebuckelt und geschuftet aber immer die Erlösung vor Augen, das Lebensziel: Die Rente! Und jetzt wartet da plötzlich der Erstickungstod und der bringt sie auch noch um die jämmerlichen staatlichen Almosen, die sie sich so mühsam, ein Leben lang, erarbeitet haben. Und ihr bester Freund, das Fernsehen, treibt ihre Angst auf die Spitze. Keine Serie, oder Talkshow für Blöde kann diese Angst wegsedieren. Nein die Tagesschau holt sie immer wieder ein und die hatte doch… Mehr

ketzerlehrling
7 Monate her

Ich war nie religiös, oder habe einer Religion wirklich angehangen. Ich glaube an mich und an die Naturgesetze, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Angst vor dem Tod, normal würde ich sagen, aber nicht so, dass ich mich freiwillig mit diesem Gift impfen lasse, zumal es nicht hält, was versprochen wurde und, was am wichtigsten ist, man kann durch eine Impfung immer nur sich selbst schützen, nicht andere. Das ist bei Corona so, oder bei anderen Impfungen. Diese moralischen und emotionalen Erpressungsversuche fruchten nicht, denn jeder ist, entgegen dem deutschen Kollektiv- heisst Vollkaskodenken, zuerst für sich selbst verantwortlich, dann für… Mehr

Mozartin
7 Monate her

Ich respektiere in hohem Maße die freie Entscheidung eines jeden Einzelnen in Bezug auf seinen Körper. Ganz schwer ist mir das gefallen bei der Streichung des § 218 StGB, obwohl ich immer die Streichung der Strafe unterschrieben habe. Ich habe dann angefangen, in der SPD die Politik für Familien, Kinder und Alleinstehende zu unterstützen, um die Verhältnisse zu ändern, in denen Frauen sich genötigt sehen, abzutreiben. Ich bin für eine kluge und verantwortliche Impfpflicht, verantwortlich in alle Richtungen. Ich möchte aus wahrscheinlich gegebenem Anlass darauf aufmerksam machen, dass wir viel verlieren mit den Menschen, die an Krankheiten und also auch… Mehr

Monika
7 Monate her

Ich glaube nicht und habe trotzdem keine Angst vor dem Tod. Die krampfhafte Verhinderung des Sterbens unter großen Opfern für die Gesellschaft ist in meinen Augen eine dekadente Übersprungshandlung. Die westlichen Gesellschaften merken im Grunde, daß es für sie in kultureller und demographischer Hinsicht schlecht aussieht. Sie sind alt, haben Wohlstandskrankheiten, die Kultur geht vor die Hunde, die Bevölkerung ändert sich rapide usw.. Und statt die unerfreulichen Probleme anzusprechen und anzupacken macht man halt jetzt Corona und besiegt den Tod durch eine nutzlose Impfung. Menschen sind halt zum Großteil triebgesteuert, das darf man nie vergessen.

MaximilianMueller
7 Monate her

Haben diese Menschen wirklich solche Angst vor dem Tod? Das ist mir als Begründung für die allgegenwärtige Hetze zu banal. So ein einfaches Hintertürchen gestehe ich diesen Leuten nicht zu. Ich denke, es sind viel niedere Beweggründe: Sie wollen wieder ihr dekadentes Leben leben

Peter Gramm
7 Monate her
Antworten an  MaximilianMueller

So sehe ich dies auch! Diese Leute befinden sich in einer üppigst finanzierten Wohlfühlblase mit überdimensionalen Vorteilen zu Lasten anderer und wollen einfach nicht wahrhaben dass dies alles einmal endet, enden muß.

ersieesmussweg
7 Monate her

Ich bin vor langer Zeit wegen ein paar Euro Kirchensteuer aus der Kirche ausgetreten. Vielleicht steckte intuitiv doch mehr hinter meiner Entscheidung.
Das Verhalten der Kirche ist erbärmlich.

Jatoh
7 Monate her

Wir sind doch keine Christen mehr.
Sondern Mammon abhängige Produzenten und verführte Konsumenten,
die auch gerne reich (an Geld) werden wollen.
Oh, führe mich nicht in Versuchung!

Urbanus
7 Monate her

Früher, auf dem Dorf ist man „zu Hause“ gestorben. Der Tote wurde zu Hause, 3 Tage lang aufgebahrt. Die Luft war anders, man spürte überall den Todeshauch. Man trug schwarz. Der Tod soll unbedingt wieder nach Hause, da wo er hingehört.