Venezuela: Sozialisten richten Tausende in den Armenvierteln hin

Venezuelas Staat und Militär haben nach einem Bericht von Amnesty International in den vergangenen Jahren Tausende Menschen in den Armenvierteln hingerichtet - ohne Gerichtsverfahren. Wo bleibt der Aufschrei in den Medien, wer demonstriert in Deutschland?

JUAN BARRETO/AFP/Getty Images
Members of the Bolivarian National Intelligence Service (SEBIN) patrol Caracas as an operation to capture Oscar Perez, the Venezuelan helicopter pilot who dropped grenades on the Supreme Court last year during anti-government protests, is carried out on January 15, 2018. Several people, including two police officers, were killed in an operation to capture Oscar Perez, A ministry statement said members of a 'terrorist cell' were killed, and five were arrested in the operation, but did not say whether the pilot, was among the dead or detained.

Zwischen 2015 und Juni 2017 kam es nach dem Bericht der Menschenrechtsorganisation Amnesty International zu mehr als 8.200 außergerichtlichen Hinrichtungen. Opfer seien vor allem Jugendliche und junge Männer in städtischen Armenvierteln gewesen.

„Venezuela erlebt eine der schlimmsten Menschenrechtskrisen in der Geschichte des Landes“, sagt Erika Guevara-Rosas, Direktorin für die Region Amerika bei Amnesty International. „Die Liste der völkerrechtlichen Verbrechen gegen die eigene Bevölkerung wächst. Anstatt eine wirksame Politik zum Schutz der Menschen und zur Reduktion der Gefahren einzuführen, versuchen die Behörden mit Kriegsrhetorik die übermäßige und oftmals tödliche Gewalt durch Polizei und Militär zu rechtfertigen.“

Amnesty hat regelmäßig auf gravierende Verletzungen der Rechte auf Gesundheit und Ernährung, auf die anhaltende Praxis politisch motivierter, willkürlicher Verhaftungen, auf Folter und andere grausame, unmenschliche oder entwürdigende Behandlung oder auf den Einsatz von Militärgerichten für Prozesse gegen Zivilpersonen hingewiesen. Seit 2014 sind nach UN-Angaben etwa 2,3 Millionen Menschen aus dem Land geflohen. Grund ist die ökonomische Krise, die die Sozialisten mit ihren Wirtschaftsexperimenten angerichtet haben. Obwohl kein Land auf der Welt so große Erdölbestände hat wie Venezuela, liegt die Inflationsrate inzwischen bei einer Million (!) Prozent.

Chávez das große Vorbild der Linken – Glückwünsche für Maduro

Gibt es einen Aufschrei in den deutschen Medien, wie dies mit Sicherheit bei entsprechenden Menschenrechtsverletzungen von einem rechten Regime der Fall wäre? Demonstrieren Linke und Grüne für „internationale Solidarität“ mit den Armen in Venezuela, die hungern? Plötzlich sind sie ziemlich ruhig geworden.

Vor wenigen Jahren haben sie noch von Venezuela geschwärmt, Hugo Chávez war das große Vorbild: Der europapolitische Sprecher der Linkspartei im Deutschen Bundestag erklärte damals: „Was Chávez macht, ist auch der Weg, in Deutschland die ökonomischen Probleme zu lösen“ und die Vorsitzende der Linken, Sarah Wagenknecht, pries ihn als „großen Präsidenten“, der mit seinem ganzen Leben für den „Kampf um Gerechtigkeit und Würde“ stand. Chávez habe bewiesen, dass „ein anderes Wirtschaftsmodell möglich sei“. Mit dieser Aussage hatte sie allerdings Recht. Die Ergebnisse dieses „anderen Wirtschaftsmodells“ sehen wir jetzt.

Noch vor einem halben Jahr gratulierte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Linken im Deutschen Bundestag, Heike Hänsel, dem Diktator Nicolas Maduro zu seinem „Wahlsieg“ und kritisierte Außenminister Maas für seine Aussage, dass es sich nicht um freie Wahlen handelte. Auf Twitter schrieb sie: „Ich gratuliere Präsident #Maduro zu seinem Wahlsieg in #Venezuela. Die Kritik von #Maas ist derart verlogen, hat er doch keine Probleme mit der Wahl in #Mexiko wo bereits fast 100 Kandidaten ermordet wurden und in #Honduras wo das Ergebnis offensichtlich manipuliert wurde …“

Auch in den USA hatte Chávez unter den Linksintellektuellen viele Bewunderer. Einer ihrer prominentesten Köpfe, der 2016 verstorbene Tom Hayden, erklärte: „Ich sage voraus, dass der Name von Hugo Chávez von Millionen verehrt werden wird, je mehr Zeit vergeht.” Ein anderer tonangebener Linksintellektueller, der Princeton-Professor Cornell West, bekannte: „Ich liebe es, dass Hugo Chávez die Armut zur obersten Priorität gemacht hat. Ich wünschte mir, Amerika würde die Armut zur Priorität machen.“ Und die bekannte amerikanische Journalistin Barbara Walters schwärmte: „Er kümmert sich so sehr um die Armut, er ist ein Sozialist. Was er getan hat für ganz Lateinamerika, was sie über Jahre versucht haben, ist die Armut zu beseitigen. Er ist nicht der Verrückte, wie man uns erzählt hat […] Er ist ein sehr intelligenter Mann.“

Die Erklärungen der Linksintellektuellen für das, was jetzt in Venezuela passiert ist, kann ich mir schon denken, denn es sind nach dem Scheitern von jedem sozialistischen Experiment immer die gleichen „Erklärungen“:

1. Sorry, das war nicht der wahre Sozialismus. Das nächste Mal wird’s besser.

2. Wenn Chávez noch am Leben wäre, wäre alles gut.

3. Schuld ist nicht die linke Wirtschaftspolitik, sondern schuld sind die US-Imperialisten mit ihrem Wirtschaftsboykott.

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Kommentare ( 83 )

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Solche Experimente funktionieren nur mit einem dummen, aber vor allem ungebildeten Volk. Und dafür besitzt das Land alle Mittel – so wie in ganz Lateinamerika. Die Kleinen werden schon im Kindergarten mit linker Ideologie geimpft. Was dabei herauskommt, manifestiert sich in immer mehr Armut und Kriminalität… und das in Ländern, wo legaler Waffenbesitz so gut wie unmöglich oder zumindest nur über größte Schwierigkeiten möglich ist.

Habe hier schon des öfteren geschrieben, dass mein Mann und ich vor ca. 20 Jahren in Venezuela Urlaub gemacht haben. Dass die Menschen dort nicht reich, wohl aber doch
größtenteils zufrieden waren. Dann kamen die Versprechen der Sozialisten. Alle Menschen sind gleich und sollen gleich viel besitzen. Präsident Hugo Chávez wurde dann damals schließlich auch gewählt. Und heute ist es so. Wenige besitzen alles und die übrigen Bürger sind gleich arm. Wie in sozialistischen Ländern üblich. Traurig ist nur, dass die Wähler immer wieder darauf reinfallen. Und am Ende haben wieder die Amerikaner/Präsident Trump Schuld.

Jedes sozialistische System MUSS zwangsläufig in einer Diktatur enden. Und es endete ja tatsächlich immer so. Das wissen wir inzwischen aus Erfahrung. Wie aber wird der immer neue Versuch gerechtfertigt, WIEDER ein sozialistisches System zu installieren? Ich weiß es, weil ich es selbst so gehört habe – von Sozialisten: „Das Volk ist dumm. Es muss umerzogen werden. Erst dann, wenn das Volk nicht mehr dumm ist, darf es mitbestimmen. Nur so wird sicher gestellt, dass am Ende für jeden die maximale Gerechtigkeit heraus kommt.“ Diese Erklärung macht deutlich, warum Sozialisten offenbar keine Hemmungen haben, WIEDER eine Diktatur zu errichten: Sie… Mehr

Was dabei rauskommt, wenn Sozialisten an die Macht kommen, hat vor über 100 Jahren schon Eugen Richter vorausgesagt.

Und ein anderer Eugen, nämlich jener von Böhm-Bawerk, hat schon Ende des 19. Jhds Karl Marx widerlegt!

tja, der reine Kommunismus kann funktionieren. .. das Problem: alle, bis zur letzten Maus, müssen mitmachen, keiner darf sich zurücklehnen und Nutzen aus dem System ziehen. Finde den Haken… Selbst in Kleingruppen von 10-20 Personen merkt man sehr schnell, das eher früher als später die ersten ausscheren und einen persönlichen Profit anstreben (Geld, Macht, Ruhm, Ehre..) Deshalb haben die linken „Führer“ es in der Vergangenheit immer versucht, mit Regelwerken, maßregeln, bestrafen.. letztlich bis zum Tode, die diejenigen, die sich dem Idealbild nicht unterordnen, auf „Linie“ zu bringen. Und damit letztlich nur menschenverachtende Diktaturen errichtet. ..und sich binnen kurzer Zeit als… Mehr

Sozialisten, Linke, Antifa, Nationalsozialisten, egal wie und in welchem Gewandt sie daherkommen, es endet meist in Massenmord, Bedrohung und brutaler Gewalt. Erschreckend das sich gerade die SPD offen zur Antifa bekennt, etwas von gewaltfrei säuselt aber in Wirklichkeit diese Gewalt wie einen Götzen anbetetet.
Deshalb sollten wir wieder zu einer konservativen, werteorientierten Politik übergehen die bis 2003 im Wahlprogramm der CDU stand und heute nur noch von der AfD getragen wird.

Dafür steht heute im CDU-Programm auf Seite 63 unten „Relocation“ und „Resettlement,“ damit es der durchschnittliche Christgläubige nicht so recht schnallt, wie die CDU in vorauseilendem Gehorsam der sozialistischen Mafia von UN und EU-Kommission folgt..

Ich kenne einen Venezolaner persönlich in Berlin. Stimmt, seine Schleife: „Die USA ist schuld am Elend in Venezuela“. Er schwärmte schon vor Jahren für die dortige Politik. Komisch, daß er sich hier seit Jahren alimentieren läßt (Hartz4), wo es dort doch so gut ist.

Wenn man das Beispiel Che Guevarra hernimmt, müssten doch bald die ersten T-Shirts mit dem Konterfei von Chavèz auftauchen. An Unis zum Beispiel. Oder als Poster über dem Bett. Sozialismus ist immer mit unbändigem Hass auf alle verbunden, die anders denken. Ich erkenne diesen Fanatismus und Hass gegenüber anderen Meinungen auch in vielen sozialistischen Politiker in Deutschland, insbesondere aus dem Grünen und dem SPD Lager. Der rational vollkommen unerklärbare Kampf gegen Maaßen über Wochen hinweg zum Beispiel ist ein Kampf bis zur völligen existenziellen Vernichtung eines Menschen (der sogar nochmals erneut wieder aufgenommen wurde). Nur erklärbar durch Fanatismus.

Ich danke Ihnen sehr, Herr Zitelmann, daß Sie den Blick auf eine Tragödie lenken, die in der öffentlichen Diskussion in Deutschland bisher keine Rolle spielt. Und die ( mir überwiegend nicht bekannten, mich aber mitnichten überraschenden) Zitate linker Politiker drucke ich mir aus. Und halte sie zusammen mit den von Amnesty International veröffentlichten Fakten den vielen netten, hübschen aber so unfaßbar naiven und ungebildeten Studentinnen im Umfeld meiner Familie, die begeistert von der „ Sarah“ und einer „ gerechten Weltordnung in einer nichtkapitalistischen Welt“ schwärmen, unter die Nase.