Mehrheit hat die Nase voll von der „Ampel“

Nur knapp ein Drittel spricht sich für den Fortbestand der Ampelregierung aus. 41 Prozent setzen auf eine vorgezogene Neuwahl – besonders Anhänger der AfD. Die „Ampel“ erzielte aktuell in der Summe 35 Prozent. Nach wie vor erstaunlich ungeschoren kommen die Grünen davon. Klar, „grün“ wählen muss man sich leisten können.

IMAGO / Mike Schmidt

Klar, Wählerbeschimpfung ist so was von … Parteien dürfen das schon gar nicht tun, außer wenn die Alt-Parteien unisono poltern, dass Millionen eine kaum zehn Jahre alte Partei wählen. Wähler zu beschimpfen dürfen außerdem die „woken“ Medienhäuser aus Hamburg und München sowie die mit täglich (!) 23 Millionen Euro zwangsfinanzierten, nicht minder „woken“ Öffentlich-Rechtlichen, zudem die staatlich alimentierten „Wissenschaften“, Institute und Stiftungen, die dem deutschen Michel eins ums andere Mal vorhalten, dass er strukturell „rechts“, islamo-, trans- und homophob, also real oder potenziell ein AfD-Wähler ist.

Was der deutsche Michel bundesweit mit Anteilen von 70 bis 85 Prozent indes immer noch nicht verinnerlicht hat, das ist, dass er der Souverän ist. Er ist der Auftraggeber der Regierungen und nicht deren Befehlsempfänger. Der deutsche Wähler scheint das permanent zu vergessen. Sonst hätte er nicht viermal Merkel und 2021 nicht „Ampel“ gewählt. Sonst würde er seine fortschreitende, mit Klima oder Corona begründete Entmündigung, die schleichende Enteignung seines Lohnes und seines Vermögens sowie die nicht nur schleichende Auflösung der Gewaltenteilung, vulgo: Gleichschaltung, von Legislative, Exekutive, Judikative und „vierter“ Gewalt (Presse), nicht schafsgeduldig über sich ergehen lassen.

Indem er – zum Beispiel in NRW und Schleswig-Holstein – ganze acht Monate nach der Bundestagswahl im Mai 2022 de facto Grün-Grün wählt und smart-woke CDU-Landeschefs in den Sattel hiev bzw. dort bestätigt. Pardon, das sind natürlich Thesen, mit denen wir nur knapp an Wählerbeschimpfung vorbeischrammen. Musste dennoch als Weckruf sein.

Nun straft sich „der“ Wähler selbst Lügen. Klar, „den“ Wähler gibt es nicht, er ist ein Homunkulus. Dennoch: Exakt 25 Monate nach der Bundestagswahl vom 26. September 2021 hat der Wähler die Nase voll von der „Ampel“. Also implizit auch von seinem Wahlverhalten damals. Mit 52,0 Prozent hatte er eine „Ampel“ installiert, von der er – vor dem bald erfolgten Überfall Russlands auf die Ukraine – wissen musste, dass dieses Dreierbündnis Deutschland zur Unkenntlichkeit transformieren würde. Vorbild schien unausgesprochen der Morgenthau-Plan des Jahres 1944 zur De-Industrialisierung Deutschlands zu sein.

Noch mehr Windräder, keine Kernkraftwerke mehr, Autofeindlichkeit, Industriefeindlichkeit, noch mehr Staatsverschuldung, noch mehr Zuwanderung, „feministische“ Außenpolitik einer stets hypermotivierten, aber ungebildeten Außenministerin (und vormaligen Kanzlerkandidatin), Ideologieprojekte wie das Selbstbestimmungsgesetz oder die Cannabis-Freigabe: Das war alles erkennbar. Aber die reale Alternative zur „Ampel“ war ein von Merkel installierter Kandidat Laschet, der Deutschland ebenso regiert hätte, wie Merkel „alternativlos“ regiert hat und wie Olaf Scholz seit 23 Monaten „Regieren“ zusammen mit einem Dilettantenkabinett mimt. Mühsam maskiert mit einem Amtseid („dem Wohle des deutschen Volkes“), der eher einem Meineid gleicht.

41 Prozent für Neuwahl, Kanzler-SPD in der Sonntagsfrage bei 15 Prozent

Und nun, zwei Jahre später? Nur knapp ein Drittel der befragten Wähler spricht sich laut Infratest dimap (Befragung vom 7./8. November 2023) im DeutschlandTrend für das ARD-Morgenmagazin für den Fortbestand der Ampelregierung aus. 41 Prozent setzen auf eine vorgezogene Neuwahl – besonders Anhänger der AfD. Die Unzufriedenheit mit der „Ampel“ ist jedenfalls groß. Nur knapp ein Drittel der Befragten (32 Prozent) spricht sich für ein Fortbestehen der „Ampel“-Koalition bis 2025 aus. 16 Prozent setzen auf einen Koalitionswechsel und würden eine Große Koalition aus SPD und Union begrüßen.

Am deutlichsten ist der Ruf nach einer Neuwahl bei den Anhängern der AfD. 86 Prozent der Befragten sprechen sich hier dafür aus. Bei den Anhängern der Union unterstützen dies eigenartigerweise nur 39 Prozent. 34 Prozent stimmen für die Bildung einer Großen Koalition. Bei Anhängern von SPD (62 Prozent) und Grünen (80 Prozent) überwiegt die Zahl derer, die sich für eine Fortsetzung der „Ampel“ bis 2025 einsetzen. Bei den Anhängern der FDP votieren 47 Prozent dafür, die „Ampel“ weiterzuführen, doch sprechen sich 39 Prozent der liberalen Wähler dagegen aus.

Die aktuelle Sonntagsfrage fällt entsprechend aus (in Klammern zum Vergleich das Ergebnis der Bundestagswahl vom September 2021):

  • CDU/CSU kämen auf 30 Prozent (2021: 24,1), die AfD käme auf 21 Prozent (2021: 10,3).
  • Die SPD (Kanzlerpartei, 2021: 25,7) und die „Grünen“ (2021: 14,8) lägen jeweils auf 15 Prozent.
  • Die FDP wäre mit 5 Prozent sehr knapp im Bundestag vertreten (2021: 11,5).
  • Die Linke würde den Einzug mit 4 Prozent verpassen (2021: 4,9).
  • Die Freien Wähler (FW) lägen bei 3 Prozent (2021: 2,4).

Das heißt: Die „Ampel“ erzielte aktuell in der Summe 35 Prozent, die Nicht-Linken zusammen 59. Nach wie vor erstaunlich ungeschoren kommen die „Grünen“ davon. Klar, „grün“ wählen muss man sich leisten können.

Perspektiven und Szenarien

Im Moment ist vieles im Fluss. Siehe dazu später auf TE die überraschenden Entwicklungen in Hessen, wo die CDU die „Grünen“ vor die Tür setzen und die Faeser-Verlierer-SPD zum gedemütigten Koalitionspartner nehmen möchte.

Folgende Szenarien auf Bundesebene sind denkbar:

  • Die „Ampel“ dilettiert und dekonstruiert weiter und fährt Deutschland endgültig an die Wand.
  • Im Herbst 2024 gibt es in ostdeutschen Ländern regierungsunfähige Viererkoalitionen gegen die AfD als stärkste Partei oder mit rund 39/40 Prozent AfD-Alleinregierungen, wenn SPD, Grüne, FDP, Linke und FW unter der 5-Prozent-Hürde bleiben. Die „Ampel“ dilettiert weiter und mobilisiert die Medien noch mehr gegen „rechts“.
  • Neuwahlen wird es nicht geben, denn zu viele „Ampel“-Abgeordnete würden ihre Mandate verlieren, voraussichtlich mehr als hundert der 314 „Ampel“-MdBs. Die 92 FDP-Abgeordneten könnten gegebenenfalls alle ihre Koffer in Berlin packen.
  • Die FDP steigt aus und macht auf echte, indes kaum glaubwürdige Opposition.
  • SPD und CDU/CSU einigen sich auf eine nicht mehr so ganz Große Koalition mit einem Kanzler Boris Pistorius und einem Vizekanzler Merz.

Oder aber es mischen neu gegründete Parteien im linken und im rechten Spektrum mit. Ob die „Brandmauer“ dann noch hält?


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Kommentare ( 52 )

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Andreas Stueve
7 Monate her

Avanti, Dilettanti! Jeden Tag einen Schritt näher in die Katastrophe. Selbst wenn sie verhindert werden kann, muß jeder Schritt mühsam zurückgelaufen werden. Zerstörte Kraftwerke, zerstörte Zusammenarbeit mit Rußland. Unfähige Ideologen in Staat, Wirtschaft, Wissenschaft. Ein Volk, daß sich seiner nicht mehr bewußt ist. Es wird Generationen brauchen, um die Trümmer der Sozialisten (alle außer der AfD) zu beseitigen. Die Schlimmsten sind nicht die Politiker, sondern die, die diese Gestalten vermittels Stimmzettel an die Macht gewählt haben. Aber auch die Guten, die Menschlichen, die Bunten, Toleranten und Offenen werden nicht ungeschoren davon kommen. Eine Gesellschaft, ein Staat der auf Lügen, Wünschbarkeiten… Mehr

Eberhard
7 Monate her

Es wird für Deutschland immer schneller weiter abwärts gehen, solange diese unsinnige links grüne Transformations-Politik ihr Vernichtungswerk fortsetzen kann. Die von der Ampel damit in Gang gesetzte Abwärtsspirale dreht sich immer schneller. Statt Probleme zu lösen, entstehen aus angeblichen Lösungen nur weitere und damit Verschlimmerungen. Selbst die angebliche Bereicherung aus bestimmter Zuwanderung zeigt jetzt bereits ihre schlimmste Seite und erfordert eine völlige Abkehr bisheriger Behandlung. Da außer der AfD alle anderen Parteien trotz aller Warnungen den falschen Kurs bis heute fortsetzen und die AfD trotz ihrer Zunahme immer noch von der Übernahme von Verantwortung ausgrenzen, ist keine wirkliche Abbremsung der… Mehr

JamesBond
7 Monate her

Wer will nochmal, wer hat noch nicht gelacht – heute bei NTV: „20:15 Uhr Lindner stellt steuerliche Entlastung für arbeitende Familien in Aussicht Neben der Erhöhung des Bürgergelds empfindet es Finanzminister Christian Lindner als wichtig, die arbeitenden Familien zu entlasten. „Wir können nicht nur Sozialleistungen an die Inflation anpassen, sondern es muss dann auch eine zusätzliche steuerliche Entlastung im nächsten Jahr geben, für die Menschen, die Steuern zahlen“, so der FDP-Politiker im Interview mit RTL. Und er fügte hinzu: „Wir müssen die Menschen, die Bürgergeld beziehen, stärker aktivieren für den Arbeitsmarkt.“ Damit meinte er auch ukrainische Geflüchtete in Deutschland. „Das… Mehr

brummibaer_hh
7 Monate her

Stimmt, die Mehrheit der Wähler hat die Nase voll von der Ampel. Aber wo wir beim Thema „Mehrheit“ wären. Es gibt auch andere Mehrheiten. Die Mehrheit der deutschen Wähler glaubt an den menschlichen Anteil an der Klimaerwärmung. Die Mehrheit der deutschen Wähler denkt auch, dass die AFD in Teilen rechtsextreme Gedanken vertritt. Was machen Sie denn mit diesen Mehrheiten, wenn Sie so sehr vom Begriff „Mehrheit“ ergriffen sind? Die Mehrheit der Deutschen ist inzwischen gegen die Lieferung schwrer Waffen in die Ukraine – am Beginn des Krieges war die Mehrhet dafür. Die Mehrheit der Menschen in Deutschland ist gegen erneuten… Mehr

Grenz Gaenger
7 Monate her

„… die Nicht-Linken zusammen 59 %…“

Welche Parteien beinhalten diese 59 %?
Die CDU als schwarz angestrichene, links-vergrünte Partei kann wohl kaum gemeint sein.

AnSi
7 Monate her

Diesem knappen Drittel, welches den Knall noch immer nicht gehört hat, sollte man von früh bis spät ein Windrad um die Ohren hauen! Da man das nicht kann und darf, muss die (H)Ampel also weiter dilettieren und den Karren erst so richtig in den Dreck fahren! Erst, wenn dieses o.g. Drittel auf dem Zahnfleisch geht oder die AfD >50% ist, besteht die Chance auf Besserung! So lange setze ich keinen Fuß mehr in dieses #Dilettantenstadl!

Stefan Z
7 Monate her
Antworten an  AnSi

So mancher Beamter fährt ja ganz gut mit der Ampel. Daher hat man ein stabiles Fundament das auch ordentlich gehätschelt wird.

Rene 1962
7 Monate her

„Bei den Anhängern der FDP votieren 47 Prozent dafür, die „Ampel“ weiterzuführen, doch sprechen sich 39 Prozent der liberalen Wähler dagegen aus.“
Das sagt alles!

MisterX
7 Monate her

Selbst wenn die „Ampel“ weggewählt werden würde, hätten wir immer noch all die „Ampel“-Fans in Funk, Fernsehn und Staatsapparat.
Oder waren all die Alt-Nazis und Stasi-Mitarbeiter plötzlich verschwunden, als die Systeme, in denen sie groß wurden, zusammengebrochen sind?
Die Regierung ist nur die Spitze des Eisbergs. Dieses Land ist mittlerweile bis in die tiefen Strukturen zersetzt.

Derrick
7 Monate her

Nur ein echter Politikwechsel hilft, deshalb muß die AfD noch stärker werden um in den Ländern alleine regieren zu können!

Dreiklang
7 Monate her

GRün wird nicht trotz, sondern wegen Inkompetenz gewählt. Für grüne Wähler handelt Habeck wie bestellt. Plapperlena darf als „young global leader“ wichtige Gespräche mit Blinken führen. Alles wunderbar inszeniert. Aber heute ist ein wichtiger Tag, denn zum ersten Mal wendet sich die CDU von den GRünen ab (Wiesbaden). Warum? Weil es überhaupt nicht mehr geht. Mit der grünen Idylle ist es vorbei. Das werden auch Günther und Wüst zu spüren bekommen.