Schüler sind die Verlierer der übervorsichtigen Corona-Maßnahmen

Die Politik versteift sich seit einem Jahr auf die Politik der Lockdowns - das Leid, das sie erzeugen, wird heruntergeredet. Nach einem Jahr ist das Ergebnis für Schüler und Kinder ein Desaster. Man wird viel aufarbeiten müssen.

Nach Monaten der Isolation, der Einsamkeit und des Nichts-Lernens dürfen die meisten deutschen Schüler seit kurzem endlich wieder in die Schule gehen. Und dass wurde auch höchste Zeit – zahlreiche Untersuchungen belegen, dass Kinder- und Jugendliche besonders stark unter den Corona-Maßnahmen gelitten haben. Laut Sueddeutscher Zeitung leidet bereits jedes dritte Kind zwischen elf und siebzehn Jahren an psychischen Auffälligkeiten, bei den jüngeren geht man von ähnlichen Werten aus. Über ein Drittel der Familien haben seit Ausbruch der Pandemie größere Geldsorgen und die Eltern demnach wahrscheinlich noch weniger Nerven und Zeit sich um ihre angeschlagenen Kinder zu kümmern. Doch war das alles überhaupt nötig? Neue Forschungsergebnisse zeigen: Die Kinder haben zu großen Teilen vergeblich gelitten. Es ist kein Zusammenhang zwischen dem Pandemiegeschehen und der Dauer der Schulschließungen erkennbar.

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Zu diesem Schluss kam eine Studie der OECD laut SZ bereits im April dieses Jahres. Im Vergleich der OECD-Staaten schien vielmehr die „Leistungsfähigkeit“ der Schulsysteme ausschlaggebend, was die Frage aufwirft ob die ehemalige „Bildungsnation Deutschland“ inzwischen weit hinter unseren europäischen Nachbarn wie Frankreich oder der Schweiz zurück liegt oder ob Kinder in Deutschland schlicht eine untergeordnete Priorität haben. Fest steht, dass sich deutsche Schüler im Vergleich zu westlichen europäischen Ländern besonders häufig im Distanzunterricht wieder fanden. Laut Daten der Unesco waren unsere Schulen landesweit für 14 Wochen komplett und für 20 Wochen teilweise geschlossen. Mit insgesamt 34 Wochen sind das deutlich mehr als in Großbritannien (27 Wochen), Spanien (15 Wochen), Frankreich (12 Wochen) oder der Schweiz (7 Wochen). Mit Blick auf ganz Europa zeigt sich allerdings ein deutliches „Ost-West-Gefälle“, bei dem Deutschland mit Italien, Dänemark und Österreich „immerhin“ noch im Mittelfeld liegt – Polen, Tschechien und die Slowakei machten ihre Schulen für über 40 Wochen dicht.

Neben dem europäischen Vergleich zeigen auch andere wissenschaftliche Daten immer und immer deutlicher, dass die Schulschließungen aus epidemiologischer Sicht nicht annähernd in diesem Ausmaß nötig gewesen wären. Es wurde oder wird seitens der Politik und Mainstream-Medien seit über einem Jahr also offensichtlich ohne eine fundierte wissenschaftliche Grundlage die Angst vor den Kindern als „Treiber der Pandemie“ und den Schulen als „Super-Spreader-Hotspots“ geschürt. Man hat den deutschen Kindern erzählt, dass sie ihre Oma, den Opa oder die Mama umbringen könnten, obwohl in internationalen Daten von Schultestungen nur wenige Infektionen unter Kindern festgestellt werden konnten. Zumal sich die meisten von ihnen bei Erwachsenen angesteckt hatten – nicht andersherum.

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Die deutschen Schulen wurden immer wieder und konsequent geschlossen, ohne sich Gedanken darüber zu machen, was das für den psychischen Zustand der Schüler bedeuten könnte – dabei gibt es dafür, entgegen der Datenlage für die „Super-Spreader-Theorie“, sogar einen ganzen Haufen historischer und wissenschaftlicher Daten, die belegen, was Einsamkeit und Isolation mit Menschen machen können. Und es werden fast täglich mehr und mehr Studien und Umfragen aus Deutschland und der Welt, die zeigen, wie schwerwiegend die Folgen der Corona-Maßnahmen gerade für die Jüngsten sind – sie reichen von leichten über schwere psychische Krankheiten bis hin zu Suiziden. Ganz aktuell zeigt eine CDC-Studie aus Amerika, dass die Zahl der Selbstmordversuche von Teenagern auch in den USA während des Lockdowns stark gestiegen ist. Die Zahlen der Einweisungen in die Notfallambulanz sind insbesondere bei jungen Mädchen mehr als nur alarmierend. Sie stiegen im Sommer 2020 im Vergleich zu 2019 um 26 Prozent und im Frühjahr 2021 im Vergleich zu 2020 um ganze 51 Prozent. Die Autoren der Studie weisen dabei auch nochmal darauf hin, dass „junge Personen eine Gruppe mit hohem Risiko darstellen“, weil sie von den Maßnahmen wie „physischer Distanzierung“ -ausdrücklich einschließlich mangelnder Verbindung zu Schulen, Lehrern und Gleichaltrigen- besonders betroffen waren.

Vergleicht man die wissenschaftliche Datenlage sowie historische und sonstige Erkenntnisse der Maßnahmen auf der einen Seite und die der Folgen auf der anderen, ergibt sich also eine eindeutige Schieflage und damit eine ziemlich irrationale Corona-Politik unserer Regierung. Obwohl es nie ernsthafte Belege dafür gab, dass Kinder und Jugendliche im Pandemie-Geschehen eine treibende oder überhaupt eine große Rolle spielten, mussten sie am meisten unter den Maßnahmen leiden. Und so traurig wie das ist: Bei all den psychischen Leiden, die sich bereits jetzt sehr deutlich zeigen und in Zukunft noch stärker zunehmen werden, sind die enormen Bildungslücken der jungen Menschen wirklich unser kleinstes Problem.

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Kommentare ( 29 )

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bkkopp
5 Monate her

Die für die Schulen zuständigen Länder ( heiliger Föderalismus ! ) sahen sich nie in der Lage, und waren es deshalb auch nicht, für alle Schulen ab ca. Sept. 2020 ein effektives, proaktives Testregime zu organisieren und zu bezahlen. Weder die Ministerpräsidenten bei 1+16, noch die Länder-Gesundheits- oder Kultusminister, haben lautstark danach gedrängt und verhandelt. Wie immer, wenn man etwas nie ernsthaft will, und dann nachdrücklich darauf hinarbeitet, dann kommt es auch nicht zustande. Für mich steht außer Zweifel, dass mit effektiven, proaktiven Testregimen für Lehrer, Personal und Schüler, die Schulen den Präsenzunterricht bis zu 70-80% hätten aufrechterhalten können. Es… Mehr

Helene Baden
5 Monate her

Gut, dass Sie dran am Thema bleiben, Frau Schwarz! Es wird so schnell vergessen, wie tiefgreifend die Lockdownpolitik gerade die Kinder und Jugendlichen geschädigt hat. Und es bleibt zu hoffen, dass die neuen Erkenntnisse dazu führen, dass das nächste Schuljahr nicht auch wieder ein Verlorenes ist.

Rosa Wissmann
5 Monate her

Gut, dass es mittlerweile so viele Studien gibt, die die Kinder als Gefährder und Gefährdete entlasten. So besteht für sie zumindest Hoffnung, dass mit der Herbstgrippe nicht die nächste Runde an Schulschließung bevorsteht.

Anna Hand
5 Monate her

Hoffentlich können die Kinder nun endlich wieder zurück ins Leben finden. Auf dass es ihre letzte Pandemie war. Danke für Ihren Artikel Frau Schwarz!

Juergen Schmidt
5 Monate her

Und es hört ja nicht auf. Derzeit findet in den Schulen weiterhin eine PCR-Testorgie statt – de fakto ein 2 x wöchentliches Massen-Screening von ausnahmslos gesunden Kindern -, sowie das komplette Masken- und AHA-Programm. Übrigens mit PCR-Tests, die ausdrücklich nicht für Screening an Gesunden vorgesehen sind … Dauernd schwebt das Damoklesschwert eines positiven Tests über den Kindern: Ist mein Test morgen positiv, und werde ich dann zu Hause weggesperrt mit Kontaktverbot? Grundschüler sitzen jetzt gerade bei 30° C in der Klasse mit Maske (natürlich negativ getestet). Solange sie sich auf dem Schulgelände aufhalten, ist Maskenpflicht. Ausnahme ist jetzt mittlerweile Sport… Mehr

Last edited 5 Monate her by Juergen Schmidt
freiwild
5 Monate her
Antworten an  Juergen Schmidt

Kinder, gequält von schwerstkriminellen Psychopathen. Jep. Aktuell noch keine PCR-Tests. In Bayern. Grundschule. Schnelltest, zweimal pro Woche. Wir sind die einzigen(!) Eltern, die ihr Kind zweimal die Woche zum Spucktest in ein „Testcenter“ bringen, da wir keine anderen Test (Hantieren mit gefährlichen Substanzen, Einführen von Teststäbchen in die Nase) akzeptieren. Ansonsten würde sie zu Hause bleiben. Meine Tochter will aber in die Schule, trotz der Dreckslappen (Stoff) und der Einschränkungen. Manche Eltern schicken ihre Kinder mit SED2-Masken in die Schule.🙈🙈🙈 Wenn ich meine Tochter bitte, den Dreckslappen ab und zu abzunehmen, dann schimpft sie mich. Sie möchte keinen Ärger mit… Mehr

Kruemelmonster
5 Monate her

Dass wir uns jetzt im Sommer daran erinnern, wie normales Leben aussieht, ist bitter genug. Aber dass es die Schwächsten sind, welche die Hilflosigkeit unserer Führungskräfte ausbaden müssen, ist ein Verbrechen. Wie schon bei vergangenen Krisen (Grenzöffnung, Atomausstieg, Finanzkrise) wird ohne Rücksicht auf Verluste gehandelt und stets die maximal dümmste Lösung gewählt. Motto: viel hilft viel. Dennoch sind Merkel, Spahn und Söder keine „bösen“ Menschen – es ist einfach Dummheit und Machterhalt, was sie treibt. Nun waren auch frühere Politiker wie Strauß, Schmidt oder Wehner machtbewusste Menschen. Aber im Gegensatz zum heutigen Führungspersonal waren sie intelligent, gebildet, verantwortungsbewusst und hatten… Mehr

Stefan Spumante
5 Monate her

Wieder ein guter Beitrag von Ihnen. Schulen sind halt doch systemrelevant. Wer Schulen schließt produziert viele Folgeprobleme. Eltern drehen durch und viele Kinder vereinsamen, verwahrlosen oder werden sogar geschlagen oder missbraucht. Die Bildung bleibt auch auf der Strecke. Die Frage ist erlaubt. War das alles notwendig. Und wenn nicht wer übernimmt die Konsequenzen?

UnRuhig
5 Monate her

Ich habe heute morgen eine Runde um den Stuttgarter May-Eyht-See genossen…(dachte ich) und da kam mir die neue Generation von Ärzten, Krankenschwestern und Pflegepersonal entgegen (jetzt könnte ich diese fehlgeleiteten den Namen „Bankräuber“ geben, aber die können nicht’s dafür) und ich konnte nicht „innehalten“ Mit der Ansprache an den als Obergangster hinterherlaufende Lehrer bei 25° Sonnenschein bester Luft, er soll dieser Maskerade doch ein Ende setzen!
Die Antwort: Er ist Beamteter Lehrer und macht seinen Job! …

Es ist zum weinen, diese Kinder mit Maulkorb, laufen zu sehen!

Wahnfried1971
5 Monate her

Ich hätte es nicht philosophischer ausdrücken können. Ich behaupte: nie hatte eine junge Generation TROTZ Corona-(Maßnahmen) MEHR Möglichkeiten als die heutige. Ich gönne denen das – aber dieses Rumgejammere soll endlich aufhören!

Wahnfried1971
5 Monate her

Ach ja, unsere ach so lernbegierigen Schüler! Sind Sie manchmal im Internet unterwegs, in Schülerforen? „Ey Alter, haste das mal als Hörbuch? Muss den Sche…. bis morgen draufhaben“ Machen wir uns doch nichts vor: die heute 10-18jährigen verblöden doch nicht wegen Corona-Maßnahmen sondern durch youtube, influencerei und weltoffenem Kikaninchen.

Th. Nehrenheim
5 Monate her
Antworten an  Wahnfried1971

Wenn es ums Verblöden geht, stimme ich Ihnen zu. Von bestimmten Dingen sollte ja bereits meine Generation nichts mehr wissen.
Aber hier geht es um den Psychokram. Das ist total hipp. Mit Psycho kannst du fast so viel erreichen wie mit Medizinern, nur ist es eben nicht so richtig greif- und beweisbar.