Medien fallen auf PR-Coup der Linken rein

Die Linke hat Nebelkerzen geworfen und will einen Spalt in die Gruppe der Besserverdiener treiben. In Wahrheit ist die Linke nämlich vor allem für massive Steuererhöhungen.

Emmanuele Contini/AFP/Getty Images

Die Linke darf sich freuen. Ihr PR-Coup ist aufgegangen. In allen Medien kann man lesen, die Linke wolle die Steuern senken. Auch FAZ und WELT loben die Linke und meinten, nun werde es einsam um die SPD, wenn selbst die Linkspartei inzwischen verstanden habe, dass die Steuern gesenkt werden sollten.

„Die Linke ist derzeit spannender als die SPD“ überschrieb der Welt-Chefredakteur Ulf Poschardt seinen Kommentar. „Selbst die Linkspartei will Steuersenkungen“, so überschrieb die FAZ ihren Kommentar zum Thema.

Der Druck auf die SPD wurde jetzt so groß, dass sich auch der SPD-Vorsitzende Norbert Walter-Borjans für eine steuerliche Entlastung der Mittelschicht einsetzt (nachdem seine Kollegin Sasika Esken noch kurz davor erklärt hatte, es sei „gefährlich“ die Steuern zu senken).

Linke will drastische Steuererhöhungen

Die Linke hat Nebelkerzen geworfen und will einen Spalt in die Gruppe der Besserverdiener treiben. In Wahrheit ist die Linke nämlich vor allem für massive Steuererhöhungen. Die „Reichensteuer“, die zurzeit 45 Prozent (+ Soli) beträgt, soll auf 60 Prozent (plus Soli) ab einem zu versteuernden Einkommen von 260.000 Euro steigen. Bereits ab 70.000 Euro sollen die Steuern auf 53 Prozent erhöht werden. Für Einkommensmillionäre soll der Spitzensteuersatz sogar 75 Prozent betragen. Jeder, der mehr als eine Million Euro besitzt, soll zudem 5 Prozent Vermögensteuer zahlen. Die Erbschaftsteuer für Reiche soll ebenfalls erhöht werden. Die Abgeltungssteuer soll abgeschafft werden. Das ist das Programm der Linken.
Auch die SPD will den Spitzensteuersatz erhöhen, die Vermögensteuer wieder einführen, Erbschaftsteuer erhöhen und die Abgeltungssteuer abschaffen.
Die Linke – und nun auch die SPD – fordert lediglich, dass der Spitzensteuersatz später als bisher einsetzen solle, um die Mittelschicht zu entlasten.

Alle fühlen sich zur Mittelschicht zugehörig

Das klingt gut für die meisten Bürger. Aus der sozialwissenschaftlichen Forschung wissen wir, dass sich fast jeder der Mittelschicht zugehörig fühlt – sogar viele, die eigentlich zur Unter- oder Oberschicht gehören. Das Robin-Hood-Versprechen lautet also: „Wir senken für dich die Steuern und nehmen es den Reichen weg“. Das ist der Kern der Forderung der Linken.

Dabei besteht nicht der geringste Grund dafür, warum Steuerentlastungen „gegenfinanziert“ werden müssen. Die Steuereinnahmen des deutschen Staates sind so hoch wie niemals zuvor in der Geschichte. Die Ausgaben für neu ausgegebene Anleihen sind so niedrig wie noch niemals in der Geschichte, ja, der Staat verdient selbst dann, wenn er sich neu verschuldet wegen der Negativzinsen. In einer solchen Zeit sprudelnder Steuereinnahmen und dramatisch gesunkener Ausgaben für die Bedienung von Anleihen wäre viel Raum für Steuersenkungen.

Linke-Wähler sind besonders neidisch

Aber SPD und Linke wissen, dass viele ihrer Wähler vom Neid getrieben sind. Sie wären selbst dann dafür, die Steuern für Millionäre drastisch zu erhöhen, wenn sie selbst gar nichts davon hätten! Bei einer Allensbach-Umfrage für die Studie „Die Gesellschaft und ihre Reichen“ erklärten 83 Prozent der Wähler der Linkspartei, sie seien auch dann dafür, die Steuern für Millionäre stark zu erhöhen, wenn sie selbst keinen persönlichen Vorteil davon hätten (bei SPD-Wählern waren es 69 Prozent). Und während zum Zeitpunkt der Umfrage zehn Prozent der Gesamtbevölkerung erklärten, sie würden die Linke wählen, erklärten das 24 Prozent der Befragten, die einen ausgesprochen starken Sozialneid empfinden. In der Gruppe der Menschen mit wenig ausgeprägtem Sozialneid betrug dagegen die Zustimmung zur Linkspartei nur vier Prozent.

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Kommentare ( 31 )

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31 Kommentare auf "Medien fallen auf PR-Coup der Linken rein"

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@“Aber SPD und Linke wissen, dass viele ihrer Wähler vom Neid getrieben sind.“

Der eigentliche Grund, wieso es überhaupt die Linke gibt. In vielen Ländern möchten die Leute einfach selbst besser haben – deswegen ist der Sozialismus 1.0 gefallen. Manche können allerdings nicht ertragen, wenn jemand es noch besser hat – selbst wenn man selber dadurch verliert. Eine mE perverse Einstellung.

Schon Winston Churchill titulierte den Sozialismus u. a. als das „Glaubensbekenntnis des Neids“.
Der italienische National-Ökonom und Eliten-Theoretiker Vilfredo Pareto vertrat die Theorie, dass es nicht möglich ist, Wohlstand durch Umverteilung von oben nach unten zu schaffen, sondern nur durch eine Erhöhung der Gesamtressourcen.
Allerdings war Pareto auch der Auffassung, dass es bei solchen Theorien nicht darauf ankommt, ob sie wahr oder falsch sind, sondern ob sie bestimmten, nach Herrschaft Strebenden nützlich sind.

Naja, die können gern Steuersenkungen verkünden und auch durchsetzen. Das ist ein Klacks. Diese Vielleicht-Steuersenkung holen die sich dann durch die CO2-Zertifikate wieder herein, da diese auf unser ganzes Leben durchschlagen und ein mächtiger Batzen an Mehr für die Mehrwertsteuer darstellt. Die Mehrwertsteuer bringt ja am meisten ein. Wenn die Deutschen meinen, dass die Linke jetzt wirklich toll daherkommt, würde mich das nicht wundern. Mehr als 2/3 des deutschen Wahlvolkes glauben sowieso alles und wählen solche Figuren immer wieder. Wer nicht denken kann, muss eben fühlen. Die Linke ist im Prinzip ein lustiger Verein. Sie ist gegen Altersarmut und ihre… Mehr

Als ich die Meldung las, dass die Linken für die Steuerzahler mit mittlerem Einkommen Steuern senken wollen war ich zunächst überrascht und erfreut.

Es wäre etwas ganz neues, dass die Linken sich auf die Seite der ganz normal verdienenden Arbeitnehmer stellen und diese nicht weiter zusätzlich abkassieren sondern entlasten wollen.

Nachdem ich mir die Überlegungen genauer angesehen hat, sehe auch ich:

Es ist wie immer.
Die Linken probieren es wieder mit anderen Mitteln ihr Ziel zu erreichen, die Bürger noch stärker abkassieren zu können.
Die Linken blieben sich treu.

Deutschland ist eine Neid-Gesellschaft und geht deshalb den Linken auf den Leim, die durch die Medien ihre Absicht verkünden lassen, endlich die Reichen viel höher zu besteuern. Allerdings sollte jeder, der sich darüber freut, sehr auf der Hut sein, denn ganz schnell kann er selbst betroffen sein und die Schadenfreude hat sich erledigt.

Den Blödsinnsvorwurf der oftmals denkbefreitesten kann man international in jeder Presse lesen.

Wie ist das nochmal mit der DDR ausgegangen? Wer kann sich noch daran erinnern?
Habe mal an einem Montag mit einem jungen „Montagsdemonstranten“ gesprochen, der meinte, vieles in der DDR wäre viel besser gewesen als in Westdeutschland.
Da kann man nur sagen: „Der ÖRR wirkt!“

Ja, die Straßen aus Sand brauchte man ja im Winter zB nicht streuen.
Wer ausgiebig über den schwedisch-feministischen Versuch gelacht hat Winterdienst unsexistisch zu machen weiß wie wichtig das ist!

Überschreibt den „Linken“ doch einfach das Komplettvermögen dieses Landes. Ende der Debatte.

5% Vermögenssteuer, bei Minuszinsen, gewollter Inflation und keiner Möglichkeit das Geld werterhaltend anzulegen. Gehts noch???

Ist der Ex SED inzwischen das veruntreute Volksvermögen der DDR abhanden gekommen oder warum kommen sie mit derartigen Vorschlägen.Kommt dann auch wieder die Mauer rund um Deutschland, das keiner mehr aus der Geldschröpfmaschine rauskommt.

„“5% Vermögenssteuer, bei Minuszinsen““ – gibts damit dann nicht noch was raus aus der Steuerschatulle??

„…und keiner Möglichkeit das Geld werterhaltend anzulegen.“
Ich empfehle physisches Gold. Sofern Sie sich mit genügend Nahrungsmitteln, Kraftstoffe etc. über die Zeit während und nach dem Crash bis zur neuen Währung ‚rüberretten können und Ihr Gold nicht antasten müssen, können Sie Ihr Vermögen erhalten.

ich bin der festen überzeugung, dass dieser ekelerregende deutsche neid auch eine bedeutende rolle beim thema antisemitismus gespielt hat und noch immer spielt. das einzige, was optimistisch stimmt ist, dass sich das neidproblem demografisch vermutlich von selbst in den nächsten jahrzehnten erledigt, denn es ist allem anschein nach genetisch bedingt, typisch deutsch halt.

Ne, kannste in jeder deiner (((Zeitungen))) weltweit lesen.

Das Geld (Kapital) zu besitzen, bedeutet im Grund die Macht zu haben. So könnte man das übersetzt erklären.

Wenn Linke mehr Geld von Leistungsträgern fordern, bedeutet es im Prinzip nichts anderes, als zu sagen, wir wollen euch die Macht nehmen um sie über andere auszuüben.

Müsste es nicht korrekt heißen „… wir wollen euch die Macht nehmen um sie über EUCH auszuüben.“?

Die Linken rekrutieren doch ihre Wählerschaft hauptsächlich aus dem leistungslosen Milieu. Der Neid der Besitzlosen. Aber wer nie gelernt hat zu arbeiten und sich nur vom Staat alimentieren lässt, der kann es zu nichts bringen. Das Ende vom Lied wird sein, die „Reichen“ verschwinden nach und nach aus dem Land und dann zahlt gar keiner mehr die hohen Steuern. Die Roten konnten noch nie mit Geld umgehen. Das liegt der Bagage in den Genen.

Mit Geld was man nicht selbst erwirtschaftet, muss man auch nicht umgehen können. Man muss es nur ausgeben und wissen, wie man es sich holt. Das ist die Losung der Linken.