Grün wirkt – das Leben verteuert sich explosionsartig

Niemals war der Slogan der Grünen, „Grün wirkt“, zutreffender als heute. Denn Grün wirkt als Inflationstreiber. Deren frühere Landwirtschaftsministerin Renate Künast zeigt sich dazu auffallend gelassen.

IMAGO/Sven Simon

Wenn man von der Ampel spricht, redet man inzwischen im Grunde von einer durch und durch grünen Regierung. Die FDP hat sich längst in die Rolle eines 17. Landesverbandes der Grünen begeben und die Sozialdemokraten werden nur noch als Bremser in der Ukraine-Unterstützung und in der Sanktionspolitik wahrgenommen.

Niemals war der Slogan der Grünen, „Grün wirkt“, zutreffender als heute, denn Grün wirkt als Inflationstreiber. Jeder bemerkt es beim Einkaufen oder an der Tanksäule, dass die Inflation in Deutschland galoppiert und die Teuerung von Monat zu Monat getrieben von der Regierungspolitik der Grünen rasant ansteigt, wie aktuelle Zahlen des statistischen Bundesamtes belegen. 

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Für gewerbliche Produkte stiegen die Erzeugerpreise im April um 33,5 Prozent zum Vorjahresmonat. Die Erzeugerpreise für landwirtschaftliche Produkte stiegen noch deutlicher: im März schon um 34,7 Prozent, im April sogar um 39,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Das lässt erwarten, dass die allgemeine Teuerungsrate für Konsumentenpreise, die im Mai bei 7,9 Prozent lag, dort wohl nicht stehenbleiben wird. Im Herbst könnte sie die Marke 9 oder 10 Prozent erreichen. 

Alles, was der ehemaligen Landwirtschaftsministerin und Dauerbundestagsabgeordneten der Grünen, Renate Künast, die dank des die Diäten finanzierenden Steuerzahlers gelassen auf jeden Preisanstieg schauen kann, dazu einfällt, ist: „Wir haben diese Schieflage, dass wir auf Fleisch sieben Prozent Mehrwertsteuer zahlen und auf Gemüse und Obst, nämlich das, was wir aus Gesundheitsgründen und Klimagründen viel mehr kaufen sollten, 19 Prozent.“ Diese Schieflage, die Künast verändert wissen will, müsste sie zuvor erst selbst schaffen, denn die existiert nicht. Lebensmittel unterliegen dem ermäßigten Steuersatz von 7 %. Also kann ihre Aussage nur lauten, dass Fleisch teurer werden muss, dass der Staat an der Verteuerung von Fleisch kräftig verdienen will, indem auf Fleisch der Mehrwertsteuersatz von 19 % erhoben werden soll. Da dürfte der Vegetarier Özdemir nichts dagegen haben.

Kriegssteuer
Die grüne Übergewinnsteuer wäre ein weiterer Inflationsantrieb
Dass grüne Politik, die in den euphemistischen Bezeichnungen „Agrarwende“ und „Energiewende“ zum Ausdruck kommt, einen wesentlichen Anteil an der Inflation hat, ficht sie nicht an, denn: „Ansonsten ist die Zeit billiger Lebensmittel aber vorbei.“ Soll heißen: gewöhnt euch dran, was immer euch auch wiederfährt, wir regieren fröhlich so weiter. Im grünen Sound behauptet DIW-Präsident Marcel Fratzscher, der Wirtschaftswissenschaft als ideologisches Projekt betreibt: „Wir geben wahrscheinlich zu wenig für Lebensmittel aus, weil das zulasten von Umwelt, von Natur, auch von Tierwohl geht. Und ich glaube, da muss man den Menschen einfach ganz offen und ehrlich sagen: Lebensmittel sind in vielen Bereichen im Augenblick zu billig, weil sie eben den Schaden, die Kosten, die sie letztlich verursachen, nicht widerspiegeln.“ Auch er meint, dass die Zeit der „billigen Lebensmittel“ vorbei ist, wobei die pauschale Behauptung, dass Lebensmittel zu billig seien, nicht zutrifft. Und da der Anstieg der Preise dem Staat zu märchenhaften Steuereinnahmen verhilft, lautet anscheinend die Devise, dem deutschen Bürger das letzte Hemd auszuziehen. 

Einzig den Armen, zu denen natürlich auch die von den Grünen begrüßten Einwanderer in die deutschen Sozialsysteme gehören, muss laut Künast geholfen werden, natürlich nicht dem Mittelstand, der soll brav zahlen und zahlen und zahlen: „Wir müssen uns Gedanken machen, wie wir in Zukunft Planungssicherheit für Bauern schaffen und wie wir die Ärmsten der Armen entlasten.“ Mit Planungssicherheit meint Künast staatliche Eingriffe in die Landwirtschaft. 

Eines hat Künast in ihrer Zeit im Landwirtschaftsministerium mit Sicherheit nicht gelernt, dass man die Kuh, die man melken will, nicht schlachten darf.

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Kommentare ( 120 )

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120 Comments
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Endlich Frei
10 Tage her

Thomas Jordan, Schweizer Notenbankchef, wies ja bereits darauf hin: Die Teuerung ist allein auf die katastrophale Führung der EZB – allen Statuten zurwiderhandelnd – zurückzuführen – das Hauptproblem der Inflation liegt weder in der Pandemie noch im Ukraine-Krieg. Die Schweiz, exakt den selben Problemen ausgeliefert, verzeichnete zuletzt 2,9% Inflation gegenüber rund 8 Prozent Inflation in der Eurozone. Das muntere Geld drucken und Löschen von Schulden mit EZB-Geld – unter Lagarde so extrem wie nie zuvor – gehen nun rasant an die Substanz der Sparer. Während sich die Bilanzsumme der Schweiz seit 2019 lediglich um 20% vergrößerte, tat sie dies in… Mehr

Orlando M.
10 Tage her

Das liegt jetzt aber schon eher an der Gelddruckerei der EZB. Die Geldmenge hat sich in den letzten zehn Jahren verdoppelt, ohne dass die entsprechenden Waren dahinter stehen. Das viele EZB-Geld ging leider nicht in die Wirtschaft und die gesamte Nation, sondern überwiegend in den Weltsozialstaat, wo es rückstandslos verbrannt wurde, ohne einen Nutzen zu haben, außer hierzulande den halben Balkan und Orient samt Afrika durchzufüttern. Dazu noch die Minuszinsen und irgendwann kommt die Rechnung. Ist wie bei kleinen Leuten, man kann dank Ratenzahlung und großzügigen Bankkrediten eine ganze Weile lang weit über seinen Verhältnissen leben, aber irgendwann holt einen… Mehr

Paroline
10 Tage her

Das Schlimme ist, dass die Leute die Zusammenhänge nicht sehen. Sie verstehen nicht, dass die Politik, vornehmlich die Grünen für die ganzen Probleme verantwortlich sind, weil ihnen alle erzählen, dies wäre „alternativlos“ und jenes unvermeidbar. So glauben sie, die Verantwortlichen täten ihr bestes unter den gegebenen Umständen. Darum werden diese Heinis immer wieder gewählt, die ihnen weismachen, das alles ja noch viel schlimmer sein könnte.

Alexis de Tocqueville
10 Tage her
Antworten an  Paroline

Woran man wieder sieht: Schule macht dumm. Jedes kleine Kind kann „Warum“ fragen. Erwachsene sind dazu nur noch sehr selten in der Lage. Alternativlos, sagst du? Na dann wirds schon so sein.

Dr. Rehmstack
11 Tage her

Es ist sollte in diesem Zusammenhang immer daran erinnert werden, dass selbige Frau Künast wesentlich für das Insektensterben verantwortlich ist: es war ihre Idee, großflächig Mais Monokulturen anzulegen, damit diese Biomasse zu Biogas fermentiert werden kann, obwohl der reine energetische Flächenertrag sogar noch 30 x schlechter als der von Photovoltaik ist. Alles, was die Grünen anfassen…..

Endlich Frei
11 Tage her

Eine Kugel Eis kostet uns das Ganze im Monat.
(Jürgen Trittin: 30.07.2004: „Es bleibt dabei, dass die Förderung erneuerbaren Energien einen durchschnittlichen Haushalt nur rund 1 Euro im Monat kostet – so viel wie eine Kugel Eis.“ – Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit)
Man sollte meinen, dieser SOLL-IST-Vergleich (müsste Schul-Stoff werden) reicht für ein vernichtendes Urteil über diese Ideologen. Selten ist ein Volk derart angelogen und betrogen worden. Aber nein – Eine Ideologie unterscheidet sich von einer Lüge durch die Eigenschaft, dass sie chronisch und beharrlich ist. Und ihre Verbreiter nonchalant.

Endlich Frei
11 Tage her

Und wie stark grün wirkt: Das Regalangebot unseres Supermarktes um die Ecke dürfte sich seit Regierungsantritt bereits halbiert haben.
Und augenscheinlich ist auch: Statt mit gesunder Bio-Vollwertkost ernähren sich immer mehr Familien mit Junkfood und Süßigkeiten.
Der Widerspruch in der herrschenden politischen Ideologie ist so eklatant, dass hoffentlich auch den Dümms_ten bald auffällt, was für Märchenerzählern sie ihr Kreuz gegeben haben.

thinkSelf
10 Tage her
Antworten an  Endlich Frei

„Bio-Vollwertkost“ ist nicht „gesund“, sondern Marketingverarschung des Kunden. Aber wie jeder Marketingexperte weiß: Mit nichts kann man mehr Marge machen als mit Status und „gutem Gefühl“.

jwe
11 Tage her

Vor 80 Jahren hat man auch an die Wunderwaffen geglaubt (die aber nicht da waren) und die via Propaganda verbreiteten Siegesmeldungen. Gleiches erleben wir heute. Die Wunderwaffen sind E-Autos, Erdwärmeheitzungen,Fotovoltaik und Windräder. Schuld an allen Defiziden ist Putin und die, die nicht auf den über Generationen erarbeiteten Wohlstand verzichten wollen. Die eigentlichen Verursacher der Mangelwirtschaft und Inflation sind die Helden, die uns vor allem Übel bewahren. Wir müssen nur ganz fest an deren Rezepte glauben. Das Aufwachen wird wie vor 80 Jahren oder vor 30 Jahren kommen, wenn Deutschland am Grunde liegt. So lange werden uns Presse und Fernsehen die… Mehr

Steffens
11 Tage her

So wenig ich die Ampel mag, so ist sie nicht Schuld an den aktuellen Problemen, sondern die CDU und Merkel.
Die Merkeljahre, die durch Verschleppung von Problemen gekennzeichnet waren, zeigen nun ihre ganze Wirkung. Denn je länger man die Lösung eines Problems aufschiebt, desto größer wird es. Und Merkel hat die Lösung von sehr vielen Problemen sehr, sehr lange aufgeschoben…

Albert Pflueger
10 Tage her
Antworten an  Steffens

Klar, wenn Merkel die Grünen nicht mit ihrem Kuschelkurs gefördert hätte, „mutig“ die Kernkraftwerke abgeschaltet hätte, wären wir nicht so in die Abhängigkeit geraten, und die Grünen wären niemals so stark geworden. Merkel war der erste „grüne“ Bundeskanzler, sie hat das Zerstörungswerk begonnen, das Deutschland zermalmt.

Aufgewachter
11 Tage her

Anstelle Menschen in Lagern umzuerziehen wird Deutschland zum Lager gemacht. Vielen Dank an unsere Regierung für nichts.

Rob Roy
11 Tage her

Es sind ja nicht nur die Preis für Konsumgüter, sondern auch für Energie. Bzw. auch für Nicht-Energie. Da will Habeck den Gasverbrauch senken und man könnte meinen, wer weniger verbraucht, spart Geld. Nein, im Gegenteil, um weniger zu verbrauchen, stellt man ein Millardenprogramm auf. Klingt absurd? Ist es auch. In Deutschland spart man beim Sparen nicht, sondern muss dafür bezahlen. Das Prinzip kennt man, Stichwort energetische Sanierung. Um 20 Euro Heizkosten im Monat zu sparen, müssen Mieter die Sanierung mit dem zehnfachen Betrag begleichen.

ceterum censeo
11 Tage her
Antworten an  Rob Roy

Da ja die Energieerzeugung durch PV und Wind Vorrang haben, wird bei viel Sonne und/oder Wind die erzeugte Energie entsprechend ins Netz gespeist. Wenn wir zu viel erzeugen, wird der Strom im Ausland abgenommen – gegen Bezahlung! Um die Netzfrequenz stabil zu halten, müssen woanders Kraftwerke zurück gefahren. Diejenigen sparen sich den Energieträger und wir zahlen noch dafür! VIELEN DANK, Frau Merkel.