Die tödliche Seite des Transgender-Hypes

Medien und Lobbyisten bewerben die Geschlechtsangleichung als risikoarmen „Weg zum wahren Ich“. In Wirklichkeit führt sie bei vielen zu massiven Problemen.

picture alliance / ZUMAPRESS.com | Christinne Muschi

Der 18-jährige Täter, der am Dienstag in einer Schule in Tumbler Rigde, Kanada, sechs Menschen in der örtlichen Schule erschoss, 25 verletzte, anschließend seine Mutter und seinen Stiefbruder umbrachte und sich selbst erschoss, hieß Jesse van Rootselar. Laut Polizei begann er mit 12 Jahren eine „Transition“, er nahm also Hormone, um sich dem weiblichen Geschlecht anzugleichen.

Ob auch eine Operation vorgenommen wurde, ist bis jetzt unklar. Fest steht jedenfalls: bei dem Todesschützen handelte es sich um einen biologischen Mann. Trotzdem machte der Deutschlandfunk aus Rootselar eine „Amokläuferin“, STERN und SPIEGEL eine „Frau“.

Auf seine Transgender-Identität gingen sie nicht weiter ein. Und schon gar nicht erwähnten die meisten deutschen Medien die lange Liste von Gewalttaten, die in den vergangenen Jahren von Transgender-Personen begangen wurden. Etwa das Massaker in der Church of Annunciation in Windom, Minnesota mit zwei Toten und 30 Verletzten 2025: der Täter Robin M. Westman hatte seinen Geschlechtseintrag 2019 von männlich zu weiblich geändert und bezeichnete sich als Transgender. Die damals 23-jährige Aiden Hale erschoss im März 2023 an der Covenant School in Nashville, Tennessee, drei Schulkinder und drei Erwachsene. Hale änderte ihren Geschlechtseintrag von weiblich zu männlich und bezeichnete sich als „trans man“.

Es gibt noch mehr Beispiele für Gewalttaten von Transpersonen, die zu der Frage führen, warum eine im Vergleich zur Gesamtbevölkerung sehr kleine Gruppe in der Amoklauf-und Mordstatistik so deutlich herausragt. Der Befund passt vor allem schlecht zu der von vielen Medien verbreiteten Darstellungen, die Transpersonen meist als Diskriminierungsopfer zeichnen und den hormonellen und operativen Wechsel der Geschlechtsidentität durchweg positiv als Weg zur inneren Ausgeglichenheit der Betreffenden beschreiben. Dass die Suizidrate unter Trangender-Jugendlichen signifikant höher liegt als unter Altersgenossen, die nichts an ihrer Geschlechtsidentität ändern, ist zwar statistisch gut belegt, aber vor allem Politiker des linken Lagers und Aktivisten der Trans-Lobby deuten die Zahlen routinemäßig als Beleg, dass die Gesellschaft Transgender-Personen das Leben schwer machen würde – und nie als Hinweis darauf, dass zumindest ein guter Teil der Ursachen in dem Versuch liegen könnte, den eigenen Körper tiefgreifend zu ändern.

Im Jahr 2020 veröffentlichte die Zeitschrift EMMA ein Interview mit drei jungen Frauen, die in der Pubertät eine operative Geschlechtsangleichung Richtung Mann vornehmen ließen, sie dann aber bereuten und sich entschieden hatten, wieder als Frauen zu leben. Sie erzählten alle prinzipiell die gleiche Geschichte: Sie litten unter jugendtypischen psychischen Problemen – und trafen auf Ärzte, die ihnen erklärten, die Ursache all ihrer Schwierigkeiten sei ihr Leben im falschen Körper. Eine Transition würde das alles in Ordnung bringen. Keine der drei erhielt eine nennenswerte Aufklärung über Risiken der Operation und der dauerhaften Hormoneinnahme. Und alle drei merkten, dass sich ihr Leben durch die Geschlechtsangleichung nicht verbesserte – und dass sie sich vor allem nicht in Jungen verwandelt hatten, sondern in operierte Mädchen. Dazu kam eine ganze Reihe von gesundheitlichen Beeinträchtigungen. An der inzwischen geschlossenen Tavistock Clinic in London, die zeitweise als größte Transgender-Klinik der Welt galt, stellten Ärzten Kindern und Jugendlichen, wie spätere Untersuchungen ergaben, wie am Fließband die Diagnose, sie lebten im falschen Geschlecht. Darunter befanden sich auch viele Minderjährige mit psychischen Störungen wie Depression, Magersucht und anderen behandlungsbedürftigen Krankheitsbildern.

Trotzdem lautete der Befund immer gleich: eine geschlechtsangleichende OP bringt das alles in Ordnung. Durch Hormone und Skalpell verschwinden allerdings keine psychischen Erkrankungen. Im Gegenteil: es kann oft krankheitsverstärkend wirken, wenn Jugendliche die oft schmerzhaften Operationen durchlaufen und feststellen: ihre seelischen Probleme existieren nach wie vor. Und oft kommen körperliche Probleme dazu: schiefe Narben bei der Mastektomie, also der Entfernung der Brüste bei Frauen, Entzündungen und Zysten in der Neovagina bei Mann-zu-Frau-Transition, Störung oder völliger Verlust der sexuellen Empfindungsfähigkeit. „Junge Menschen, die eine Transition planen, sollten wis­sen, dass sie dafür mit ihrer sexuellen Lust bezah­len könnten“, warnt die Medizinjournalistin und Ärztin Martina Lenzen-Schulte.

Vor allem die öffentlich-rechtlichen Sender in Deutschland lassen diese Risiken in ihrer Transgender-Darstellung systematisch weg. Stattdessen bewerben viele Beiträge den angeblichen Geschlechtswechsel (der in Wirklichkeit nie stattfindet) als weitgehend risikofreien Weg zum „wahren Ich“.

Als der Mediziner Alexander Korte und andere Autoren in einem WELT-Gastbeitrag 2022 bei diesem Thema mehr Realismus forderten und vor allem dafür plädierten, nicht schon Kindern Hormone zu verabreichen, fielen zahlreiche Organisationen über sie und die Zeitung her. Der damalige Queerbeauftragte der Bundesregierung Sven Lehmann warf der WELT „Hetze“ vor.

Eine mögliche Erklärung für die Überrepräsentation von Transgender-Tätern bei Amokläufen könnte darin liegen, dass die Betreffenden der Transgenderlobby-Doktrin folgen, wonach es nur einen Schuldigen für ihre Probleme gibt: die Gesellschaft. Sowohl das Massaker in Tumbler Rigde als auch in Nashville fanden als so genannter erweiterter Suizid statt. Die Auswahl von Kindern und Jugendlichen als Opfer spricht für den Willen, die Gesellschaft symbolisch und besonders grausam zu bestrafen.

In der englischsprachigen Welt läuft schon seit längeren eine Debatte, die sich kritisch mit der Transgender-Ideologie auseinandersetzt, angestoßen unter anderem durch Oli London und dessen Buch „Gender Madness“, in dem er erzählt, wie ihm die Transition als Lösung seiner Probleme eingeredet wurde – und ihn tatsächlich zur Verzweiflung trieb. Mittlerweile lebt er wieder in seinem angeborenen Geschlecht.

In Deutschland steht die Auseinandersetzung mit der Transgender-Lobby noch am Anfang.

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