Afro-Amerikaner: ihnen geht es schlechter als vor 50 Jahren

Heute vor 50 Jahren wurde der große Bürgerrechtler Martin Luther King ermordet. Die wirtschaftliche Lage der Afroamerikaner ist schlechter als damals. Jason L. Riley analysierte die Ursachen dafür in einem bemerkenswerten Buch.*

© Central Press/Getty Images
Black American civil rights leader Martin Luther King (1929 - 1968) addresses crowds during the March On Washington at the Lincoln Memorial, Washington DC, where he gave his 'I Have A Dream' speech.

Zu denken geben sollte: In der Regierungszeit von Ronald Reagan, dem strikten Marktwirtschaftler, stiegen die realen Haushaltseinkommen der Schwarzen sogar stärker als die der Weißen. Dagegen verbesserte sich an der Situation der Afro-Amerikaner unter der Regierung Obama nichts. Jason L. Riley, selbst Afro-Amerikaner und über 20 Jahre Journalist beim „Wall Street Journal“, zog in seinem Buch „Please stopp helping us“ ein bitteres Fazit nach dem Ende der ersten Amtszeit von Obama: Als Obama im Januar 2009 seine erste Amtszeit begann, betrug die Arbeitslosenrate bei Afro-Amerikanern 12,7 Prozent, bei Weißen 7,1 Prozent. Am Wahltag für seine zweite Amtsperiode im November 2012 war sie auf 14,3 Prozent bei Afro-Amerikanern gestiegen und bei Weißen nahezu gleich geblieben (7 Prozent), „which meant that the black-white unemployment gap had not only persisted, but widened, during Obama’s first term“.

Politische Macht alleine hilft nicht

Politische Macht setzt sich eben keineswegs automatisch in verbesserte Lebensbedingungen um. Zwischen 1970 und 2001 stieg die Zahl der in politische Ämter gewählten Afro-Amerikaner von 1.500 auf 9.000. „But they would have to acknowledge, that this political success had not redounded to the black underclass. Between 1940 and 1960 – that is, before the major civil rights victories, and at a time, when black political power was nearly nonexistent – the black poverty rate fell from 87 percent to 47 percent. Yet between 1972 and 2011 – that is, after major civil rights gains, as well as the implementation of Great Society programs – it barely declined, from 32 percent to 28 percent, and remained three times the white rate, which is about what it was in 1972.”

Dass mehr oder weniger politischer Einfluss nicht unbedingt etwas mit der wirtschaftlichen Situation zu tun hat, zeigt auch ein Vergleich zu Amerikanern asiatischer Abstammung. Diese sind in den USA die am besten ausgebildete und am meisten verdienende Bevölkerungsgruppe. 49 Prozent von ihnen haben einen Bachelor-Abschluss, dagegen nur 31 Prozent der Weißen und 18 Prozent der Schwarzen. Das mittlere Haushaltseinkommen liegt für Amerikaner asiatischer Abstammung bei 66.000 USD, was 12.000 USD mehr ist als von weißen Haushalten und doppelt so viel wie von schwarzen Haushalten. Zugleich haben Amerikaner asiatischer Abstammung indes kaum einen politischen Einfluss. „Between 1990 and 2000 the number of elected officials grew by 23 percent among blacks but only 4 percent among Asians.“ “Empirically, political activity and political success have been neither necessary nor sufficient for economic advancement. Nor has eager political participation or outstanding success in politics been translated into faster group achievement.”

Der Grund für den großen wirtschaftlichen Erfolg von Amerikanern mit asiatischem Hintergrund sei deren sehr ehrgeizige Kultur, in der Disziplin und Streben nach Bildungsabschlüssen und wirtschaftlichem Erfolg einen besonders hohen Stellenwert hätten.

Martin Luther King: „We can’t keep on blaming the white man“

Riley fordert von den Afro-Amerikanern, selbstkritischer zu sein und die Schuld für nach wie vor bestehende Ungleichheiten nicht pauschal stets nur bei rassistischen Vorurteilen von Weißen oder in der Geschichte der Sklaverei zu suchen. Zustimmend zitiert er Martin Luther King: „We know there are many things wrong in the white world, but there are many things wrong in the black world, too. We can’t keep on blaming the white man. There are things we must do for ourselves.”

Kein historisches Gedächtnis
Die böse Partei: Ein missachtetes Erbe
Die Verherrlichung von Gewalt und Drogendealern durch populäre Rapper ist nur eines von vielen Beispielen für die von Riley kritisierte Kultur. Riley zeigt anhand von Beispielen aus seinem eigenen Leben, wie schwer er es oftmals hatte, sich in seiner Umwelt zu behaupten, weil ihm sein ehrgeiziges Streben in der Schule und die Bemühung, korrektes Englisch zu sprechen als „Acting White“ vorgeworfen wurde. Mit dem Begriff „Acting White“ würden unter Afro-Amerikanern Verhaltensweisen kritisiert, die sich an den traditionellen amerikanischen bzw. angelsächsischen Werten orientierten. Ein besonderes Problem sei, dass in den USA traditionelle Familienwerte zunehmend zerstört würden. 2011 lebten 33 Prozent der Kinder in den Vereinigten Staaten allein mit ihrer Mutter und ohne Vater. Unter Afro-Amerikanern lag die Quote jedoch bei 64 Prozent. Selbst wenn man bei wirtschaftlich gleich gestellten Personen beider Gruppen den Anteil allein erziehender Mütter vergleiche, ergebe sich, dass 41 Prozent der armen Hispanics mit beiden Elternteilen aufwachsen, 32 Prozent von armen weißen Familien, aber nur 12 Prozent von armen schwarzen Familien. Die Wahrscheinlichkeit, in der Schule und im Berufsleben zu scheitern, sei für Kinder alleinerziehender Mütter deutlich höher als für solche, die mit beiden Elternteilen aufwachsen. Und gerade im Ghettomilieu träten oft Gangs an die Stelle der schwachen bzw. nicht vorhandenen Familien und gäben den jungen Afro-Amerikanern eine vermeintliche Orientierung, die ihnen jedoch massiv schade.

Wohlfahrtsstaat hat den Afro-Amerikanern nicht geholfen

Der Wohlfahrtsstaat in den USA hat die Situation der schwarzen Bevölkerung nicht verbessert, sondern ist ein Hauptgrund dafür, dass es hier so wenige Fortschritte, ja sogar Rückschritte gab. Riley belegt, dass Einführung von Mindestlöhnen in den USA in den 30er Jahren sogar ein bewusstes Instrument war, „to protect white union workers from competition from nonunion blacks“. Ein solches rassistisches Motiv unterstellt er den heutigen Befürwortern von Mindestlöhnen in den USA natürlich nicht, aber er kommt zu dem Ergebnis, dass in der Tat die Hauptleidtragenden der Mindestlohn-Politik auch heute die Afro-Amerikaner sind. Es greife zu kurz, rassistische Diskriminierung als Ursache für höhere Arbeitslosigkeit anzuführen. Denn: „Yet in 1930, when racial discrimination was infinitely more open and rampant, the black unemployment rate was lower than that of whites. And until around 1950 the unemployment rate for young black men was much lower than today, and similar to whites in the same age group.”

Ein Hauptgrund für die weiter bestehende Ungleichheit sei das verfehlte Bildungssystem in Amerika. Riley nennt zahlreiche Beispiele von privaten Schulen, gerade in Vierteln wie Harlem, die ungleich bessere Ergebnisse zeigten als öffentliche Schulen. Die Bildungschancen von Schwarzen im traditionellen amerikanischen Schulsystem seien sehr gering. Auch hier wirke sich der übergroße Einfluss der Lehrergewerkschaften aus, die die Interessen der Lehrer als Berufsgruppe vertreten – und eben nicht die der Schüler. 2009 wollte Michael Bloomberg in New York zwei öffentliche Schulen in Harlem schließen und diese durch private Schulen ersetzen, weil diese sehr viel bessere Ergebnisse zeigten. Eine der Schulen hatte Platz für 628 Studenten, aber nur noch 194 besuchten dies. Die andere hatte Platz für 1.007 Studenten, aber nur noch 310 besuchten sie. Die Eltern der Kinder hatten auf diese Weise bereits ihre Meinung zu den Schulen geäußert. Für die private Schule in Harlem bewarben sich 6.000 Schüler auf 500 Plätze.  Die privaten Schulen seien deshalb so viel effizienter, weil sie die Möglichkeit hätten, außerhalb der engen Regeln der Lehrergewerkschaft zu operieren.

Quoten haben nicht geholfen

Seit mehreren Jahrzehnten gibt es in den USA – beispielsweise an Universitäten – Quoten für „Minderheiten“ (nicht für alle, aber z.B. für Afro-Amerikaner). Um diese Quoten zu erreichen, wurden z.B. die erforderlichen Punktzahlen bei Aufnahmetests für Universitäten für Afro-Amerikaner gesenkt. „The history of affirmative action in academia since the 1970s is a history of trying to justify holding blacks to lower standards in the name of helping them.“ Der Autor zeigt, dass die positiven Wirkungen, die man sich davon erhofft hat, keineswegs eingetreten sind, dafür jedoch zahlreiche negative Wirkungen: Der Autor zitiert einen Kritiker: „Admitting black students by lower standards has precisely the opposite effect: It reinforces the pernicious notion that blacks are not academically talented.“ Durch die “affirmative action” sei das verraten worden, wofür die Bürgerrechtsbewegung von Martin Luther King ursprünglich angetreten sei, dass nämlich die Hautfarbe in Amerika keine Rolle spielen dürfe.

* Jason L. Riley, Please Stop Helping Us. How Liberals Make it Harder for Blacks to Succeed, Encounter Books, New York / London 2014.

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Kommentare ( 39 )

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Der Grung für den Stillstand der Afrikaner in Amerika ist derselbe wie der Afrikaner in Afrika.

Zu kurz gekommen ist hier die Auswirkung von Religionen.
Religionen polarisieren, brauchen keine Satten sondern Arme und Abhängige. Die Gemeinschaft spült als Nutznießer die Mächtigen hervor. Muslime und Evangelikale sorgen sich vornehmlich um sich und ihre persönliche Glaubensdarstellung. -Frei nach KGE, Käßmann, Marx , die in Deutschland ihre ausreichende Pfründe haben in Gegnerschaft zur Marktwirtschaft.
Die asiatische Bevölkerungen sind nah an der Marktwirtschaft und ferner von Religionen, besonders der muslimischen. Das macht den Unterschied hin zur persönliche Freiheit in Wohlstand.

Nun ja, es geht hier ja um Afro-Amerikaner. Die sind ja keine Muslime. Es ist ja doch eher der Islam, der bildungsfeindlich und fortschrittsfeindlich ist.
Im übrigen verlieren die Kirchen auch in den USA in den letzten Jahren an Bedeutung, gerade bei jungen Menschen.

Es empfiehlt sich als Ergänzung das bereits einige Jahre alte Buch „Black Rednecks and White Liberals“ von Thomas Sowell. (Alternativ. Youtube Thomas Sowell) Der Mann ist Ökonom und beschreibt die Schädlichkeit von (wohl gemerkt: gut gemeinter) Hilfe sehr klar und deutlich. Sowell hat auch zur Prüfung eines jeden gut gemeinten Hilfsprogramms drei Fragen (YT: Sowell 3 questions for liberals) 1) Compared to what? 2) At what cost? 3) Where’s the evidence? Auch zu den Ursachen der Rücksichtslosigkeit gegen andere und sich selbst schreibt Sowell kenntnisreich und plastisch. Die großen Unterschiede zwischen Schwarzen aus den Südstaaten und aus dem nördlichen Teil… Mehr
Da ich selber noch nicht in den USA war kann ich mich nicht konkret zu den Zuständen dort vor Ort äußern. Aber als weit gereister Mensch habe ich auch viele US-Amerikaner kennen gelernt oder mit ihnen gelebt. Darunter waren auch Schwarze. Es kann Zufall sein, aber was ich persönlich gesehen und erlebt habe wirft kein gutes Licht auf diese Gruppe. Mir ist es egal, wo jemand herkommt, welche Hautfarbe er hat usw. Ich richte mich nur nach dem Benehmen der Leute. Machoverhalten, Frauenverachtend, aggressiv, unverschämt. Das ist mein derzeitiges Fazit. Vielleicht habe ich ja nur Pech mit meinen Kontakten gehabt… Mehr
Eines von vielen sinnlosen Büchern. Es hätte gereicht, bei Albert Schweizer nachzulesem, der lange in Afrika lebte und wirkte: „Sie haben weder die intellektuellen, geistigen oder psychischen Fähigkeiten, um sie mit weißen Män-nern in einer beliebigen Funktion unserer Zivilisalation gleichzusetzen oder zu teilen. Ich habe mein Leben gegeben, um zu versuchen, ihnen die Vorteile zu bringen, die unsere Zivilisation bieten muß, aber mir ist sehr wohl bewußt geworden, daß wir diesen Status behalten: die Überlegenen und sie die Unter-legenen. Denn wann immer ein weißer Mann sucht, unter ihnen als gleicher zu leben, werden sie ihn entweder zerstören oder ihn verschlingen.… Mehr

Und ich wundere mich, warum es in Afrika so aussieht. Dabei ist es kein armer Kontinent.

Das Buch ist sicher interessant und bestaetigt, was bereits andere, darunter auch Schwarze, gesagt haben. Aber analysiert es wirklich die tieferen Gruende dieser Entwicklung, oder erfasst es doch nur die Symptome? Die schwarzen Amerikaner leben doch nicht in einer voellig anderen Kultur als die weissen US-Buerger (oder die asiatischen). Was bedingt also den Abstieg in wirtschaftlicher Hinsicht wirklich?

Vielleicht interessieren sie die Annahmen Hans Jürgen Eysencks`.
Er forschte unter Anderem nach Unterschieden bei der Intelligenz, auch in punkto Ethnie.
Anfeindungen von Linksextremisten verstehen sich von selbst.
Der Wikipedia-Artikel gibt einen ersten Vorgeschmack.
Seine Bücher sind wirklich lesenswert, auch für Laien gut verständlich, kann ich guten Gewissens weiterempfehlen!

Danke für den Hinweis, aber es sind eben Annahmen. Zumal sich die Frage stellt, was Intelligenz ist. Meine Vermutung ist eher, dass sich kulturelle und soziale Differenzen ueber Generationen hinweg „vererben“, woraus die geringere Anpassungsfähigkeit an die herrschende US-Kultur (die ohne Zweifel eine weisse ist) resultiert. Die Sklaven aus Afrika wurden vielfach, das darf man nicht vergessen, aus einer Stammeswelt in eine moderne Gesellschaft katapultiert.

Mit dem Wort „Annahmen“ habe ich mich nicht richtig ausgedrückt. Er untermauerte seine Thesen ja mit empirischen Daten, die offen legten, dass selbst Kinder gut gestellter schwarzer Familien, d.h. ebenfalls solche, denen man nachsagen könnte die von Ihnen angesprochene herrschende Kultur mit ihren leistungsorientierten Werten adaptiert zu haben, hinsichtlich der Intelligenzquotienten negative Auffälligkeiten offenbarten. So sprach er davon, dass Kinder afroamerikanischer Mittelstandsfamilien durchschnittlich nicht intelligenter waren als jene weißer Unterschichtsfamilien. Des weiteren stimmten seine Forschungen mit den Angaben obigen Textes bezüglich asiatischer Familien überein, denen er bessere Werte der Intelligenz attestierte (im Vergleich zu Weißen; noch höher nur bei Juden),… Mehr

„Acting White“ als Schimpfwort !!!!!!

Erinnert mich an das Schimpfwort „Typisch Deutsch“, das zu meiner Studienzeit von den Linken in Umlauf gebracht wurde.

Leitsatz für alle Integrationsträumer:

„We know there are many things wrong in the white world, but there are many things wrong in the black world, too. We can’t keep on blaming the white man. There are things we must do for ourselves.”

Ein wesentlicher Einflussfaktor wurde nicht genannt: Seit den 1960er Jahren ist der IQ und seine Messung in den USA in Verruf geraten. Offiziell deshalb, weil alle Menschen gleich sind und wissenschaftliche Hinweise auf Unterschiede, insbesondere genetisch bedingte, als politisch inkorrekt betrachtet und unterdrückt werden. Inoffiziell deshalb, weil auch nach mehr als einem halben Jahrhundert positiver Diskriminierung („affirmative action“) der durchschnittliche IQ von Afroamerikanern immer noch um nahezu eine Standardabweichung unter dem „weißen“ IQ und noch niedriger im Vergleich zu Asiaten in den USA liegt. Wer wegen fehlender kognitiver Fähigkeiten im Beruf weniger erfolgreich ist, fragt nicht kritisch nach seinen eigenen… Mehr

Selbstverständlich ist der Erfolg mit IQ verbunden, als auch die Kriminalität. Weit über 90% der Häftlingen haben IQ unter 80.

Verstehe ich auch nicht. Jede Region dieser Erde hat einen Durchschnitts IQ. Viele Asiaten sind im Schnitt auch schlauer als wir. Davon bin ich weder begeistern noch fühle ich mich dadurch diskriminiert. Meine zwei Töchter haben mal zur Grundschulzeit einen IQ Test gemacht. Ausgangspunkt war der, dass ich den Verdacht hatte, meine Ältere wäre vielleicht bei dem Thema IQ etwas zu kurz gekommen. Und so schließt sich der Kreis: Die Lehrerin meinte, noch nie hätten Eltern ihr gegenüber solch einen Verdacht geäußert! Schlechte Leistung muss stets andere Ursachen haben. Ergebnis des Tests war, dass mein (Sorgen-) Kind einen IQ von… Mehr
Zu einer realistischen Betrachtung zur Lage der US-Schwarzen gehört meiner Meinung nach auch, neben der völlig zurecht im Beitrag hervorgehobenen Verweigerung von Eigenverantwortung der Schwarzen, die Erwähnung der Tatsache, daß sie in ganz besonderem Maße Opfer der Globalisierung geworden sind. Riley weist ja darauf hin, das sie in der Phase der Hochindustrialisierung der USA – also vom Ersten Weltkrieg bis in die 1970er Jahre – sogar weniger von Arbeitslosigkeit betroffen waren als die Weißen. Bei denen sorgten die damals noch zahlreichen geringgebildete Einwanderer der 1. Generation aus Ost- oder Südeuropa für Arbeitslosigkeit und Armut, es gab eben noch eine weiße… Mehr

Zum größten Teil richtig, allerdings ist die Lage in Deutschland insofern anders, als wir nicht alle Fehler der USA gemacht haben und noch immer eine leistungsfähige Industrie gerade im Maschinen- und Anlagenbau besitzen, was einer der Hauptgründe sein dürfte, warum unsere Gehttos (noch) nicht so schlimm aussehen, wie jene in den USA. Gleichzeitig arbeitet die politische Linke daran, das auch noch zu zerstören, während die Industriearbeiter, auch jene, die wesentlich besser verdienen als jene, die „irgendwas mit Medien“ studiert haben, immer mehr die AfD wählen. Don Alphonso beschreibt das sehr anschaulich an seiner bayerischen Heimat.

Ach was, Freihandel ist eine super Sache. Selbst Hartzer können sich in Deutschland tolle Multimedia Systeme, exotische Früchte, neue Möbel, schöne Kleider usw. leisten. Wenn wir hier in Deutschland einen Fehler machen, dann den, dass wir nicht noch viel mehr aus dem Ausland importieren.

Wo ich Ihnen zustimme, ist bei der Migrationspolitik. Sie sorgt wirklich für eine Verelendung und Perspektivlosigkeit der Unterschicht durch stagnierende Löhne für gering qualifizierte.

Hallo Herr Hellerberger, vielen Dank für Ihre äußerst interessanten Ausführungen. Auch Ihren Schlussfolgerungen kann ich größtenteils zustimmen, jedoch mit einer Einschränkung. Und zwar denke ich, dass man den globalen Handel (ob Freihandel oder nicht) nicht pauschal verdammen sollte, denn auf der Habenseite stehen auch gigantische Wohlstandsgewinne. Das Problem ist, dass man hier nicht genügend differenziert und einen fairen Saldo aus Gewinnen und Verlusten zieht. Oft stehen nämlich beispielsweise kurzfristigen Gewinnen von Wenigen, langfristige Verluste einer gesamten Volkswirtschaft entgegen. Auch muss man die Handelsbeziehungen zu verschiedenen Ländern differenzierter bewerten. In der Regel sind z.b. Freihandelsabkommen mit ähnlich entwickelten Volkswirtschaften vorteilhaft für… Mehr
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