Trump: Länder, die Handelsrouten nutzen, sollen diese auch schützen

Der US-Präsident hat in einem Social-Media-Posting darauf hingewiesen, dass die Sicherung der Straße von Hormus weniger für die USA, aber für Saudi-Arabien, die Emirate, Katar, China, Korea, Japan, Indien, die EU und das Vereinigte Königreich von entscheidender strategischer Bedeutung ist.

IMAGO / Newscom / AdMedia

„Wir stehen kurz davor, unsere Ziele zu erreichen, während wir darüber nachdenken, unsere umfangreichen militärischen Bemühungen zurückzufahren“, verbreitete Donald Trump auf seinem Social-Media-Kanal. Und was die europäischen Regierungschefs vermutlich etwas in Unruhe versetzen könnte: Trump formulierte ziemlich klar, dass ihm ziemlich egal sei, ob Dutzende Industrienationen weiterhin von einer iranischen Sperre der Meeresstraße von Hormus betroffen seien. Der US-Prsäident dazu wörtlich in seinem Posting: „Die Straße von Hormus muss, falls erforderlich, von anderen Nationen, die sie nutzen, bewacht und überwacht werden – die Vereinigten Staaten tun dies nicht!“

Die USA verweisen einmal mehr darauf, und Trump ist nicht der erste amerikanische Präsident der das tut, dass die Sicherung von Handelswegen Geld kostet und dass Amerika nicht mehr bereit ist, diese Kosten alleine zu tragen. Diejenigen Länder, die davon profitieren, und er spricht dabei bewusst China, Korea, Japan und die EU an, werden sich an den Kosten und den Aufgaben beteiligen müssen. Indien hat sich dazu schon bereit erklärt.

Trump weiter: „Falls wir darum gebeten werden, werden wir diese Länder bei ihren Bemühungen in Hormus unterstützen, aber das sollte nicht mehr nötig sein, sobald die Bedrohung durch den Iran beseitigt ist. Wichtig ist, dass es für sie eine einfache Militäroperation sein wird.“

Weniger US-Sanktionen für den Kriegs-Gegner

Gleichzeitig lockern die Vereinigten Staaten vorübergehend die Sanktionen auf iranisches Öl, das sich aktuell auf Schiffen befindet. Wie das US-Finanzministerium mitteilte, sind Verkauf und Lieferung dieser Bestände bis zum 19. April erlaubt. Mit dieser Ausnahmeregelung reagiert Washington auf steigende Rohölpreise und versucht, den globalen Markt zu stabilisieren.

US-Finanzminister Scott Bessent erklärte auf X, dass durch die Maßnahme etwa 140 Millionen Barrel Öl (ein Barrel entspricht 159 Litern) zusätzlich auf die Weltmärkte gelangen könnten. Zugleich betonte er, dass iranisches Öl weiterhin vor allem vom Persischen Golf nach Indien und China exportiert werde, die als wichtigste Abnehmer gelten.

Auch russisches Öl, das sich bereits auf Schiffen befinde, dürfe vorerst wieder verkauft werden. Diese befristete Ausnahme von US-Sanktionen soll bis 11. April gelten.

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Kommentare ( 70 )

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Donostia
1 Tag her

Trump: Länder, die Handelsrouten nutzen, sollen diese auch schützen Diese Logik kann man nachvollziehen. Warum aber kämpft dann die USA in dieser Region wenn nach Angaben der KI der Anteil des Öls für die USA das durch die Straße von Hormus transportiert werden muss nur im einstelligen Bereich ist? Folglich muss die USA andere Interessen dort verfolgen. Vielleicht kämpfen sie dort, um China vom Öl abzuschneiden, denn 50% des Öls das durch die Straße von Hormus geht bekommt laut KI China. Da ist es doch gut für die USA, wenn kein Schiff mehr dort durch fährt, weil man so China… Mehr

Last edited 1 Tag her by Donostia
Haba Orwell
1 Tag her

Seine Trumpigkeit siegt an allen Fronten: https://x.com/EthanLevins2/status/2035150999443083475

> „… Day 21 of Operation Epstein Fury …
– Russian oil unsanctioned
– Iranian oil unsanctioned
– Ships paying Iran $2M for Hormuz passage
– $1T gone from stock market
– F35 proven useless
– American bases under constant attack
– Replaced Khamenei with Khamenei …“

Ich hoffe, die Länder Westeuropas lassen sich in das Desaster nicht hineinziehen. Mittlerweile fliegen iranische Raketen bis zu 4000 Kilometer weit (Diego Garcia).

BKF
1 Tag her
Antworten an  Haba Orwell

Warum sind die Briten denn noch auf Diego Garcia (und haben diesen Stützpunkt an die USA verpachtet)? Der IGH und der Seegerichtshof hatte schon vor langer Zeit geurteilt, daß das von UK illegal ist. Warum sind denn die Briten noch auf Zypern und Gibraltar?

suesssauer
1 Tag her

Wer hat denn diesen Krieg angefangen?
Abhauen und den Betroffenen die Aufräumarbeit in die Schuhe schieben.
Sorry Donald, so geht es nicht.

Teiresias
1 Tag her

Liefe das nicht auf eine direkte Konfrontation China/USA hinaus?
Denn der Kern des Problems ist es, daß die USA mit ihrem Angriffskrieg China vom iranischen Öl abschneiden wollen.
China hatte das Infrarotradar geliefert, mit dem mindestens eine F35 abgeschossen wurde.
Vermutlich sind auch die Kommandozentren in China, von denen aus der Krieg gesteuert wird, so wie der Ukrainekrieg von Wiesbaden aus von US-Generälen geführt wird (NY-Times hatte berichtet).

Der Iran ist ein strategisch wichtiger Partner für China. Sie werden ihn nicht so leicht aufgeben wie Venezuela, das wegen der räumlichen Distanz nicht zu verteidigen war.

alter weisser Mann
1 Tag her

Wer die Handelroute in Gefahr bringt, hat die Pflicht, das dann auch zu regeln.

H.H.
1 Tag her

Horst Köhler dachte auch so!

Haba Orwell
1 Tag her

Als kleine Warnung: https://tkp.at/2026/03/21/warum-deutschland-legitimes-ziel-fuer-iranische-vergeltung-ist/ > „… Manche Deutsche haben es noch nicht verstanden. Deutschland unterstützt eine völkerrechtswidrigen Angriffskrieg und macht sich wieder einmal mitschuldig, wird dadurch legitimes Ziel für iranische Raketen. … Der iranische Botschafter in Deutschland bat Berlin um Aufklärung über die Rolle des Luftwaffenstützpunkts Ramstein im Krieg. Die Frage war direkt: Wird der größte amerikanische Militärstützpunkt in Europa zur Koordinierung, Planung oder Unterstützung von Angriffen gegen den Iran genutzt? Denn wenn ja, ist Deutschland keine neutrale Partei …“ Wie es ausschaut, die Iraner haben durchaus Raketen, die so weit schaffen. > „… Der Botschafter berief sich auf eine… Mehr

Last edited 1 Tag her by Haba Orwell
Britsch
1 Tag her

Ich finde absolut richtig, daß Länder die Handelsrouten nutzen, die bisher international offen waren auch schützen und so Ihre Interessen schützen. Frankreich ist dazu offenbar bereit und Merz mit seinem großen Macht Getue? Die Interessen von Deutschland, seInen Bürgern sind doch dem egal, nur er selbst zählt; sein eigenes Ego. Die USA und Israel haben den Iran angegriffen. Wenn der nun auich Adere mit hinenzieht und gegen Andere vorgeht sollte es eigentlich selbstverständlich sein, daß Diese entsprechend antworten und nicht untertänigst „den Schwanz einziehen“ und sich der Lächerlichkeit preis geben

Last edited 1 Tag her by Britsch
Donostia
1 Tag her
Antworten an  Britsch

Die KI sagt auf die Frage: „Wie viel Öl oder Gas bekommt Deutschland durch die Straße von Hormus? folgendes:
Deutschland bekommt nur einen sehr kleinen Teil seines Öl- und Gasbedarfs über die Straße von Hormus. Für Öl liegt der Anteil im niedrigen einstelligen Prozentbereich, für Gas noch darunter. Heißt also, für Öl oder Gas braucht sich Deutschland nicht am Krieg im Iran zu beteiligen.

Britsch
20 Stunden her
Antworten an  Donostia

Da gibt es aber durchaus andere Informationen.
Man sollte auch den gesamten Handel betrachten.
Die Welt ist zudem vernetzt und entsprechend müssen Zusammenhänge betrachtet werden..
Die USA und Israel haben den Iran angegriffen.
Der Iran greift jetzt gewuisser Maßen Andere dafür an.
Der Schutz einer bisher offenen Internationalen Wasserstraße ist kein Eintritt in den Krieg der USA und Israels, sondern der Schutz eigener Interessen und Internationaler Rechte

Donostia
15 Stunden her
Antworten an  Britsch

Welche Interessen Deutschlands wenn der Anteil aus dieser Gegend marginal ist?

Last edited 15 Stunden her by Donostia
giesemann
1 Tag her

Das Hauptinteresse an Hormuz haben die Golfstaaten.

November Man
1 Tag her

Trump hat sich zum völkerrechtswidrigen Krieg gegen den Iran von seinen jüdischen Freunden überreden lassen und ein weltwirtschaftliches Chaos hinterlassen. Jetzt kapituliert er und will abhauen. Das Chaos und den schweren Schaden den die USA und den Juden hinterlassen haben, sollen jetzt andere, unbeteiligte Staaten aufräumen. Der angegriffene Iran wird aber diesen feigen und hinterhältigen Überfallkrieg auf ihr Land aber erst beenden, wenn die USA und Freunde aus dem Nahen Osten verschwunden sind.