Liebe Tagesschau, haben die Juden eine Mitschuld am Holocaust?

Man mag es nicht glauben: Mahmud Abbas, ein Ziehkind der deutschen wie europäischen Politik, klopft Sprüche, wie man sie sich brauner nicht vorstellen kann. Und die Tagesschau? Verbreitet sie, einfach so.

Screenprint: ARD/Tagesschau

In der Tagesschau vom 1. Mai 2018 verlas Judith Rakers zwischen Minute 9:23 und 9:50 folgende Nachricht:

„Palästinenserpräsident Abbas hat den Juden eine Mitschuld an ihrer Ermordung durch die Nationalsozialisten gegeben. Vor dem palästinensischen Nationalrat sagte er gestern, der Holocaust sei nicht durch Antisemitismus ausgelöst worden, sondern durch das soziale Verhalten der Juden, etwa das Verleihen von Geld. Abbas betonte aber zugleich, die Palästinenser wollten einen eigenen Staat, um zusammen mit Israel in Frieden leben zu können.“

Sehr geehrte Damen und Herren der Tagesschau,

da dies Ihre ganze Nachricht zu dem Thema ist und Sie keine weitere Einordnung vorgenommen haben, habe ich eine wichtige Frage an Sie:

Haben die Juden eine Mitschuld an dem Holocaust?

Was meinen Sie? Ich würde es gerne von Ihnen wissen. Oder gebietet es Ihre Neutralität, darüber zu schweigen?

Und wo wir schon mal dabei sind, Sie nennen Abbas den „Palästinenserpräsidenten“. Wann genau wurde Abbas zum Präsidenten gewählt und für wie lange?

Alles Liebe,
Gerd Buurmann


Der Beitrag ist zuerst bei Tapfer im Nirgendwo erschienen.

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Kommentare ( 114 )

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Ich kann mich noch genau an die Erstaufführung des Filmes „Schindlers Liste“ im damaligen TV erinnern. Wir beide, meine damalige Freundin und ich sahen uns den Film
im Fernsehen an. Wir waren damals beide so Anfang 20 und lebten aber schon in einer gemeinsamen Wohnung. Am Ende des Filmes, als die Schindler Erben das Grab von Oskar Schindler besuchten, der Film wieder in Farbe gezeigt wurde, standen wir beide unabhängig voneinander auf. Es kamen uns die Tränen. Das zu meinem Erlebnis zur Erstaufführung des Filmes.

Die Frage stellt sich nicht. Den es wird wieder ein ganzes Volk verunglimpft, mit solchen Sätzen.Das Fehlverhalten von einigen Politikern und Finazoligarchen denen man vertraut und die das Vertrauen missbrauchen , ist das Problem der Völker. Und leider von den Medien nicht kritisch genug hinterfragt wird. Da die meisten Medien von Fnanzoligarchen finanziert werden.
Da Sie mit der Wahrheit ihre Macht und Geschäfte nicht umsetzen können.Den die Hand
die mich füttert die beiß ich nicht. Darum lassen sich die Völker immer wieder gegenseitig aufhetzen.
Leider wird die Geschichte immer von den Sieger geschrieben. Damit bleibt die Wahrheit immer auf der Strecke.

Ich bin seit einiger Zeit nur noch „im falschen Film!“ Wann hätte ich aufstehen müssen? Wann wir alle?

Die Frage ist WIE? Wie ist das alles zu stoppen?

Ich hab’s vorhin schon in einem anderen Diskussionsfaden gesagt: mit rechtsstaatlichen Mitteln wird man dieses Problems nicht mehr Herr, da müssen Kaliber eingesetzt werden, von denen wir lieber nichts wissen wollen.

Aus der Geschichte lernen heißt siegen lernen.

Hat sich eigentlich schon Mr.100%-Kommunist, pardon Mr.100%SPD (macht eh keinen Unterschied mehr) Maddin Schulz dazu geäußert? Immerhin hat er den Terroristen ja explizit seinen „Freund“ genannt. Teilen nun Schulz, und/oder die SPD die Aussage von Herrn? Möchte Herr Schulz sich zu seinem „Freund“ äußern oder will er diesen geistigen Durchfall seines Freundes Abbas am Ende wieder der AFD in die Schuhe schieben? Fragen über Fragen, bei denen ich mir in Bezug zu Antisemitismus und der „freundschaftliche“ Haltung der SPD zu Abbas schon selbst die Antwort geben kann. Die bisherige Politik von Steinmeier und Gabriel sind mir hier Indiz genug und… Mehr

Aber Herr Ali,
Sie wissen doch spätestens seit Gas-Gerd Schröder, daß SPD-Spitzenpolitiker nur lupenreine Demokraten zum Freunde haben. Und in Wirklichkeit hat Abu Mazen das ja ganz anders gemeint. Und überhaupt, er muß es ja wissen, schließlich hat er über den Zusammenhang zwischen Zionismus und Nazismus promoviert.

Lass den Schulz wo er ist,in der versenkung.Wen kuemmert es was der absondert ?

Und man sagt, Ungarn und Orban wäre Antisemit!!! Die Linken waren immer Arafat Freunde! Hisbollah Anhänger. So eine kommentarlose Nachricht in Ungarn unvorstellbar!!!!!!!
http://www.miniszterelnok.hu/netanyahu-to-viktor-orban-our-partnership-will-be-gaining-strength-in-the-upcoming-years/

Ich will meine GEZ Gebuehren zurueck. Und zwar fuer ca. 30 Jahre.

Wenn die mit allen Zitaten so neutral und ohne Einordnung umgehen würden … Nee, bei richtig bösen Leuten wie so manchem AfD-Politiker da hat man ja die moralische Pflicht das „richtig einzuordnen“. Abei bei so einem seriösen Herren wie Abbas da muss man natürlich anständig berichten …

Gut, dass ich seit Jahren keine Tagesschau mehr anschaue.

Ganz genauso damals mit Thilo Sarazin und Salafist Vogel im TV.

Die reinste … Treibjagt auf Sarazin bei jedem TV Auftritt, und nur dank seiner überlegenen Intelligenz konnte er die hetzende Linke Meute alt aussehen lassen (obwohl im kein Satz ohne Unterbrechung erlaubt war …)

Salafist Vogel konnte dageben in einer Talk Show in aller Ruhe und ohne Unterbrechungen seine radikal-kriminellen Ansichten unters Volk bringen.

Im Prinzip war es der alte (und richtige) journalistische Stil der Tagesschau, Nachrichten und Kommentar nicht zu vermischen. Da dies aber nur hier passiert ist und die übliche GEZ-Volksbelehrung ausbleibt, ja nicht mal ein separater Kommentar erfolgt ist, muss man hier Absicht unterstellen. Was als Aussage von einem deutschen Politiker zu einem sofortigen tagelangen Medienaufschrei geführt hätte, bleibt bei Abbas als Urheber dieser Äußerung völlig unkommentiert. Warum? Man lässt Abbas frei das sagen, was man selbst eigentlich auch so sieht, aber wegen der mit Sicherheit folgenden gesellschaftlichen Repressalien nicht zu sagen wagt. Man muss es klar auf den Punkt bringen:… Mehr

War es richtig, die Holocaustleugnung unter Strafe zu stellen?
Wäre es nicht zielführender gewesen, die Archive zu öffnen und die Beweise auf den Tisch zu legen? Meines Wissens liegt im Bundesarchiv aus der NS-Zeit so einiges herum, was hierfür sehr dienlich wäre. >Zitat Ende <

TOP !!
Nur so kann Aufarbeitung gelingen ; in einer so gewichtigen Historie !

“ … und Sie keine weitere Einordnung vorgenommen haben …“ Die ständige „Einordnung“ von Nachrichten und Meldungen durch die MSM ist es ja gerade, die (nicht nur mich) seit Jahr und Tag auf so die Palme bringt. Ein Kommentar oder eine Kolumne soll die Meinung des Verfassers wiedergeben, in den Nachrichten hat sie nichts zu suchen. Die Einordnung übernehme ich gerne selbst.

Naja, m.E. schon eine schwierigere Sache als es scheint, denn ich jedenfalls wünsche möglichst ohne Bewertungen unterrichtet zu werden (den Gehalt der Äußerungen des A. können wir als unterirdisch beiseitelassen). Hätte man es bei den ersten beiden Sätzen belassen, ohne weiteren Kommentar, wäre es m.E. in Ordnung. Die Bewertung wird im letzten Satz eingemogelt, und zwar durch das „betonte aber zugleich“. Das hätte man z.B. durch ein „sagte ferner“ ersetzen können. So aber gewinnt es den Tenor eines argumentativen Gegensatzes oder eines Abwägens oder Gegenrechnens, das man übernimmt oder substituiert, und damit wird zugleich indirekt anerkannt, dass an dem Vorwurf… Mehr
Ich würde das „betonte aber zugleich“ mehr als eine Abschwächung des zuvor gesagten verstehen. Erst einmal wird die Aussage mit der Mitschuld wie eine völlig normale und diskussionswürdige Position wiedergegeben. Das wäre für sich genommen, wenn man es als reine Nachricht betrachtet, gar nicht mal so schlimm, wäre da nicht das zweierlei Mass, mit dem im deutschen Fernsehen heute stets hantiert wird. Man stelle sich vor, diese Aussage käme von einem Afd Mann. Da gäbe es kein Halten. Hier also durch Abbas eine „normale“ Position, die man ganz neutral vortragen kann. Und dann kommt eben noch zusätzlich dieses „betonte aber… Mehr

Mir scheint, wir meinen das Gleiche. Das „betonte aber zugleich“ kommt wie eine Abschwächung einher (A. ist auch konstruktiv), bedeutet aber das Gegenteil: A. ist zu Frieden selbst mit denen bereit, die seiner Meinung nach ihren verdienten Untergang provoziert haben. Und in der Folge: Wenn Israel seine großherzigen Angebote, bei denen er über vergangene Sünden hinwegsieht, nicht annimmt, fällt wieder Schuld auf die Juden zurück. Das ist der Subtext, den die TV-Journalisten vermitteln und nach meiner Überzeugung auch vermitteln wollen.

Sehr geehrter R.J.,

Ihr Wunsch, nach bewertungsfreier Unterrichtung durch die Medien in allen Ehren. Wenn die Tageschau allerdings regelmäßig ihre Meinung zu allem Möglichen den Zuschauern in manipulativer Weise unterzujubeln versucht, spricht es meines Erachtens Bände, wenn gerade zu diesen Äußerungen von Herrn Abbas grundsätzlich unkommentiert bleiben.

Insofern halte ich die Fragen von Herrn Buurmann für legitim. Mich würde allerdings interessieren, ob er sie direkt an die Tageschhau adressiert hat – und die Antworten natürlich auch.

Die Fragen von Herrn Buurmann halte ich auch für legitim, aber mehr wegen des … Subtextes in der Darstellung. Ansonsten vertraue ich immer noch darauf, dass diejenigen Zuschauer, die überhaupt noch argumentativ aktiv und erreichbar sind, den Aberwitz in den Auslassungen des A. selbst erkennen. Beachten Sie auch immer, in welchem Maße dieses journalistische Milieu im eigenen Saft kocht und für sich selbst agiert.

„betonte aber zugleich“
betonte – aber – zugleich
Darüber bin ich auch gestolpert. Das ist eine Bewertung.
Alles ist halb so schlimm, da er ja „zugleich“ auch etwas Positives sagte?