Brandenburg stellt zwei kaputte Windräder unter Denkmalschutz

Zwei Windräder, die seit mehreren Jahren stillstehen, sollen unter Denkmalschutz gestellt werden. Damit vermeiden die Eigentümer hohe Zahlungen für den Rückbau veralteter Windkraftanlagen. Schünows Bürgermeisterin droht mit einer Klage gegen die Entscheidung.

picture alliance/dpa | Patrick Pleul
Symbolbild

Ein Windkraftberater hatte vorgeschlagen, sie unter Denkmalschutz zu stellen, weil sie zum ersten Windpark in Brandenburg gehörten. Zur Überraschung vieler stimmte die Landesregierung zu. Brandenburgs Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler, Peter Vida, zeigte sich bestürzt über die Entscheidung. „Wenn das Beispiel Schule macht, werden bald überall kaputte Windräder das Land verschandeln“, sagte er.

Die beiden Turbinen wurden 1992 installiert und erreichten vor einigen Jahren das Ende ihres Lebenszyklus. Zum Zeitpunkt ihrer Aufstellung symbolisierten die 38 Meter hohen Windräder mit einem Rotordurchmesser von 33 Metern den Beginn der „Energiewende“. Jetzt, knapp 30 Jahre später, sind sie praktisch unbrauchbar. Bild berichtet, dass die Generatoren und Abdeckungen defekt sind und Ersatzteile fehlen.

Ampel versus Naturgesetze
Der grünen Schlacht für die Windkraft fallen Mensch, Natur und Wirtschaft zum Opfer
Angesichts der hohen Kosten für Reparatur und Wartung macht der Einsatz der Windräder zur Energieerzeugung keinen Sinn mehr. Windkraftanlagen haben eine durchschnittliche Lebensdauer von 20 bis 25 Jahren. Während dieser Zeit erhalten die Betreiber in der Regel eine garantierte Einspeisevergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Danach sind Windkraftanlagen in der Regel nicht mehr rentabel.

Nach Angaben des brandenburgischen Wirtschaftsministeriums läuft die EEG-Förderung für 231 Anlagen, die 2005 in Betrieb genommen wurden, in diesem Jahr aus, berichtet die Tagesschau. Ohne Subventionen bleiben für diese Windräder nur wenige Optionen: Stilllegung, ein neuer, weniger lukrativer Stromliefervertrag, eine kostspielige Modernisierung oder der Verkauf.

Die beiden Windräder wurden zusammen mit einem weiteren Dutzend an anderer Stelle von der Familie von Jürgen Weinrich geerbt, der sie 1992 gebaut hatte. Die Familie Weinrich gründete daraufhin den Verein Windkraft-Arche, der die Windkraftanlagen reparieren und warten will, um sie wieder in Betrieb zu nehmen.

Gutachter Christian Busse stellte die beiden Schünower Windräder als Teil des ersten erhaltenen Windparks in Brandenburg vor. „Wir wollen nicht nur Schrott unter Denkmalschutz stellen“, sagte er in einem Interview. „Wir wollen noch in diesem Jahr eine Anlage wieder ans Netz bringen. Deshalb haben wir diesen Verein gegründet mit Branchenexperten, mit technischen Experten, mit Betreibern, mit langjährigen Experten, um wirklich sicherzustellen, dass die Anlagen gut betreut werden und wieder laufen.“

Energiewende
Windräder im Wald: Erschreckend hohe Risiken für Waldeigentümer bei Pachtende
Während die Windräder in Zukunft vielleicht wieder Strom produzieren können, könnten sie in der Zwischenzeit von Studenten genutzt werden, die sich mit „erneuerbaren Energien“ beschäftigen, so Busse. Schünows Bürgermeisterin Regina Pankrath ist von diesen Argumenten nicht überzeugt. „Der einzige Punkt, der darin gesehen werden kann, ist, dass sich die Betreiber massive Rückbaukosten sparen“, sagte sie. Pankrath will die Akten beim Landesamt für Denkmalpflege einsehen und droht mit einer Klage gegen die Entscheidung.

In Interviews äußerten auch Anwohner ihren Unmut. „Das ist für mich kein Denkmal. Das ist doch Quatsch! Für mich sind Denkmäler alte Werkzeuge oder Gebäude, die wirklich ein paar Jahrhunderte auf dem Buckel haben, aber nicht das. Wir haben Tausende von ihnen“, sagte einer. Eine andere Frau zeigte mehr Verständnis, wünschte sich aber ein Mitspracherecht der Schünower Bürger, weil die Windräder nahe an Wohngebieten stehen. „So nah, dass hier keine neuen Windräder gebaut werden dürfen“, so die Tagesschau, und viele Anwohner wollen die Anlagen ganz abreißen.

Viviane Taubert vom Landesdenkmalamt Brandenburg sagte: „Das ausschlaggebende Kriterium für die Unterschutzstellung dieser Windkraftanlagen war unter anderem, dass wir in Brandenburg bisher noch keinen Typ dieser Windkraftanlagen unter Schutz gestellt haben. Diese Windenergieanlagen wurden nun unter Schutz gestellt, auch wenn sie in den Augen des Betrachters vielleicht nicht in erster Linie schön sind. Aber sie sind technisch sehr wichtig und damit auch relevant für die Entwicklung dieser Technologie für die Menschheit.“

Der Beitrag erschien zuerst bei brusselssignal.de.

Anzeige

Unterstützung
oder

Kommentare ( 54 )

Liebe Leser!

Wir sind dankbar für Ihre Kommentare und schätzen Ihre aktive Beteiligung sehr. Ihre Zuschriften können auch als eigene Beiträge auf der Site erscheinen oder in unserer Monatszeitschrift „Tichys Einblick“.
Bitte entwerten Sie Ihre Argumente nicht durch Unterstellungen, Verunglimpfungen oder inakzeptable Worte und Links. Solche Texte schalten wir nicht frei. Ihre Kommentare werden moderiert, da die juristische Verantwortung bei TE liegt. Bitte verstehen Sie, dass die Moderation zwischen Mitternacht und morgens Pause macht und es, je nach Aufkommen, zu zeitlichen Verzögerungen kommen kann. Vielen Dank für Ihr Verständnis. Hinweis

54 Comments
neuste
älteste beste Bewertung
Inline Feedbacks
Alle Kommentare ansehen
Dr. Rolf Lindner
9 Tage her

ÜBERDREHTE KLIMASCHRAUBER – Man braucht gar keine Koryphäen, um ganz einfach zu verstehen, dass die Klimareligion ist auf Menschenverstand ein Hohn. – Hat man in Chemie nicht gepennt, ein Gedankenexperiment: Den Klimaquatsch kann leicht verraten die Existenz von Carbonaten. – Gebirge die daraus bestehen, bekämen wir heut‘ nicht zu sehen, wenn nicht in der Entstehungszeit stand viel mehr CO2 bereit. – So hat es einst Zeiten gegeben, da wimmelte nur so das Leben, Schalen von Muscheln, Krebsen, Schnecken kann man im Kalkstein heut‘ entdecken. – Solch Leben ist heut unbekannt, weil CO2 im Kalk verschwand, was man jedoch ganz sicher… Mehr

Last edited 9 Tage her by Dr. Rolf Lindner
Wilhelm Rommel
9 Tage her

Eine wahrlich ‚komische‘ Tendenz, die sich da abzeichnet: Noch in den 90er Jahren des 20. Jhs. trompeteten selbsternannte ‚Vordenker‘ der auch damals schon ‚politisch gesteuerten‘ Denkmalpflege, dass man selbst ortsbildprägende mittelalterliche Häuserzeilen zugunsten stararchitektonischen Irrsinns getrost ‚wegputzen‘ könne, wenn die historischen Bauten zuvor nur nach allen Regeln der Kunst dokumentiert worden seien. Man sollte die Dame Taubert mal mit diesem Sachverhalt konfrontieren: Konstruktionszeichnungen des Schrotts werden doch wohl vorliegen…

Juergen P. Schneider
9 Tage her

Wenn man schwachsinnige Politik betreibt, dann braucht es „innovative“ Ansätze, um der Folgen irgendwie Herr zu werden. Man kann doch den Windkraftabsahnern nicht die Kosten für den Rückbau ihrer Anlagen aufbürden, da wäre doch ein Teil des Profits sofort weg. 🙂 Der ganze Energiewendenschrott wird am Ende auf Kosten des Steuerzahlers entsorgt. Es ist wie es immer ist im links-grünen Wunderland. Die Gewinne werden privatisiert und die Verluste sozialisiert. Die Mehrheit der Untertanen wird auch weiterhin an die Energiewende glauben, die nichts anderes ist, als eine ruinöse Idiotie. 

Manfred_Hbg
9 Tage her

Zitat(e) 1: „Nach Angaben des brandenburgischen Wirtschaftsministeriums läuft die EEG-Förderung für 231 Anlagen, die 2005 in Betrieb genommen wurden, in diesem Jahr aus, berichtet die Tagesschau“. 👉 Na, hier werden dann wohl deutschlandweit gesehen so einige „Denkmäler“ zusammenkommen und die Bevölkerung erfreuen „dürfen“. Außerdem können sich dann auch mit diesen deutschlandweit ganz vielen „Denkmälern“, dqnn nochbmehr an „erneuerbare Energien“ interessierte Studenten beschäftigen damit diese dann am Ende allesamt bei den Grünen als Politiker oder Expertrn einsteigen können. Oh man, was hat Deutschland und seine aus Dichter & Denker bestehende Bevölkerung doch für ein Glück mit sio vielen und unterschiedlichen Ressourcen… Mehr

Michael W.
9 Tage her

Das durch den nichterfolgten „Rückbau“ (früher hieß das mal Abriss!) gesparte Geld kann man doch prima mit den zuständigen Politikern und Beamten teilen. Win-Win.
Außerdem ist hier die Intension doch ganz klar.
Es hilft übrigens, mal ein paar Jahre zurück zu schauen. In Ludwigshafen am Rhein wurde der BASF erlaubt, ihr unter Denkmalschutz stehendes Verwaltungshochhaus (das erste Hochhaus Deutschlands) abzureißen, weil es sich nicht mehr wirtschaftlich rentabel sanieren lies. Da wurde auf Zuruf eines Unternehmens der Denkmalschutz extra aufgehoben.

Nibelung
9 Tage her

Wenn man sich die Kostenstruktur der einzelnen Kraftwerkssparten bis hin zum Windrad und Soloaranlagen ansieht, dann wird gelogen, daß sich die Balken biegen und ganz deutlich zu sehen ist, wie die Wind- und Solarenergie schön gerechnet wird, oder umgedreht, damit über dieses Vewirrspiel der Bürger geblendet wird um nicht zu begreifen, wie sich alles von den Baukosten her mit der Umweltverträglichkeit und Entsorgung kostenmäßig und energieeffizient verhält und zwar in einer verständlichen Auflistung, was man nicht will, denn damit käme der Irrtum ans Tageslicht. Es werden auch keine direkten Zahlenangaben gemacht, was bei jedem Bauangebot der Fall ist bis hin… Mehr

Julischka
9 Tage her

„…werden bald überall kaputte Windräder das Land verschandeln“! WO ist da jetzt der Unterschied, ob die da stehen, sich (abundzu mal) drehen oder komplett stillstehen!?

Keinweltretter
9 Tage her
Antworten an  Julischka

Eigentlich sogar nur Vorteile:
1. Dort werden keine neuen WKA errichtet.
2. Keine Ausgleichszahlungen bei Überangebot an Strom
3. Keine weitere Vogelschredderei
4. …

Manfred_Hbg
9 Tage her

Zitat(e) 1: „Nach Angaben des brandenburgischen Wirtschaftsministeriums läuft die EEG-Förderung für 231 Anlagen, die 2005 in Betrieb genommen wurden, in diesem Jahr aus, berichtet die Tagesschau“. 👉 Na, hier werden dann wohl deutschlandweit gesehen so einige „Denkmäler“ zusammenkommen und die Bevölkerung erfreuen „dürfen“. Außerdem können sich dann auch mit diesen deutschlandweit ganz vielen „Denkmälern“, dqnn nochbmehr an „erneuerbare Energien“ interessierte Studenten beschäftigen damit diese dann am Ende allesamt bei den Grünen als Politiker oder Expertrn einsteigen können. Oh man, was hat Deutschland und seine aus Dichter & Denker bestehende Bevölkerung doch für ein Glück mit sio vielen und unterschiedlichen Ressourcen… Mehr

WildBoarHunter
9 Tage her

Eine gute Idee, schon rechtzeitig an ein Mahnmal für die größte deutsche Dummheit nach dem 2. Weltkrieg zu denken.

investival
9 Tage her
Antworten an  WildBoarHunter

– Neue Mahnmale braucht das Land, wo die die vor Ende des 2. Weltkriegs größte deutsche Dummheit adressierenden alten wie ‚Nürnberger Kodex‘ oder ‚Grundgesetz‘ ja den schwarzen ‚Corona‘-Tod starben.
Die alten waren nur auf Papier formuliert, was sogar mit juristischer Hilfe leicht zu Müll gemacht werden konnte. Das ist mit den hartfaserigen Windspargeln nun ad acta; welch‘ ein Fortschritt doch …

Ornhorst
9 Tage her

Mich erinnert diese erfinderische windige Lösung wie eine von der Mafia. Die sind auch ganz groß darin auf solche Arten europäische Fördergelder abzuziehen. Seit Jahrzehnten eine große Sache. Unsere Linken sind wohl von ganz ähnlichem Charakter.