Syrischer Migrant vor Gericht: 70 Menschen zu Tode gefoltert

Wie viele Täter wie Fahad A. leben noch mitten unter uns? Dem syrischen Zuwanderer werden vor dem Oberlandesgericht Koblenz schwerste Verbrechen vorgeworfen – der Unteroffizier des Assad-Regimes soll in Damaskus Dutzende Gefangene qualvoll ermordet haben.

picture alliance/dpa | Thomas Frey

Die Bundesanwaltschaft wirft Fahad A. (48) „Mord in 70 Fällen sowie Verbrechen gegen die Menschlichkeit durch Tötungen, Folter und Freiheitsberaubungen“ vor. Die Anklage zeichnet das Bild eines Mannes, der Teil eines grausamen Unterdrückungsapparates gewesen sein soll – für das Regime von Baschar al-Assad, das weltweit für seine Taten bekannt wurde.

Fahad A. konnte wie hunderttausende andere Migranten als Kriegsflüchtling nach Deutschland kommen und hat im Jahr 2023 Asyl beantragt. In der westpfälzischen Stadt Pirmasens lebte er zunächst unerkannt mit seiner Familie – bis Ermittler des Bundeskriminalamtes im Mai 2025 zugriffen. Der Verdacht: A. war einst Unteroffizier im syrischen Geheimdienst und als Wärter im berüchtigten Al-Khatib-Gefängnis in Damaskus eingesetzt.

Dienst im Foltergefängnis



Dieses Gefängnis, auch als „Abteilung 251″ bekannt, gilt als einer der Orte, an denen Oppositionelle systematisch misshandelt wurden. Laut Anklage soll Fahad A. von April 2011 bis April 2012 mindestens 115 Menschen gefoltert haben. Die geschilderten Methoden sind erschütternd: Stromschläge, Schläge mit Kabeln und Gegenständen, simuliertes Ertränken durch Waterboarding. Gefangene seien nachts mit kaltem Wasser übergossen worden, um ihnen Todesangst einzujagen.

Besonders perfide: die sogenannten „Willkommenspartys“. Dabei sollen neu eingelieferte Häftlinge so schwer misshandelt worden sein, dass einige noch am selben Tag starben. Während der Dienstzeit des Angeklagten seien mindestens 70 Menschen ums Leben gekommen – Tote, deren Schicksal laut Anklage zumindest billigend in Kauf genommen wurde.

Der Angeklagte selbst schweigt bislang zu den Vorwürfen, berichtet die BILD. Sein Verteidiger Jamil Azem meinte zum Prozessauftakt: „Ich erwarte einen fairen Prozess, und, dass am Ende festgestellt wird, dass er ganz unten in der Befehlskette und nicht zuständig für solche Gräueltaten war.“

Doch für die Nebenkläger ist der Fall weit mehr als eine juristische Auseinandersetzung, er sei auch ein Kampf um Anerkennung und Gerechtigkeit. Einer von ihnen ist der syrische Filmemacher Feras Fayyad, der selbst mehrere Monate in dem Gefängnis inhaftiert war. Er sagte zur BILD: „Ich wünsche mir, dass er mit jeder einzelnen Tat konfrontiert wird, und mit dem, was er uns und unserem Leben angetan hat. Ich hoffe auf Gerechtigkeit.“

Wie viele Täter konnten noch einreisen?



Der Prozess wird voraussichtlich bis 2027 dauern und könnte zu einem der bedeutendsten Verfahren zur Aufarbeitung syrischer Kriegsverbrechen in Deutschland werden. Bereits in der Vergangenheit haben deutsche Gerichte auf Grundlage des Weltrechtsprinzips Täter verfolgt, die schwere Verbrechen im Ausland begangen haben.

Der Fall wirft auch unbequeme Fragen auf: Wie konnte ein mutmaßlicher Beteiligter an einem Foltersystem über Jahre unbehelligt in Deutschland leben? Und wie effektiv sind die Prüfmechanismen im Asylverfahren, wenn es um mögliche Kriegsverbrecher geht? Wie viele Mörder und Terroristen konnten mit der unkontrollierten Massenmigration einreisen?

Deutschland ist längst nicht nur Zufluchtsort für die Opfer von Krieg und Verfolgung, sondern auch ein Versteck für die Täter – samt Grundversorgung auf Kosten der Steuerzahler. Allein in Deutschland leben derzeit 700.000 Syrer.

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Kommentare ( 19 )

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verblichene Rose
9 Minuten her

„Der Prozess wird voraussichtlich bis 2027 dauern und könnte zu einem der bedeutendsten Verfahren zur Aufarbeitung syrischer Kriegsverbrechen in Deutschland werden.“ Ja, sicher. Deutschland hat ja auch noch nicht genug damit zu tun, seine eigene „Vergangenheit“ aufzuarbeiten. Da nimmt man natürlich die Aufarbeitung der Geschichte anderer Länder dankend an. Und der Anwalt des Angeklagten heisst „standesgemäß“ natürlich auch nicht Müller, Meier, oder Schulz, sondern Jamil Azem. Wie wäre es daher damit, daß Deutschland sich mal wieder mit der deutschen Gegenwart beschäftigen würde? Genug zu tun gäbe es m.E. durchaus… Und NEIN, ich bin kein Fan von Folter. Hier nicht und… Mehr

Kassandra
12 Minuten her

„Fahad A. konnte wie hunderttausende andere Migranten als Kriegsflüchtling nach Deutschland kommen und hat im Jahr 2023 Asyl beantragt. In der westpfälzischen Stadt Pirmasens lebte er zunächst unerkannt mit seiner Familie…“ . An dem Fall könnte man doch jetzt mal publik machen, was uns „Gutsein“ so was in Vollkostenrechnung auf die Schulter gelegt wird. Wie viele Köpfe hatten wir seit der Einreise zu alimentieren – und ist inzwischen einer von denen in Lohn und Brot? Wann kam er tatsächlich – denn auch, wenn er 2023 erst „Asyl“ beantragte, kann er ja durchaus schon länger versorgt worden sein – samt Familie.… Mehr

Regina Lange
12 Minuten her

Da hat der gute Mann aber Glück, dass er an die linke deutsche Kuscheljustiz geraten ist! Besonders für muslimische Migranten haben die hiesigen Richter viel Verständnis! Der Folterer muss sich keine Gedanken machen, es wird ihm weiterhin gutgehen! Deutschland ist ein Schlaraffenland für solche Menschen und die wissen das genau, sonst würden sie nicht, wie die Heuschrecken, seit Jahren hier einfallen!

Bernd Simonis
27 Minuten her

Eines meiner frühen Argumente zu Beginn der unkontrollierten Einwanderung 2015 war eben dieses: Jemand muss ja wohl für die Zustände in den Herkunftsländer verantwortlich gewesen sein. Wie unterscheiden wir die von den „Guten“? Mein Argument war ein Rohrkrepierer und führte zu einer Sperre auf Zeit Online.

Der Person
31 Minuten her

„…für das Regime von Baschar al-Assad, das weltweit für seine Taten bekannt wurde.“

Und genutzt! 2002 würde mit dem Segen des damaligen Chef des Bundeskanzleramts Steinmeier der „deutsch-syrische“ Muhammad Zammar in einem syrischen Geheimdienstgefängnis von deutschen Beamten verhört.

Endlich Frei
35 Minuten her

Ich bin in diesem Fall für das Talionsprinzip, gehe aber realistisch davon aus, dass der Mann in Deutschland Asyl und somit Vollversorgung genießt.
Seine Kinder werden unsere Schulklassen beglücken.

Last edited 35 Minuten her by Endlich Frei
Michael Theren
43 Minuten her

mir bleibt schleierhaft, was das dem dt. Steuerzahler angeht, ausliefern an Syrien (der Präsident ist ja unser neuer bester Freund und sichert zweifellos eine anständige Behandlung und einen fairen Prozeß zu) und gut ist…

Der Person
47 Minuten her

Warum rollt man dem Mann nicht den roten Teppich aus, schüttelt ihm die Hand und drückt mehrere Hundertmillionen Euro in dieselbe? Hat man beim letzten syrischen Massenmörder doch auch gemacht…

Tom Engel
52 Minuten her

Meine Meinung: Immer, aber wirklich immer wenn ich „Bilder“ aus „Nordafrika ( Syrien,Iran,Irak, I.. etc. ) im TV sehe, muss ich Umschalten….So ein Chaos ist nicht immer erträglich…
Opa sagt: „Die haben nicht mehr alle 5 Tassen in de Kopp….“

Ich frage: Woran liegt das ?

Und der Angeklagte wird NATÜRLICH behaupten, das er NUR Befehlsempfänger war und somit nicht verantwortlich für die Gräeltaten…

Was stimmt dort „Unten“ nicht ?

Brauner Bodensatz
1 Stunde her

Was haben wir mit so einem Pack am Kopf? Muss hier wirklich jedem Verbrecher Kost & Logis gewährt werden? Echter Grenzschutz & Dexit sind überfällig!