Deutschland zahlt noch an 500.000 Ukrainer Sozialhilfe aus

Neue Studie zur Arbeitsmarktintegration ukrainischer Geflüchteter in Deutschland dreieinhalb Jahre nach Beginn des Krieges in der Ukraine: Zwar hat inzwischen die Hälfte der seit 2022 eingereisten Ukrainer eine Beschäftigung gefunden, doch der Druck auf den Sozialstaat bleibt hoch.

picture alliance/dpa | Philip Dulian

Nach Angaben der Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit liegt die Beschäftigungsquote ukrainischer Geflüchteter mittlerweile bei etwa 50 Prozent. Auf den ersten Blick erscheint das wie ein Erfolg. Immerhin erreichten frühere Zuwanderergruppen – etwa aus Syrien oder Afghanistan – eine vergleichbare Quote erst nach sechs Jahren Aufenthalt. Doch dieser Fortschritt relativiert sich, wenn man die Gesamtsituation betrachtet: Die allgemeine Beschäftigungsquote in Deutschland lag zuletzt bei 68 Prozent, ukrainische Geflüchtete bleiben damit deutlich darunter.

Auch die Forscher selbst sprechen von einer widersprüchlichen Entwicklung. „Das Bild, das unserer Studie zeigt, ist ambivalent“, heißt es in der Analyse der Bundesagentur für Arbeit, aus der aktuell auch die WELT zitiert. Diese Ambivalenz zeigt sich vor allem beim Leistungsbezug: Trotz wachsender Erwerbstätigkeit sind weiterhin große Teile der ukrainischen Bevölkerung auf staatliche Unterstützung angewiesen. Inzwischen leben mehr als eine Million Ukrainer in Deutschland, viele davon im Bürgergeld-System, 500.000 beziehen Sozialgeld oder ergänzende Leistungen – eine Zahl, die den Sozialstaat spürbar belastet. Immerhin beziehen die Ukrainer in Deutschland monatlich etwa 560 Euro plus Zusatzleistungen.

Das heißt: Die Versorgung kostet die Steuerzahler bis zu 280 Millionen Euro im Monat und 3,36 Milliarden Euro im Jahr.

Insgesamt leben 67 Prozent der ukrainischen Frauen und 61 Prozent der Männer in Familien, die Bürgergeld oder andere Leistungen beziehen – viele als sogenannte Aufstocker, die arbeiten, aber das geringe Gehalt mit dem Sozialgeld aufbessern.

Besonders problematisch bleibt die Integration ukrainischer Frauen in den Arbeitsmarkt. Viele kamen allein mit kleinen Kindern nach Deutschland, während Männer im wehrfähigen Alter zunächst in der Ukraine blieben. Fehlende Betreuungsplätze, bürokratische Hürden und hohe Sprachbarrieren erschweren den Einstieg in qualifizierte Beschäftigung. „Die Aufnahme des ersten Jobs verläuft bei ukrainischen Frauen langsamer, weil es auch an Kinderbetreuung fehlt“, wird in der Studie betont. Im September 2025 waren nur 21 Prozent der Ukrainerinnen mit Kleinkindern unter drei Jahren und ohne Partner erwerbstätig.

Hinzu kommen strukturelle Hindernisse: Speziell in Bereichen wie Bildung und Gesundheit, in denen viele Geflüchtete eigentlich qualifiziert sind, verhindern strenge Anerkennungsverfahren und hohe Sprachvoraussetzungen einen schnellen Einstieg. Gleichzeitig leiden viele Betroffene unter psychischen Belastungen durch Kriegserfahrungen, was ihre Integration zusätzlich verzögert.

Langfristige finanzielle Belastung für Deutschland

Zwar ist seit der Lockerung ukrainischer Ausreiseregeln für junge Männer ein leichter Anstieg der Beschäftigungsdynamik zu beobachten. Diese Gruppe findet schneller Jobs, etwa im Baugewerbe. Doch selbst dieser Trend kann die Gesamtbilanz kaum aufhellen. Der deutsche Sozialstaat bleibt stark gefordert, und die Kosten für Bürgergeld, Wohnraum, Integration und Betreuung steigen weiter.

Die ursprüngliche Hoffnung, dass sich die meisten Geflüchteten rasch selbst versorgen könnten, erfüllt sich nur teilweise. Trotz einzelner Fortschritte wächst die Sorge, dass die langfristige finanzielle Belastung für Deutschland deutlich höher ausfallen könnte als zunächst angenommen. Die Integration in den Arbeitsmarkt schreitet zwar voran – doch sie verläuft langsamer und teurer, als viele politische Entscheidungsträger zu Beginn erwartet hatten.

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Kommentare ( 7 )

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Klaus D
41 Minuten her

die Hälfte der seit 2022 eingereisten Ukrainer eine Beschäftigung gefunden….so viele! Wundert mich da es doch immer mehr arbeitslose gibt aufgrund dessen das deutschland den bach runter geht.

unbelievable
52 Minuten her

Selbst, wenn es alles so wäre, allmählich schlägt die Insolvenzentwicklung auch auf die immer alles bezahlenden „Deutschen“ nieder und neben Systemüberlastungen bei Wohnungen, Arztterminen, sowie sonstigen Themen nehmen die nun auch Arbeitsplätze weg – die müssen gehen.

Privat
1 Stunde her

Die Geisteskrankheit ist in der BRD schon fortgeschritten.
Und bei den leider gewählten „Fachleuten“ noch weiter.
Ich habe jede Hoffnung aufgegeben und warte jetzt auf weitere staatliche Zwangsmaßnahmen, um den dämlichen Deutschen noch mehr Geld abzupressen, damit die staatlich organisierte Verschwendung für Ausländer nicht versiegt.

Brauner Bodensatz
1 Stunde her

Die Angaben sind leider nur schwer nachvollziehbar. Evt. werden nicht korrekte Begriffe verwendet bzw. diese „vermischt“; erwerbsfähige Ukrainer erhalten Bürgergeld, nicht erwerbsfähige Sozialhilfe bzw. Grundsicherung. Hier sollte genauer differenziert werden und sollten auch die Gründe für mangelnde Erwerbsfähigkeit typisiert dargestellt werden, am besten einschließlich des Feststellungsaufwands. Absolute Zahlen ohne Zahlen von Vergleichsgruppen zu nennen ist auch wenig hilfreich. Wie ist bei Ukrainern der Anteil Aufstocker? Wie ist der Anteil beim Wohngeldbezug? Was ist die Entwicklung bei Verfahrensdauern und Arbeitslosigkeitszeiten? Manch einer hat mehrere Deutschkurse abgebrochen bzw. war insofern „verhindert“. Ich fürchte, bei genauerer Betrachtung stellt es sich nicht so positiv… Mehr

AlNamrood
1 Stunde her

Einmal drin, nie wieder raus, prüfen wird und darf es niemand. Regeln gelten nur für Deutsche.

Arminius
1 Stunde her

Und wie viele sind davon überhaupt noch hier?

Last edited 1 Stunde her by Arminius
Gernoht
19 Minuten her
Antworten an  Arminius

Die bauen sich dafür neue Datschas in der Heimat. Man kann eben nicht gleichzeitig überall sein. Das müssen wir verstehen.