Deutsche Lebensreform-Bewegungen - Teil 1 von 3

Besser, Sie schnallen sich an. Denn das Buch „Der Bausatz des Dritten Reiches“ von Wolfgang Prabel trägt Sie sonst aus der Kurve. Die Geschichtsinterpreten der Nachkriegszeit hätten uns weisgemacht, das abgrundtiefe Böse sei aus Hitlers „Mein Kampf“ und der Weltwirtschaftskrise über uns gekommen. Nein, sagt Autor Prabel: „Die Wurzeln der Unmenschlichkeit waren schon tief im Zeitgeist des Spätkaiserreichs und der sogenannten Goldenen Zwanziger Jahre verankert.“ Von den bekannten Größen der Goldenen Zwanziger, die auch viele von uns schätzen, bleibt nach der Lektüre von Prabels Buch praktisch nichts übrig.

VON Fritz Goergen | Fr, 12. Juni 2015
Schöne Bilder und gute Aussichten

Ob Inszenierungen wie der G7-Gipfel ihre Kosten wert sind, spaltet die Geister. Der Wirkung ihrer Bilder entziehen sich wenige. Wer diesen Gipfel in bayrischer Bilderbuch-Kulisse auf der Haben-Seite buchen kann, ist Angela Merkel. Ihr zweiter Weltwirtschaftsgipfel als deutsches Heimspiel  wird von der Kür zur Klima-Kanzlerin gekrönt. Die Urkunde durfte sie aus den Händen von Greenpeace und Germanwatch höchst selbst entgegen nehmen. Das Zwei-Grad-Ziel in der Klimapolitik haben 2010 alle UNO-Staaten unterschrieben. Dass seine Elmauer Erneuerung durch die G7 als „Durchbruch“ bewertet wird, sagt, wie wenig in diesen Zeiten viel ist.

VON Fritz Goergen | Di, 9. Juni 2015
Erdogan verliert die Mehrheit, die CDU Dresden und der Kongress G7 tanzt

Nach Griechenland, Großbritannien, Spanien, Italien, Österreich nun das gleiche Muster in der Türkei und in Dresden: deutliche Gewinne der extremen Ränder und  klare Verluste der Herrschenden. Und auf Schloss Elmau tanzt der G7- Kongress. Zunehmend viele Leute halten das wirklich für den Gipfel.

VON Fritz Goergen | Mo, 8. Juni 2015
Heiliges Sakrament, Zivilehe, Wilde Ehe, Lebenspartnerschaft, Steuervorteile und Privilegien

Die Emotionen schlagen beim Thema Homo-Ehe haushohe Wellen – dafür und dagegen. Mehr Klarheit in einen solchen Schlagabtausch zu bringen, ist schwer, weil beide Seiten keine Argumente hören wollen, sondern „Bekenntnisse“. Der Bekenntnis-Druck ist in unseren Tagen nicht nur beim Thema Homo-Ehe groß, aber hier im Übermaß. Wobei wenigen auffällt, dass diese Bekenntnis-Inflation zu einem drastischen Wertverlust der Währung Bekenntnis führen muss.  Wo man sich zur PKW-Maut ebenso „bekennt“ wie zur europäischen Wertegemeinschaft, zur Freiheit ebenso wie zur Freizeit, werden Bekenntnisse wertlos.

VON Fritz Goergen | Fr, 5. Juni 2015
Nach Griechenland, Großbritannien, Spanien und Österreich nun auch Italien

Welches Stimmenergebnis jemand bei Wahlen erhält, bestimmt die Schlagzeilen nicht, sondern die Zu- und Abneigungen von Medien. Von 41 Prozent bei den Europawahlen stürzte Matteo Renzi mit seiner sozialdemokratischen Partei (PD) auf 22,6 bei den Regionalwahlen am vergangenen Sonntag ab. SPON titelt: „Renzi erhält Rückenwind“, FOCUS online: „Dämpfer für Renzi“.

VON Fritz Goergen | Di, 2. Juni 2015
Regionalwahlen in Österreich wie in Spanien: Misstrauensvotum für die Regierenden

Die Roten und Schwarzen in Österreich nehmen das berüchtigte Merkel-Wort nicht in den Mund: ALTERNATIVLOS. Aber ihre Politik und sich selbst als Politiker halten sie dafür. Ohne jeden Zweifel. In meiner Heimat Steiermark nennen sich ÖVP und SPÖ „Reformpartnerschaft“ und haben für deren Fortsetzung Wahlkampf geführt, als sei das der neue Name für eine fusionierte Partei. Haben die rot-schwarzen Farbenbrüder wirklich niemanden, der ihnen sagt, dass solches die Steirer in Scharen zur FPÖ treiben musste?

VON Fritz Goergen | So, 31. Mai 2015
Notfallmaßnahme Quote - Terrorgefahr, Sprengsatz der Flüchtlingspolitik

Nach Jihadisten suchen britische und französische Geheimdienstler unter den Migranten, die in Calais die Fähre nach Dover nehmen. Die Nachricht folgt der über die Verhaftung eines Marokkaners in Italien, der am Terroranschlag auf das Bardo-Museum in Tunis im März beteiligt gewesen sein soll. Der Mann kam auf einem Flüchtlingsboot nach Italien. Heute präsentiert die EU-Kommission als „Notfallmaßnahme“ eine Quote zur Verteilung von Flüchtlingen auf die Mitgliedsländer. Und ein Vizepräsident des Europaparlaments verlangt eine Strategie gegen die Gefahr, dass Isis Europa umzingelt. Nach BBC zwingt Libyens IS die Schleuser inzwischen, ihr 50 Prozent der Einnahmen abzuliefern und IS-Kämpfer auf den Schiffen mitzunehmen. Hier braut sich mehr und mehr ein explosives Gemisch zusammen.

VON Fritz Goergen | Mi, 27. Mai 2015
Athen um jeden Preis halten und Londons Austritt riskieren

„Der Wind in Griechenland, der Wind in Spanien, der Wind in Polen bläst nicht in die gleiche Richtung, aber alle diese Winde sagen, dass sich Europa ändern muss. Entweder bringt es Europa fertig, seine Wirtschaftspolitik zu ändern oder die Bewegungen gegen Brüssel und Straßburg werden immer stärker.“ Italiens Premier Matteo Renzi sagte das im toskanischen Fernsehen nach den spanischen Regionalwahlen und den polnischen Präsidentschaftswahlen, einem klaren Votum gegen die EU-konforme Warschauer Regierung. Und nun wird bekannt, dass Merkel und Hollande die EU weiter vertiefen wollen - ohne Vertragsänderungen. Aber einfach aussitzen werden sie David Cameron nicht können. Welche Strategie verbirgt sich dahinter, sich von Athen alles gefallen zu lassen und London alles zu verweigern? Ich fürchte – keine.

VON Fritz Goergen | Di, 26. Mai 2015
Song und Stimme sind schon vergessen, die Inszenierung bleibt - und die Politik

Perfekt gestylt wie Drag Queen Conchita Wurst ging der 60. Song Contest als eine Multimedia-Show über die Bühne, die neue Maßstäbe setzt. An ihr Gesicht und die weißen Strichmännchen werden sich noch viele erinnern, wenn der hektische Stillstand unserer Zeit längst weiterhastet. Äußerst wirksam kontrastierten die sympathischen Strichmännchen das Glitzerspektakel, die pantomimische Interaktion des schwedischen Contest-Siegers mit ihnen ist Inszenierung vom Feinsten. Wien ist bei Lichte betrachtet der wirkliche Sieger. Die Stadt bewies sich als Eventplatz der Superlative. Der Staatssender ORF kann das auf seine Habenseite buchen. „Song“ bleibt keiner. In den Zwischenräumen blitzten nationale und politische Vorlieben als Abstimmungs-Motive auf. Und technische Vorkehrungen, Unerwünschtes weg-zu-manipulieren, die beunruhigen.

VON Fritz Goergen | Mo, 25. Mai 2015
„Flüchtlingsdrama“ – die unendliche Geschichte irrlichternder Öffentlichkeit

Die Zahl der Flüchtlinge, die von einem Schlepperschiff geborgen werden oder mit ihm untergehen, muss inzwischen hoch sein, wenn sie den Medien noch eine Meldung wert sein soll. Das hörten wir gestern in der Münchner Runde des BR. Junge Tunesier, die keine Zukunft für sich sehen, berichtet die NZZ, entscheiden sich entweder für den gefährlichen Weg über das Mittelmeer nach Europa oder ziehen nach Syrien in den Jihad, wo gutes Einkommen und der Status locken, für eine „gerechte Sache“ zu kämpfen. Wann sehen wir Stories über die Schuld der EU am IS-Nachschub?

VON Fritz Goergen | Mi, 20. Mai 2015
Nicht auf dem Gipfel, aber im Basislager

"Da ist sie, die Großstadtpartei", stand gestern hier. Dass Friedrich Thelen, der dies analysierte, eine positive Grundhaltung zur FDP bescheinigt werden darf, ändert nichts an seiner Beobachtung von einem radikalen Generationenwechsel der FDP auf ihrem Bundesparteitag am vergangenen Wochenende in Berlin. Aber  auch im neu gewählten Bundesvorstand der FDP ist ein bemerkenswerter Wechsel der Gesichter festzustellen. Was das verspricht und was es nicht garantiert, dazu ein paar Gedanken.

VON Fritz Goergen | Mo, 18. Mai 2015
Dem radikal neuen Vertriebsweg Internet folgt ein radikal neuer Medienmix

Auf die Paid-Content-Strategie der New York Times berufen sich gerade auch deutsche Verleger und Chefredakteure gern. Nach dem Motto, geht doch, Inhalte lassen sich sehr wohl verkaufen, wir müssen uns nur trauen und die Gratiskultur beenden. Die schlechte Nachricht: nytnow, die App der New Yorker Zeitungs-Ikone, gibt es ab sofort kostenlos, der Abo-Preis von acht Dollar im Monat für die “wichtigsten und interessantesten Geschichten” aus der NYT und anderen Quellen entfällt.

VON Fritz Goergen | Mi, 13. Mai 2015
Europa verabschiedet sich vom „Weiter so“

Ein roter Faden zieht sich durch die politische Landkarte Europas: Viele Establishment-Parteien sind am Abdanken. Ich bediene mich der ältesten Ressource der Welt: hinschauen und zusammenzählen. In ihrem Ursprungsland Schottland gibt es die Labour-Party nicht mehr. In Spanien bringen PP und PSOE, Konservative und Sozialdemokraten, die das Land in indirekten Koalitionen 30 Jahre regierten, zusammen keine 50 Prozent mehr auf die Waage. Wann ist das auch in Deutschland so weit?

VON Fritz Goergen | Di, 12. Mai 2015
Dokumentation

Bernd Lucke beschuldigt Konrad Adam, er habe "der Bild-Zeitung mitgeteilt, es gebe handfeste Indizien dafür, dass ich mich entschlossen habe, die AfD zu verlassen." Damit erreicht der Richtungsstreit in der AfD einen wohl nicht mehr zu überbietenden Höhepunkt. Gleichzeitig wird aber auch bemerkenswert transparent, worum es in diesem Konflikt geht. Adam, sagt Lucke, kämpfe "mit falschen Freunden an der falschen Front".

VON Fritz Goergen | Mo, 11. Mai 2015
Gähnende Langeweile, inhaltslose Endlosschleifen

Wenn eine Informationssendung keine oder zu wenig Informationen hat, muss sie ausfallen. Diese simple Erkenntnis geht ARD und ZDF seit langem bei dem Format SPEZIAL ab, gestern aber auch und besonders in der Berichterstattung über die Wahlen in Bremen und Bremerhaven.

VON Fritz Goergen | Mo, 11. Mai 2015
Cameron vor riesigen Hürden, aber Merkel und Hollande auch

Auf den wahrscheinlich weiter amtierenden britischen Premier warten drei Bewährungsproben, von denen jede einzelne schwierig genug für eine Regierungsperiode wäre. Er muss die Bedingungen der EU-Mitgliedschaft neu verhandeln und das Ergebnis Ende 2017 zur Volksabstimmung vorlegen. Den Schotten muss er viel Autonomie geben, wenn sie das Vereinigte Königreich nicht verlassen sollen. Und das staatliche Gesundheitssystem braucht eine Totalreform.

VON Fritz Goergen | Fr, 8. Mai 2015
Davon spricht kaum jemand …

In dieser Woche wird das britische Unterhaus gewählt. Kenner sagen, dass die Tories Schottland und Wales bereits aufgegeben haben. Nach der Wahl könnte es sich sowohl bei Labour wie bei Tories nicht mehr um britische, sondern nur noch englische Parteien handeln. Da scheint möglich, was das britische Mehrheitswahlrecht mit kurzen Unterbrechungen ausschloss, eine Koalitionsregierung: diesmal eine von Tories und Labour, eine wie in Berlin - nicht mehr ganz so - große Koalition.

VON Fritz Goergen | Mi, 6. Mai 2015
Am 1. Mai 1929 wurde Ralf Dahrendorf geboren

1983 verkündete Ralf Dahrendorf "das Ende des sozialdemokratischen Zeitalters". Die SPD versteht das bis heute als unheilvolle Prognose für sozialdemokratische Parteien. 1997 widersprach er George Soros, dass nach dem Ende des Kommunismus der Kapitalismus der größte Feind sei.

VON Fritz Goergen | Fr, 1. Mai 2015
Grexit, Brexit, Ukraine-Pleite und Flüchtlingskatastrophe zwingen die EU zum Umdenken, meint Fritz Goergen

20 Flüchtlinge rettete der griechische Unteroffizier Antonis Deligiorgis vor dem Ertrinken. Besitzer von Schiffen sind in privaten Initiativen unterwegs, um in Seenot geratene Flüchtlinge zu bergen. Über die Frage, was Europas Regierungen in der Flüchtlingsfrage tun, wird noch lange keine Klarheit herrschen. Spektakuläre Bilder und Berichte werden uns weiter begleiten. Das menschlich dramatische Geschehen und seine politischen Implikationen werden die Länder Europas zwingen zu klären, was Europa jenseits des Brüsseler Richtlinien-Mikromanagements sein soll.

VON Fritz Goergen | Mi, 29. April 2015
Versinkt Europa im Mittelmeer?

Tausende Ertrinkende im Mittelmeer und versinkende Milliarden in Griechenland haben eines gemeinsam: die Unfähigkeit der EU, mehr zustande zu bringen als politischen Zeitgewinn. Der humanitäre Preis ist ebenso unerträglich und unverantwortlich wie der politisch-gesellschaftliche.
Der 10-Punkte-Plan der EU ist eine reine Polizei- und Verwaltungsoperation. Bis es gelingt, Asyl-Verfahren auf afrikanischem Boden in Auffanglagern und die sichere Überfahrt zu organisieren, werden viele Monate vergehen.

VON Fritz Goergen | Di, 21. April 2015