Die kleine Rache für alles: EU provoziert mit nacktem dicken Trump

Ein nackter dicker Donald Trump hockt auf einem abgemagerten Armen – im Europaparlament in Straßburg steht nun eine Figur, die niemand übersehen soll. „The Orange Plague“, die orangefarbene Plage, auch „King of Injustice“.

Die Trump-Statue in Straßburg. picture alliance / CTK | Michal Zdenek
Die Trump-Statue in Straßburg.

Die Reaktionen auf diese Kunst-Aktion, die von der EU-Spitze ausdrücklich genehmigt worden ist, fallen speziell auf der Social-Media-Plattform X eher negativ aus: Viele User halten die Provokation für unnötig – eine Statue von Donald Trump, nackt, übergewichtig, die Augen geschlossen, auf den Schultern eines Mannes, der unter der Last einsinkt. In der einen Hand die Waage der Justiz, in der anderen ein überlanger Golfschläger, daneben ein Golfball in Form der Erde. Die Kupfer-Statue ist mit 23-karätigem Blattgold überzogen, 2,6 Meter hoch. Der kleinere Mann darunter ist in Bronze. Neben der Figur liegen Karten mit dem Satz, den der Künstler Trump in den Mund legt: „Ich sitze auf dem Rücken eines Mannes. Er sinkt unter meiner Last. Ich werde alles tun, um ihm zu helfen. Außer von seinem Rücken zu steigen.“

Initiative eines Linken-Parlamentariers

Initiiert hat die Ausstellung der dänische Linken-Abgeordnete Per Clausen. Der Künstler Jens Galschiøt sagte, er sei erstaunt gewesen, dass es wirklich möglich war, seine Statue im EU-Parlament aufzustellen. „Wenn jemand so dünnhäutig ist, dass er es nicht erträgt, dass diese Skulptur im Europäischen Parlament ausgestellt wird, dann hat er auf der Weltbühne nichts zu suchen“, meinte Clausen. Ein Sprecher des Parlaments erklärte gegenüber CNN, die Quästoren, eine fraktionsübergreifende Gruppe, hätten diese Kunstaktion genehmigt. Jedes Mitglied dürfe pro Wahlperiode zwei kulturelle Veranstaltungen in dafür vorgesehenen Räumen ausrichten. Die Trump-Statue steht noch heute im Winston-Churchill-Gebäude, Besucher bekommen ein gedrucktes Miniaturmodell, 20.000 Stück sollen verteilt werden, auch an die Parlaments-Mitarbeiter.

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Jens Galschiøt (72), der Erschaffer der Trump-Statue, wurde in Dänemark geboren, 1973 zog er nach Odense, 1985 eröffnete er dort Gießerei, Atelier, Galerie und Skulpturenpark auf 2000 Quadratmetern. Er gießt vor allem in Bronze. Bekannter wurde er 1997 mit der „Pillar of Shame“, der Säule der Schande, acht Meter hoch, ein Gewirr verdrehter Körper, aufgestellt in Hongkong am Vorabend der Übergabe an China, zum Gedenken an das Massaker auf dem Tiananmen-Platz. Weitere Säulen folgten 1999 in Mexiko und 2000 in Brasilien.

Galschiøt beruft sich bei diesem Werk auf Andersens „Des Kaisers neue Kleider“: Das Gold mache die Nacktheit nur sichtbarer. Die Illusion halte, solange niemand sage, dass der Kaiser nichts anhabe. Donald Trump, so der Däne, sei eines der größten Hindernisse für die Lösung der Klimakrise und eine Gefahr für die regelbasierte Ordnung. Die Skulptur war bereits auf der Klimakonferenz in Belém, auf der Münchner Sicherheitskonferenz und bei Demonstrationen zur Grönland-Frage zu sehen.

Eine Reaktion aus dem Weißen Haus ist bisher nicht bekannt. Der Künstler sagte, er habe dazu nichts gehört, aber er habe danach auch nicht im Web gesucht. Die Statue soll noch heute, Donnerstag, ausgestellt sein. Für eine längere Dauer der Kunstaktion reicht der Mut der EU-Spitze und ihrer Quästoren dann offenbar auch wieder nicht.

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