Rote Hilfe und Clan-Freunde – kann die SPD das alles ignorieren?

Die Berliner SPD will sich auf Sondierungen mit der Linken einlassen. Ob die Sozialdemokraten dabei die Biografie von Spitzenkandidatin Elif Eralp, die Kontakte der Partei zu Clan-Mitgliedern und Antisemitismus-Vorwürfe gegen die Linke tatsächlich ernst nimmt, ist die Frage der Woche.

Koalitions-Sondierungen in Berlin Imago Hanno Bode
Koalitions-Sondierungen in Berlin

Elif Eralp war bis 2025 Mitglied der Roten Hilfe, eines Vereins, den der Verfassungsschutz als erwiesen linksextremistisch einstuft und der 2024 öffentlich zu Spenden für die frühere RAF-Terroristin Daniela Klette aufrief. Parallel belasten die Neuköllner Wahlparty mit Issa Remmo und die Chatkontakte des Bundestagsabgeordneten Ferat Koçak die linken Wahlsieger. Der Landesvorstand der SPD stimmte am 26. September trotz allem für erste Gespräche zur Sondierung einer Koalitions-Möglichkeit.

Die Linke in Problemen
Elif Eralp und ihr Verein, der Spenden für Terroristen sammelt
Die SPD hat dazu klare Einwände aus den eigenen Reihen: Eine Resolution von Alt-Größen um die früheren Regierenden Bürgermeister Michael Müller und Walter Momper lehnt die Gespräche mit der Linken ab, weil sich diese Fraktion mit „Antisemiten und Clangrößen“ gemein mache. Der Landesvorstand hat den Brief aber nicht zum Maßstab gemacht: Sondieren sollen Bettina König, Steffen Krach und Derya Caglar, plus bis zu zwei Fachleute. Krach sprach von hohen Hürden und Tagen, die „nicht absolut vertrauensbildend“ gewesen seien.

Die Partei des früheren Kanzlers Helmut Schmidt will also am Verhandlungstisch Menschen gegenübersitzen, die über ihren Verein Ex-RAF-Terroristen mit Spenden unterstützen lassen.

Sondieren heißt prüfen, nicht regieren – genau daran wird die SPD nun gemessen. Wer eine Kandidatin mit jahrelanger Mitgliedschaft in einem Verein, der RAF-Flüchtige unterstützt, und eine Partei mit Clan-Auftritt und unter Antisemitismus-Verdacht an den Verhandlungstisch holt, kann nicht so tun, als seien das alles Randnotizen. Entweder werden Austritt, Distanz und personelle Konsequenzen zur Bedingung, oder die Sozialdemokratie erklärt einfach alles für verhandelbar. Beides ist eine Entscheidung. Rechnerisch bleibt auch Schwarz-Grün-Rot möglich, eine Einladung der CDU liegt nicht vor.

Die SPD hat auf ein Bitte zur Stellungnahme zu ihrer Positionierung nicht reagiert.

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Kommentare ( 18 )

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Heiner Mueller
41 Minuten her

Ja, sie kann es ignorieren.Die SPD ist doch auch nur ein Klüngelverbund.

Schwabenwilli
46 Minuten her

„Rote Hilfe und Clan-Freunde – kann die SPD das alles ignorieren?“

Und die Grünen nicht zu vergessen.
Selbstverständlich werden die das unter Zuhilfenahme von ein paar Lippenbekenntnissen und vorgefertigten „Absprachen“ ignorieren.

Die sind so machtgeil.

old man from black forrest
52 Minuten her

Klar kann sie es. Die alten Haudegen bleiben nämlich bei der Stange. Die wollen ihr Parteibuch mal als Grabbeigabe wie der Pharao seine Lieblingskatze. Der verbliebene Rest – sofern er nicht schon zur exSED abgewandert ist – kuschelt schon immer gern mit Vulgärdemokraten der TäTäRä.

Haba Orwell
56 Minuten her

> kann die SPD das alles ignorieren?

Wenn man machtgeil genug ist – schon. Die unendlich dekadenten Kartellparteien haben sämtliche Hemmungen verloren. Wie dekadent muss man westlich der Elbe sein, sie immer noch zu wählen?

Last edited 55 Minuten her by Haba Orwell
57 Minuten her

Es erinnert mich sehr stark an den Zusammenschluss von KPD und SPD zur SED.

Ecke
1 Stunde her

Nicht zu vergessen die Hunderte von Mauertoten. Damlös hieß die Linke – SED. Alles schon weg, wah.

Juergen P. Schneider
1 Stunde her

Natürlich werden die Sozis gemeinsame Sache mit der SED machen, da kommen doch wunderbare Erinnerungen an die gemeinsamen schönen Jahre in der DDR hoch. Da die Sozis auch auf Bundesebene eine Politik betreiben, die Zustände wie in der DDR anstrebt, wäre eine Koalition mit der SED doch mehr als nur naheliegend. Das bisschen Antisemitismus und organisierte Clankriminalität beim künftigen Koalitionspartner sollte man nicht überbewerten. Wer an die Macht will oder sie behalten will, darf auf derart „kleinliche“ Bedenken keine Rücksicht nehmen. 🙂

Mike76
1 Stunde her

Im Aussenverhältnis betont man wie immer, dass eine Koalition mit Linken nicht in Frage kommt; im Innenverhältnis sind die Verträge dazu längst unterschrieben! Es wird weitergelogen.

giesemann
1 Stunde her

Man versteht so langsam, warum die Raubzüge durch Berliner- und Dresdner Museen nie aufgeklärt worden sind.

Phil
1 Stunde her

Das ist keine Frage, sie werden es, ebenso wie die Grünen, ignorieren. Alle diese Parteien sprechen die selbe Klientel an, Sozialisten welche sich im Verlauf der Zeit und mit Abnahme von zu verteilendem Wohlstand anderer, zunehmend radikalisieren. Verteilungskämpfe und Neid, Mangel und Armut, sowie Diebstahl und Willkür, sprich die Kollektivierung und Umverteilung von Wertschöpfung, sind immer Merkmale einer sozialistischen Gesellschaft. Die einzigen Gewinner dieser Zerstörung und der Knechtung des Marktes und Individuums sind ausschliesslich die Funktionäre, sprich Räuberbarone und ihre Untergebenen. Ein System welches den Raub und die Didaktik der Umverteilung über die eigentliche Wertschöpfung stellt, verliert die Wurzeln ihres… Mehr