Alle durcheinander: Islam-Clash bei Lanz

Drei Frauen fachsimpeln über den Islam. Güner Balci, Lamya Kaddor und Khola Maryam Hübsch – alle durcheinander, alle gleichzeitig, alle wollen alle in Grund und Boden reden, keine gibt nach. Der schmale Lanz kämpft nach Kräften. Und dem Zuschauer brennen die Ohren. Von Brunhilde Plog

Screenprint: ZDF / Markus Lanz

Oh Gott, oh Gott, oh Gott, diese Sendung ist eigentlich nur mit einem ziemlich dicken Frottee-Kopftuch zu ertragen. Als Güner Balci, Lamya Kaddor und Khola Maryam Hübsch zur Hochform auflaufen, bleibt von der Talksendung nicht mehr viel übrig. Die Stimmen werden immer lauter, werden immer höher, und das Zuhören: eine einzige Qual.

Dabei geht es doch eigentlich um den ach so friedliebenden Islam. „Wir haben ein Problem, und zwar ein gewaltiges“, sagt Sascha Adamek, der einzige männliche Gast der Runde. Als Investigativjournalist recherchiert er seit einem Dutzend Jahren über Allah und den ganzen Rest, den Islamismus vor allem und dessen Auswirkungen auf die deutsche Gesellschaft.

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Adamek berichtet Erstaunliches: Zum Beispiel aus Zeiten, als Michael Müller Regierender Bürgermeister in Berlin war (2014-2021). Islamistische Vereinigungen, die zuvor jahrelang vom Verfassungsschutz beobachtet worden seien, habe man urplötzlich auf politischen Druck hin aus der Beobachtung herausgenommen, um sie salonfähig zu machen. „Da wurde telefoniert“, erzählt Adamek, um etwa die Neuköllner Muslimbruderschaft rund um den Imam Mohamed Taha Sabri als eine schickliche und gesellschaftsfähige Gruppierung erscheinen zu lassen, die in keinerlei Dissonanz zum deutschen Rechtssystem steht.

Ebenfalls in Berlin-Neukölln sei eine Kindertagesstätte geplant worden, deren Betreiber sogar Verfasser einer Fatwa (islamisches Rechtsgutachten auf Basis der Scharia) gewesen sei. Sage und schreibe 4,2 Millionen Euro an Steuermitteln habe Berlin in das Projekt geschossen. Das Geld sei unbekannt versickert, so Adamek, aber selbst als die ersten 900.000 Euro bereits weg waren, habe niemand die Bremse gezogen. Die Millionen seien munter weitergeflossen. Ergebnis: „Das Geld ist weg“, sagt der Journalist.

Die drei Damen thematisieren derweil zunächst den „antimuslimischen Rassismus“, eine Formulierung, die Lanz sein übliches Kopfzerbrechen bereitet. Was denn Religion mit Rasse zu tun habe, will er „nur mal verstehen“, doch so recht erklären kann es ihm niemand. Es klingt halt so schön und passt in die Zeit. „Ich halte es für ein Konstrukt, für eine wissenschaftliche Erfindung, für einen Kampfbegriff“, sagt Adamek in einem seiner wenigen, aber informativen Redebeiträge. Die meiste Zeit sitzt er als stiller Beobachter da, und das Wort haben die drei Damen vom Islam-Grillen.

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Journalistin Hübsch ist verschleiert ins Studio gekommen und kann sich trotz diverser Nachfragen nicht dazu durchringen, ein Kopftuchverbot bei Kindern zu befürworten. „Wenn Sie das Betteln verbieten, schaffen Sie die Armut nicht ab“, fabuliert sie. Und dass für viele Muslime der Koran wichtiger ist als das Grundgesetz – kein Problem. Das könne bei Christen ja genauso sein, mutmaßt sie. „Mit der Bibel?“, fragt Lanz erstaunt. Dass Hübsch auch Rundfunkrätin beim Hessischen Rundfunk ist, wird nicht erwähnt. Dass sie in einer Ehe lebt, die von ihrem Vater arrangiert wurde, kommt ebenfalls nicht zur Sprache. Ebensowenig Ehrenmorde und Migrantengewalt. Das Kopftuch aber stehe für ihre eigene ,spirituelle Beziehung zu Gott“, und überhaupt: „Wir können doch nicht alles verbieten!“. Sonst müsse man den Juden auch die Kippa verbieten. Sie schreit es fast heraus.

„Seit Jahrzehnten sitzen Sie in Talkshows und repräsentieren das Gesicht einer selbstbestimmten, verschleierten, tief religiösen, spirituellen Frau“, kontert
Güner Balci. „Und wissen Sie was: Ich finde das wunderbar. Weil nämlich unsere Verfassung das jedem freistellt.“ Die Integrationsbeauftragte des Berliner Bezirks Neukölln ist selbst Journalistin und Dokumentarfilmerin. Erst jüngst sorgte sie mit der Aussage für Aufsehen, die muslimische Gesellschaft, insbesondere die Jugend, werde von Islamisten unterwandert und dabei sogar mit Steuergeldern gefördert. Ziel sei die Einführung der Scharia. Der Islam sei nicht kompatibel mit der Demokratie.

Bei Lanz führt Balci aus: „Die Muslimbruderschaft, das ist eine sehr ernstzunehmende, extremistische, weltweite Bewegung, die ein reaktionäres Islamverständnis zum Konsens erklären möchte für alle, nicht nur für ihre Kinder, sondern für alle anderen auch.“ Die Frage sei: „Wie gehen wir damit um, dass es wirklich zunehmend ein Religionsverständnis gibt unter jungen Menschen, was keine Alternativen mehr zulässt, keine individuelle freie Entscheidung mehr zulässt? Weil, wenn wir das hätten, dann bräuchten wir hier gar nicht zu sitzen.“

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Adamek ist dafür, das Kopftuch für Kinder einfach per Schulordnung zu verbieten und vor allem „die Turbo-Einbürgerung“ sofort zu beenden. Es werde immer so getan, als sei alles ein großes Problem, „dabei gibt es Lösungen“. Dass Hübsch kein Kopftuchverbot in der Schule will, ist für ihn nur logisch, denn gerade die Sichtbarkeit sei „eine Forderung des reaktionären Islam“. Es gehe um die „Symbolik, auch im berühmten Stadtbild“.

Ein ernstzunehmendes Problem, so Adamek, sei allerdings die Unterwanderung der deutschen Politik durch islamische Verbände: „Egal welche Partei – die gehen denen alle auf den Leim“, sagt Lanz, und Adamek erzählt: Ex-Bundestagsvizepräsidentin Saliha Aydan Özoğuz (SPD) sei sogar bei einem Treffen von 15 Muslimbruderschaften in Bad Orb als Rednerin eingeladen gewesen. „Es gibt da keine Distanz“, sagt der Journalist, vor allem bei den Sozialdemokraten. Er zieht einen Vergleich: „Julia Klöckner beim Feriencamp irgendeiner Reichsbürger-Vereinigung – und sei es noch so lange her – da würde das Land kopfstehen“ und es gebe einen „Wahnsinns-Skandal“. Bei einer Özoğuz hingegen herrsche Schweigen im Blätterwald. „Hier passiert nichts, es löst keinen Skandal aus.“

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Lamyar Kaddor (Bündnis 90/Die Grünen) versucht intensiv, ihre eigene kritische Distanz zum extremistischen Islam herauszustellen. Sie warne sogar Parteikollegen davor, sich mit bestimmten Personen zu treffen. Das tut auch Güner Balci, allerdings mit durchwachsenem Erfolg. Viele Kollegen würden ihren Rat missachten. Grund: „Die denken immer nur so im Vier-Jahres-Rhytmus und erhoffen sich dadurch Wählerstimmen.“ Das würden einige auch ganz offen zugeben.

Balci warnt vor einem „Mainstream-Islam, der ultrareaktionär ist. Politiker verstehen das nicht, weil das mit ihrer Lebenswelt wenig zu tun hat“. Sie vermisst die nötige Sensibilität im Umgang mit dem Islamismus: „Wenn es um extrem rechte Organisationen und Politiker und Strukturen geht, dann haben wir ja glücklicherweise ein relativ klares Bild und ‘ne ganz klare Grenze, die gezogen wird. Da reagieren alle richtig.“ Doch beim Islamismus sei „die Wahrnehmung ‘ne andere. Und es ist ja auch so: Also die größte Bedrohung für unsere Demokratie ist die extreme Rechte – das steht für mich außer Frage“.

Adamek kontert mit Fakten: „Wenn Sie sich die Zahlen vom Generalbundesanwalt ansehen, der für schwere Terrorstraftaten zuständig ist: 2025, da waren es 114 islamistische Anschlagsversuche oder Anschläge, neun rechte und zwei linke.“

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Kommentare ( 95 )

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95 Comments
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RA.Dobke
23 Stunden her

Vielleicht sollte mn es wie bei Walt Disney mit Tick Trick und Track halten? Die waren bei den Wölflingen und eine derschlimmsten vorstellbaren Strafen dort war: „Nicht beachten!“ Oder auf norddeutsch: “ Gar nicht an störn:“

RA.Dobke
1 Tag her

„Hübsch häßlich“ – das hat Heinz Rühmann einmal so wunderbar formuliert ! Aber mal im Ernst, wie kommt eine so kulturell verblendete Hübsch in den Rundfunkrat? Das ist ein offenkundiges Indiz des Versagens unserer Steuerungsmechanismen! Religion ist eine schützenswerte Privatsache, eine privatime Angelegenheit – wir verlieren immer mehr die Trennung von Kirche und Staat. Hier ist eine Radikalkur anzusetzen, die dann aber auch andere religiöse Organisationen betreffen werden. und zwar nicht zu unrecht!

R.J.
1 Tag her

Die Ahmadiyya (Frau Hübsch) sehen nach außen „moderater“ aus als Hanafi, Hanbali, Maliki, Shafi’i und 12er-Shia. Das kommt zustande durch Uminterpretation und selektive Rezeption kanonischer Schriften, vor allem der Hadithe, sowie durch „Historisierung“ von Geboten, die allerdings in einer auf Ewigkeit und Allgemeingültigkeit gerichteten Lehre eigentümlich ist. Zugleich hält man sich auf diese Weise eine Hintertür offen, falls es die „historische Situation“ geböte. In dem von mir in einem anderen Kommentar zitierten Werk sieht man diese Strategie sehr schön an der Behandlung der Sklaverei, die in den üblichen Werken der Fiqh/Shari’ah breiten Raum einnimmt, vor allem für Sklavinnen. Ich führe… Mehr

Last edited 1 Tag her by R.J.
Vati5672
1 Tag her

Hallo, unten weiter hat schon jmd. über die Ahmadyyas aufgeklärt. In kurzer Ergänzung: A. sind _KEINE_ Muslime! Weil: Es gibt nur einen Gott (Allah) und Mohammed ist sein Prophet. Es gibt keine weiteren Propheten im „echten“ Islam. Aber die Ahmadiyyas hatten einen >>1889 Mirza Ghulam Ahmad<< Das ist Beigesellung und damit schirk (ganz, ganz, böse!) Deswegen dürfen die Ahmadiyyas, im Gegensatz zu den Schiiten, nicht nach Mekka. Es entstehen weitere „Reibflächen“ in D. Wäre es keine Religion und würde heute ein ähnliches Buch geschrieben werden wäre der Verfasser fällig wegen Hass und Hetze, Volksverhetzung, Rassismus. Gleichberechtigung gibt es auch nicht.… Mehr

LiKoDe
1 Tag her

Jede für ihren Islam: Die kurdische Türkin G. Balci tritt für den ‚weltlichen‘ Islam von Seyran Ateş (Türkin) ein. Die indisch-deutsche K. M. Hübsch tritt für den ‚indischen‘ Islam der Ahmadiyya ein. Die Syrerin Lamya Kaddor tritt für einen ‚arabischen‘ Islam ein. Würde man den Hinweis von Fr. G. Balci gefolgt sein, dass radikale/fundamentale Korangläubige [‚Islamisten‘] einen reaktionären Islam vertreten, hätte man erkennen können, dass radikale/fundamentale Korangläubige im politischen Sinne Rechtsextreme sind. Von einer ‚Familienaufstellung‘ her gesehen, traten der (österreichisch-)deutsche Moderator M. Lanz als ausgleichender Bruder und der ursprungsdeutsche S. Adamek als aufklärender Bruder auf. Beide hatten auf die Schwestern… Mehr

Kassandra
1 Tag her
Antworten an  LiKoDe

Ja. Beide Männer sind als „ungläubig“ erkannt – was Furien wie Männer dastehen lässt – die, kommen sie in eigene Kreise, gar nicht zur Wort gebeten und unter Hussen verschwinden würden.
Zeigt gut den Stand hiesiger MännerDhimmis – die allerdings noch über hiesigen Frauen zu stehen kommen werden. Halt nur, so lange das Vermögen für DschizyaZahlungen ausreichend sein wird.

Dr. Rehmstack
1 Tag her

Wenn Frau Kaddor eine Islam Wissenschaftlerin ist, scheint es mit der wissenschaftlichen Tiefe des Islam nicht sonderlich gut bestellt zu sein.

verblichene Rose
1 Tag her

Der Islam gehört nicht zu Deutschland. PUNKT.

Or
1 Tag her
Antworten an  verblichene Rose

Der Islam gehört nicht mal zu Europa.

Kassandra
1 Tag her
Antworten an  Or

Dumm halt, denn: nun ist er nun mal da.

Or
23 Stunden her
Antworten an  Kassandra

Der Islam war auch mal lange in Spanien. Noch gebe ich das Land, den Kontinent nicht verloren.

Hans Nase
1 Tag her

Das Problem fängt schon mit der Begrifflichkeit „Islamismus“ an. Dieser Begriff suggeriert, das man über eine extremistische Mindeheit spricht. Dabei ist es so, daß das, was als „Islamusmus“ bezeichnet wird, der ganz normale Islam ist, wie er in weiten Teilen der Islamischen Welt gelebt und gepredigt wird.
Man muss sich doch nur die Kairoer Erklärung anschauen, um das zu verstehen.

Sabine Schoenfelder
1 Tag her

Köstlich. Diese Runde r e p r ä s e n t i e r t ihre eigene IRRE Politik. Um Volksidentitäten abzuschaffen, und um einen gärigen Haufen verschiedenster Kulturen, Religionen, aus bildungsfernen und despotisch regierten Ländern, s t a t t d e s s e n zu etablieren, – wird a l l e s toleriert, jeder Mist mit gespielter Wichtigkeit auf dem Altar der DISKRIMINIERUNG und des Rassismus drapiert. Muslime mögen keine Schwulen, aber gerade die sollen bei der Pride -Show gefeiert werden. Masturbation im Kindergarten ist angesagt, mögen u.a. die Muslime nicht. Dafür darf im vorpubertären… Mehr

Regina Lange
1 Tag her

„Zwei linke Anschlagsversuche“, das ist doch wohl ein Witz! Wer zieht denn ständig marodierend durch die Straßen, wer legt die Stromversorgung lahm, wer zieht Andersdenkenden Steine über den Schädel, wer zündet Autos an, mit Vorliebe Autos gehobener Klassen? Diese ständige Verharmlosung der RAF-Enkel ist unglaublich!