Leihmutterschaft ist in Deutschland verboten. Dass nun ein deutscher CDU-Politiker das deutsche Recht unterlaufen haben soll, um in den USA ein Kind zu erwerben, wirft Fragen auf. Wie glaubwürdig ist ein Politiker, der das eigene Rechtssystem missachtet? Und wie funktional ist ein Rechtssystem, das diese Aushebelung deutscher Gesetze hinnimmt und unterstützt?
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Der Bundestagsabgeordnete Hendrik Streeck (CDU) steht im Zentrum einer grundlegenden ethischen und rechtspolitischen Debatte.
Hat er das in Deutschland geltende Verbot der Leihmutterschaft bewusst umgangen?
Die Rechtslage ist eindeutig. Kommerzielle Leihmutterschaft ist in Deutschland nach dem Embryonenschutzgesetz sowie dem Adoptionsvermittlungsgesetz verboten.
Dieses Verbot dient dem Schutz von Frauen vor Ausbeutung und dem Schutz von Kindern vor Kommerzialisierung. Zugleich soll verhindert werden, dass menschliches Leben zum Gegenstand vertraglicher Vereinbarungen wird.
Berichten zufolge hat Streeck gemeinsam mit seinem Partner den Weg ins Ausland gewählt, in einen US-Bundesstaat, in dem Leihmutterschaft legal ist. Dort soll er die Geburt eines Kindes durch eine Leihmutter in Anspruch genommen haben. Öffentlich tritt er als werdender Vater auf. Juristisch bewegt sich dieses Vorgehen in einer Grauzone. Während die Inanspruchnahme im Ausland für die Wunscheltern in Deutschland in der Regel straffrei bleibt, drohen Vermittlern und beteiligten Ärzten hierzulande erhebliche Strafen.
Doch genau darin liegt der Kern der Kritik. Ein Bundestagsabgeordneter ist nicht nur Privatperson, sondern auch Gesetzgeber und Vorbild. Nach § 1 des Abgeordnetengesetzes ist er dem Gemeinwohl verpflichtet. Wer bestehende gesetzliche Schutzmechanismen gezielt durch Auslandsumgehung unterläuft, nutzt nicht nur eine Regelungslücke, er stellt auch die Glaubwürdigkeit der Rechtsordnung infrage, die er selbst mitgestaltet.
Über die juristische Dimension hinaus wirft der Fall grundlegende ethische Fragen auf. Die Leihmutterschaft ist eine ausbeuterische Praxis, die das Kindeswohl gefährdet und Frauen instrumentalisiert. Die deutsche Rechtsprechung stellt klar: Mutter eines Kindes ist die Frau, die es geboren hat (§ 1591 BGB).
Dieses Prinzip wird durch Leihmutterschaft bewusst durchbrochen. Das Kind wird von Beginn an von der gebärenden Frau getrennt, eine Entscheidung, die nicht aus der Perspektive des Kindes getroffen wird, sondern aus dem Wunsch Erwachsener heraus.
Auch auf europäischer Ebene wird Leihmutterschaft zunehmend kritisch betrachtet. Resolutionen des Europäischen Parlaments weisen auf mögliche Verletzungen von Kinderrechten und auf die Gefahr der Ausbeutung wirtschaftlich schwächerer Frauen hin, zumal solche Praktiken häufig in Regionen stattfinden, in denen Frauen sich aus finanzieller Not heraus zur Verfügung stellen.
Vor diesem Hintergrund stellt sich eine zentrale Frage. Welche Maßstäbe gelten für politische Verantwortungsträger? Wenn sich die Vorwürfe bestätigen wäre Streecks Verhalten mehr als eine private Entscheidung, es hätte politische Relevanz. Es würde zeigen, dass bestehende Gesetze nicht nur hinterfragt, sondern aktiv umgangen werden.
Daraus ergeben sich konkrete Forderungen.
Wieso erteilt das zuständige Familiengericht in Deutschland im Falle einer Leihmutterschaft und späteren Adoption die Zustimmung und die erforderlichen Papiere? Es gibt so viele verheiratete Paare, die gerne Eltern werden würden und somit den Kindern beide Geschlechter bieten könnten. Wieso unterstützt das Familiengericht eine in Deutschland strafbare Handlung? Gibt es eine ethische Prüfung innerhalb der CDU? Wird es eine parlamentarische Aufarbeitung des Sachverhalts geben? Wie reagieren Verbände darauf, die vorgeben die Rechte der Kinder zu schützen Gibt es noch mutige Frauenverbände, die sich gegen diese moderne Sklaverei einsetzen?
Schweigen kann in einem solchen Fall keine angemessene Reaktion sein.
Denn letztlich geht es um mehr als einen Einzelfall. Es geht um die Integrität politischer Mandatsträger und um die Frage, ob geltendes Recht für alle gleichermaßen bindend ist. Wer als Abgeordneter Gesetze umgeht, beschädigt das Vertrauen in die politische Ordnung. Die Debatte über Leihmutterschaft wird dadurch nicht nur emotionaler, sondern auch grundsätzlicher. Sie berührt das Verständnis von Menschenwürde, Familie und Verantwortung in einer modernen Gesellschaft.





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Wie abgebrüht und ignorant muss man sein, solch einen „Coup“ noch freudestrahlend der Öffentlichkeit mitzuteilen?
Die schmierig, öligen Gesichter auf dem Foto passen dazu.
Wo ist der Staatsanwalt, der sich traut?
Na, Herr Streeck, zufrieden mit ihrem Einkauf? Welche Features hat er denn?
Der wievielte Versuch ist das hier, um des Buch von Frau Maurel zu promoten?
Kinder als Konsumartikel. Wenn ich schon keine bekommen kann, dann kaufe ich mir welche? Wieso glauben solche Leute, dass sie ein Anrecht auf Kinder hätten. Schwul sein bringt es nun mal mit sich, dass man mit seinem Partner keine eigenen Kinder bekommen kann. Findet Euch gottverdammt noch einmal damit ab.
Möglich, dass die Entscheidung, den Weg des Kindeserwerbs via Ausland zu beschreiten, auch eine Demonstration sein soll, um die Gesetzgebung in Deutschland zum Umdenken zu zwingen.
Die CDU/CSU hat sich ja schon immer das Recht so hingebogen, damit es für sie passt. Setzt Verfassungsrichter ein, raubt Grundrechte, veruntreut Steuergelder, etc. pp. Es ist eine Täterpartei.
..Glaubwürdigkeit und Integrität.
Im Besten Deutschland.. Das Es Jemals Gab..
Anno 2026..
Glaubwürdigkeit und Integrität
Kann man das Essen.. Schmeckt das Gut..:-)
Weitere Frgen Kienzle..:-)
Zu Beginn jeder Debatte stellt sich die Frage nach den korrekten Bezeichnungen:
Ist „Leihmutterschaft“ die richtige Bezeichnung für diesen Vorgang? Oder sollte man nicht zutreffender von „Mietmutterschaft“ sprechen? Oder mit Blick auf dazu gekaufte Ei- und/oder Samenzellen von „Mietkaufmutterschaft“?
Leihmutterschaft in den USA? Ich bin überrascht. Ich dachte, Streeck hätte das Kind selbst zur Welt gebracht. Das geht doch neuerdings, oder nicht? Sagen die Grünen doch, die Linke glaube ich auch. Da soll noch einer schlau daraus werden. Für alte weiße Männer alles nicht mehr nachvollziehbar…
Zu blöd, dass Scheidungs- und Adoptionskinder auch die Wünsche von Erwachsenen ausleben müssen. Und Waisenkinder gibt es ja auch noch.
Und was die ethisch-rechtspolitische Debatte angeht, ist mit den Schlagwörtern Asyl, Staatsverschuldung, Parteienstaat und Wirtschaftspolitik alles gesagt.