US-Spezialkräfte holen Maduro aus Caracas, das Regime ist schlagartig kopflos. Während Millionen Venezolaner jubeln, reagiert Brüssel mit der zahnlosen Empörungsliturgie von „Völkerrecht“ – und Moskau empfiehlt den „Dialog“ in einer Tonart, von dem es sonst nicht viel hält.
picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Alex Brandon
Die spektakuläre Militäraktion US-Elite-Soldaten in Venezuela und die Entführung des Präsidenten Nicolás Maduro bedeuten zunächst die Enthauptung des linksradikalen, korrupten Regimes in Caracas und belegen gleichzeitig erneut den Ehrgeiz von US-Präsident Donald Trump, die Welt im Interesse der USA zu prägen und zu verändern.
Dem Aufschrei der Empörung in weiten Teilen der Welt über die „Missachtung internationalen Rechts“ und einer „regelbasierten Weltordnung“, die bislang vor allem in den Wunschträumen einiger westlicher Politiker existierte, steht der Jubel von Millionen Exil-Venezuelern gegenüber, die seit 1999 vor der Schreckensherrschaft des damaligen Präsidenten Hugo Chavez und dann ab 2013 seines Nachfolgers Maduros fliehen mussten. Über den niederträchtigen Charakter dieser „revolutionären Führer“, wie sie sich selbst verstanden, gibt es wenig Zweifel.
Erst jüngst hatte die innenpolitische Gegenspielerin Maduros, Maria Corina, in einem BBC-Interview den Präsidenten beschuldigt, für „Staatsterrorismus“, Drogen- und Menschenhandel“ und massivem Wahlbetrug persönlich verantwortlich zu sein. Die 58-jährige Venezolanerin war erst im Dezember der Friedensnobelpreis wegen ihres Einsatzes zur Beendigung der Maduro-Diktatur und eines friedlichen Übergangs zur Demokratie verliehen worden. Zahlreiche westliche Staaten hatten den letzten Wahlsieg Maduros angesichts massiver Wahlmanipulationen und Ausschluss der Opposition nicht anerkannt.
Keine Unterstützung in der EU für Trump
Die westlichen Reaktionen reichen nun von vorsichtigem Abwägen, so wie es der britische Premierminister Keir Stamer tat, bis hin zu einer klaren Verurteilung der US-Aktion. Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas mahnte erkennbar empört über den US-Präsidenten: „Unter allen Umständen müssen die Grundsätze des internationalen Rechts und der Charta der Vereinten Nationen eingehalten werden. Wir rufen zur Zurückhaltung auf“, schrieb Kallas auf der Plattform X.
Auch EU-Ratspräsident António Costa forderte eine „Deeskalation und … eine Lösung unter vollständiger Achtung des Völkerrechts und der in der Charta der Vereinten Nationen“. Die Bundesregierung zeigte sich gleichfalls sehr „besorgt“. „Wir beobachten die Lage in Venezuela sehr aufmerksam und verfolgen die aktuellen Meldungen mit größter Sorge“, hieß es am Samstag aus dem Auswärtigen Amt in Berlin.
Für die Mehrheit der Menschen in Venezuela bedeutete diese Haltung, seit mehr als einem Vierteljahrhundert sozialistisch-revolutionärer Experimente von korrupten Regierungen ausgeliefert zu sein. Sie haben mit ihrer „antikapitalistischen“ und „anti-imperialistischen“ Politik das ölreiche, einst blühende Land wirtschaftlich über die Jahre mehr oder minder in Elend und Armut gestürzt. Wobei man anmerken muss, dass anfangs die Mehrheit der Wähler den Kurs guthießen.
Manche hoffen nun auf einen Regimewechsel
Nach der Festnahme Maduros ist erst einmal unklar, ob Trump auf einen Regimewechsel in Venezuela hofft, für das die USA nicht mehr eingreifen müssen. Zumindest manche Strategen in Washington hoffen laut „Wall Street Journal“ darauf, dass das Maduro-System „wie ein Kartenhaus zusammenfällt“, nachdem der Diktator in US-Haft ist.
Dass bei dem US-Angriff auf Venezuela, einem der erdölreichsten Länder der Welt, auch wirtschaftliche Interessen eine große Rolle spielen, steht außer Frage. Nach der Enteignung von US-Ölkonzernen im Land und Verstaatlichung der ÖL-Felder Anfang der 2000er Jahre beanspruchen die Amerikaner nach wie vor Entschädigungen und pochen auf rechtsverbindliche Verträge. Dass der Milliardär im Weißen Haus grundsätzlich politische und wirtschaftliche Interessen eng verknüpft, ist nach einem knappen Jahr seiner Präsidentschaft bekannt.
Trump betont US-Machtanspruch
Aber Trump demonstriert auch weltweit erneut seinen globalen Machtanspruch. Möglicherweise sieht er sich auch in der Tradition der „Monroe-Doktrin“, in der Washington über Jahrzehnte Lateinamerika als seine legitime Einflusszone definierte.
In Moskau, Peking, aber auch Iran und im gesamten Nahen Osten wird man aufmerksam registrieren, dass Trump durchaus zu militärischen Aktionen bereit ist, ohne viel Rücksicht auf die „öffentliche Meinung“ in Europa, auf die Bedenken westlicher Partner oder auch auf Resolutionen der Vereinten Nationen.
Natürlich haben China und Russland die US-Aktion in Venezuela verurteilt. Die Vorwände, die zur Rechtfertigung solcher Aktionen der „bewaffneten Aggression“ angeführt werden, seien unhaltbar, so das Außenministerium in Moskau. Statt pragmatischer Handlungen habe eine «ideologisierte Abneigung» gegen die Führung in Venezuela Oberhand gewonnen.
Moskau empfiehlt „Dialog“ und verurteilt „Einmischung von außen“
Venezuelas langjähriger Verbündeter Russland wandte sich gegen eine „weitere Eskalation“, es gehe jetzt um die Suche „nach einem Dialog“. Venezuela habe das Recht, „seine eigene Zukunft ohne destruktive, geschweige denn militärische Einmischung von außen zu bestimmen“. Russland helfe gern, denn „Lateinamerika sollte eine Friedenszone bleiben“, so das Außenministerium in einer Sprache, die man vergeblich bei Stellungnahmen zur Ukraine sucht.

Sie müssenangemeldet sein um einen Kommentar oder eine Antwort schreiben zu können
Bitte loggen Sie sich ein
Dem Trankovits und den gar strammen Transatlantikern mal als Denkanstoß: Ist immer alles und in Gänze richtig, nur weil es den Richtigen trifft? Oder ist nicht eher diese Tom-Clancy-Denke fragwürdig?
Dauernd lese ich Völkerrecht, Völkerrecht, Völkerrecht.
Es gibt kein Völkerrecht im Sinne einer Rechtsnorm. Und wer was anderes glaubt der kommt ebenso aus dem Völkerrecht wie Trampolinchen.
Wo bleiben eigentlich die Sanktionen Deutschlands und der EU gegen die USA? Während man bei Russland sehr schnell bei der Hand war, habe ich in dieser Hinsicht noch nichts vernommen. Nur Schweigen. Auch müssten sofort Kriegskredite und Waffen nach Venezuela geschickt werden. Oder habe ich da bei der ganzen Doppelmoral etwas übersehen? Und das in Venezuela die Korruption deutlich weiter verbreitet ist, als in der Ukraine, dürfte auch in das Reich der Legenden gehören.
Warum Sanktionen? Die Intervention in Venezuela war richtig. Sie hätte schon viele Jahre vorher erfolgen sollen; das hätte den Menschen viel Leid erspart.
Trump verändert vor allem die eigene Agenda – Böses Medium heute: „Trumps Wette auf Regimewechsel in Venezuela markiert Abkehr von MAGA-Agenda“ > „… In einer Pressekonferenz am Mittag skizzierte Trump seine Vision für ein Engagement der USA in Venezuela. Die Anhänger der „Make America Great Again“-Bewegung hätten geglaubt, sie stimmten mit Trump gegen die endlosen militärischen Aggressionen der US-Regierung. … Bei seiner Amtseinführung für eine zweite Amtszeit im vergangenen Januar sagte Trump seinen Anhängern noch: „Wir werden unseren Erfolg nicht nur an den Schlachten messen, die wir gewinnen, sondern auch an den Kriegen, die wir beenden, und vielleicht am wichtigsten,… Mehr
Trumps Intervention in Venezuela ist überhaupt nicht vergleichbar mit Putins Angriffskrieg auf die Ukraine oder einem möglichen Angriff Chinas auf Taiwan. In Venezuela tanzen die Mengen auf den Straßen vor Begeisterung über die Intervention. Das hat die Bevölkerung der Ukraine nicht getan und es werden die Menschen in Taiwan auch nicht tun.
Ein Vergleich der Kriegstoten ergibt: Russland in der Ukraine: klar bestätigt fast 160.000; das ist mit hoher Dunkelziffer. Wahrscheinliche wirkliche Tote: 239.000 bis 345.260. USA in Venezuela: 0 (null).
In Venezuela tanzen die Mengen auf den Straßen vor Begeisterung über die Intervention
Das ist nachweislich gelogen.
Können Sie das belegen? Das müsste gehen, weil Sie schreiben, es sei „nachweislich“ gelogen. Ich schaue mir das gern an und nehme meine Aussage dann gern zurück.
Gerne. Es gibt haufennweise Videos auf YT, welche zeigen, dass kurz nach dem Überfall der USA eben gerade NIEMAND auf den Strassen getanzt hat. Man müsste ja auch ziemlich dämlich sein, als normaler Bürger in einer noch so unklaren und gefährlichen Situation auf den Strassen Caracas‘ tanzen zu gehen. Eine unter mehreren Stimmen aus Venezuela über den Stand der Dinge kurz nach dem Terror-Überfall der USA: https://www.youtube.com/watch?v=BPHeoMRsrUw Ihre Einlassungen wie die vieler Anderer hier zeigen aber auch die komplette Unkenntnis der politischen Situation in Venezuela – meist und offensichtlich induziert durch das, was die Medien so über Venezuela absondern. Dabei… Mehr
Wer gutheißt, dass Trump in Wildwestmanier einfach das Staatsoberhaupt eines souveränen Landes entführt, der soll mir nie wieder die Ohren von den bösen Linken vollheulen, die auch ausschließlich nach Sympathie und Gesinnung urteilen und alles gut finden, was ihre Leute tun und alles verfemen, was die anderen machen.
Das sind die Momente, in denen ich keine Lust mehr habe, mich überhaupt noch mit Politik zu befassen und am Liebsten in eine einsame Hütte im Wald ziehen würde.
Linke und Rechte: Jacke wie Joppe. Es ist so zum Kotzen!
Wie wahr! Viele auf TE können, oder wollen das (noch) nicht sehen.
„Trump 2024“ war eine PsyOp. Trump kämpft nicht gegen den Deep State, sondern er ist Containment des Deep State. Über ihn konnten geschickt die kriegsmüden rechten Wähler wieder in die Matrix gezogen werden.
Rechts und links sind nichts als Kayfabe, das unsere Aufmerksamkeit gefangen nehmen und uns gegeneinander aufhetzen soll, währenddem die Agenda weiterhin ausgerollt wird: AI, Überwachung, technokratisches Monster, Smart Cities (mit Gaza als Test Case – Tim Dillon zerpflückt das Ganze in seiner neuesten Folge (Youtube, #477) auf seine stets erfrischende Weise).
Apropo Völkerrecht Ist vielleicht ein bisschen weit hergeholt. Aber, ist das nicht auch eine Art Völkerrechtsverletzung, was die Regierenden dem deutschen Volk mit ihrer Migrationspolitik gegen den Willen einer deutlichen Mehrheit zumuten? Der Staat vernachlässigt eine seiner Kernaufgaben, nämlich bestmöglichen Schutz für seine Bürgerinnen und Bürger sicherzustellen. Laut Bundeskriminalamt gab es allein zwischen 2016 – 2020 knapp zweitausend Tötungsdelikte durch Zuwanderer als Tatverdächtige. Hinzu kommen unzählige Verletzte. Der Zeitraum 2015 bis heute zeigt lt. PKS eine weit überproportionale Beteiligung ausländischer Straftäter. Das deutsche Asylrecht gewährt Menschen aus Kriegsgebieten und vor politischer Verfolgung Schutz, und das ist auch in Ordnung so.… Mehr
Völkerrecht? Solche Vereinbarungen sind ja immer so eine Sache.
Diejenigen, die das Eingreifen von Trump gut finden berufen sich auf das Völkerrecht, welches das Eingreifen erfordert hat.
Diejenigen die das Eingreifen Kritisieren, sagen das wäre ein Verstoß gegen das Volkerrecht,
Was sind solche Vereinbarungen wert, jedes legt es aus wie es für sich gerade paßt
Was sind denn heute für Typen hier unterwegs? Hat die „Zeit“, der „Spiegel“ und die „taz“ noch Winterpause?
Nun, nach Libyen, Irak, Syrien usw. wird das nächste Öl-Land gepackt. Wenn Trump meint „We´ll make Venezuela great again“, dann soll er erst die „Erfolge“ in Libyen und Irak erklären. Und wenn Korruption und Regierungskriminalität ein Maßstab sind, oh, dann muss die EU auch aufpassen. Oder folgen nach Manduro nun auch Macron und Merz ?
Meinen Segen hat er
Nur zur Info für das grünlinke Prekariat: Auch in Venezuela begann alles mit dem Verbot der Opposition.
Ein Hoch auf DONALD JOHN TRUMP❗